Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 53 (24.7.1906)
- Date
- 1906-07-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Ratronal-ekung Nr. bö Prager Brief. Geehrter Herr Redakteur! Auf Grund Ses § 19 des Preßgesttzes ersuche ich um Veröffentlich na Wehender Be richtigung: Es ist unwahr, daß i ch irr der am 6. Mai 1906 stattgefundenen Versammlung der „Poale-Zion" behauptete, daß ich mit Professor Masnrpk über den Zionismus gesprochen habe. Wahr ist vielmehr, 'daß. ich die in Rede stehende Aeußerung des Prof. Masaryk, welche ich indirekt erfuhr, auch als solche in der erwähnten Versammlung, bezeichnet habe. Ich weise daher die Anschuldigung, dreist gelogen zu haben«, entschieden zurück. Für die Veröffentlichung dieser Zeilen dankt bestens Dr. Otakar Guth. Das jüdische Problem. Unter diesem Titel veröffentlicht die jüngste Nummer der „Welt" das nachstehende offizielle C o m m, u n i q u e: Als eine Folge der Rede des Herrn Ose. S. Straus bei den „Maccabaeans" wurde am Sonntag den 15. ds. eine Konferenz im Lavoy- Hiotel in London unten dem Vorsitze des! Herrn Straus abgehalton, um zu beraten, ob nicht ein Plan zu finden sei, dem die zu den führenden Organisationen in Beziehung stehenden Persönlichkeiten« ihre Unterstützung geben könnten. Folgende Herren waren anwesend : Elkan Adler, H. Bentwich, Rt. $oni. Arthur Cohen, K. C. Joseph' Cowen, L. I. Grembergs Jacdbu& Kdnni-Haag, H. M. Kisch', C. L«. I. Element, I. Salaman, M. H. Spielmann, Carl Stettauer, Lucren Wolf, D. Wolfffohn- Köln und I. Zangwill. Einladungen Wauen außerdem ergangen an dm Chief Rabbi und die Herren Leonard Cohen, H. G. Lousada und I. Seligman, die sämtlich schrieben hatten', daß anderweitige Verpflichtungen' ihnen« nicht gestatteten, zu« erscheinen. Sir' Samnel Montagu und ein oder zwei andere Herren, an, die man« mündlich herangetwten war, hatten abgelehnt, an» der Kloinfcrenz teilzunehmen'. Tie folgenden Resolutionen wurden eingebracht: 1. Vorgeschlagen, von Rt. Han. Arthur Cohen, K. C-, und unterstützt von L. I. Greenberg: „Da mit Rücksicht auf die gedrückte Lage dP jüdischen- Volkes in Rußland und anderswo und infolge der zunehmenden« Beschränkung in der Zulassung der Einwanderung nach den« Vereinigten^ Staaten und anderen' Ländern es mehr und mehr erforderlich« wird, daß eine Eirweitorung der Kolonisation für die unterdrückten Angehörigen« unseres' Volkes vorgesehen wird, und da, es von der allergrößten« praktischen« Bedeutung ist, daß ein allgemeines Einverständnis unter den Juden in dieser Hinsicht erzielt wird, wird' festgestellt, daß wir darin einig sind, einen -großzügigen« Kolonist!- t i o n s p l a n v o r z u b e r e i t e n, z u u n t e r st ützen« u n«d z u für d e r n>." 2. Vorgeschlagen von Lucion« Wolf und unterstützt von Elkan Adler: „In Hinsicht auf die Grüudung einer solchen Kolonie soll der Plan derart gestaltet sein, daß er für die Kolonie die eventuelle lokale Selbstve'gierung verbürgt." Diese beiden Resolutionen wurden« von allen anwesendeni Herren« mit Ausnahme der Herren Stettauer und Bentwich angenomimien. Herr Stettauer stimmte für keine von« beiden und Herr Bentwich enthielt sich bei Nr. 1 der Abstimmung und stimmte gegen Nr. 2. 3. Herr M. H. Spielman soll ermächtigt werden, eine neue Versammlung einznbemfen zum Zwecke weiterer Besprechungen, wann immer er es für nötig erachtete, wobei unter anderem die folgenden Resolutionen zu beraten sind, welche diesmal eingebracht, aber nicht zur Abstimmung gestellt wurden: a) Vorgeschlagen von D. Wolffsohn und unterstützt von Elkan« Adler: „Daß der la&ett erwähnte Kolonifations? plan in erster Linie« Palästina« und die .Nachbarländer in Betracht ziehen solle." b) Eingebracht von« I. Zangwill und unterstützt von Lu eien Wolf: „Ta«ß diese Versammlung jeden Plan zur Ausführung der Resolutionen 1 und 2 beraten solle, ohne Palästina und die Nachbarländer auszuschließen'." Die allgemeine Wichtigkeit dieser Beratung steht filr jedermann, der die Vorgänge in den großen jüdischen Organisationen wählend der letzten drei Jahve genau verfolgt hat, außer Zweifel. Besonders erfreulich, jedoch sind die Resolutionen C o h e n - G r e e n b e r g und W o l f - A d l er. Sie sind ein Beweis dafür, daß die führenden'- Zionisten denn« doch zur Ucberzeugung komnren, daß das territorialistische Problem Zangwills ernst erwogen werden muß. Ebenso erfreulich' und bedeutungsvoll ist die der nächsten Versammlung, vorzulegende Resolution von Z a n g w i l l - W o« l f, wonach Palästina und Nachbarländer ebenfalls in die Beratungen über einengroßzügigen Klolonisationsplan einbezogen. werden sollen. Hierdurch, sowie durch, die Tatsache, daß mit Anna hure der Resolution Wolf-Adler die Notwendigkeit einer nationalen Selbstverwaltung auf dem zu ern>erbendcn Kolonisationsterntorium auch von Dr. Zangwill unzweideutig anerkannt wurde, erscheinen« alle von« Gegnern Zangwills vorgebrachten Einwendungen', daß der Torritorialismus sich gegen die nationale Selbstverwaltung und gegen Palästina, überhaupt wende, aufs glänzendste widerlegt. Nach neuester Methode mittels Staubsaug-Apparat übernimmt die Reinigung von Teppichen, Draperien u. Polster- Möbeln an Ort und Stelle, rasch, vollkommen und zu mä*sieen Preisen, sowie alle sonstigen Reinigungsarbeiten in Wohnnngea und Geschäftslokalen, als Putzen der Fenster, Reiben, Einiassen und BUrsten der Fussböden etc. die I. Wr. Reinigung»-Anstalt „LA GENERALE« I., Dorotheergasse Nr. 7. Telephon 5330. Klischees (Holzschnitte) Xylographische Anstalt Julius Johann Aalcher WIEN, IV. 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