Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 48 (6.7.1906)
- Date
- 1906-07-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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»r. 4-^ Nationctlzeitung Soife 5 sliikhaltlme# Nachrichten von der Wahrheit qhweichm, Mist dies durch die offiziellen Akte und diie Dementier rmg^ dos Gouvstllneu-rs Gvodno Mviesen ist- Jtffy-lWdsssstn epsuchen wir dorunil, leine bLsondeve Sitzung der Duma eni'AubeirBm, in, dev die Fmge zuimi Zweck der offiziellen Kla-vstMmg der Wahrheit zu be- Mten wäre. %U russischen Massakers und Frankreich. Paris, 4. Juli. Der Generalrat nahm •mit 41 gegeini 20 Stimmen eine Adresse an, in der der schmerzlichen, Sympathie für das russische Volk sowie dev Hoffnung Ausdruck gegeben wind, daß es die Freiheit gewinn,en werde. Die Adresse verklangt weiten, daß bei den öffentlichen Gewalten Schritte getan werden, um den Rußland entchrenden Metzeleien, deren Schmach alle zivilisierten Völker mitempfindeinj, Einhalt zu tun-. Der Präfekt erhob gegendie Adresse Einwendungen-. Rooseveltgegen dieJndeumeheleien. Präsident Roosevelt hat sich damit einverstanden -erklärt, daß eine von beiden Häusern des Kongresses gemeinsam gefaßte Resolution, in welcher dem Abscheu des Volkes der Vereinigten Staaten über die Judenmetzeleien in Rußland Ausdruck gegeben rvüd, dem Staatsdopgrtement Übermuttelt und amtlich bekanntgegeben morde. Apa Pardubitz. Ans Pgrdnb'itz wird uns berichtet: Hier fam dstn vor einigen Talgen die WlaHlsn in die Ge- Mekn-devertretung, statt, äderen Verlauf auch für uns Inden nicht ohne Interesse ist. Wir hatten Gier Magyarische, polnWe und belutsche« Garn-ison, hllj-ährlich -kvlmimen zu den HirWjagdeu und Rennen Fremde nach Parduibitz, s,o daß die hiesige , Be>v!ötkern«ng iufolgeidessen in na«t>ion>aler sowie relig'iülser Beziehung verträgil-iicher ist, alls an an'deren Orten. Die Pardubitz,er Inden haben an d«en «StrMMiteni der verschiedenen politischen un,d lokalen- Parteien keinlen dtnteit genommen,. Jstföner würden zwei Inden in die Gemeindevertretung, und zwar der ^lllltnsgemeinide,Vorsteher sowie e«in den Wähler angenehmes Mitglied Der KültUsgemeiude, gewählt. Selbst n-otor'Ws Arlfjisemiteln erklärten, daß die J-nden bei- . deutende Steuerzahler seien! und in der Gemeindest,»be Sitz ri-nd Stinlme halben sollen. Bor drei Jahrens wu-rde der Kuft>ttsfö!e!m>ei>nde«vorist«ehe^ sowie ejn Afsimilatiionsdpttor gewählt. Der letztere hat sich der tschechischen «FortlschrMspartei angeschlivlssen und spielte in derselben eine führende Molle, Durch seine verwandMa,strichen Bez-ichlnügen führte er die J'u!üe«n in das Lager der- Fortschrittspartei. ZNnr Verständnisse der Sachlage füge ich Hindu, daß die radiikalfortschrilttliche Partei i,n PglHUibitz viele! Anhänger hatte, Als hie Prager Parteileitung inst den Stgats-rechllerndie von Dr. Vlaxa g^fiihrt werden, eine Allianz Mosten, traten eben deshalb die Pardriibitzer Radilöa>l,fortschrittliche ll ans der Partei Baxa und vereinigten sich miit den Masaryl-Nealiste-u zur b-öhmi«schen Fortschrittsparte-i. Das ver-anlaßte unsere J'u!d«e>ri, ntü Haut -mib Haaren sill) denselbeni zu amailgarniereir. Unter der Flagge dieser Partei rrnternahmeu nnisere Jiudenbei bm- GemleiindesvaMin den Kampf gegen die sogenannte, freisinnige Parte'r ('Ju«ngt«fchecheu). Versani«mlnng folgte auf Bersan,!mlu»lg, wo ttnsete promovierten AifsintiAnten Gelegenheit hatten, über Sparkgssenlwesen, soziale K«v>m>ln«nüalprogram»n,e zu reden. Eine nie dagewelsenle Agitation wurde entwickelt, an. den Wahltagen^ «vvln den Iluden Heu Wählern Fiaker zur Verfüg«u«ng gestellt, alleindas Reisnltat war eine . glänzende Niederlage, sowohl fön dr-itt-e-nals auch ich zweiterl, Wahlkörper. •Das Oman der Jungtschlechen schrieb: ,>Es war wirklich ein, e-igentifönlicher undfür bei,de f^nlpfenden Parteien nicht wertig interesfanter uniö für die Zubnnst sehr belehrender All-MM, dorr das organisierte Jndrulstm bist, Die Jndell oder die Fortschrittlichiorl — das ist ja dasselbe — lieben sticht eilten Mann z,l« Hailse, nützte«« ihrerl ganzen MtflUß alls, stellteir Wägert znr Verfügung, wir haben aber doch, gesiegt." Die ill'Ngtschechiifche Partei stellte trotzdem eillerr J«n-den fön erstell Wcch-MMx als Kaüdidgtett aNs, die goldenen trägen, die ohne zu zahlen, sttNl>lnen, entschieden sich aber dafür, einen Inden nschf M wä-hlie-n. Trotzdem wir fast die Hälfte der Steinern zahlen, ist zum ersten m a le na ch dreißig Jahren n-ienland pon uns in der Gemeinde st nb e. Die hiesigen Jndein sind me- Lergeschlagell und könncn jetzt nachdenben dariiber, wohin die Assinlibatioll führt. -Wir jüdföchen Jhlöen finlden! abermals die Bestätignng dessen, daß wir uns in p-oliiilschcn, nationalen, solwie veligiöisen Streitigkeiten eine Aurückhaltnng, wie jede M'inorität, an-ferlegen müssen, sonst haben wir gegen uns auch die gemäßigten, goldenen Krügen. Dr. Strüllcher über die Judenmaffakers. (Fortschung.) Auch unter den Schswestew, die Saimaritordienst leisteten, waren Jüdinnen. Eine jüdische Schwester, Studentin un!d Dochter einer w,ohbhnben-den Familie, wurde vyn de-ri Berwnndet>e!n die „Liebe" genannt, iveil sie mit besonderer Hingebllng und Herzlichkeit die- Klvanikenpflegte and z>n beruhigen, fnchie. Siind in O>öe-ssa nicht etwa auch solche Schwestern der blutränstigen Bande zpIlNj Opfer gefallen? ES ist beifannt, daß im K-rieW 60 Prozent aller Aepzte Juiüen waren; Wie sie arbeiteten und keinie Gefahr scheuten, wie sie d-ie Verwh,ndeien unter dem Kugelregen and in Her schwierigsten Attacke des Feindes anfnahmen und veNhaiNiden, das weiß alle Welt. Sie haben sich als die treuesten und opforfreNdigsten Seelen des Vate-rlan'-es erwiesen." Und NUN ncch eine Stehe aus Tolstoi tDelegierter Stein: D je!) (lieft): ,Mn rnissisch,er Literat wollte eine Samwlnng pon Ansiprü-chsn und Urteilen der Hemorra,gen>dfien bedeutendsten rnssifchen Denier und Schriftstellieir üb'ssr die J^^^en in R'Nßlaind her-Msgeiben: allein die Zenfna, die das emstimntige Lob dieifev intelligentesten- Rnsten, über die Indennicht Vertragen konnte, hat sich, nicht darnit begnügt, nur den Verkaills zu verbieten, sonhL'rn ließ hie gaNz-e Auslage verbrennen.. Ich habe, schreibt Milchet Dennesim ,-Siecle" vom 14, Mai ö. I. gefehen, wie Dnrge-n>iew in Paris em-Jahr vor^feiwelm Tode -bittere Tränen über die -Le-iden feknior israelitischen. Mitbsirger vergoß, U!ttd ich habe ihn anArnfen hdven : „Ich schäme mich, ich schäime -mich, Müsse, zu, sein." N,n>n homtnt gnch noch Graf Leo Tolstoi lpnd gibt mit her Om eifök'FülMMn Wucht sein Urteil übe-p die Jnden-inastaikerS in -N'ußland ah. Wir finden diese bemeaikenSwerie Anslastyng zp>m großen £«#2, gleichlantend in der „Reim, Nvbk Worl-H" und gleichzeitig im ,/Dieele", Hessen.GewäHrsm>aeln her Rechtsanwalt Tenervmoin Misabet'hgrad ist. ,-Fest den Schrecken der Sklaverei, sagt Tolstoi, mcliß ich nichts Fn-rchtiha-reres als dicife rnchlo,s-e, aeg,e,n> ein ga^nzes VvE ver-ühte Gvanlsailnkeit. Menifchen wie T-iepe in ci>nen Käfigein>zn,- fperren, sie m-it schändliche-rr AiUsinahlmegesetzew abfondern, sie dll>rch gemeiire und Nach Bestechungen gierige Aufse>her übie>rwachel^ lasten-, sie von jeder vsvnünstigen nnd legitinreu Beschüstig-rrng u-n'5 namentlich vom Lain>dbun rvegdrängen, und Mes dies zrl tun einzig zu! dem enipöivenden Zwecke-, derr Pöbel aus die Jndeinloszulasfen-, so oft dies -fü>r Petersburg dienlich er'schieint, das ist genau dasseiWe-, was unter den rvln-lschon C-iisavon geschah, da die Bestien in den Zirkussen an>f Verbrecher und >Christen losgelassen -word-en! sirid. Das, ja das ist di>e Lage der Juden in R-ußland." Prä Is -i d e u t (n^nierbrechend): Ich nwchte niir erla-nben', den! Herrrr Delogierten z-u, ersuchen, •wenigstens ist! der Verlegung sich einige, Beischrän- Mng a-llsKne rtege-n. Delegierter Dl. Strancher; -Ich lese -Ntir eine Stelle ans Tolst-vj por. lTelegibrter Lvsor: lGglttize StillNdon.!) Stein, dasist keine- Stllinlde. UebvigellS habeiy birr die Horren ganze Rede>n ge- #1sen> von -A bis Z uirlid sie lvirrdon nicht nnterhrvchen. Ich beansttt'-ttche die gleiche Redefreiheit, wie sie anderen Kollegen zingestalideu «wird (liast)r ,-Es ist schrecklich, schrecklich! Genmr so wie die Zäfawn Mid ihrcl Wmieichlevischen Höflinge dcin Pöbel nM blutigen Uchg-ulspielen unterhieltett und so die ANgeu der Btassen von den Verbrechen der Shegliexungerr ablenlten, genau eben#! hat die nicht nttnder listige, aber noch mächtigere Vu-rcanikoalie hinein -unge.he.nren Zi-pLns errichtet, don sie den Rayon der jüdischen Aussiedlungen nennt, und in «hiirsem Zi-rklsS HM sie die G«of>a,ng>e«ttenfür dieselben hlutiigen Schalnspirle und zu demselben n-iedrigett. Zwecke, unv nän#ichdie dlugen des Vol- >kes von,de-n Verbrechen der Re-gierumg abzNle««- len, so osi das stgttd zy er«Wchell W anischickt, oder w«enn die Lüge alle«bn die Augen zuöffnen droht. Um dis Anflnerkfamskeit des Volkes abzulerllen, lädt sie das Landzu neuen Gl>adi!atorenkä-m«pfen, und schickt sie Herolde von Stadt z-u Stadt, stM den verarmtpn Pöbel ainifzuiforhern', die Läden und Mp!h.n>un«gie-n der Jnd'erl zu> plün«dern. Lange Zeit habe ich es n>icht gogla«uibt, und lange Zeit habe ich n-icht ein Urte-il «darüiber gewagt. Ich konnte nicht donlkeu, daß in u>n«serer Zeit, nachdem wir so viele Jahveunszu-r christlichen Religiic'n öellenn>sn> deren Haiuptgebote die -Tuldnttg uns rertra-nt «sind, und ich will es oh>ne zu prahlen sagen, dem russischein Heirzen so nahe sind — daß in d-ieiseir Ze-tt, wenn so verächtliche Ränke so leicht anfgedeckt werden können — ich habe es wahrlich nicht g«e«gla>ubt, daß die Beamtie«n sich he«uitz«Ntage zu solcher schrecklichen Gemeinheit herg'eiben Vönntein. Ich habe mir die JNdenifrage historisch, wirtschaftlich- undisonstwie« zu eMären, versucht, Mer u-ie«mals bin ich -auch n«ur -ans den GedaiNkon gelytNmeu, daß die Sacheso schrecklich einfach, so offenhair verbrecherisch ist. Jetzt, -nach den Schrecken von K'üc«w, El-i!sabeihgivad nrld >Tintzen«den andepe«n Orten, jetzt, da ich WÄiß, wie es Wmacht, wie das D'csuer entzündet sind wie es gelöscht wordorr -i>st, sehe ich gqn>z de«n-t- M, daß es ihrer HüUde W«erk ist. Zn einer bestimjmten Stllude ka!m«e«n Leute, die von der Polizei au«sgehetzt, bestochen u>nd der Strafllcsigkeit versichert w«aven., schreiend nmd fohlend auf Marttplatz, vernichiteten- und branUten! «allkes nieder, mordeten und entehrten öffentlich! Frauen-. Sie zerrisfcin- Kinder. Sie siwangen schwanger«e Frauen -in Badeiwiaunen-, verbrühtensie und «warteten in «kMbltttiger FliWosigikjeit au-f die Entb!indulng, zerrisse«n d«ann das neugeborene Kind in- Stü-cke und «warfen die Stücke zu«m, 'F«e!n«ster hinaus. -Und die Soldaten« st«a«nd«en? in Mi.tsfen dabei Und riefen der Mlenge M: Schneller! Macht fertig! Macht fertig! Seid Nicht so langsam! «Und sie teilten die Beute mit der Poltzei. Die Ossißie-rst schwiege««^ Äi«e PlolHzeiiU!spe!kt«orein liefen u«mher, die Generale ritten« vo>n einer Stelle zur anderen,, u-nd alles schien, vorbereitet nn-d programmgemäß a-usgefiihrt, unid alle schienen hesri«edigt. «D-ieise ifiurchtlmre -u-nd dabei r'uhige Haltung der Organisatoren, die ihre Arbeit ohne Hast nnd Un«rnhe verrichteten, ist der beste Beweis, daß di«e V«evbrechleN' ver«iibt wordensind von derr Hütern des- Friedens, entweder -von der Poliz-ei selbst i'n Verkleidung, oder von> dem Bv-lke miit ihrer Austi>m!ln,n«ttg. Und n-tln bemerke man ü-i«e Einfachheit, mit welcher dieifei Dkietzeleien! orga!N«i«sie-rt werden.. -Ei«lr weißgelkleideter M«en>sch marschiert an der Spitzeder Bau«de n«nd sch!me-lttt statt einer Fahne ein schw«ar!z«?s Tirch oder rührt eitle Trommel. In ein«chn be«st-iim«nlten- Aiugenb-föcke gibt er ein «Ze-ich-on Mit der Hgill'd, sofort stürzen sich di!« mit ent- «fp,rechenden!!I«il!strmne!rltey hrrsehenen- Le-ute auf die La«de»l, spren!gen die Türen, zerschlagerr die «Fenster «und zi«e«herlsich alsdu-NiN. -z!N!pück. Sbs-ort folgen! -ihn«cn an«dere arls de-r Ban>de Nüd stehle>n und plünderic methvd-Hsch, ohne die «fleiberische. «Hast vvrr RKuIbcrn, die fürchten rn-üssen, von ö«e«r Polizeli verfolgt M 'lverden-. We-n-lldie Diiicbe ih-r G«e«s.chäft vollerlidet haboll, tonAllien die B-ra>r»d«sti!ster an die Reihe. Diese trage«! rn-it Petrole-niNl geträn«tte-n Züli«dstoss herbei, verieilell! ihn wn der,- Laden, zünden i«hn an und sie!h«c«ll sich dann zuder Bande zn-rück, deren «Bortrab bereits mit der Plnndevnng anderer Ladenbefch«äftigt ist. MILCH aus beeten QaeUen empfiehlt fieu P. T. Heusfruuen das seit mehr als SO Jahren bestehende brstbrkannt» Milchdrpot d ALTMANN, IX., Pramergase 17.