Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 34 (11.5.1906)
- Date
- 1906-05-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 Nationalzeitung Seite 5 Privatmeinung zurück — ltmö muß es verhindert werden, da ft .-besser Meitt-ungszwiespalt z u Parteilosen führt. D>eM Vergangen nach Einführung .des allgemeinen gleichen Knltus'wahlrechtes könne keineswegs entsprochen werden, da -die Wahlberechtigung überall an eine, wenn auch nnr indirekte Stenerlteistlnig geknüpft sei, die in der Kultnsgemeinde fehle. Bon 160 000 Wiener Inden zahlen volle 23 000 Knltnssteiler, somit sei die Stenerkraft ganz erschöpft, da der Nest der für das Wahlrecht in Betracht Komineiiden meist auf die öffentliche Wohltätigkeit angewiesen sei. Auch die Heräb- -fetz-ung!der obligatorischen Mindeststeuer von K 20 Müsse nnteribleiben, da selbst diese heute schone vielfach nnr exekutiv eindringlich ist. Der Ausschluß der Almofenempfänger vom allgemeinen Wahlrecht sei technisch ebenso u-ll-dlirchführbar,' wie das Jntelligenzwahl recht. Die Unzufriedenen nrögeu. ihre Meinung in . VersanMil-ungen Gleichgesinnter frei äußern, dies Haus jedochin rvelchoin die Repräsentanz der Wiener Gefanltju>den-schaft residiere und welches dem 'Schlitze .des Präsidenten anvertraut sei, m'nsse er vor.heftigen Austritten bewähren. Ueber der Ethik dürfe ans keinen Fall die Vernunft vergessen werden.!D i e D e p u t a t i v n ermangelte nicht, diesen Argnmentel, entgegen>zu-setzendaß der Kultusvovstanld inr Sinne der jüdischen Geschichte in erster Linie die Ehre nnd Selbstachtung des Judentums zu wahren hat und alle praktischen Erwägungen, die im vorliegenden Fall überdies gegenstandslos find, zurücktreten müssen. Der Schutzjudenstandpunkt, die Existenz unseres Moltes erkaufen zu wollen, ist mit dem erlwach-- ten Selbstbewllßifein des -Mündig gewordenen jüdischen Volkes unvereinbar. Wichtiger als alle Verbindungen nach oben muß dem Vorstände das Vertrauen der jüdischen Massen sein, denen darum das allgemeine gleiche Wahlrecht nicht länger vorenthalten .werden darf. Dieses ist nicht nur technisch durchführbar, sondern würde durch gleichzeitige Herabsetzung der Minde'ststeuer neue Mittel der Gemeinlde znführen und derr Vorstand ans der finanziellen Berknechtlmg an die Gruppe Danfsig befreien. Auf die -Genre indesub'vention'e'n, wenn dieselben vom. Bvrstande als Bestechnngsgelder gemeint wären, würden die Zionsoereine gerne verzichten. Diese Aertßerun-gen ftnlö der treuliche Auszug der nahezu eine Stunde währenden Wechselred, zu deren Beschluß die Deputation den Willen Lnnidgab, ihre Fordernnigen unverbrüchlichaufrecht zu erhalten. Hierauf erstattete die Deputation der harrenden Menge Bericht und diese erklärte sich durch Zuruf mit der Deputation solidarisch. D!ie telephonisch requirierte WächmaNNschaft fand keinen Anlaß, einizufchreiteln. Die Deputation: Dr. Egon Michael Zweig, m. p. MC. Hugo Z u cker m a n n, m. p. Gustav K -o h n, m. p. Nulchim T o r c z y u e r, m. p. Aufritf -es Hilfskomitees für -ie jüdischen Abbrändler in Sniatyn. T e u x e G l a u b e n s g e n o s f e n! Eine furchtbare 'Feuerkatästvophe hat nnlsere Stadt heim-gesucht und ih.re verheerende Wirkiin.g tmf zum großeu' Teile die Häuser des Jllden-- Viertels. In wenigen Stunden .wurden. hnNderte Mäubensge-nossen niit dem nackten Leben auf die Straße getrieben- Ihre Hänser sind eingeM-ert, ihr Hab iuld Gut ein unrettbarer Raub der Mamiurion.und sie selbst m!it einem Schlage einer tvostloisen Zukunft, der bittersten Armut, ja dem Ges'peuste des Hängers gegenlibergesteM. An> euchteure Glnubensgenossen, ergeht der Ruf, -zu lindern und zu .Helsen. Wir appelliererr an die bewährte Großmut unserer Brüder, an, das warrne Fühlen- Mischer MILCH aus besten Quellen empfiehlt den P. T. Hausfrauen das seit mehr als 20 Jahren bestehende t,rstt>rka««te Mttchdrxot Ferdinand ALTMANN, IX., Pramergasse 17. Herzen, mit der Bitte, nach Kraft nnd Willen im Nettungslwerk uns beiznstehen, um örtt armen Obdachlosen ein Heim und einen Herd wieder zn schassen, um ihren Frauen und Kinderndas Brot wiederzugeben, dessen sie ein namenloses Unglück ni'it einenr Schlage beraubt hat. D-ie Spen^den «werden irr öffentlichen Zeitungen publiziert werden. Dias Hilfskomitee. Adresse für Spenden: Moses Wechsler, Vorstand -der israelitischen Kultus gemeinde kn Sniatyn. Gemmdeu. Nettmsmuiinlljtk«. Wien. Samstag den 12. Mai Predigt im S t a d t t e m p e l. Wien. (Z u r Ra b b i n e r s r a g e i u der Brigitte xi a lt.) Infolge -des schroff ablehnendeir Verhaltens des Killtnsvorstandes in der Angelegenheit der Zuweisung eines Gemeinderabbiners für den 20. Bezirk hat sich der Vorstand des daselbst befindlichen, gegenwärtig mehr als 360 Mitglieder zählenden «Tempelvereines in.dem Beschlüsse geeinigt, auf die Tagesordnung einer -demnächst einzubernfenden außerordentlichen Generalversammlung die Auflösung dieses Vereines zn stellen. Nur sehr schweren Herzens und nach reiflicher Ueberlegnng sah sich der Vorstand zu diesem energischen Schritte veranlaßt: -denn dieser Verein sielst wirklich in voller Blüte und das schöne Gotteshaus, zn «dem jedes der Mitglieder freudig eineu Baustein hevschaffte, ist jedem Brigittenauer ins Herz gewachsen. Dias beweisen auch die Opfer, welche die Brigittenauer Inden für die Erhaltung dieses Tempels und für einen würdigen Gottesdienst dafekbst gerne bringen. Allein! ein Tempel ohne Rabbiner ist das, was ein Menschohne Kopf und Herz ist, und es ist wirklich! ganz unfaßbar, warum, wenn andere Bezirke mit viel, viel weni-- ger jüdischer Bevölkerung einen Gemeind-erabbiner Haben, gerade d'ie Brigittenau, mit ihrenr schönen, dem Bezirke zur Zierde und der dortigen Judenschaft zu-r!Ehre gereichenden Tempel keinen! G.enreiltderabb'iner erh-alten sollten. Es ist hier nicht der Ort — und die löbl. R-sdaktion würde hierfür wahrscheinlich auchnicht den Raum zur BerlsüguNg stellen — uinr den Leidensweg zu schilderrr, den der Vorstand bei seinen. BemÄhnn-gen um die Erlan.- gung eines Rabbiners in öerr -letzten, sechs Jahren gehen mußte,- aber trotz aller Bersprechhngen! und Zn'sagen kam es zu ^keiner -günstigen Erledigung. Jim Gegenteile: Uebevall sti>eß der Vorstand des Dempelvereines nach einem- Schein von Entgegenkomnien auf Jn-trigen uud Uebelwollen: Religio sttüt und Ethik wurden kompe.tenten Ortes nur als ,-Jideäle" bezeichnet, rmb schließtich hieß es: Ihr seit ja nnr ein Verein: wenn man Euch einen Gemeinde-mbvlnerl haben, irr der Vrigittenan die allen Vereinen gegenüber irm. Es ist also, abgesehen davon, daß schorrandere T>e!mpekvereine, wie z. B. dm 3., 4., 6., 6., 9. Ulld 10. B>ezirk, darunter nmn-che mit viel weu>i!ger Mitgliederneinen- Gerne inedrabbirrer haben, in der Brig-itte!na>n die Existenz gerade des Ternpeloereines das Hindernis für die BestellNrrg eines -Gemeinde-rabb-iners, uu>d da der Vorstanld des Brigitte-na>uer Terrrpelvereines 'sich selbst verachtennrußite, wenrr. er z-u dem. Schadennoch den Hohn' und Spott -sich gefallen ließe, wird der Ilntr-ag a'rrf.Auflösung dieses Bereirres irr allerkürzester Zeit vor die Nußerordoritkiche GeneraloersamimlUlig korrr-nreu und' die Brigittenauer Kuiltussterrerträiger 'rverde-rrdarru vord derrr KNltusvorstande zur Be'frieö.igrlllg ihrer brMltrellerl' Bedüvfrtisse nur jenes Maß von EutgegertkoMmen fo-vdern, welches den KUltusfteuertrügerrl' irr -den 'weit -wertiger von Inden bewohnten Bezirkerr FünfhNns, Ottalkrirrg rrnd Währing, schon gegenwärtig geirvährt rvird. Vom Matrikelnnrte der Wiener Knltnsgomoinde. Da die Altsorderrrrl-geu .«-irr Arrsifertigltng von Mbrrrtsscheinen fii'n fchrrlpftichtig gewordene Kdrrder'' beh-rrfs. Gi>ll-schöeib«rlulg in die Schrilerr -vor Beg-in.rr des Sststl-ljahr'es, irrsbesondere seit der Eill-vetleibnrm der Vororte, derart zahlreich sind, daß das -Matrikel-arnt -der israelitischen Kultusgemeiude derlselbe-rr rticht sofort rrachkommen karrU', werdendie Eltern usw. in ihreureigerren Interesse eriu-nert, schon jetzt solche DokNnrente zu bestellerr rurd arrch in Empfau-a z-rr neh-merl. Vom 16. Jllli ab körrrren die erwähntert Dlvkrtnrerrte rricht vor drei Tagen nach der Bestellung behoben werdelk. Die dkmtsstundell für den Parteiervverkehr sind von 9 bis 12 Uhr vormittags. Wien. (Hebräischer Klub, 9. Bez. Türkenstraße 9.) Samstag, den 12. d. M. 8 Uhr abends beginnt Schriftsteller stud. A. L o ub etzky fernen Zyklus von Vorlesungen über die hebräische Literatur. Gegenstand dieses ersten Vortrages bildet: 1. mpan. 'nB'non 2. niscn mne. urrd 3. "!Ovv Gäste willkommen! Wien. Atn 5. d. M. fand im Sitzungssaale der Wiener 5lultusgemeinde die konstituierende Sitzmrg des „Wiener Kredit- und Vorschuß-Vereines", registrierte Genossenschaft, mit beschränkter Haftung statt. — Voir den mrwesenden 25 Zeichirern der Genossenschaftsanteile wurden die Herren Hermann Beck, I. B r o d, 5karl Engländer, Dr. M. Steiner urrd Hofrat S. Taussig in den Vorstand gewählt. Die Ergänzung des Vorstandes auf die statutengemäß zulässige Zahl von zehn Mitgliedern wurde Vorbehalten. Dem Vereine ward seitens einer Reihe von Glaubensgenossen ein Garantiefonds von 30.000 Kronen zur Verfügung gestellt. Sobald die Eintragung tu das Genoss enschaftsregister vollzogen ist, wird der Verein seine statutengemäße Geschäftstätigkeit aufnehmen. Verband der Rabbiner Mährens und Schlesiens. Am- 24. M-a'i 1906 um 2 Uhr n-ach- Mittägs fin-det in- Prerau, Hotel Haus die erste ordentliche Generalversam'mlun-g des neügegrüudeieu Verbandes der Räbbiner Mährens uüd 'Dchlestensj statt. Ta-ges-ordnu-nV: 1. Verlef-u-ngber genehmigten S-täkuten. nnd KonstikNierun-g des Vereines. 2. Wahl des Ilusschusses. 3. Bericht der einlges-etzten Statute nko-mmission bet rossend ein-iger AeUdlevungen -obgenauuten- Statutes. 4. Freie Anträge. Für die Proponenten zeichtwu die Herren Rabbiner: Dr. F re im a n n-Hollefchau, Do. F r a. n k l - G r ü n - Kremfie r, D-olto r W o l f s o H n - Lomn itz. D>er Statute n-ko m missi'o-ir gehören an die Herren Rabbiner: Dr. Reach- Gay-a, Schriftführer, Dr. Oppenheimer- Olmütz, Vorsitzender: -D-o'ktor G -o l -d s ch m i e d - Pro-ßu'iitz: Dr. Steiner- Bielitz, D'r. Tau b e r- Pire>rau. Dias' Zustandekommen dieses Verbandes wird sicherlich allenthalben m>it Freuden begrüßt werden, urrd man wird den Proponenten, sowie der Statuteulommission für ihre Bernnhungeu um -das Gelingen der Vorarbeiten besonderen Dank wissen. Wir hoffen und wnn>schen, daß der Verband sowohl im ^Interesse der Mitglieder, als -auch zum Nutzen des Gesa-mtju'dentnm-s eine segensreiche Wirksamkeit entfalten werde. Budapest. (Ovation.) Frau Marie H e r z l, Präsidentin des Israelitischen Frauenvereines, feierte am 2. ds. ihren 80. Geburtstag, aus welchem Anlasse die hochbetagte Frau Gegenstand herzlicher Ovationen war, die ihr vor zahlreichen Freunden und Verehrern bereitet wurden. Unter anderen sprachen auch die Ausschußmitglieder des Israelitischen Frauenvereines korporativ bei ihrer hochverehrten Präsidentin vor, um sie zu ihrem Geburtstage zu beglückwünschen. An die Jubilarin trafen im Laufe des Tages zahlreiche Glückwünsche ein, die alle von der großen Liebe und Wertschätzung zeugten, deren sich die Greisin ob ihres humanitären Wirkens und ihrer Herzensgute in den weitesten Kreisen erfreut. Berlin. (-Ge'nerällvevsanmrl-un-a des Berba-n'deS für Statistik der Juden.) A-m 26. dlpril d'. I. fa-n'd in Berlin die Dritte ordentliche GenerMversa-m'nvlun-g! des Verbandes für -Statistik der Inden statt. A-us dem v-v-rn Worsitzendettl des -Bevban'des, Dp. Alfred Nossig, erstatteten Berichte über die Tätigkeit -des K-uratorinurs, -des Borstairdes lind des BiuvoauS für Statistik der Juden ergab es sich, daß.öer statistische Verband in äußerst erfroukicheln An'fblüherr begriffen sei. Das Burean veröffentlichte im Berichtsjahre drei größere Arbeiten: Dtas „Statistische Jahrbuch dentscher Judell" hini Aüstrage des Deutsch-'JSrael. ^meinidebun'des), den 'Atliril der Juden an, Schulwesen in Preußen" lmit Unterstützungder Jüdischen- Gemeinde in Berlin) und „Die sozialen Verhültn-isse der I«!- den in Rußlän-d^ (tun1 Aufträge -des zionistischen kawaNört nstursLktss fsinstes- 3US krlsokskH^ Kokosnüs86nr PEJffC: