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Nationalzeitung · 1906-07-20 · Heft 52 (20.7.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 52 (20.7.1906)
Date
1906-07-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 52 Nettiimalzeitung Seite 3 Gicfiiljfc entsprang auch das Wort Oskar M a rm o r c k s bei der großen, Trauevfeier für Herzl, Laß lrir bei jedem Schritte, den wir unlern-chiiieii, uns erst fragen müßten: „Mas w ü r d e H e r z l d a z u f a g e n?" Erst lven-n sich in Oesterreich ein autoritativer, vorurteilsloser Historrker finden wird, der den Mut aufbringt, den, für mich feststehenden Beweis zu er'briiMir, daß Herzt diejenige Entwicklung des Zionisnnis, lvelche sich im Territorialisinus äußerst, selbst angestre'bt hat, und daß der vorzeitige T o d H e r z l K niemandem das Riecht ein räumt, dem l e b e n den H e r z l einen starren,, die blutige G-egenwarts geschickte nuferes Volkes mißachtenden-, in Sehnsuchk verschinnchten'den Zionismus zuzumutcn, — erst dann wird die sicherlich' unangebrachte Scheu vor dem Grabe auf dein! Döblinger Friedhöfe Weichen, weil aus deinuns allem heilig,cn Grabe eine andere Antwort in unser Herz hineintönen wird, als wir sie setzt zu. hören, vermeinen. Dieses Pi-etätsge-fühl ist jedochmir ein, — undkeineswegs an'sschlaggeb-cnDer Grund« da-- für, daß der Territorialismus in- Oesterreich no-ch^ nicht die Gestalt «cin-cr festg-eftigt-en, Organisation angenommen hat. Die wichtigere Mache liegt in. den' österreichischen Verhältnissen, in der! österreichischen Luft. Auf österreichischiem- Boden, gedeiht im, allgcm-einien kein freier, fortsckrittlicher Gedanke. Ern jede freiere Regung tötend c'r Doktrinarismus macht jedesfruchtbare geistigerrnd politische Loben' von, vornherein unmöglich,. „Undiure es sich ckristett, so jüdelt es sich" anch in, Oesterreick. Am meisten' von, bi'cfcr -morbus vienn>cnsis angekränkelt ist, jedoch die z i o n i st i s ch e Oraanisaiion Oeste-rreichs. Nicht nach dem- Samiw lungsprin'zipe, sondernmit a-nsschließenden Machtwortcn, wird' da regiert. Sic volo sie vubeo-! ist die Devise desjeweiligen Pg-rteibauvtes. rrndwirdals erlies und heiligstes f*-cbot der Parteidisziplin ansgegeben. und wer sich dagegen versündigt, ist ein- — Feind. Selbst -wenn mansichim. zionistischen^ Lager Oesterreichsm einem, Vorlvärts'st'ih-rend-cn Schritte, aufrafft, so -geschieht -dies nicht aus eineminneren- Entwicklnngsdrange heraus, sondern a-edrängt rmd gezwu-ngerr dnrch die ni-chtzionistiscke Umaebu-ng rrnd -geschieht mit jener Aengstlickke-it. welche, zur Erklusivität führt. Uu,d diese ewige Ang-st vor Mesalliancen muß natnfra-emäß zun llnfriicktbaikeit, zur Stagmation sübren. Ini volikischen- Leben gibt es keinen Jickns, anch dagibt es n-irr Naturnotwendigkeiten .... Diese Erscheinungen: sind die Ursache, -daß in Oesterreich -der Terri'-torialismns' nochnicht eine Sammlung seiner Anhänger zueiner Körperschaft vermocht hat und ihnen wird esauch - cilvit sein, daß eine territonalistiscke Organisation Die Schwächung des Zionismus bedeuten wird. David Wolfsol,« und Dr. Mord a« öder ' di« nächsten Ziele de» Aioqi«m«,». Am 1. Juli fand ini Tannersville die neunte Jahreskonfereuz -Der amerikanischen Zionisten statt, auf welcher anch je ein.- BegrMungsfchreiben des Präsidenten, des zionistischen! Akti-onskomitees, David- W o l f s o h> n. und Dr. Max Po-r d a ns zu Vorlesung kamen/ Diese Zuschriften, dieser beidenzivwiftifchien: Führer enthatten so wichtige prinzipielle Äeußerun-gen, daß sie geeignet sind, das Interesse weiterer Kreise wachzurufeu. David Wolfsohn schreibt u. a.: Nach den Meinu-ngsverschiedeuh-eiten, welche in: den letzten Jahren in unserer Partei geherrscht und. undunserer Bewegung sehr nachträglich lvareu, beginnt mmmehr der Friede in unsere Reihen einzuziehen. Die Führer Der Patei bleiben bc'ni Kü-ngreßb-eschl'üissen treu. Unsere B e - w e g u n g lv i x ib o u ch i n. Z uk u nf i vor alle in e i ne n. a ch j e dc r R i ch t un g h in p o l i t i s ch> e Be -w e g u' n g b l e i - b e n> und wird, so lange ichdie Ehre Haben werde, an der Spitze der gegenwärtigen. Parteileitung zn stehen, n iem-als z u e i n e r kleine n> K o- -l oi n i s a t r o n- A be w e guing (into a small eo-lo-n-ization mouvemient) kcrabsinken.. Unsere politischen Bemühu-ngeN- 'Nih-en keinen, Moünent-, undobgleich wir noch, nicht in der Lage sind, auf irgend einen politischen Erfolg hinzu weisen, somüssen- Wir doch gcwapvn-et sein' für den Zlu-genblick, da d-er Erfol-g koimtmen, wird. An-drerse-its. wurde nufere Pa'lästinaarbeit, lvelche noch, vor dem Dod-e unseres unvergeßlichen- Führers, Hcrzl, in, Anigriff genommen lvu-rde, keinen Augeub'lick vern-a-Hlässi-gt. Unsere Arbeit in- Palästina, b-ez>weckt Zunächst 'die Untorstützung- und Förderu-ng, unserer po-litisch,en, Täti-g-keit-, und' w-i-rd', sobalddie letztere ausgereift, einen poMschon. Erfolg zeitigen., sich als sehr lvertvoll erweisen. Auf Diesen -beiden G'rundprinzipieu wird auch in, Znkrinft die Tätigkeit der Parteil-eitri-Ngj beruhen. Pflicht einesjeden- Zionisten aber ist es, den Führern seine Unterstützung zuverleihen, nnd durch unermüdliche Arbeit sowie strikte Dis z i p l i n, die B'ewegnng immer m,elsti zu stärken." Ter Brief Tr. Nord aus ist vom 20. Juni datiert und lautet : Das- Judentum lebt jetzt vielleicht d-ie kritischeste Stundeseiner Geschichte in der Zerstreuung, durch. Der Zionismus, obgleich moralisch groß und mächtig,, ist — nicht aus unserem Verschulden, sondernzufolge des JUdiffereistisnrus der großen Masse — materiell noch zu schwach, um den Millionen bedrohten Jll-d-c-n, unmittetbair praktische Hiffe zu bieten. Nichtsdestowenig-e hat er große Aufgaben, zu lösen; er muß ein Ideal erhalten-, das berufen' ist, die gegenwärtige Krise zu überdauern,, und hat die Pflicht, -ei-nem verläßlich^' Kompaß, aleichi, unv-er'rückbar jene Richt-uug an-z-ugeben', welche unsere nationale- Entwicklung zu nehme'n, hat. Wir sind es unserer Zukunft-' schuldig, nicht zu-zulafseu, daß der Zionismus sich verflüchtige. Unsere nächste Arbeit muß jedoch dgirin, best-ehicn, daß wir uns nnsere'r unglücklichen! Brüder annehmen-, sie beisammen! haitten, ihnen in ihrer verzweifelten Lage Trost spenden! und sie enn-utigeu, auch, in, ihrer weiten' Nnrgcbun-g Zionisten zu bleiben. Jiu Pa-lästi,na müssen wir unsvorläufig! auf das, Studium, des- Landes- und' seiner Verhältnisse, auf di-o Organifieruing der eingebo-ren>en jüdischen! Bevölkerung und auf di-e Schaffung von- E'rzi-ehun-gsanstalten beschräitken, wie wir fie int „Bezalel", int Kindergarten und Schulen in Jaffa und Safed besitzen,. Vo'r allem, anderen' aber müsseni wir unsere Bewegung, ih're ständigen- O'rgnne und Aktionsmiitte-l erhalten! undkräftigen!, da n-u-v eine kräfti-g-c und reiche z-ionisti-schlc! Opganisakion^ die Hoffnung hegenkann,, das Ziel zu erreickseu, d'om sic ih^ro Eutstchung, verdlankt. Ich verbleibe mit zionistischien, G-vüßeit Tr. M. N o r d a u-." Epilog tu den Gemeindeausschntz- ” ” Wahlen. ’ Ung.-Hradisch, im Juli 1906. 31 nt 25. uNd 26. Juni d. I. fanden rn Ung.- Hradisch -d-ie -Wab-lsn in die Gente-ln-devertretung statt. Zwei' Parteien rangen um die Alacht, die herrschcnde- Beamten- oder Jntelli-gen'z,pa-rtei und die Viirgernartei, der 6'e;i den> Waitzlen int Jatzr-e 190:1 das -Heft aus den Hünideu en-ttvirniden wurde. Die Aa-hkeii endeten- -mit e-inem> durchschtagenden Ersv'l-ge der Bnrg-orpa-rtei, den- 3. nnd 1. Wlahlkörger hat die Bürgerpartei zur «G-äirziewiedererobert, in dem -u'n-angefochtenen 2. Wahttörper werden von den gewählten, 10 dlnAschußumunern nnd-5 Ersatzmännern beitu -Neber-ga-nge der Macht an die Bürgerpartei, sicherlich ‘3—4 Zlusschußrnänner nnd 2 Ersatzmänner zur Mirgerpartei übertreten. Im nachfolgenden s-vll das Ergebnis dieser steherN', sondern mir von eiuzelu-eu. jüdischen „Derwischen!" ausgegaiiigeu ist. Wir führen der K-uriosität wegen -au: Au-freizeud geschriebeue atioiiyme Plakate gegen d-ie Anstalt a-n den Häusern, der angesehensten Chachamiiu, nächtlicher Aufruf -einzelner berauschter Schwäriuer: .etlagelieiD'er a iistimmen-!, endlich die Lluffoirderung, zweier R-eligi-onsberseirker, sich, au dar W-estmauer Des Tempelszu vo-rsaMfmelit undum Abhilfe der „Gvseve" zu beten. Tinge und- Szeueu-, lvie sie der edle, aufopfernd-e Moutefiore, «der begeistert: tätige Alb. Eohu erlebten und' evduldeu, imißteii!. Mrkl'ich kamen 4—-5 Jud-ipidnen dahi-u und störteii! durch, ihr erzessives Bmehnreit die Andacht vieler, Ha mentl ich jüdischer P ilger ans Alepvo. Tie Situatio-lt dürfte cum besten -durch folgende a-n die Vorsteher dör „Aschkeiiasiin," gerichtete Zuschrift desk. k. ö-st-erreichifcheit'Kbnfuls gezeichnet erschlcliiteu; sie lautet wörtlich >vie folgt: „Es ist wir die nuliebsame Mitteiln-iig vielseitig, zugekommen, Daß eiuzelite Jndivi'du.eu ihrer Geiueinde gegeu. di-evon- Frau Elise von> Herz-Läutel gestift-ej-e'A-nstast fi'ir Jerusalem undgegen Herrn, Tr. L. A. Frankl Opposition machen. Weit en-tfernt, Ihnen zumuteu zu! wo-lkeu, lvas> Sie gegen Ihre religiöse lleberzerigtiug hall-eu, mache ich Sie für jede lluaustäudigkeit, für jede wie: i-miuer geartete Demonstration vera-ntwo-rtlich, und nachdem! die Anstalt! unter den -allerhöchsten- Schutz Sr. Maf-estä-t des Kaisers vo-u -Oesterreich gestellt ist und die k. k. Regierunigdie Ausfüh-rung loill, werde ichjede Oppö-sitiwi! gegen' d-ie Anstalt, jede etwabeabsichtigte Beleidigung des Mannes, der fie auszuführeu gekommenist, nachdem strengen Wortlaute des Gesetzes ahndeu. Ich hoffe nud wüufche, -daß Sie mich nicht ini die un-aiügeneh'iue Lage bringen lv-erideu, d-ie-se meine besti-mmte und gemessene! Pflichtin 3l-us-führung bringenz-u> müssen. Jerusalem, 12. Juni 1860. ' Ptizzomaiio." M-ehvere Tage darauf, erfloß folgendes Belobu-ngsdekvet: „Se. Exzellenz der Paschavo-n Jierufalem! an den, Ch-acham Bafchider G-roßg-emeinide. Ich habe verno-mmen, daß ein Ungehöriger d-es Ka,isertn!ms> Oesterreich, ein Ausgezeicknetev der häbrätschen .Nation, H,err Du H. A. Fm-n-kl, im Jerufalein angeikom^ men ist, umeine Unierricht-sanstalt zn begründen, in lvelcher Religio-iß Wissenschaft mid Moral gelehrt lverdensollen. Jch freue mich sehr, solches zu vernehmeu,, und daß sich sosehr der Wunsch und Befehl unseres großmächtigsten' Herrn-, des Padischabs, Schulen zu errichten, erfüllt. Nimm dies zur 'augenehuie-it^Wifseuschaft und- Gott mö-g-e dich, in setneu schütz nehmen, und, euch alle behüten. Kiainil Pascha!." Während die hohe Behördedes Sultans der Annahme der Anstalt seitens der Großgemeinde anerkannte, lra-gten es wieder einige mfsischi-polu>ifche, berüchtigte, Individuen, am 14. Juni -die Andacht au der Westmauer des Tempelszu stören«, indem sie Protestation und den beliebten Cherem-, mit dem schon, Sir Aloses Montefiore beehrt lvnrd-e, gegen Die Anstalt aussprachen. Am -darariffolgenden Sabbaita,ge lasen zwei unmündige Leute in dev poliiisch--russischeu Synag-oge eine Schrift vor, in der sie znm Nichtbeitri-tt aufforderten. In einigen Synagogen wurde ihnen- Die Vo-rlefu-nß nicht gestattet, in d-eu vier sephardifche-ii lvu-rde sie nmü'rljch ga-v nicht versucht. Der österreichische Dnfnl, der seine Würde und- Untoxität auf diese Weistverletzt fühlte, schritt min, um« sei-uev lyolMeiueinteu! Warnung Nachdruck P1 gchen/ tatsächlich ein und' ließdie Beteiligten vorlapen-. Nachdem sich, ergeben haste, daß sie ohne Wifsew der Vorsteher aus eigenem U-ntriehe sogehandelt hatteii, wrmden sstl verhaftet. Als dies im Serai geschehen! loa r, verwendeten sich die polnisch-riussifchen Vor- (Palais Siaa) im Zentrum^der Stadt, s Hin h»rvorra«end»* Mittel *u . »- V- Stlrke des Haarmoden» und ['aalwiradln? zur Bea'eitifung der SchuppanbildnoK zur Srbaltung und ner^tfllung des.Haaruucbne». Preis I fUsche 2 Kronen.

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