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Nationalzeitung · 1906-08-07 · Heft 57 (7.8.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 57 (7.8.1906)
Date
1906-08-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Suite Nationalzeitung Nr. 57 schlossen har, besitzt Iwrit* Die ß u - sr t nt in u n g a n g will s zu ihrem Täligkcitsprogramm itn'D luirD, biofcui Programm eutsprecheud, ihre Täliakeit ans ganz Lv'reereich erstrecken. Tie Wiener Jto-Grupve, die sich, alio als Zentralstelle für die österreichische Ire-Bewegung baesrellt, wird am 12. d. M. ihre Bureaulokaiitäteu Wien, 2. Bezirk. Floßgasse 9. 1. Track, eröffnen und täglich von 3—0 Uhr Nachmittage' Sprechstunden halten. Wien. (Kursreiplätze.) Ter Verein „Vindobona" gewährt in seiner Heilanstalt, 2. Bez., Handelskai 420, an nnbemittelte männliche und rveibliche Patienten 12 Kursreiplätze, weiters 12 Halbfteiplätze. Gesuche sind 'entweder schriftlich oder mündlich (an Wochentagen von 4—0 Uhr nachmittags'» in der Verein skanzlei (Adresse oben'» einzubringen. Kundmachung! Beim i ü d i s ch e n 'S ch ü - kcrheim in L c r c t h sind 12 Plätze zu besetx'n, hiervon 0 ZaHlplätze, 2 ermäßigte Zahlplätze und 1 Frei Plätze. Bewerber haben ihre gehörig dpklun>en!Oerten Gesuche bis spätestens 13. An zu st l. F. beiln gefertigten V-eveinsollmann einzubringcn. Ein ganzer Zahlplatz kostet mindestens 50 K monatlich. Die näheren Bedingungen könne,« innerhalb der Konkursfrist beim gefertigten Obmann ci »gesehen werden. Statuten werden ainf Verlangen gratis und franko zngeschickt. Der Obmann. Adv. Tr. Isaak K o h n. Göding. Am 21. Juli l. I. veranstaltete die akad. Ferialperbindnng „Gamala" ein>e -Herzl- Trauerseier, die einen überaus würdigen Verlaus nahm. Herr Rabbiner Dr. Mach ans Gaya hielt von der Kanzel des Gödinger Tempels Herab eine geradezu 'fulminante Trauerrede, in welcher er mit ebensoviel Geist als Temperament das Wirken Herzls würdigte und ihn unter anderem dem weltberühmten französischen Meister Zola an die Leite stellte, der 'sein durch keinerlei Rücksicht trveznmachen'des „Ich klage an" in die Welk donnerte, während Herzk mit seltenstem Freimut und unter Hintansetzung aller Rücksichten sein „Ich fordere" aussprach. Tie vom Herrn Oberkantor Grünwald eknstndierten Tranergesänge Hielten sich aulf der Höhe des feierlichen Anlasses. Sichtlich bewegt und ergriffen verließ die zahlreiche Trauergemeinöe das Gotteshaus. Friedek. (Jnbiläum.) Am Sonntag den 16. v. M. feierte der OberleHrer an der israel. Volksschule in Friedek, .Herr B. Kraus, sein LosäHriges Jubiläitm als Oberlehrer an dieser Schule. Außer den Mitgliedern des Kultusvorstandes hatte sich in dem Sitzungssaal des Gemeindehauses, wo auch der Schnlschkuß stattfand, ein zahlreiches Publikum emgetfrmllen, unr dem als Pädagogen rühmlich bekannten Fnbilar pererreicht hatten, waren« 22.770 solche, die weder lesen noch schreiben konnten, und 807, die lesen aber nicht schreiben konnten. Am B a r s ch a f t e n brachten die jüdischen Emigranten in btefemi Jahre zusammen 1,824.617 Dollars, d. h. 14 Dollars durchschnittlich pro Kopf ins Land. Unter den omgewanderten Juden befaniden sich 2698 solche, die bereits früher in den Vereinigten Staaten gewesen waren. V o n d e 't° Lauduu g ausgeschlo ss e n wurden im Betiriobsjahre insgesamt 1716 jüdische Emigranten, und zwar: Wegen! unzureichender Geldmittel 1208, wegen infektiöser Krankheiten 363, wegen verschiedener anderer Ursachen 164. Von den jüdischen Einwanderern ließen sich nieder in den Staaten': Newyork 83.724, Pennsylvania 13.477, Massachnets 9097, Illinois 6480, Maryland 2376, Ohio 2169, Connecticut 2044, Misouri 1483 usw. Der Beschäftigung na ch hatten 1163 leichte. Gewerbe (darunter 342 Musiker und Lehrer), 60.136 ein schweres Haüdwerk, 21.741 trieben Handel, während 46.871 (einschließlich Kinder) gar kein (bewerbe betrieben'. Es gab unter den jüdischen Einwanderern: Schneider. 22.334 Tischler.6.070 Waschbar1 Wasserdicht! Geruchlos i sönlich seine Glückivünsche zum Ausdruck zu bringen. Die schöne, erhebende Feier wurde mit einer Anrede des Obmannes des Lchnlansschnsses Dr. F. Lam>berg eiigzeleitet, der die Verdienste des Oberlehrers als Fitgendbillliver hervoijhob und ihm ein Diplom lttierreichte» sodann sprach der Rabbiner Dr. Drobinsky, die Tätigkeit und hervorragende Tüchtigkeit des Gefeierten als Religio» slshrer rühmend,' die Schulkinder stellten sich mit Glücbioiinsthen in Gedichtform und sinnigen Bl »nie ilspen.de n ein, während Abordnungen ehemaliger Schüler und Schülerinnen durch Ansprachen und durch Tele.gram'me sowie durch sinnige Geschenke ihre Dankbarkeit an den Tag legten. Lemberg. Bei dein Leichenbegängnisse des polnischen Abgeordneten Fan Rotier sprach im Rauten der Inden Dr. F r ü h l i n g. Der Redner betonte in seiner Rede, daß der Verstorbene als liberal denkender Mann auch ein Freund der Förden gewesen 'sei, die ihm vieles zu danken hätte«!. Krakau. (Palästina-Pioniere.» Das System der Palästina-Pioniere macht Schute. Hier gründete sich ebenfalls eine Gruppe solcher Pioniere. Die Gruppe besteht znnieist aus Arbeitern und beschloß, innerhalb eines Jahres nach Palästina ansznwanllern und dort als österreichische Bürger unter dem Schutze der österreichischen Regierung zu leben. , Krakau. Vorige Wioche starb hier Herr S. F i s ch l 0'w i tz. Ter Verstorbene, ein Vater des hiesigen KnltnsrateS Advokaten Dr. Fischlowitz, gehörte zur alteil Garde der Mastitiin und bekundete bis z-n'm letzten Atemzuge großes Interesse für ntte Vorgänge im FüllentNm. Fischlo'witz verfaßte auch mehrere Gedichte in hebräischer Sprache, die er geradezu abgöttisch liebte!. Erst 'Wngst erschien ein solches Gedicht von ihin im Krakauer „Oamizveh". Der Verstorbene erreichte ein Alter von 71. Fahren. Ehre seinem Andenken! Krakau. Am verflossenen Sabbat hielt Herr Oberkantvr Mayer Scharr ans Wien, der Hier bei '.seinem Bruder, dem Oberkantor der alten Synagoge, als Gäst weilte, über Einladung des Vorstandes int genannten, bis auf das letzte Plätzchen gefüllten Gotteshaus einen Gastvortrag, bei ipelchent er durch Stimme und Bortrag eine glänzende Leistung bot und die große Schar der andächtigen Beter geradezu entzückte. Ter Vorstand ller Synagoge ist Herrn Oberkantvr Schorr npch dadurch zu besonderem Tanke verpflichtet, daß er aulf den namhaften Erlös!der Einlaßkarten zu seinem Vortrage verzichtete null denselben einem wohltätigen Zwecke widmete. - M.-Ostran. Das mährstschles. Distriktskowitee hat beschlossen, den Distrikts tag für Mähren u-nll Schlesien im Henrigen Fahre für Sonntag den 9. September nach M.-Ostrau einzuberNfen. Anläßlich des Tistriktstages beviift die füll.-atäd. Verbindung „Fvria" für Samstag den 0. Llrpten.ber nach Nll-Ostrau einen allgemeinen Ltullenlcntag der j-iidischen Hvchchüler Ndährens null Schlesiens ein. M.-Ostran. Die jüd.-akad. Verbindung „F>vria"-Wien veranstaltet Latnstag den 8. und Svinitag den!1. LepteiNber in Ri.-Ostran ihr Msemestr iges Lti'stungSseist. Parteitag der österreichischen Poale-Ziou. Das Exekutivkomitee der österreichischen Poale- Zivn nürd am 11., 12. und 10. Oktober d. F. in Lemberg seinen .dritten Parteitag abhalten. Die Tagesordnung ist vorläufig ivie folgt festgesetzt: 1. Erösfmlng» 2. M)I des Bureaus,' 3. Ziechenschastsbericht: a) allgeiueiirer Bericht, b» Lpeizialberichte,' 1. Organisativnssragen,' 5. Prograinm,' 0. Taktik,- 7. Presse» 8. Waii-l der Parteileitimg» 0. Eventne'lles. Przibram. (Todesfall.) In Bad Nc'ichcnhcill ist am 25. Juli bei; hiesige Großkcmfmann B. L ö w y, Nrilglieb der Bezii'ksvc'rtretnng itüirb vieler jüdischer Hmna'niitätsve'.eme, im Alter von 62 Jahrcn gestorben. Ehrzanvw. (Älusiveisung rrisfischer Juden.) Der hiesige Gemeindevorsteher erließ vw 'einigen Togen einen Befehl, »vonach 24 jüdische Familien mit 160 Personen in-nelholb eicht Togen die Stadt verlassen' müssen. Begrüirdet lvuivdc diese Entscheidung damit, daß die Ansgewiesenen russische llntertonen sind, obgleich, der größte Teil von ihnen s ch o. n seit d r e i ß i g. I a h r e n i m Orte w o h n t. Durch diese Maßregel worden die kons'kribiertön jüdischen Familien sehr Hort getroffen. Tie Ans gewiesenen übergaben ihre Än'gelegeniheit -bern Krakaner Advokaten Dr. F r ü h l i n g, dessen' Intervention es gelang, die Atlshebnng des ^linsiveisnugsbefehls durch die Statthatterei zu erwik'ken. Luhatschowitz. Am 23. d. fand ein von hier »veilenden Zionisten veranstalteter! Bortra.gsobend' statt, der einen günstigen Verlanf nahm. Eröffnet »vnrde der Abend durch Böuries' Freiherr von Münchhausen „Euch", vorgetragen von d'em nngenrein rührigen. Herrn I. W e r ß m a n n (Ung.-H radisch). Daran schließenb entwarf der in zioinistischen Kreisen rühmlichst bekannte Herr Dr. A. Bergmann (Pardubitz) einen geschichtlichen Abriß der jüdischen Kotonisationsbestrebongen. Herr A. S m e t a n a (Ung.-Brod) trug mit Verve Rosenfelds „Zidovsky vojin" (Brchlickys Nebertragong) und Ch. N. Biotits : ,,Fels und Woge" xm\ Tie Rezitation des Gedichtes „Eliahnis Wie!de!rkcb!r" voni Poszony seitens Herrn S. B a r d a ch (Brünnl) fand verständnisvolle Aofnahme. D'i«e eifrige Förderin' des nationalen Gedankens, Frl. Grete Löwy Schuhmacher. 3.824 Glaser irnib Anstreicher . . 2.849 Kom'mis und Buchhalter . . 3.000 Wei-ßuäheriuueu .... 2.068 Fleischhauer. 2.036 Schneiderinnen .... 1.589 Schmiede. 1.568 Bäcker. 1.460 Möbelarbeiter. 1.219 Spengler. 1.016 Kürschner. 1.009 Außerdem verschiedene andere Berufe, welchen es unter 1000 jüdische Emigranten gab. Hierzu' kommen noch 8169 Taglöhner, 8000 Diener und 4696 Hausierer (Peddler). Huntes Feuilleton. Die Tochter deö Baron Rothschild. Aus Eaer wird dem „Piks. Tagbl." geschrieben: Gestern albends qeoen 8 Uhr promenierte durch die Bähnhoifstvaße eine auffallend gekleidete, tief verschleierte D'änie, hinter welche eine Begleiidanie uull ein Diener will einem Feldstuhle schritten. Die Nelugierde lockte viele an und als ein >Ueberschlauer mit der Niiene 'des Wissenden versicherte, dies sei die au K're«bs leidende „Tochter des Barons Rothschild", welche eine DÜasbe trage, da wuchs die Me Nischen,menge zu Hellen Hastfen an, die der Unibekanlnten« folgten. Ilts die fremde D«a!me in ein Geschäft eintrat, u>nr einen Eilikaus zu besorgen, saNrineilken sich vor dem La'den hünllerte von Personen — meist Frauenspersonen und a,tte Weiber in Män'nebkleidern — an, nur die interessan.te Fremde beim Heraustreten sehen zu können. Vier Polizisten suchten vergeblich die Menge zum Ausetuanidergehen zu bewegen. Sie .wi>ch nicht eher, als bis die D,arne, «welche einen ihr angeboten'e'n Waagen lächelnd ab lehnte, wieder in i'hr .Hotel zurüclkcHrte. Fohlend gab man ihr daS Geleite lm!d die Polizei konnte nichts anderes tun. als die Menge in entsprechender Entfernung znrück'znhalte'n. So geschahen tu einer Stadt, die sich eines internati'vn'alen Welöverkelhrs rüihnit und selbst des Ailffallenden genug, hat. Die fremde Dame aber ivar Ihre Exzellenz Olga von Neikludoff, eine geborene 'Gräfin Orloinsky ans Rußland, eine stänllige Bvsncherin der böhmischen Bä>der, ivelche auch jetzt ivieder nach Adarienbad zur KN'r geht, mangels einer passenden Wohnnng in 'Aiiarienbad aber im hiesigen Hotel „Viktoria" Allsteigegnartier üenoumien hatte. Die Mischehen in Deutschland. Unter deu 477.822 Ehen, die 1904 im Deukscheu R'eiche Bekeu'utu>isses sich die Hand zum Bnudc" fi'rrs Leben reichleu. Vou diesen Heiraten »vareu geschlossen »vurden, befanden! sich 434.630 pollenr eckte Reform-Scbweissblätter lieMI eilt!

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