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Nationalzeitung · 1906-04-27 · Heft 31 (27.4.1906) · p. Seite 4

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 31 (27.4.1906)
Date
1906-04-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Raiional-ettung Nr. 31 rina Augusta RPtzuberg, 1. Bez., Opernring 7. Rudolf Lemiberger, Ingenieur, 13. Be.;., Wanvbachet gaffe 8. Paul Lenvberaer (im Einverstänbnisse des Vaters), 13. Bez., Wambachergasse 8. Franz Leiumnller, Handelsangestellter, t6. Be.;., Gaüläch-ergäfse 87. Gtrstav Älleisel, Waldarbeiter, 17. Bez., Theke mann gaffe 4. Ernst Straffer, Budapest, Fabrikant, 4. Bez., KarlSgaffe 20. Viktor Straffer und Stefan Straffer «im Einverständnisse des Vaters Ernst Straffer daselbst). Martha Straffer geb. Fanto, Mutter resp. Gattin der vorangehe-nben. Dr. Felix Buntzl, Eheiniker, 1. Be.;., Zelin'kagaffe 14. Elise Liegelbanm, Perkäuferin, 9. Bez., Liechtenfteiustr. 82. Nathan Friebmaiml, Czeruowitz, Oberkellner, 20. Bez., Wällensteinstr. 56. IJulins Otto Albiidl, Student, 5. Bez., Margaretenst-r. 96. Sanruel Schtvarz, Buchöinbergeihilfe, 16. Bez., Fried um ungasse 49. Engen Weiß, Buchhalter, 8. Bez., Lercheugaffe 22. Markus Balsam, Ezrenstretau (Riltzlattb), Hutmachergehilfe, 8. Bez., Blindengaffe 18. Samuel Kolliu, Körmend (Ungarn j, 0)eschäftsdiener, 15. Bez., Tannengaffe 7. Adele Hahn, Adnokatensgattin, 1. Bez., Wipplingergasse 22. Tr. NHoritz Hahn, Chanomitz (Böhmen), Hof- und Gerichtsadvokat, 1. Bez., Wtpplmgerstr. 22. Georg Buh, Gyrmrasiast, 3. Bez., Krieglergasse t8. Fritz Roth, Kvm-- mis, 14. Bez., SechshaUferstraße 98a. Berthold Fuchs, Btlöapest, Privatbeantter, 2. Bez., Blnmauergasse 8. Ludwig Fürstenthal, Bankbeaimter, 6. Bez., Hahngafse 33. Nelly Keller geb. Winter, Arztensgattin, 6. Bez., Köstlergasse 7. Dir. Heirnrich Koller, Faros lau (Galizien), Zlrzt, 6. Bez., K'bstlergasse 7. Leontine Khn geb. Rvsner, Liptrik, Privatbeamtill, 4. Bez., Große Neugafse 36. Rosa Ehrlich, Hilfsarbeiterin, 17. Bez., Mmergasse 71. .Katharina Stverk geb. Honig, 9. Bez., Pichlergasse 4. Siegfried Hitschnmun, Slepolitz (Böhmell), Reisender, 16. Bez., Koppstr. 70. Helena Lebvlvitsch, Odessa (Rußland), 1. Bez., Graben 3. (Gisela Freund geb. Eibenschütz, Budapest, Agelttensgattiln, 4. Bez., Lchleifmühlgasse 13. iJvsefine Amalie Franziska Freund, 4. -Bez., Schl-eifm-ühlgasse 13. Otto Mutter, Platzvertreter, 6. Bez., Engelgaffe 10. Josefine P.ollak geb. Goldschlitidt, Generalkonsulswrtwe, 1. Bez., Hohenstanfeng. 6. Jenny Feuerreifen geb. Kr'all, 18. Bez., Eottagegasse 11. Jaiko-b Klein, Kaufnmun, l. Bez., Löw-ekstraße 8. Jakob Htrschsohn Höltei (in Triest zur röm.-kathol. Kirche libergetreten). Henriette Butian geb. Fürst (in Bolosca zur röm.->kakhol. Kirche übergetreten). Berta Kurz, Brünn, Pripatbecmt!- tin, 2. Bez., Tabvrstr. 57. Dr. Albert Fichtengoltz, Odessa (Nutzland), 18. Bez., Semperstr. 44. Max Eisler, Schneibergehilfe, 12. Bez., Vierthalergasse 23. Karl Doktor, Musiker, 2. Bez., Glockengüsse 8 a. Simon Rubin, Chorva Lieszko (Ungarn), Fabriksarbeiter, 11. Bez., Pfasfeuaygasse 8. Therese Geiger, Konstantinopel, Beamtin, 15. Bez., Gokdschlagstratze 21. Sidonie Notstadt geb. Siißer- Rabbi bas „Ouittel" hinreichte. Der Rabbi las dasselbe und schüttelte bedenklich den ,Uop_r. „So." sagte er, „krank ist deine Tochter und ihr Mann vor kurzem gestorben; ihrKind ist auch krank? Nebbich! Was hat dem Mann gefehlt?" Der Greis erzählte ausführlich. „Hin, hnt," und der Rabbi schüttelte wieder seilt Haupt. „Krank ist auch die Tochter?" fragte der Rabbi weiter. „Ja, Rabbi, so ist es," sagte mit gebrochener Stimme der Alte, „helft, Rabbi, helft, heiliger Zaddik, um Gotteswillen helft!" „Gott wird helfen," antwortete mit Betonung der Rabbi. „Hier hast du eine „Schnurre" (d. i. eine vom Rabbi geweihte Münze), bringe sie deiner T o ch t e r, sie wird eine „Refiuh" haben (genesen)." „Und das Kind, Rabbi, das Kind?" fragte bestürzt der alte Mann. Der Rabbi schwieg. „Das Kind?" wiederholte der verzweifelte Alte. „Geh!" sagte gebieterisch der Rabbi. „Gott ist gerecht." Er schien zu beten. Der alte Mann wendete sich der Türe zu, während die Näherstehenden, welche den letzten Teil des Gespräches hören konnten, den Fall halblaut besprachen. „Sicherlich ist jenes Kind, von dem der Alte sprach, bereits gestorben oder stirbt es, während der Alte müerwegs ist. Denn der Rabbi hat vom Kinde nichts hören wollen," raunte mir einer ins Ohr . . . manu, Kaufummlsgattiu, 18. Bez., Währiltlterstraße 125. AfvuS Nothstadt, Warschau (Rnßlanb), Kaufmaun, 18. Bez., Währingerstr. 125. Eamilla Löwy, MiSkowitz. Kleidermacherill, 16. Bez., Grnndstei «gaffe 30. Louise Hffchmantt geb. Pink, Budapest, 3. Bez., Nabetzkygasse 3. Pepi Mohr, Seret «Bukowina), Mvdistin, 15. Bez., Füllfhausgasse 17—49. Adolf Jettetz, Architekt, 5. Bez., Ai'argaretheustr. 134. Zusammen 127. j _ j Aus Marieubad. i (Jahresversammlung des Galizischen Hilfsvereins. Purimveranstaltung. Neligionsprüfung.) Sonutag den 25. Mürz falls die Jahresversammlung der Ortsgruppe Ällurieübab des Galizifcheu Hilfsvereilles statt. Der Obmann FUDr. Josef Steiner, Advokat und Kultnsgenieinbcivorsteherstellvertreter eröff riete dieselbe, gedachte der im Laufe des Jahres dahingeschiedeueu Mitglieder, Frauen Mathilde Stiugl nub Sophie Nenmalltr, deren Aridellkeu von den Anwesenden durch Erheben voll ben Ditzen geehrt rvurde. Dem Kässaberichi des Herrn Siegmund Schueider, Kaufilian.lt un-d Obmauu des Hanöelsgremiums hierselbft, ist zu entnehmen, daß die Ortsgruppe im Jahre 1905 70 Mitglieder zählte nnd die eutsprecherrüelt Beiträge au die Zentrale in Wieu abgeführr werdeu komutell. T-or Schriftführer Herr Rabbirier Dr. Goldberger erstattete ausführlich Bericht über die Wandevversammluug in Dachau, welche der Grüllduug einer Ortsgruppe daselbst galt und voraussichtlich zu einer solcheu fiihreil dür-ste, sowie ein dkeserat über den daselbst gegebenen Tütigkeitsbericht des Sekretärs der Zentrale Wien. Sämtliche -Berichte wurden mit Beifall genehmigt und die in der Debatte gestellten Anträge der Herren Strauß, Siegnmud Doktor (Beirat für Dürrmaul) und Stiugl Max zur Weite rebwäguug resp. Durchführnrig und. Beantwortullg an die Zentrale Wien übernoln!men. Die Wahl wurde per Mklamativu vvrgenvniuieu und lMlvdeu die bisherigen Borstaudsmitglieder Herr Tr. Steiner als Obmaml, Herr Siegmund Schueider als jiässier, Herr Rabbiner Dr. Goldberger als Schriftfiihrer, Herr Hotelier Büruch, Kultnsgern-eill-devvrsteher, als Obmauustellpertreter wieder, die Herren Stiugl Alax als Kasslerftellvevtreter und Paul Lvwellthal als Schriftführer!- stellvertireter neu gewählt. Als Beiräte tvnrden gewählt: Die Herrerr Franz Beck, Fleischner Hugo, Goldmaliu D. H., Horowitz Emil, die Frauen Stiugl Rosa, Beck Jda für Märienbad,' die Herveu Dr. Siegnmud für Dürrmaul, Kralls Albert für Plan, Buxbanni Siegfried für Tepl, Löwy Wilhelni' für Kölligswart. Ein gemütliches Beisanlimensein schloß an die Sitzung au. Auch anläßlich des PurilNfestes hatten wir zwei sehr schörre Beran-staltlluMu, deren Neirl- Nun Winkte der Rabbi mir zu. Ich trat näher. Er reichte mir die Hand, fragte nach meinenl lRamen und Begehr, denn ich hatte fein Quittel mit. „Ich wollte Euch Rabbi begrüßen, kennen lernen," erwiderte ich. Der Rabbi blickte mich lächelnd von der Seite all. Er schien den Zweck meines Besuches ohnehin erraten zu haben. Ich fügte darum rasch hinzu: „Ich tvollie, Rabbi, auch um Eure« Segeil bitten. Auch möchte ich ein Andenken —" Er nahm nun eine Münze, die man mir > zusteckte, aus meiner rechten Hand, sprach ein! Gebet, das er vor sich so hinflüsterte, und gab [ mir die „Schmiere", was als eine Art Talis-! man gilt. > „Geh' in Frieden," sagte er dann. „Gott steh' dir bei." In ein weiteres Gespräch, das ich so gerne angeknüpft hätte, schien der Rabbi sich nicht einlassen zu lvollen. Denn er hieß den Nächsten vortreien. Ich trat deshalb zurück. Der Rabbi ließ immer neue Gaste vor und spendete ihnen Trost und Rat. Aus den Gesprächen, die ich nur teillveise hörte, entnahm ich, daß der Rabbi ein gelehrter und kluger Mann sei und die Situation wohl zu erfaffen verstehe. Die Geduld, mit welcher er alles vollzog, die Ruhe, mit der er die zahlreichen Petenten anhörte und beratschlagte, die Aufmerksamkeit, welche er jedem ihrer Worte schenkte, sein Erinnerungsvermögen, sobald er noch vor Jahren gesehene Personen lviedererträgnis bell Qrtsarnrelt zuglkte kam. Es fand ei-n Ball mit Bortrügen seitens unserer tzcimischeu J-U'gen'd, sowie ein Kinderfest mit Aufführungen stäkt. Letzteres besonbers vereilligte ält uub jlmg in echter Pürinl-frühlichkeit rmd staub wie alljährlich unter der bewährteu Leitll.ng Sr. Ehriwürdeu des Herrn ffiabbiners Dr. Goldberger, berauch im lPvr-jähre selbst eine braruatische Dichtung zu diesem Ziveckc verfaßte, welche das Buch Esther zur Gruublage hat unb mit Liebe unb Geschicklichkeit seitens der Kiliberdargestellt, sorvie mit großeur Beifall ausgenommen wurde. Lllich bei der am! . d. M. -stattgehabtell Religionsprüsullg, lvelcher der Borstaub, sowie zahlreiche Mitglieder ber Kultusgemein-de beiwohnten, zeigte es sich deutlich, was bie Liebe der Schüler zunli Lehrer inid b'ie Begeisterling des Lehrers für sein Amt vermag. Ju allem 'Fächern, im Hebräischlesen, int lieber setzen einzelner Gebetstücke, sowie ausgewählter Kapitel des Pentateuch, in der biblischen Geschichte und int Hebräisch sch reiben zeigten die verschiedenen Stufen ihrenl! Alter nud 9lll-oöd!tt>llngen bes Lehrplanes entsprechcnbe urlb zu ben schönsten Hoffnungen berechtigende Ken-n-tnisse. Wenn eben der Jiigend nicht mir Keirntll'isse, sonbcru anch Liebe zünr Unterrichtsgegenftande der Religion eillgeflößt werden, kann ein gedeihlicher Religivusttllterricht erteilt »verden. Der Vorsteher der Kultlisgelneiube, Herr Stadtverordneter Enlil Baruch, erwähnt auch in seiner Schlllßauspräche der sichtbarerl Erfolge des Reiigion-sulkterrichtes und bankte Sr. Ehrwürben -Herrn Nabbin-er Dr. Goldberger für seine erfolgreiche Mühewaltülig. Ter Prüfung wohnte auch Herr Bürgerschuldirektor K>olb bei, -der sichebütlfalls über die Kenntnisse der Schiller in anerkennendster Weise aussprach. Die ReligionsP-rüfllng legte Zengtlis dafür ab, wie in unserer immer mehr anfbtühenden Gerneitl-de ein gesunder Fortschritt mit treuer dlnhünglichkeit an die Lehre Israels verknüpft wirb. Protestversammlung gegett die rusfische Anleihe. Am 2.5. d. M. fand im „Hotel Post" eine von beu „Poale Zion" einberufelie Protestversammlung gegm die russische Anleihe statt, die einen imposanten Verlauf nahm. Der Festsaal des „Hotel Post" mit allen Gallerten war bis zum letzten Plätzchen von Altwesenden gefüllt, utrter denen sich eine große Anzahl voit Kultuswählern befanden. Den Vorsitz führte Herr Rathan Groß, der in seiner Eröffnungsrede den Zweck der Versammltmg erklärte und in kurzen, aber scharfen Worten gegen die jüdischen Finanziers, die sich an der Russenanleihe beteiligen und besonders gegett ben erkannte und ihr damaliges Vorbringen noch im Gedächtnis hatte, erregten meine Bewunderung. Die Abtreteirden legten immer den „Pidieit", ein Geldgeschenk, auf den Tisch, wo sich die Geldrollen hüuftell, tmd dem „Gabe" bn'ufteit sie auch ein Geschenk in die Hand. Es mau nicht möglich, ohne als Beobachter erkannt zu iverdeii, langer dort zu uemueileti und ich trat hinatis. Bol! Neid blickte die draußenftehende Menge mich an. Ich hatte doch den Rabbi gesprochen, lvouach alle so heiß sich sehnten, wenige aber erreichten. Lange stand die Menge noch. Sie ließ ohne Murrelt sich schiutpfeu, stoßen. Ettdlich mußte sie ja doch aus Ziel gelangen: D e S R a b b i s S e g e n e r h alten . . . Huntes Feuilleton. Was bedeutet das Wort Passah? Der kirchliche Name des Osterfestes, Passah, ist die griechische Aussprache des hebräischen Pessach in der ältesten Uebersetzung des Pelltateuch. Nach diesem bedeutet das Wort, lvetches nicht sowohl das zur Erinnerung an den Ältiszug aus Aegypten gestiftete Fest, als viellnehr das für den ersten Festabend angeordnete Opfermahl, das Opferlamm, bezeichnet: Ileberschreitung, weil Gott, als er die Erstgeborenen der Aegypter erwürgte, die Häuser der Israeliten überschritt, d. h. verschonte, tvenrr er an Schtvelle und Türpfosten das Blut des Latumopfers erblickte. (Exodus 12. Kap.) Manche Ratio-

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