Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 35 (15.5.1906)
- Date
- 1906-05-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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deite 2 Nationalzeitung Nr. 35 M<omimum&o des Adjutauku Herrn tziabig. Zusgesaiut betrug die Zahl der uniformierten Veidtraü'cAn AD. Nun ioUik der Leichenwagen, au dessen Leite sechs Jnfankristen des 54. Infanterieregimentes als L arg träger schritten und ein Spalrer der Kober-Äleservist-cn. Hinter dem Large trug ein Mitglied die sechs Allszeichll-nngeu des Verblichenen. Tann schlossen sich -der Herr Rabbiner Tr. Oppenheim mit dem Oberkantor der io rael irischen tziemeinde Herrn L ch l e s i n g e r und die leidtragenden an. Eine große Zahl teiln'Omender Jrninde darunter viele Stabs- und Oberftabsoffiziere, gang besonders aber zahlreiche Utttervfsiziere der (Garnison und die Vorstände der hiesigen Zillttnsgemeinde gaben denr hiugeschiedenen Veteranen das letzte Geleite. Zn der Alleestraße an ge langt, imrpde von -der ZnfanteriEbteilmrg die dem iZeld^tgssoldaten gebührende General-decharge abgegeben. Am Friedhof hielt Herr Ra-bb. Tr. -Oppenheim eine ergreifende Trauerrede, in ivelcher er in begeisterten Worten die hingebungsvolle Vaterlandsliebe und kaisertreue des indischen Soldaten schilderte. Eine Tepntation der Veteranen stellte an den Herrn Rabbiner mit dem Ansdrucke herzlichen Dankes das Ansuchen, diese Trauerrede dem Vereitle zur Drucklegung überlassen zu wollen. M.-Lchönberg. Lr. Ehrw. Herr Tr. Oppenheim, Rabbiner in Olnriitz, hat aus Antrag des Ü'nltrlsansschnsses die Lnbstitntion während der Vakanz des Rabbi nates in unserer Gemeinde übern-vlnrnen. jlngar». Budapest, 13. Mai. Dienstag den 15. d. M. findet hier eine Tagung der orthodoren israelitischen Landesrepräsentanz statt. Die Repräsentanz besteht aus -10 Rabbinern und 60 weltlichen Mitgliedern der orthodoren Richtunc;. Die Talmud-Thora-Kommifsiou der Landesrepräsentanz hält am 1-1. d. M. eine Sitzung ab, in welcher die P e n s i o n s f r a g e der Kultusbeamten sowie die Regelung der I e - s ch i b a h f r a g e zur Beratung gelangen. Mischehen in Ungarn. Das Ungarische Statistische Landesamt veröffentlicht soeben das M ä r z h e f t der statistischen Berichte. Die Ehestatistik weist 5732 Eheschließungen aus, was gegen das Vorjahr den riesigen A u sf a l l von 9690 Eheschließungen bedeutet. Von den 892 Mischehen erfolgte in 262 Fällen eine Vereinbarung hinsichtlich des Bekenntnisses der Kinder je zur Hälfte zugunsten des Vaters und der Mutter. Von den 3-1 ch r istlich - jüdischen Eheschließungen weisen 12 vorherige Vereinbarungen auf, und zwar sämtliche z u g ü n st e n d e s ch r i st l i ch e n B ekenntnisses. Budapest, 10. Mai. Der k. k. Kämmerer Vela B a r t a l hat für die nächste Kongregation anderes wurde geisteskrank. Andrerseits wurde ein junger Mann, bei dem sich alle Symptome akllter Nostalgie eingestellt hatten und nur deshalb um Rückbeförderung nach Rußland bat, „um zu Hause neben feinem Vater und seiner Mutter sterben zu können", war bald geheilt, als sein Gesuch znrückgerviesen ivurde und er die Ueberzengung gewann, daß seine Rückbeförderung ganz ausgeschlossen ist. Sind solche Leute einmal von Heimweh befallen, so hält sie auch die Kleinigkeit eines Judenmassakers in ihrer Heimatsstadt nicht in Amerika zurück, wenn sie nur eine Gelegenheit ausfindig machen, nach Rußland zurückzukehren. Hier einige interessante Beispiele: Vor einiger Zeit kam zu uns eine Frau und wollte nach Odessa zurückbesördert lverden. Sie erzählte, daß sie und ihr Mann sich ursprünglich entschlossen hatten, Rußland mit allen seinen Gefahren zu verlassen, und nach Amerika zu kommen. Nun «vollen sie wieder zurück. Da meine llntersuchung das Vorhandensein asthmatischer Störungen ergab, empfahl ich ihr, noch den Versuch mit einer Luftveränderung in Amerika zu machen, ehe sie sich entschließen, die gefundene Arbeit aufzngeben intb ihre Habseligkeiten zu verkaufen und nach Rußland zurückzukehren. Doch die Frau blieb dabei, nach Rußland znri'lckkehren zu «vollen. Nun fiel uns die Sache auf. Wir nahmen die Frau ins des Tolnaer Koniitates beit folgenden Antrag angemeldet: „Das Komitat möge an den Kultusminister eine Repräsentation richten, in welcher verlangt wird, daß, bis die Frage der V e r t r e t u n g der israelitischen R c l i g i o n i in O b c r h a u s e gesetzlich nicht geregelt ist, er dem König die E r n e n n u n g e i n e s h e r v o r r a g e n d e » Mitgliedes!) c r i s r a e l i t i s ch e n K i r ch e « Konfession) zürn Magnatenhansmitgliede in Vorschlag bringe." Hierzu bemerkt die Budapester „Allg. Jüd. Ztg.": Dieser Antrag zeugt zwar vom Liberalisnnis des christlichen Urhebers, kann aber, da in demselben die Zweiteilung der ungarischen Jndenschaft nicht berücksichtigt ist, von den orthodoren Jllden nicht gebilligt werden. Voraussichtlich wird der Antrag, selbst wenn er im Komitate zur Annahme gelangt, vom Kultusminister nicht durchgeführt lverden. Die Hinderilisse hierfür sind heute zahlreicher denn je. Aber wenn es doch zllr Realisierung der Idee kommen sollte, wird hierbei die Orthodorie, deren Orgailisation durch die auch königlich sanktionierte Ergänzung stärker ist, als die der Rcologen, schwerlich umgangen werdeil. Milanti. Petersburg, 10. Mai. Anläßlich der Eröffnung der .Reichsduma schreibt die jüdische Petersblirger Tageszeitung „Das Leben": „Auch viele unserer Juden haben mit größter Ungeduld aus die Tagung der Duma gewartet. Sie sind schon längst zur Einsicht gelangt, daß die Jllden von der Bureaukratie nichts zu erhoffen haben, daß sie ihnen ilichts Neues brillgcn könne, es sei denn neue Ausnahmsgesetze, Mld deshalb haben sie auch ihre ganzen Hoffilungen auf das Volk und seine Vertreter geletzt. Die Bureaukratie hat aber keinen Zweifel über ihren Willen aufkonnnen lassen, sie hat sich beeilt, die Ausnahlnsgesetze gegen die Inden in die „Staatsgrundgesetze" auszunehmen, und damit unsere Rechtlosigkeit stäbtlisiert. Es fragt sich null, ob die Volksvertreter, deren Majorität zu den gemäßigten und vorsichtigen Kadcten gehört, den Mut besitzen lverden, gleich zu Beginn" das Gleichhcitsprinzip für alle Bürger, ohne Unterschied der Konfession und der Nation, durchzuführen, oder es etwa für „unpolitisch" halten lverdell, wegen der Judensrage mit der Bureaukratie einen Zwist heraufzubeschtvören und uns mit Brosamen abspeisen? Diese Frage muß vorläufig unbeantwortet bleiben, wie viele andere, deren Antlvort in der stukunft liegt." Die meisten der übrigen jüdischen Blätter schreiben in ähnlichem Sinne. Moskau, 10. Mai. Trotz des ruhigen Verlaufes der Eröffnung der Duma herrscht hier die Ueberzeugung, daß in 1—2 Wochen wieder eine Revolution in ganz Rußlalld zum Aus¬ Kreuzverhör und so erfuhren lvir deiln, daß ihr Mann gar nicht in New Bork sei, daß ihre Briefe an ihn ilach Odessa unbeantwortet blieben, daß sie deshalb in Angst sei, er köilnte ermordet lvorden sein, sie müsse daher nach Rußland zurück, um Erhebungeil zu pflegen. Außer den familiären nostalgischen Zuständen und den in Besserung begriffeilen asthmatischeil Störnngen lvar die Fran vollkommen gesund. « Schluß folgt ill der nächsteil Dienstag- Nmmner.) Amtes Feuilleton. Kunftnachricht. In einer „Jrantfurtcr Rundschau" der „Trallst. Zig." le'sen lvir: In einem kleinen, seinen Bilde von Josef Izraels ill 3 ch n e i de r s L a l o ll ist -die übliche Swckschttüp'senitinrlnllng des trüben- Herbsttages dltrch Monden schein ersetzt/ der Glauzlichkr iiber die Riickeneiner heiinkehrcii-deri Schafherde ergießt. Aber ällch hier ist -alle Schärfe vermiedeli, der Lilberton irr voller Weichheit entwickelt. Ter Sohn des Meisters, -Isaak Jzraels, führt eitlen breiterl und kräftigen Pinsel mit gleicher .Mih-uheit, aber, wie es scheint, mit geringerem Fein-gesichle. Freilich sind die beiden von ihm ausgestellten Skmudbilder, die sehr andie -letzten- Arbeiten bruche kommen lverde. Die I u d e n sind sehr geängstigt, weil sie wissen, daß zunächst sie die Opfer der Unruhen sein würden. Viele reiche Jllden verlassell die Stadt und gehey ins Auslaild. Dtütfchw Dich. Berlin, 9. Mai. Alll 18. d. M. feiert Prof. Dr. S. M a y b a u in das 26jährige Amtsjubiläum als Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Berlin. Berlin, 9. Mai. Der Begrüllder der deutschen Gewerkvereine, der verstorbene Dr. Max H i r s ch, soll in Berlin zwei Denksteine erhalten. Einer davon wird sich auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee erheben, lvo der Tote, und zlvar in der Ehrenreihe beigesetzt ist. Das aridere Dcnbnal soll aus dem Hofe des Vcrbandshauses der Gewerkvereine ill der Greifswalderstraße seinen Platz finden. Berlin. (Bericht des Vereines „Esra".) Der Vereill „Esra" (Hilfe) zur Unterstützung ackerbautreibeuder Judeu in Palästina und Syriert, versendet foebcu den Bericht für die beiden letzten Vereilisjahre. Seit 1884 strebt Asra danach, die Auswanderung nach dem Orient abzulcnken. In den jüdischen Kolonien des heiligen Landes wohnen gegenwärtig 6500 Juden, und „Esra" sucht gemeinschaftlich mit anderen Vereinen die Bestrebungen der jüdischen Kolonisteil zur Verbesserultg ihrer Situation zu fördern. Der Verein hat im Jahre 1905 für die noch nicht völlig installierte jüdische Kolonie Bne Jehudah (in zirka 3—4 Stunden von der aus der Strecke Haifa - Damaskus gelegenen Bahnstation Sarma zu erreichen) 5200 Francs bewilligt. Jnl Jahre 1904 hat der Verein einem seit 10 Jahren zur Kolonie Rechoboth gehörigen Taglöhner durch ein Darlehen von 3000 Francs zur Selbständigkeit verholseu. EilMN Kolonisten derselben Kolollie mußte ein Darlehen von 1000 Frallcs und der Kolonie Kastinje zur Wiederherstellung ihres_ durch Rinderpest zugrunde gegaugelleu Viehstandes ein solches von 3000 Francs bewilligt werdelr. Zu einer geplanten landwirtschaftlichen Versuchsstation in Atlit bei Haifa hat der Verein 10.000 Mark pro 1906/07, iu zwei Raten teilbar, belvilligt, ferner 2000 Aiark zwecks Errichtung einer §kmlstgewerbeschule in Jerusalem, welche Aufgabe" sich der 1905 begrülldete Verestr „Bezalel" gestellt hat. Zwei Zöglingen des vom Hilfsoerein der deutschen Juden in Jerusalem errichtetell Lehrerseminars, die liach ihrer Ausbildulrg in einer der Kolonie das Lehramt ausüben wollelr, ist auf die Dauer von drei Jahrer: ein jährliches Stiperrdium vorr 600 Francs bewilligt wordell. Insgesamt hat der Verein in der Berichts- Liebernramls erinnern, mir skiM'rchaist. Ein kleines Landschaftsbild von Ek>. van Ma-rcbe, eine ünhlweide, zeichnet sich in der imipressiviliskischen Wiedergabe der Gewitterstinrrnung durch seinen Ton ans, eine flotte Ko>hleuzeichnun.g von -Jalkob Nußbaum, einen iungen Wandersm-alm darstellend, jibertrisft in der Straft der Tvüwirknng eine ganze Reibe vonbenachbarten- Oetbi-ldern. Tie Arbeit Nußbaums ist bei Goldschmi-dt ausgestellt. Der jüdische Bildhauer Friedrich Beer aus Jlvreuz bat einen Molinukütalbrnnnen für die Stadt Mülhausen i. E. in Bronze allsgesi'lhrt. DlSn Bibelspruch „stlu Lchtzv-e'iße deines tllngesicht-eS sollst du dein Br-vt essen!" Illllstr-ier-end, stellt er einen Arbeiter dar, der sich -den. Lchlveiß -von. 'der Ltirue mischt. Das Werk erregt a-ll-gloukin-e Belvlln!dermrg. Aiüliiauseu rvird, wie der Vertreter der Stadt bei -der aur 21. April erfolgten tte-bernaibuk des Brinunens «i-ervorhob, it'lo des Meisters vergessen, der -den Vru-un-en ge-schasseu. „Praktische Zionisten". Unter diesem Namen hgt sich jüngst in K i e tv eine große Gruppe von Zionisten als separate Organisation vereinigt. Ziveck der Bereinigung ist, die Unterstützung der Kleittkolonisation Palästinas und die Verbreitung Iviffenschaftlicher .Kenntitisse Über Palästina. ffaschbsrl tfFasaerdiotitl GeruChlosI •Ssassss Pollenz echte Reform=$cl>weis$blätter