Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 40 (8.6.1906)
- Date
- 1906-06-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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t>r. 40 Nationalzeitung Ot;ilO -J b i c '){11' b c r (a n c d c r 1 i b c r a I» P a r t e i. E o ft b c i s e v, w c nn b i e 11 tz t c t « n b a l d h j - \ v i' v i c() >w i >, d c n, tu c m tt u i < 'in a tt d w o () v fViuiic&oit tt n s ist ttttb wir uns Äug' in Ana' p.cn-cit-iVöcrflc!f?ciu. «ZwischenfUse bei' der Majorität.» Tr. V lt c n c v ersucht mit -Kr.'Iic uud Ocmaift: T u y l st j a g 6 1t z -tu n lj r, tua y W i' - ttt <> j l,;b 1' r a t S ch u h nr c i c r b e h a tt p t«.t. 5 ch tt 0 in e i e r: Die Hattnng der 'liberalen Partei i.m föneor<-e 1-c114/aiuic hat auch bk’ Zahl der sortschriltlicheii BertmeLer ritt G-einelllderate verringert: s i ifall e tt n l s O o f c r s li r b >i r ö r o s; e n L ü tt d e n, tv e l ch e jene b e g a tt - g c n h a b -e u. Besondere Beachtung verdienen aber die Worte des jüdischen Gemeinderak-s Si 1 e - binde r, die vielleicht mir eine Antwort ans die Liebenswürdigkeiten des Herrn S ch n l) ■ m e i e r sein wollten oder vielleicht das Anfdännnern einer besseren Erkenntnis bedeuten: st le b i tt ibtr sagt, bk -Juden haben ün virrten WlahGvrper im 2. B^tr-'k nicht für Re Sozialdeme'krak'n gestim'ml, weil sie einer Partei, b i e b i e F v r t!s ch ritt l i ch -e n d a s ganz e I a ch r v c r h ö li n t, tt i ch' t b e tt S t <c i nb ü g e i li ü l t e n iv e r b e n. Trotzdem miüsse konstatiert loerden, baß die '2>o-zialdemckkmken mir .mij Hi'ls-e -eines Teiles der Inben getwLM mur- 'bett utrb vli-ue diese nicht so viele Alanbate erstritten hätten. Wenn »vir von der Schamhaftigkeit absehen, mit welcher Herr Klebinder noch immer von „Fortschrittlichen" anstatt von Juden spricht, so »nüssen »vir zugeben, das; Herr Klebinder endlich bei einen» Standpunkt a»»gela»»gt ist, auf ivelche»»» die Jude»» verei»»igt, »nanches noch gut zu machen vermöchten, »vaS bisher in» Namel» des Fortschrittes gegen sie verbrächet» wurde. Eine jiidlische Rede in der Dnma. Deplltierter Dr. W » n a w e r führte in seiner siingsten Rede u. a. aus: In der Thronrede wurde beha»iptet, daß die Freiheit ohne Ordnm»g unmöglich sei. Hierauf antlvortete»» »vir »i» m»serer Adresse, daß beides, Ordl»u»»g und Freiheit, eit» Ding der U»»n»öglichkeit sei, sola»»ge »»icht alle Bürger, ohne ll»»terschied des Glaubens »nid der Natio>»alität, vor dein Gesetz gleich sind. D i e b ü r g erliche U»»- gleichheit i st der U r g »» e l I j e d e r U »t g esetzli ch k eit! In der Erklärung des Ministerrates fiiidet sich auf diese Forderung feine Antwort. ES wurde hier dara»»f hingeiviesen, daß die Herren Mi»»ister sich nie darüber klar sind, »vaS sie hier spreche»», dafür aber wissen sie stets ganz gilt, »vorüber sie — s '' w e i g e n m ü s s e u! (Beifall.) War»nn ist man uns auf diesen Punkt dje Antlvort schuldig geblieben^ In» Manifest von» 12. Dezember 1004, wo es sich um die bürgerliche Gleichberechtigung ha»»delte, schwieg »»»an sich über unS Juden aus; in» Manifest vom 17. Oktober schlvieg man »nieder, »vir hörten nichts als eine gekünstelte Phrase; in W i t t e S Borlage hieß es fast ironisch, man werde seinerzeit die Angelegenheit der Duma zur Beratung vorlegen, uild jetzt, uachdem die Duma offen und deutlich ihre Meinungin dieser Frage knudgetan hat, »nieder —~ tief e S S ch »v e i g e n! Es »vird ivohl die Feit kommen, da man hier über die All'ehte der einzelnen Nationen redet» und fordern wird, daß j e d e in B o I k e d a S N e ch t g e s i ch e r t »v e r d e n ttt ü s s e, s e i n e E i g e u a rt z ti b e )v ah r e n, aber vorläufig sprach man doch nur von einer eit»- fachen, fast kleinlicheu Frage, von der b ü r - g e r l i ch e t» 0» l e i ch b e r e ch t i g u n g, und a»tch da verharrt die Negierung in mutlosem Stillschweigen. A n den S ch a t» d p f l o ck m i t dieset» st i l l s ch »v e i g e n d e n A t» g st m a i e r n! (Beifall.) Wir, die Vertreiviiwowi nu« bsstsu Oustlsn smxüsdlt äou F. T. Hausfrauen das seit mehr als 20 Jahren bestehende jrestlrrlmnnle Mllchdepot Ferdinand ALTMANN, IX.. ' i u t ■ : i «. 17. ter der am meisten unterdrückten Nation, habet» bis jetzt unsere Stimme hier nicht erhoben, »vir tvaret» der At»sicht, daß u»an über s v l ch e Fraget» hier gar nicht mehr viel zu reden braucht. Es stellt sich aber heraus, daß u n s e r e A t» - sicht f a l s ch w a r. Meine Herren» Neh»net» Sie es zur Kenntnis: So lange die bürgerliche Gleichberechtigm»g t»icht gesetzlich festgelegt seit» »vird, »verdet» die sechs Millionet» jüdische Bürger nicht auftzören, die Anklage hinauszuschleudern, daß diese Ut»terlassung »»icht nur ein Vergehet» gegen die ko»»stitutioi»ellet» Grundlage»», sondern eine Beugung jedes elenientarstei» Nechtes bedeutet, und es ist Pflicht der Gassudarst- »veunaja Duma, das Stillschweige»», mit »velchem men» sich über diese einfachsten Forderungen hintvegzusetzen versucht, als ein schändliches zu stempeln. (Langanhaltender Beifall.) Vermischte Nachrichten. Vakante Stiftungen. Der Borstanb >ber Wiewer Kitttusgemeiube hat solgeiebe StlftintMt» zu verMbetf. 1. Max Ä1 »t 11 c rf v o ii P f e if f. e r >s ch e. S -L t ipe udlu nt für einen tnitt-ellivsen StiMetvenbeti ber Recht e, ifrael. .^onfeMon, des zweiten o!d>ejr tzitfes lwlteo>.'in JÄchrM-n-ges. Be» Berlechm»^ dieses Stipenbltnns in -der Höhe von -1U0 :4vonen werben ‘hi Wien zitstänbiae Bewerber ln erster Linie beritcksichtllsst. Beiluk^egenäe Dotimneirte: Gell 11 rtsfche i!>> NlittetlcM käits.zetlg ti i s, diachw-eis, hast der Bewerber 'fr,inen Ttilbien an der juridifchen -F-c,!kn1tät ber Unlverfität als ordentlicher Hörer im zlw-eite'n oder rine'mhöheren Jahirgan-ae obliegt. EinrelichnnaSlernrin^: 15. Jnni 1906. 2. I v-fcf @p i tze r f ch e .St i ftn n g. Gestiintbetrag X 252 an drei ober vier in Wien! ivöhnfiafhc, arme, des Ernährers beranöte Mi'fche Familien.. E>i>»reich!ingSter,uin: 20. Jn.n>i 1906. 2. Ans der F-an.uy v on H of'f >nr a n n s - t h a l - D o r m i tz e r - S t i f t n n g g>ela>Nige>n X 820 anhöchstens vier verarmte israelitische Witwen zur Berteilntfg.. E>itrreichnn!gstermin>: 20. Inn» 1906. 4 A it b v o a S F e i g l s ch e W i t iv e n - st i f t n ti >g. A!m 21. C'lnl, b. i. an» 11. SePtömbcr 1906, werbeir aus obige>r Stiftung acht ifrael. Witwen je mit bmv BletraM von. X 102 he teilt. Glnreichnn<»sterinln>: 20. F-unt 1906. 5. m v s a l i a ,P o l l a t f ch e B t i n 'b e lt! - st ist n ir g. Die Zinse ir d reise r oon Herrn Moritz Ritter von Borkenan begrüirbeten 9iv'salia Pollaitsch-cu- Blliiibeiift'iftnn'g im Betrage von X 80 werden an eine orblinbete ober durch schjivacheS S>e>hvermögen erwerösniiifähige Fran ober an ein. berartiges Rlädrhen israelitischer ston'seisfion verliehen. Delnmente: ArmntStzengniS, ZeiNignlS des BerivalterS beS h-iefigen! Israel. Spltates äöer Grive rbsmiifähliglkeit ber Bewerherin. EinreichnnigStermin: 20. Fnni. Die Gäsnche sind spätestens an den. Einleichn^iigSterntineni»it Einreiclmngsprvtvkotte der israel. Kn>ttnSlge'mein>be Wien, 1. Beiz., Seitenstetten.g'ass'e 1, t. Stock, woselbst auch GesnckMckan- 'kette ititte-.n-tge>Mch 'beliv.heniverben können, wäihrettb der ANttSstttnbe» zwüschen 9 ttiib 12 Uhr vormittags ztt älter reiche tt. AnSMge aus den Atatrilen ber ifrael. .stnltuSgome>inibe Wie n sind a>lS Gesttchsbelege n icht ersvvberlich und genügt bie gettatte Atrgabe ber he tres senden Da k n . Verspätet itberreichte ober Nicht gehörig belegte Gesuche werden tt i ch t berücksichtigt. ArbcilvvermiM»»!) an jndischr Kochschütcr. Der Bereit» für nnentgelMche ArboitSverntiltltntg an jüdische Hvchschitleir 'versendet folgenden Aufruf: Hiern»it gestattet, ,oir ttnS, vott der Bilbttttg beS Vereines für m»entgeltllche AübeitSvertuittlmig an jü^bische Hochschüler Nachricht zugeben und mm Förderung nuferer Bestrebungen zn lbitten. Wir loollet» den> jüdischen Hochschülern Wiens a l S Han Slieihre r, Äo rr epetitorelt, Huftneister, Stenographen, Bttreanarbeiter crstv. die Mn fSUmbimui nötige tt Exiftott'zntiitel verschaffen mvd haiboit unseren! Verein derart orgaliisiert, bah eilt Exeikntibköiniitee vvn 5 Hochschliilern selihst die dlu meldnngen entgegen n imm t und die Hochschüler an die Arbeitgeber weift. Die Herrett, toelche den Vorstand des Vereines bitdett und znnt größten Teile auch den Verein zur Utttersttttznttg mittelloser isr. Stitbenty. in Wien leiten, führen die Aussicht ttiib melle tt dafür wirke tt, bftj» den j!üb>isch>en HochMtlern, vott allen mnf'crcit tAa-ulbens'genossen Arbeit verschafft wird. Daher, kitnden,»v>ir durch Zeiturngen unsere dlrbeits'verltnlltlung an und such>en durch Zirkulare und persönliche lAgitatiot» für deu'sel'ben! Ztveck z.n wirken. Die kosten dafür und ittSbesondere für das Burcail 9. Bez., Aller strafte 10 wollen ivir teils du ich die Nbitgliederbeiträge, teils durch Spende» decken.. T>cr M itg lieb ehe itrag beträgt pro Fahr 2 .Uroneit, und es ist in der» Statuten Borsorgr getroffen, baß ganze Vereine und Korpvratidn-eu' dem „Berelni für unentgeltliche >ArheitSverm'ittlung an jübisch,- Hochschüler" in Wien mit einer beliebigen Somme als stNitgljeder beitreten können und dafür ein Vertreter derselben in den Bceeinsvorstand 'kooptiert ivird. Wir bitten Sie mvn, nnserem Vereine beizntreten und ihm durch Spenden die Evreichnng seiner Zwecke zu ermöglichen. Zn näherer AuMmift ist jeder der Unterizeichnetcn gerne bereit. Hochachtnn.gsovhst 'Dor Vorstand des „Vereirnes für unentgeltliche Slrbeitsoermittl.ung am jüdische Hochschüler" in Wien. Dozent Dr. Joses Grüirseld, Obmann. Dr. Hermann Wiolf, Hof- und- G>eri'chtsab>oo!kat, Obniaim^Stellvertlr'eter. Dr. Jn'li-ns Bermami, k. k. Notar, Kassier. iDirsklior Dr. Salmniou. Krenberger, 1. SchrUftsührer. - Rredalteicr Salo Deutsch, 2. Schristsührer. Jakob Langer, Fritz Dinger, k. k. Professor Dr. Heiivvich Pollak, t. k. Hosrat Wilhelnr Danssig, k. t. Hosrat Dr. Eimil Zuckerkanidl. . Vom Vorstande der israelitischen Kultnsgemeinde Holleschau. Aufruf! ripp ir^BtL'.-i uns ntbsz Verwirf uns nicht zu,r. Zeit des -Alters, wenn die .ströste schwinden, verlasse n»S nicht. (Pis. 71, 9.) Dieser Wunisch deS Psalnidichters, der in den heiligsten Tagen des Jahres ans uiheren Gel-eten mächtig widerhallt, bleibt doch gar vielen versagt. Durch des Geschickes .rätselliaftes Wialtei» fehlt ntauchenmürdigeit Greisen und Greifinnen in unserer Gentl-Ande bas schützende Obdach, das tränte Heim, entbehrt mancher S^ieche der siirforglichen Pflege,- Not und H>il!slosigikeit führe», dein Tobe nicht wenige vvrz>eitige Opfer zu. V>on dein Wmn'sche beseelt, die Ehrfurcht vor dein Alter in die entsprechende Tat nni/Liil.setzeii, Halen die Unterzeichno-teti be'schlosseu, in der hiesigen Gemeinde eine Siechen- und AlterAver>sorgnngsanstalt zn errichten, in welcher würdige Gleise und G»-eisinnen> die verlassen und vereinsaint dastelien, e-in-e Heimstätte finden und ihren Lebensabettlb svrgenfrei genießen lönn'en. Diese Anstalt soll womöglich mm 2. Dezember 1908 zur Feier des 60jährigen Regiernngsjnhilänins Sr. Majestät unseres gütigen und edlen Mouarcheli, den uns Gott in straft und Gesnndliei't erhalten möge, ihrer edlen Vestimtmlng zugefi'Jftrt werden. Wir verltarnen ans alle biesenigen, die »»nserer Geme-'in!be ein frenndliches .Interesse beivahrt und 'bisher an allen gemeinnützigen Bestrebungen derselben niit Herz und Hand regen Anteil geliommen haben, daß Sie mmit mehr gegenüber der fürsorglichen Ehrerbietung vor dem 1'llier erhöhte und gesteigerte Opfersrendigkeit betnnden »tnd in Edelsinn und Barmherzig'teit -ihre Opfergaben und Weihgescheute biesem Tempel der Nächstenliebe iviomen werden. au8 frischen Kokosnüssen ßaranllerfnarurechfes | feinstes= § fflanzen! Fett.