Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 53 (24.7.1906)
- Date
- 1906-07-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 63 Nationalzeitung Seite 3 Vorsta-n'd-e im Storozynetz itnö bei Herrn G'fj. W!a'lbman-n, Storvzynetz, erhältlich. Deutsches Reich. Berlin. (Jüibische Studentinnen.1 Die Angjalh'l der «weiblichen Strndieve>n>den am «der 'hiesigen Uniijoorsitiät im lrnu'sen'dern So'minbür'semesier, beträgt insgesamt 392, darunter 80 muß Rußland. Von diesen 392 weiblichen Studierenden sind 112 JMrinen. D'ie «Anzahl der >j>üidischon Studentinnein beträgt somit säst 3» Prozent. Jüdische Spenden für einen Kirchenban. Ans Hamburg wird uns geischrisbent Für 'den rascherem Wiederäu'sbäll der abgebrannten Mtchaelis- «kircho zeigt sich auch bei den h iesigen J u den große Deiluahme. Der Kanfmann Lev iso hn erklärte bei seiner Spe-n'de, däß die älte Michaeltskirche ein W/ahrlzetchen der Toleranz gewesen sei, denn in früherer Zeit sei die Ansiedlung von Juden um die Kirche gedu'kd'üt worden, deshalb trügen die Judengern . ä'U«m Wiederäuisbäu der Kirche bei. Rodenberg sHe^sseni-Nässäu.) Hier wurde anMßkich seines 75. Geburtstages eine Ge>den'ktalfeil fiür dem D«ich'te:r IJMus Raidenberg (Julius Levi), dem beikännten Hera>usgeb>er der „Deutschen N'und>scha/lli", feierlichst enchlüllt. Ju-kius Rodenbevg ist 'seiner «Baiterstadt R0den'berg> größter Sohn und hat die« «Beziehungen z>n seiner Vaterstädt, irr der er die erste Jugendzeit verlebte, stets gepflegt. Potsdam. Seinen M. Geburtstag bei geistiger und körperlicher Frische feierte äm 10. d. der Banlkicr Säur. Zielenziger. In seiner frühesten Juigenld mit seinen Eltern von Arneberg a. E. ntach Potsbalnr n'bergesiedelt, begründete er dort vor nünmehr 54 Jahren ein Banikgeischaft, das bäld durch 'seine hernorvägende>u -persönlichen Eigenschaften zu hohen, Anlfchengelänlgte. 1688 errichtete er in- Berlin und 1898 in- «Essen Zweiggeschäfte, die gleichfalls iU «Blütesichen. An den Älngeilegenheiten der jüdischem Ge>meiN!de njahm er stets lebhaften« Anteil; Jahrzehnte hindurch war er Vorsitzender der Repräsentanten. Rußland. Petersburg. (Herztseier.) A'm> Todestage HüqM fand in der Hiesigen «Chor.synagoge ein Trauergottesdienst statt. Die große, schwarz drapierte: 'Synagoge konnte nicht, alle Menschen fassen, welche gekommen waren, das Andenken des großen' Zioniisteinisührers ,z,u ehren. Die- Has- >kara!h nnb dos El Mole Na-chaimim trug Oberkantor Gnsmann in meisterhafter -Weise vor. Hievau-f hielt der' DlUlnadeputierte Rabbiner Dr. S. Lew irr aus Wilna die Trauerrede, «welche ans die Anwesenden mächtigen Eindruck 'übte. T'liin'n sprach der Dinmadcpttt-i-evte Ja c ob s o-'h n, welcher u. a. auch der Opfer von- «Bi'a'ly'stbk in hc'rizergveisen'der «W,ei'se gedachte. Zum, Schlüsse wurde znm Tln'denlken an die Märtyrer russischer Barbarei ein besonderes Gebet verrichtet. Petersburg. In den Mlleüorien an- 'der -finuiländischeu Bahn inder nächsten Nähe von Petersburg liefen in -denletzten Tagen Ge-rliichte vorn 'bevorstehende n Jndenhetzen ein. Tie Gerüchte riefen große Beunruhigung hervor. Der „Virsschewisa Mged-onrosti^ zufolge hat gestern eine Massen,flucht von Juden ans Schnlwalo-wo und Qse-rki nach Petersburgb-eg'onnen. Heute blieben viele Sommerfrischler in den genannten Bi-lle'nort'V'--gNrück, -um ihre Frauen. und Kin'der nicht Mein zu lassen. Petersburg. (JourUalistisches.) Däs -in russischer Sprache gehaltene jüdische Wochenblatt „Woschod" 'hat -mit -dem 1. Juli -a. St. -zu erscheinen ausgeihört. Wie die Redaktion in ihrer letzten Nummer an'knn'digt, wird der ^,Wo>schod" von, 1. September -d. I. an-gesangen als Tagblatt erscheinen-. Petersburg. Das Blatt „Rjetsch" meldet ans Wilna-: Der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung von Wilna, für die durch, das Massaker in Bialystol Geschädigten' tausend Rubel zu spenden-, wu,rde vom Gou'verneur -von Wilnanicht bestätigt. Bralystok. (ZliliAwandevun'g 'jüdischer Fabrikanten.) Zwölf südilsche Fabrikanten haben infolge der letzten E're-ig-nisse ihre hiesigen- Fabriken geschlossen. Sie werden nach durchgesührter Liquidierung ihrer Unternehmungen nach Pa-läst i n a allswandern, woselbst sie solche Fabriken km errich'ten beabsichtigen, wie sie sie in Bialystok besessen haben. Amerika. New Aork. Trotzde'm er erst vor einigen Jahren aus Oesterreich eingewauöert war, hat -der plötzliche Tod Rabbi Ehalji-m Kätz, gena-nint Rabbi Ghajim der Gute, eine große Bücke in 'dem East End->D!istrikt Ridge street, dem bevölkertsten der Welt, gerissen. Rabbi Chajim, der i'u -den -wenigen! Jahren seines hiesigen Wirkens eilte Synag0gen!gemeinde und eine Dalmndschiul-e -gründete, verstand es, sich jeden, Mit dem er bei seiner unermüdlichen Tätigkeit in Be-rü'hru'ng kam, z'um Freunde! zumachen. Montreal. (Verschärfte SonntagArulhe.) Das kanadische Parlament hat ein- Gesetz a-ngenom-men, durch das die Besch.rän«knngen« der ge's-chäftlichen Tätigkeit am Sonntag kbe'dentend vermehirt 'worden sind. Die jüdische Bevölkerung 'wird ä,ußevst schwer dadurch betroffen. Das Ossenihaltender Läden «war auch bisher sch'on' verboten. Es war jedoch gestattet, kl den. Bareaux und- «Wer-kstätiein hinter verschlossenen Türen zu arbeiten-. Dies ist nach dein neuen Gesetz nicht -mehr z-lMssig. Es sprach w>oM eille jüdische Deputation bei dem Premier-minist-er, Sir Wölfr-ieid Laurie'r, und dern Justiz-minister vor, und bat um die Einsestzung einer, besonjdererr Ko-MtniMiols zur Beratu-ng eines AmeN'dements, wolla'ch es deujenigen, die den Sabbat'h heiligen, ertaubt sei, wie bisher hinter verschlossenen Düren« und >so, daß niema'tld irr seiner Sonntagsruhe dadurch ge'stört wird, ihrer Arbeit -obz-uliegen. Sir Wilfried Lau-, vier erkannte die Berechtigung dicjses Wunlsches an, und es wu-rde zur Prüfung der «Dache eine Kommission eillgelsetzt, die nach eingehender Untersuchung die Annahme des 'Zlim>ende'm'c!nts beschloß. Dias P'leNu'm d-es Parlaments hat jedoch diesem Beschluß feilte Bestätigung versagt, und -der Vorlage inunveränderter Form endgültig gugesiimMk. -Bes'on'ders h'art 'werden -die, Kvn-fe'klionSge's-chäste«, in denen- 7000 jüdische Hände — die Mehrzahl in 'der Hauptstadt — beschäftigt sind, unter demneuen- Geisetz z-u leiden haben. Frankreich. Die D-reyfus-Affäre und der Batckan. Die vollständige Reihabt-litiernng Drey-fns' ist nach einer Mitteilung des römiischen Berichterstatters des „TerNps" im Vatikan mit, unverhohlener Freulde a-nsgenv'mmen worden. Ein hochstehen'der «Prälat äußerte dem Korrespondenten -gegenüber, es sei sehr z-u- 'bedauern, daß die französischen Kathvliken uud Konservativen« sich an dem gegen Dreysus «verübten- Werke der Ungerechtig«keit s-o eifrig beteiligt hätten. „DeNkt der hohe Klerus in Rom ebrnlso?" fragte- «der «Berlchte>rstat-ter, w«oran«s der Prälat, antwortete: „Ganz gelwiß, und darnm ist das Endnrterl des- Ka,ssatio«nsh«o>feSeine währe Erleichterung für uns -gewesen. Wenn der französiische Kler«us die Sa-ch-eanders a-ll,sä«he, täte er -wahrlich unrecht. Tenn wennwir die Vertreter eines Gottes der Li-c«b«e., B-armherz>i-g«keit und der Verzeihung sind, so sind -wi-ri aNch die Vertreter eines «Gottes, der die Gerechtigkeit selbst ist. Es ist daher für -uns von größter Wichtigkeit, daß wir in diese,r Sache aus der Seite -des Rechtes -und 'der Ger-c-chtig'keit stehen." Palästina. Jaffa. -('Koloni-albank.) Herr Le-w-ontin, Dire«ktor der h«ie!sige-n> «Filiale der ,J>üd-ischen- Kol-oniallban'k", ist nach Beir-uth gefahren-, um d-ort eine Filiale der Ko«lonialban!k zu eröffnen-. „Palästina-Jlldnstriegesellschaft". Unter diesem Titel hat sich in Jaffa eine neue Gesellschaft gegründLt, deren Zweck es ist, die «Fab-rikation un'd Jndulstrie in -Palästin-a, nnld Nachbarländern- «zu belebeil und z-u fördern, und aiußerde«nr den Verkauif pa-lüstinenlsischer .PrbdNkte -in 'Palästina s-oiwoihl wie im A-nslande zu propagieren. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 4000 Pfund -Sterling, a-usgeteilt in 160 A'nteilen zu je 25 Pfund. D-ie Gesellschaft -wirddemnäch'st ihre Tüti-g'keit aus der ganzen Linie beg-in'nen. Die Statuten, we>lch-e -den. englischen- Gesetzen angepaßt sind, wurden vom Vizekon'sul in Jaffa bereits bestätigt. Nach- -dev mit allgemeiner' Evheib'unig^ a«u«fgenüiMmenien« Rede sang her Sän>g«erchp'r unter Mu'sikbog'leitnlng .bie östeoveichiische, von« Dr. Letter«isins Hebräische übersetzte Vol-ks-hymn-e, div, in« Prach.iicx-einpla.-reng-ehrnckt, während bes Gesang es vertei l t Wund e. Esmachte einen« eigentüin'lichen Eindruck, in der uralten, heiligen Stadt ein deniösterirei-chi-schen Natio-nalgemüt entsprungenes Lied in der Sprache der Psailmen zu ver«nchmien. Der Rednicr wendete sichhieranf an den k. k. österreichischen Ko-nisnl nnid einpfaihl die Anistalt seinem, ferneroni Wohlwollen«, seinem Schutz und der treten. Anfsi-cht und Sorge des leitenden Schukkom'itees, welches aus drei a«us der Mi'tte des hohengeistlichen- Kollegiums von, Jerusalem gewählten Rabbinen, den Herren« Chasa-n, Mesrichas nnid Panagel nick den, Herren Med- Doktoren Frankel und Nenmann zusammengescht ist; j>e«ner der Arzt des Montefioiveschen- „Dispcn-satory", dieser Direktor des Nothschildschen Hospitals in Jerusalem.. Der Redner fuhr fort : „Nicht lange ist esher, -daß der Mund Abdnl M-eschi-ds die Gleichberechtigung aller seinev Untertanen ausspmch und so den Jicken auch -das lang versagte Menschen- und staatliche Recht wiedergab. „-Schulen, Grzich>luig, Bildung, Kultur" sind jetzt Losungsworte ans -einem« Gebiete, wo man sie seit vier Jahrhund-erten. kaum vernommen hat. Vor wenigen Monden erging der Befchl an alle Rabbinen des weithin gedehnten türkischen Reiches-, Schnleu zrl errichten. Ich fühle m-ichi glücklich, der U-ebevbringer, der Bote einer Lehranstalt, dev ersten zu« sein, die seit 'dem Besohle des Givosiherrn gegründet wird. Heil A-bdnl M-eschid!" Der Sängorchor sa-n>g h,iera-us einen hebräisch gedichtet-en Segen«, welcher der türkischen Bolksh-ymn«e, der sogenannten' „Ämba", an-gepaßt wa>r und der ebensa-lls« inzahlreichen Exemplaren -verteilt Wurde. Ein Prachjtexempla'v milk einer türkilschen Ueberschu'Ng wurde Sr. Exzellenz dem Pa-jcha Kiami-l mit der Bitte überreicht, dasselbe Sr. Majestä't dem Sultan zusenden, zu wollen«, was an«f die freundlichste Weise zugesagt wurde. Nun folgte das Gebet znni Andenken' für Verstorbene: für Hevr-n Snnon Edlen v. Läm«ol und den drrrch seine testamentarischen' wohltätigen, Verfügungen berühmten Itordameri«- kanior Turos. Dieser fromnten Gedächtnisfeier, welche von der ganzen« Versa>m>m'lu«ng aufrecht stchend vevno'mmen« wurde, folgten die „Misch'ebemch" (Sogensspräche) für Frau Elise von Herz-Lämel, für «die Herren Vertreter der Kultusgemeinde in Wien, als Kuratoren, für die Vorsteher und Rabbinen Jerusalems, für Montefiove, Rothschild, Albert Cohn, für das loltende Schulkomitee, für d-ie Lehrer und Zöglinge. D>or' Chor schloß, hierauf mit dem- 126. Psalm: „So G!ott wieder h'erstcllen wird« das verbannte Zion." Die wahrhaft erhebende Feier, wie eine gleiche kaum« in Jerusalem noch begangen' worden! ist, hatte durch« den Boden auf dem und -die U-ing-ebrmg, tu, dev si«e stattfan«d> einen «eigentümlichen, wehmütigen, und ergrei-fonden Charakter angeniom-men. Nachdem, die anwesenden- Kon'fnln Herrn Dr. L. A. Frankl zu dem« -erfreulichen Gelingen seiner Mi-ssioni ihren herzlichen! Glückwunsch dargebracht und ihn ersuchthatten!, der Dölnretsch ihrer Gefühle und Anerkennung bei der „großherzigen," Stifterin Zu« sein-, wurde die Bovsamm-'lun'g im. festlich geschmückten Sipeiso^- s'a«a,l der Anstalt, nach orien«talischor Sitte mit Erfrischungen bewirtet, wobei die glänzen«d>en WeilMschenke, zu-ineist aus Wien: für die Austalt gesendet, bewu«ndernd« in Angen,schein ge- -n«oln>mien' wniden«. Am darauffolgenden« Sabbat fand nach der inder heiligen Sta>dt üblichen, uralten flammen Weise der erste Gottesdienst unter der Leitung und Nkitwirkung der obeir geimnnton« Kom-i-toe- und Synhedrion-Mitglioder der Gvoßgelnein«de von Jern«salem statt, bei deni sich auch eine große Anzahl von Gem«eindemitglisdern und Fvonunm eingefnlcken hatte. s. WiM, I, Hther Markt Nr. 8 Ata») te ZoMtntm 4er Stadt. ♦ Petrol-Jtaargeist. aer Haarwurseln, zur B* Ein bervorraaendee Mittel zur Stürke de» Haarbodene und _, Beieitifung der SehiippeobtldUMl ■ourie sur Erhaltung und Herstellung dee Uaarwuebeel. Preis I Fhiohe Z Krenen.