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Nationalzeitung · 1906-04-27 · Heft 31 (27.4.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 31 (27.4.1906)
Date
1906-04-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 31 Natwnalzeitung Seite H Dem auch bet jüdischen und nichtjübischen Oeffentlichkeit den Untfang, Den Gehalt und Die Bedeutung unserer Bewegung vor Augen zu führen; 3. in Die Schekeleinziehung System zu bringen und dadurch den finanziellen Apparat Der Organisation auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Auf Diese Drei Grundprinzipien müssen die Federationen bei der Vorbereitung und Durchführung der Schekeltage ihr besonderes Augenmerk richten. Die Federationen haben an ihre Vereine die Weisung ergehen zu lassen, an diesen Tagen überall Versammlungen und Veranstaltungen zugunsten des Schekels zu unternehmen. Jeder Zionist muß sich in diesen Tagen in den Dienst des Schekels stellen und es sich angelegen sein lassen, in Den weitesten Kreisen für Den Schekel und Damit für Den Zionismus zu werben. Die besonderen Maßnahmen, Die Die Federationen treffen wollen, um Dem Sehekeltag zu einem vollen Gelingen zu verhelfen, müssen natürlich Den Verhältnissen jedes Landes angepaßt sein. Nebeit Versammlungen werden sich in vielen Ländern Umzüge, festliehe Manifestationen usw. als PropaganDamittel sehr bewähren. Wo es angängig ist, muß durch Vorträge in den Synagogen auf die Bedeutung der Tage aufmerksam gemacht werden. Vor allein aber muß die Agitation von Haus zu Haus, von Mund ztl Mund betrieben werden, in erster Linie sind dabei Die Jugend, Die Studenten, Frauen und Mädchen heranzuziehen, damit wirklich alle .Streife von Der Agitation erfüllt lverden. Wo sich Die Gelegenheit ergibt, muß Das öffentliche Interesse durch die Presse, Durch Flugblätter usw. geweckt werden. Ueberall muß den Juden zmn Bewußtsein gebracht werden, was in Diesen Tagen vorgeht, welche Bedeutung der Schekel und Der Zionismus hat. Wenn die Bewegung zugunsten des Schekels überall mit Dein genügenden Nachdruck betrieben wird, dann inüssen Die Schekeltage eine glänzende Demonstration für unseren heiligeir Gedanken werden, die die Organisation allerorten mit neuem Leben und neuer .Straft erfüllen wird. Um die Einheitlichkeit der Aktion, die zugleich eine Gewähr für ihre Wirkung ist, zu garantierett, müssen alle Federationen s o - fort ohne Umschweife mit den erforderlichen Vorbereitungen beginnen. Die Arbeit muß so eingerichtet werden, daß alle Abrechnungen spätestens Ende Juni fertig find. Die Vereine und Vertrauensmänner sind demgemäß zu instruieren. Die Abführung der Gelder erfolgt wie immer an den Jewish Colonial Trust, London. Austritte uns feem Judentum in Wien vom 8. Februar bis 17. April 1806. Eingeniia Gistila Scharff, Private, 2. Bez., Pozmanitenavsse 7. Hnpo Morgenstern, Mähr.- Weifekivchen, Jurist, i. Bez., Hv he>tsta nfenyasse 7. Janäz Honist, Polony Mtmarn), 17. Bez., Geblergaff'e 57. Leopold Grosz, Biudopesl, Bankier, 1. Bez., Ribelungengaffe 7. Julius Pick, Neichenberg (Böhmen), Handelsgesellschafter, 4. Bez., MaycrihvMsse 10. Arnold Tora, Schriftsteller, 6. Bez., Hvfmllhlgasse 13. Regina Geisenborfer gob. Motzilka, Krasska (Mahren), BWnbeatntensgattiu, 2. Bez., Prager NeichAstrahe 3. Robert Heidlberg, Kaufmann, 6. Bez., Esterhatzygasse 18a. T,r. Ottfried Fellner, prall. Arzt, 1. Bez., Bauernmarkt 11. Gisela Blum, Pri-vate, 2. Bez., Noröbahnstrafee 26. Emilie Löwy, B.^Kömenitz, Wirkschafteriu, 10. Bez., Staatshalt nhof. Elsa Braun, lkug.-Hr'adis'ch, Private, 18. Bez., Gentzgasse 52. Heinrich Rechert, Berdyezeir lNtistland), Photograph, 13. Bez., Lainzerstr. 100. Dr. David Ehrlich, RikolaselliiMNßlaud), Jurist, 2. Bez., Asperng. 2. Her mitte 'St raufe, Hanöelsanae stellte, 1. Bez., Griinauergasse 7. Paolo WeittiUi i'Zknstritt in Triest). Frau-züska SchrMer, GymMstastkn-, 3. Bez., 'Damlpffchiffftr. 4. Elisabeth Theresia Josefa Korn, 8. Bez., Joses st a-dterst raste 91. Franz Moriz Adler, 17. Bez., Hernals er Ha uptst raste 132. Antonia Raubitschek, Private, 18. Bez., Alseagerstrafee 46. Okudvls von Eiseustätter, 6. Bez., Königsklostergaffe 1. Isidor Lauer, Teltsch (Mähren), '.Kaufmann, 2. Bez., Taborstr. 19. Rosalia Ratz, Brvby (Galizien), 9. Bez., Hvfergaffe 3. Dr. Robert Aschkenasy, Frankf'U'rt a. M., 9. Bez., Mariä tMengasse 14. Emilie Klippel, geh. Dikes, Schiristsetzersgattin, 9. Bez., Akserbachstr. 6. Wolf Gelber, Pod'hafee (Galizien), Nedakteur, 9. Bez., Berggasse 20. Friedrich dlnlal, Techniker, 4. Bez., Schönbnrgstr. 13. Melanite Eisler, Private, 1. Bez., ReichSratsstr. 27. Richard Adler, Student, 12. Bez., Dörfelstr. 10. Güttel lAugustat Isufeenberg, Podgorze (-Galizien), 'Räberin, 14.. Bez., Prinz Karlgaffe 35. Rudolf Herzog, Schlvssergehilse, 2. Bez., Taborstr. 78. Lilly Marie, 6. Bez., Situmlperg'asse 42. Valeria Siebenschein, Verschleißerin, 3. Bez., Geologeugaffe 16. Siimm Schwed, Hler!re!uschnes!büt, 3. Bez., Lö'wenherztgafse 8. Emiliv Siifeerinanu (röm.-kath. getauft in Triest). Margarethe Grosz, 9.' Bez., Glasergasse 4a. Beruhard Bodascher, Teltsch (Mähren), Mechaniler, 13. Bez., KUefsteingasse 22. Dr. Georg Schick, Schurz (Böhmen), Ehemlker, 3. Bez., Beatrixgaffe 10. Karl Pvllak, Dvoppau, 13. Bez., Iluhofstr. 45. Olga Blau, 3. Bez., Hämbtirgerstrafee 32. B ia u ka Spitz, 2. Bez., K urzba u mg. 4. Artur Bewn Lilsau (Böhmen), 6. Bez., Glttnpenövbserstr. 81. August Löwiy, stirb. techn., 1. Bez., Graben 20. Olga Görner, geb. Goldberger, 1. Bcz., Giselastr. 5. ffieglua Frankel, Lemberg, 4. Bez., Schönbnrggäffe 42. Otto Roth, Banjaluka, Ma schine utech!nile>r, 9. Bez,., Liechten steinst r. 94. Alexander Roseullerg, Bürgerfchüler, 9. Bez., Lnstkandlgaffe 46. Leo Skrein, Mediziner, 1. Bez., Zelinkagasse 12. Jeanette Trs, geb. Arnstein, 20. Bez., Leystraste 133. Ernestine Marsik Gbünivald, (Böhmen), Hilfsarbeiterin, 13. Bez., Schanzstrafee 15/17. -Hanns' Wachsler, Privatbciainter, 2. Bez., Kl. Pfarrgasse 7. Rudolf Schönberger, Manipulant, 9. Bez., Liechtenstelnstr. 60. Bert-Hold 'Grimme, Wiesenberg (Möhren), 1. Bez., Fleischrnarkt 2. Miax Oftcrsetzer, Brody (Galizien), Disponent, 9. Wäiseuhausgasse 10. Philipp Kepich, NagiPBecskerek (Ungarn), Privatier, 9. Bez., Wahringerftrafee 35. Otto Zucker, Krakau (Galizien), Oberbuchhalter, 8. Bez,., Tigergasse 33. Stefanie Unger, Nagy-.Kallv (Ungarn), Kaffeeköchin, 6. Bez., Magdale neust r. 6. Irene Baron, 1. Bez., Rotenturmistrla'tze 29. .Kornelia Stern, gob. Tofler, Budapest, Privatiersgattln, 9. Bez., Hörigaffe 14. Wanda Dorothea Reicher, Czenstochau (Rtlfelanh), Hotel Royal. Jakob Welt, Stvrozynetz (BlNkomina), Rechtspraktikant, 4. Bez., Alargaretensträste 38. Marie Herz, geb. Löbel, 13. Bez., Altgasse 23. Augusta Herz, 13. Bez., Isltgaffe 23. Dr. Alois Rvtstiber, Mjalazka (Ungarn), Zahnarzt, 1. Bez., Stock im Ersenplatz 3. Flora Notstiber, geb. Sqatitzer, 1. Bez., Stock im Eisenplatz 3. Fanny Beer, Jglatl, Berkänferin, 2. Bez., Nordwestbahnstrafee. 13. Adolf dkschner, Rodvfoz (Kom. Neutra, Unigairn), Schlosser, 14. Bez., Sch-weglerstr. 15. Jakob Samuel Reicher, Hotel Tegetth'vff. Leo iStlischitzli, Ssnticho'w (Böhmen), Fiaker, .16. Bez., Boingafse 3. Marguerite Redlich, 2. Bez., Gr. Mellirengafse 28. Arthur Kohn, Ingenieur, 9. Bez., >Grnnetorgafse 12. Mäyer Seinger, Brody, Magister! der Phärntazie, 2. Bez., Engerthstr. 202. Karoline dlitexander, 19. Bez., Hardtgaffe 21. Artur Mautner Morchonstern (Böhmen), Kontorist, I. Bez., Efelinggasse 15. Theresia Schnlirniacher, 5. Bez., Wildmanngaffe 3. Oskair Weffetzky, Jvnrnalift, 3. Bez., Boe rhaoega ffe 21. Eainilla Enge n ie Stöffel, geb. Gokdschmidt, dlrztenSgattiu, 1. Bez., Elifabethstrafee 10. Tr. Moses Hiero Stöffel, Brünn, prall. Arzt, 1. Eliiabethstr. 10. Richard 'Passer, Neubidscholw (Böhinen), Lldvolatn rskand ilmt, 10. Bezirk, Settefeldergasse 25. Edwin Miiller (Namens der Eltern Friedrich nnd Helene Müller, 4. Bez., Hanptstr. 10, znr röm.-kathol. Kirche ühorgetreten). Egon. Schmidt, 5 Jahre alt lim Eiitverständuisse beider Ettern^ S'igumnH nnd Baleirie Schmidt, 19. Bez., Billvvthstr. 19, zur rönt.-kathol. Kirche übergctreteu). Egon Böhne, Ehemiker (Austrllt erfolgte in München). Olga Lux, Budapest, k. k. Wieduer Krankenhaus. 8l'ngnsta Götz, 6. Bez., ^limerlingstr. 19. Franz Drach, Papa (Ungarn), Aiürmernmlcr, 10. Bez., E'rllachgasse 135. Kathavorzusprechen, um die so gefeierte Größe persönlich kennen zu lernen. Früh ntorgens war ich schon ans den Beinen und ging zum Rabbi. Die Menge umstand noch immer dichtgedrängt den Eingang. Es schien nahezu umNöglich, jetzt hineinzngelangen. Da gab mir einer den Rat, in später AsttchtstunDe ztl kommen, dann werde es möglich sein, den Rabbi zti sprechen. Ich mußte Diesen Rat befolgen, zumal ich tviederhalt ein Hindurchdrängen vergeblich versucht hatte. Also kam ich spät am Abend. Aber noch immer war der Andrang groß, ja, viel größer als am Morgen. Ich beschloß nun, mir um jeden Preis den Eintritt zu ermöglichen. Es war mir bereits geltmgen, bis zur Türe zu gelangen. Da bot sich ineinen Angen ein entsetzliches Schauspiel dar. Männer nnd Weiber schlngett sich blutig, um bloß ans die Stiege zu kommen. Da stand einer mit zergtietschtem Arm, einer mit verivllndetem Kopfe, lind doch ivollten alle hinein, dkranke Kinder, Säuglinge hatte man sogar mitgeschleppt, um des Rabbis Segen für sie zu erflehen. Meistenteils aber waren es arme, hmtgernde Lettte, Handwerker oder Lustmenscheu, die heute nicht wissen, ivovon sie morgen leben lverden, und die nun ans den entlegen--- steil Seitengäßchen oder ans der Utngebung herbeigeeill waren, um beim durchreisenden Rabbi Hoffnung, Rat oder gar Hilfe ztl findett. Groß war nantentlich die Zahl der Weiber, die den Eingang umstattd und schreiettd nach vorne sich drängte. Jede hatte ein anderes Petit. Die eilte kaut ihre» Mattu verklagen und ertvarkete aus des Rabbis Mund ein Arkanum für den getrübten hättstichett Frieden zu erfahren, die andere wollte Kindersegen erflehen, die dritte auf eines Feindes Haupt den Zorn des Rabbi laden. Sie meinten, sie siebten, daß tnan ihnett Den Eintritt gewähre. Umsonst! Wer tticht dem „Gabe" eilt Geldstück in die Hand drückte, kam nicht hinein. Da ermannte sich die Menge. Sie erstürmte die Tür und d r a n g hinein. Ich drängte tttich nach. Ich befand tttich in dem Zimmer, in welchetn „Qtlittel" geschrieben lvltrden: Zettel, anf welchen das Verlangen der Vorsprecher verzeickmet wird. Auch für das Ottittelschreiben lnnßte gezahlt werden, und eilt tveißbärttger Jtlde mit zerrissenem Kaftan strich hierfür das Geld eilt. Er saß mitten int Zimmer, schrieb mit einer Gaitsfeder und ließ sich voit jedetn Vortretenden das anfztischreibettde Begehren itts Ohr flüstern. Ich begehrte keilt „Qnittel" mtb ging ins nächste Zintmer. Es war das eigentliche Vorziinmer, welches nur die „Vorgelassenen", welchett der Zutritt zntn Rabbi nicht verweigert ivird, betreten dürfen. Es war bereits dicht gefüllt. Ich wartete. Man musterte tnich von allen Seiten. Es gehörte doch zti den Seltenheiten, einett „Deutschgekleideten", wie sie mich nannten, beim 'Rabbi zu sehen, itnb so kam es, daß ich beim Wunderrabbi wie eitt Wunder t i e r angestiert wurde. Int anstoßenden Raum ertönte eine Glocke. Der Rabbi rief nach Deut „Gabe". „Laß die Leute eintreten," sprach eine weiche Stimme aus dem nächsten Zimmer. Man ließ uns nun, ungefähr zehn Personett, hinein. Ich befand ntich in Deut AnDienzzimmer, dem Rabbi gegenüber. Er saß ans einem altmodischen Fauteuil. Die Haitd, die mit dem Ellenbogen auf dem Tische rtthte, hielt er vor der großen Stirne, seine Füße ruhten anf einem Pölsterchett. Der Mann schien die Dreißig noch nicht überschritten zu haben. Sein Gesicht zeigte krankhafte Blässe, die eingefallenen Wangen bewiesen, wie wenig Ruhe man ihm gönnte. Auf seilten Zügen ruhie heiliger Ernst. Aus tiefen Höhlen schauten ein paar hellblickettde Augen wirkuitgsvoll anf Die Anwesenden. Die ganze Haltung des Mannes lvar ehrwürdig, respekteinflößend. Aus dem Tische lagen Bücher uitd beschriebene Papierrollen. Neben dem Rabbi stand der „Leib gäbe", der Befehle gewärtig. Der .'Rabbi reichte Dem Vor treten den die Hand. Es lvar eitt alter Maitn, der dem KREBS-APOTHEKE 2. /I ITTEL P/t CM Wien, I., Hoher Markt Nr. 8 (Palaia Sina) im Zentrum der Stadt. + Hühneraugen■ Pflaster. pro Schachtel 70 Retter ——.... HUhneraugenbalsam (Tinktur) —=•=•■ Preis pro FliUchch» 70 Heller.

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