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Nationalzeitung · 1906-07-27 · Heft 54 (27.7.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 54 (27.7.1906)
Date
1906-07-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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iNr. 64 Ncttionnlzeilung Mittel zu schwach waren, um, sie nach Amerika zu bringen, da seufzte der Alte und sann. „Geben Sie mir ein Schreiben an einenreichen Juden, vielleicht kann ich aus diese Weise das End in Sicherheit bringen!" j am melke er, und nach einigen Minuten, platzte der alte Mann, der sich sichtlich anstrengte, ein Ansfunftvinitt'd zu sittden, heraus: „Geben Sie mir einen Brief an Herrn Vau Taussig! Er hat dem Zaren, so viel Geld gegeben, vielleicht gibt er mir, auch etwas!" Ich wollte beut Alten in dasgritmütige Antlitz lachen, a!ber ein rlugewollter Tränenstrom erstickte das Lachen! £ sancta simplicitas! Doch der Alte ließ nicht locker, und andere zehn Emigranten stiminketiltun mit ein: Schickt uns zu Herrn v. Taussig! Ich versprach deir Aermsteu, daß ich an Sic schreibenwerde, Herr Generaldirektor! Hier ist mein Brief! Herr Generaldirektor Ritter von Taussig! Sagen wir, daß Sie geirrt haben, sagen wir, daß Sie das Beste gewollt, sedoch betrogen wurden-! Wer Sie, und Ihre Herren Kollegen sind die einzigen, die air dieser Transaktion gewonnen, und viel gewonnen haben -, m a n spricht v o n M i l l i o n c u! Diese Millionen müssen Sie aber an die Ströme jüdischen Blutes, au das Meer von, Tränen, an das Aechzen der Sterbenden, an das Wimmern der Sängltnige und das Knurren' der h-rmgrigen Mägen Ihrer tvanderuden Brüder und Schwestern. erinnern, denn zwischen beidenbesteht ein schau-erlich-er Causa-lnern s! Sie haben jetzt eine große Pflicht! Setzen Sie diesem traurigen Ereignisse ein Votivderikmal. Geben Sie von den Millionen, die Sic verdient haben einen Teil für die armen, russischen Juden, die bis an ihr Lebensende den Gedanken nicht werden loswerdcn können, daß Sie, Herr Generaldirektor, ein Jude, mitschuldig sind an ihrem unsäglichen Unglück. Wien den 26. Juli 1906. Jakob Krauß. Der israetilijche Religionsunterricht. Unter diesem Titel verlangt Herr Marim. Paul-Schiff eine Herabmindernng des jüdischen Religivusu-merrichtes an den Mittelschukerl. Bon vielen jüdischen Eltern werden Ausmaß und Lehrplan des Oie'ligionsnuterrichtes als äußerst ungenügend empsnnlden. Die Kenntnis der heiligen Sprache ldas einzige Bindeglied, an dem der Jnde ans Nekoham-a den Inden aus Mdrokkv als Stanrnresu-nid (Glaubensgenossen erkennt), die Kenntn-is des heilige niSchrifttu,ms, derQne'll-e -unseres mechrtausend- Mrtgen Widerstandes gegen Feuer nnd Schwert, gegen Bedrückung und auch gegen Verlockung, kann für diese Eltern den Kindern nicht ausgedehnt genug gegeben werden. Diese zahlreichen Eltern, diennvochältnismäßige Dpser bringen, um ihren Kindern gediegenen Privatunterricht im Hebräischen zu beschasifen, fillden auch nicht, dag ihre Kinder überbürdet sin-d, selbst wenn selbe 2 Stunden- — — täglich (borribile dietn) Privaliliiterricht genießen nnd gerade diese Schiller sind an allen V-vkks-, Bürger- und Mittelschulen die Ersten, »veil sie wegen ihrer strengen Religion sübirng (Samstag -keine -nlanillelle Leistung usiv.j sich eitler bc'svriders liebevvll-e-ll- Uober>lrachnn-g seitens der Lehrjer (alich der meistert Rekigionslehrer) erfreuen. Die Liebe m nnserern heiligen Schrifttum findet sich gkückkich-eatweise nicht nur bei den Orthodoxen, sondern -bei den meisten denkenden IJmden, die die Tartfe auch für ihre Kinder n-nd Enkel perhorreszicren, und erscheint diesen der ausgedehnteste Neligionsunt-erricht als einziges Mittel, das Judentum zu erhalten. -Dielsein. Elte-rn genützt der offizielle Rekigionsnntericht llicht, weil er im Ausmaß ungenillgend ist und znm- -großen Teile von Lehrern erteilt wird, die wohl Religion le h re n, diese selbe Religion resp. deren- Vorschriften vor den Aalgen dar Schüler gröblich verletzen. Hier wäre mit der Reform einznsetzen, damit der Religionsnu-te-rricht auch ethischen Wert habe und lischt zill-r lästigeil SchnkdiszipliN herabg-e,- würdigk -werde. -Wir müsserr Herrn Max Pan-l -Schiss dankbar sein, daß er gütitzst konzediert, „daß es keineswegs geboten e r sche i n t, de n N e l,t - gions -nnt 'c r r i ch t in der Schulte prinzipiell abz n l e h n e n. Mir laden ihn jedoch ein, irgend eine Bibelschnle zu beslichen, in der 10 bis 12jährige Kntzben und Mädchen! glänzende Leistnn-gen alis-we-isen, in dieser von Herrn Schiss totbe nannte n Sprache, die für viele Millionen kebt nnd belebt und die Männer, wie Al. von Hlnim- -boldt und Herder als die herrlichste Sprache -feiern. Mögen sich die Eltern endlich ansrcr.ffen, eilie Reform des Religi-o-nsnnker-richtes in oben ari-gedorrteter Nichtn-ng. anznstrieben. . Wolf Pappenheim. Austritt aus dem Judentum iu Wien 18. April bis 20. Juni 1006. Samuel Plessner, Qsiek (Galizien), Schneidergehilfe, 5. Bez., Nüdiger-g. 3. Franz Jos-of -Gingvid, Wsien, Kansmann, 5. Bez., Wienstr. 70. Leo Bloch, Muttersdvvf (Böhmen), Handelsangestellter, 6. Bez., Sechs-krngekg. 1. Zldeke Feiler geb. Lippa, Budapest, Arzlensgattin, 4. Bez., Wiedener Hanpkstr. 7. FrantziSka Klein, Wien- 14. Bez., Goldschlagstr. 53. Richard Bing, Wien, Techniker, 1. Bez., Rndokssplah 4. Luise Hikschm-an-n geb. Pink, Pest, Private, 3. Bez., Radeßkystr. 3. Henriette Wolf, Wien, 7. Bez., Bn-rgg. 100a. Elisa Kaiser, Wiell, 7. Bez., Kaiserstr. 70. Rosa Stein, Jglan (MKhrerri, Krätvattennäberilr, 2. Bez., R-neppg. 32. Rlidokfine (beiger, Wien, 15. Bez., Gol-dschlag- -straße 21. Karl Eisenstädier, Wien, -P-rivalier, 1. Bez., Schiivarzenbergplah 5. Zl-dele Dachs, Wiell, Erzieherin., 0. Bez., L-iechtenlsteinstr. 92. Otto Jacker, Prag, Kansinantl, 0. Bez., -Bergg. -Nlichinl Rosenstra-nch, K ra-katl, Han-sbesitzer, 3. Bez., Schlachthausg. 14. -SietzmilUlid Nagel, Wien, Tapezierergo'hilfe, 2. B-ez., N-vten-sterng. 24. Als red Lö-wenste-i-n, Karlsbn-d (Bdhimen), Jurist, 2. Bez., Obere Dlon-a-nistr. 47. Steisanie R-o>se»lthal, Wien, 6. Bez., Koh-ltz. 51. Cäcilie Dhobner, Schlleiderill, 0. Bez., Notenlldwcng. 9. Math-ibde Sturm, Wien, 9. Be,;., Hövlg. 12. A-malie Groß, Wien, Private, 12. Bez., Schönbrun-nerstr. 161. dldobf Goldberger, Wieti, 18. Bez., Pken-erg. 28. .Hermann- Schvn-an-g, Budapest, Kau-small-rk, 1. Bez., Postg. 19. Max Friedmann, Wien, Ziahntechll-ikerleihrking, 2. B-cz., Rembrandtstr. 41. Dr. G.tlskav Schöniberg, Advokaturskanidi-dat, 3. Bez., Beatrixg. -26. Zlnna Priiniz, Hilss-arbeiterin, 20. Bez., Kl-oster-ne-llblurgevstr. 6-1. Pa-ll>l Fried, Böskau (Niederösterr.), K-onkorish Bez., Kaifeirstraße 34. Hedwig Singer (geb. Buüzl), Pratz, Private, 1. Bez., Stubenrintz 24. Rudolf Engel, Dlirnitz lMähren), Hikfsa-rbe-iter, 20. Bez., Karajantz. 6. OS-kair Wessely, W-ien-, Mechan-ikerg-ehikse, 12. Bez., Sagederg. 24. Frangliska Deutsch, Wien, Hikssa-rbeiterin, 14. Bez., Märzstr. 42. Wilhelnl B-urchardt, Wien, Direktor der Allg. Zkntvrn-vb-iltzcisellsch-ast, 1. Bez., B>ibe-r!stra!ßje 10. Kart Schimi-cd, Kko-st-er-Hrad-isch lMähren), Kauisman-n, 4. Bez., Favoritenistr. 11. Ernist Leopold Weiß, Wien, Kaufmann, 1. Bez., Helserstorserstr. 6. Pepi Neuisel-d, Ztagy-Szöll-ös (Ung-arn), Private, 2. B-ez., Gabelsberg-erg. 2. Olga Neu«s-ckd, Wien, Frisenrin, 7. Bez., W-estbahnstr. 3. Theresia Gro- -lig, Wien-, Private, 5. B-ez., Nrargaretihenstr. 106. -Hermin-." Br-aier, B-ü'hl -(Großherz'vgknnl Baden), 5. Bez., Stokbergg. 10. Dr. Emanmel B'alwn, Mähr.-Weißkirchell, Aip.t, 1. Bez., Rvielitnrmstraßc 29. Tr. Maximilian R-obilischeik, Droz-ieka (Bdhnl-en), 8. Bez., Alserstraße 49. Advkf Gellner (zur eva,ng-rlische-n^ K'irche), Austritt in Briünrt. Makvin-c- Gellner (g-eb. Grünwatd, A-llsiriit iu Brünn. Karotine Goldschmidt, Wien, Private, 8. Bez., Hamerlingplatz 7. Elsbeth Lichtiwitz, Troppan l-Oesterr.-Schlesiett), 2. Bez., Talldelrnarktg. 10. Elsa Siüßernl'ann, Wien, Private, 18. Bez., Währingerstraße 125. Et-ara Pollak, Wien, Private, 4. Bez., Karlsg. 5. Max Winter, Nagy-.Ker (Ungarn), 17. Bez., Gehlevg. 1. Katharina Wiint-er, Wien, 17. B-ez., Gedlerg. i. Pankine Pollak, Wien, Private, 10. Bez., Hette-nk'osferg. 20. dlüguste Heikler, Wien, Federll'schnlückerin, 7. Bez., wie cs Gott alle guten M-enischen böscheliken möge. Man ist mir rreiidisch und nl-an sagt, daß ich ein reicher Miarlnbin, cha, cha, cha. Nillchinl fchütlekte den Kops. — Nu, mi, für alles ist (Ävtt zll dariken. Und bei mir Lesz ist von der Zeit, wo Ihr weggiüget, alles' glier gegangen. Tn-e Lieferanten habell in einer schlechten Zeit für Spottpreise Getreide alijfgekallst, gabeil einen billigeren Preis all, als ich es konnte lind machten ein-e solche Kvnklirrenz, daß ich mit nichts zurück-blieb. Am Walde habe ich verloren, an den Ochsen!habe ich verloren, an der (Gerberei habe ich verloren, an allem habe ich verloren. Ta, woran ich gekom-m-enbin. Ich lau-ft'e llnd -handelte, die a>ndeve-ll beirügten rmd säkschten und jetzt sind sie die Herren. Nu, was läßt sich da machen? Gott gedarikt auch dafür. — Und lvv sind Gare -Stöhne, Nnchim? — Hm, was für Söhne? Ich hatte einen und der ist geß-v-pben. Nn-, icrid der Eure, ist er gefll-lw, was inacht er? — (9ebe atlch Euch- Gott Gesllndheit — beim AUlitär ist er, bald kommt er heim. Aber wartet lll»r . . . Ihr hattet doch zwei Döhlle, wo ist denn der, der in den iSchinlen lernte? — Hm, ich hatte llicht. . . mir einen. Dieser zweite — ich habe ihll nicht — er ist . . . geiaüft — Lesjz bemerkte, daß dies den Akten schmerzte und forschte llicht weiter. Es kam ein- Ilttgeübl-ick des S-chweigens. Nnchiin versank iu eine nach denikkiche StiniNi-N'Ng. — Hm, diese K-irrder. Der ältere verstieß -mich, der jüngere ist gestorben und ntcm Weib ist auch dahi-ll.Ihr meint, daß ich mich da noch mn etivas kü-mntern konnte? Allein, wie der Finger .... Und für wen? Dieser jüngere, was für ein Kind war er? Skoch eine Prüsntt-g llnd er wäre 9i-ab.bi geworden. So jlmg, gekehrt und g-lt-i .... Manchlnak sa-gte ich ihm, Mekech, laß die Bücher, schallwie dll bla-ß bist ll-lid -schw-äch und er — Vater, sagt er, ich -kann llicht leben, ohne Lerllen. — Sl-ls ich ihn anßhMlte, sah ich den Himlnek. Vater, sagte er hänfig, -Joses hat dich verstoßen, aber ich werde dich nicht verlassen. Nicht dich Ml-d all-ch rricht mein armes Bvlik — -dieses arme verachtete Volk, das zwei Jahrtallsen-de -ll-mherirrt. Und als er starb, sagte er: Es ist mir li-ichr leid, daß j-ch -von dieser Welt gehe — dies er- -ro-artet einen jederr —- -alber -weh tut es mir, daß es hier an der Brrrst «so unaat.fOürticö rragt. — O Mekech, Melech .... Und kmnmen lvird der Winter nrrd der Friih- Ung wird einzieh-en, aber dir kornmst nie rvieder. Melech, Melech, meine teure Hoffnung, mein süßes Kklld. Er verbarg 'sein Haupt in den Knierr und zitterte, wie Espenkaub. Ter Ban-e-r seufzte. Der -Greis erhob sich ivn*J> flüsterte, wie ans , einem schweren Trauane.! — A-Nf seinem- Grabsteinließ ich einen Balmn anshan'en, mit einem gebrochenen Wipfel. Ja, ja-, er sollte scholl erbkühen, aberein Sttl-rm kam llnd klri-ckte das jnn-ge Bäll-m-cherr. — 6ttlbt Ellch doch nicht denl Schlnerze hin, es ist ja Gottes Wille. - — Aj, -Lesz, -die'ser Kiu-llltner — das ist das i Licht und die Wärme im Frost nnd Finsterrlks. Das Leben lilld der Gram ka-nll nicht vergesse)l werde u. — Wie leicht das Glück bricht .... — Hlll, das Glück bricht, aber!bei Gott bede.l-iet viel, ivenn der Aiensch nicht bricht. Ich hatte für mirO n-ud auch für oilien ilieibennielrschen, letzt aber habe ich nicht einma-l etlvas für mich.?tn, ivas tarn V Gott gedankt auch dafür. Was brauche ich? Die Scha-lkfel L-ehlll lvird nrir auch ein Frem-dev llachiverfen. In nliseren Bücher»; ist geschrieben: Deine gutelr Ta-lenrverden dir - vorallge-heil, was dll Gu-t-es getan, ivivd dich vonk Tode erlöse»l. Ja — ja llicht uilnsoll-st sind diese W'l-lte an-f -denl schivarz-en Bah-rluch-e geschrieben, »vvnlit inan -die Dolen bedeckt. Wennder -Btensch nichts Gnteö getarl hat, ist er kein- Mensch nlld ve-ldiellt nicht z»l leben . . . —- Und vielleicht lvnrdet Ihr, dtnchinl, eklvas zubeißetl? Wartet, ich werde den Arendar rufen. - — Nein, lieirl, ich danke, ich bill llicht V««6lib8r I «•«•erd loht! Geruchlos I 2S£9tä3L Pollenz echte Reform-Schwcissbl aller sind die ligslen UMI erbflltl

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