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Nationalzeitung · 1906-04-20 · Heft 29 (20.4.1906) · p. Seite 5

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 29 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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iNr. 29 Nationalzeitung Seite 6 22. Avril, halb 9 Uhr morgens, 2. Bez., Große Schiffgasse 8, statt. Gäste willkommen. Der Vorstand. Wien (Fünfzigjähriges Jubiläum). Die Genossenschaft der Agenten der Börse für landwirtschaftliche Produkte feierte gestern das 50jährige Berufsjubiläum ihres Mitgliedes des Herrn Wilhelm Spitzer. Der Vorsteher Herr Julius Beer feierte den Jubilar in herzlichen Worten und überreichte ihm eine kalligraphisch ausgeführte, von allen Mitgliedern der Genossenschaft Unterzeichnete Adresse. Namens der Börsenkammer begrüßte Vizepräsident kaiserlicher Rar Weil den Jubilar m einer längeren Ansprache, in welcher er besonders seine Ehrenhaftigkeit und Tüchtigkeit, seine stets bekundete Treue und Verläßlichkeit, rühmend unter dem lebhaften Beifall der Anwesende» hervorhob. Professor Häusler beglückwünschte den Jubilar im Namen der ernannten Börsenräte. Börsenkommissär Dr. Karl Hofmeister und Grneralsekretär Dr. Horowitz schlossen sich den Sympathiekundgebungen in für den Jubilar sehr anerkennenden Worten an. Schiedsrichter Albert Beer beglückwünschte ihn als Obmann des Zentralverbandes der Mühlenvertreter und Herr Julius Münzer im Namen des Vereines der Beamten der Getreidebranche. Unter den Gästen erschienen Vizepräsident ReichsratSabgeordneter Bernhard Freiherr v. Ehrenfels, Börsenkommissär-Stellvertreter Dr. H o ch d o r f. kaiserlicher Rat Bogt, eine große Anzahl der gewählten und ernannten Börsenräte, eben;o waren fast alle Firmen der Getreidebranche vertreten. Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien. Am Samstag den 28. April d. I., halb 8 Uhr abends, findet in Kuhners Restaurant, 1. Bez., Adlergasse 0, die 17. ordentli ch e Gen e r v e r s a nr m l u n g des Vereines statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Präsidenten. 2. Kassabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Anträge und Interpellationen. 5. Vortrag des Vereinsmitgliedes Herr Bernhard V u ch w a l d „lieber den Bericht des Gewerbeförderungsdienstes 1902—1003" und damit verbundenen Diskussionen. Rechnungsabschlüsse der Wiener Kultusgemeinde. Der Kultusvorstand bringt hiermit zur Kenntnis, daß in Gemäßheit des § 91 des Statutes der israelitischen Kultusgemeinde Wien die R e ch n n n g s a b s ch l ü s s e über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonds und Anstalten für das Jahr 1906 vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariat (1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock) zur Einsicht der Gemeindemitglieder aufliegen. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen. Görz. (Enthüll um g einer Gedenki n f e I.) Aus Göriz wird uns geschrieben!: Sonntag abends fand in der Stiegenhalle >des israelitir i e b (Böhmen) geboren und kam als Kind nach Amerika. Bloch war der Schwager des bekannten amerikanischen Reformators Rabbi Jsaae M. W i s e, mit dem er sich im Jach re 1866 zur Herausgabe des jüdischen Reformorganes (American Jsraelite" assoziierte. Aus diesen: Unternehmen entstand dann das „Jewstb Publisking Honse", ein jüdischer Verlag, in dein mehr jüdische Bücher, Broschüren usw. erschienen, als in allen übrigen jüdischen Verlagsanstalten Amerikas zusammen. Die für das Reformwesen der Inder: Amerikas Ivichtigsten Ausgaben des Bloch'schen Verlages waren das von den Konservativen mit Recht angefeindete Gebetbuch „Minhag America", ferirer die Jugendschrift „Sabbath Visitor", Deborah" usw. An den Namen Blochs knüpft sich die amerikanische, farbige F a h n e:: - i n d u st r i e, deren Erfinder und erster Fabrikant in den Vereinigten Staaten Bloch war. Bloch hinterläßt vier Söhne und zwei Töchter, die alle in Ainerika leben und verheiratet sind. Verbotes durchzusetzeu. Auszeichnungen für Prof. Steinschneider. Prof. Dr. Moritz S t e i n s ch n e: d e r, der vor einigen Tagen sein neunzigstes Lebensjahr vollendete, hat von: deutschen Kaiser den Roten Adlerorden vierter Klasse erhalten. Die Universitäten von S t r a ß b u r g und C a m - h r i d g e widmeten dem greisen Gelehrten eine tabula gratulatoria. scheu Tempels Me Enthüllung einer Gedenktafel für den im Jahre 1692 verstorbenen Leutnant P. Schreckinger statt, der 4909 Kronen für eine Armenstiftnng gewidmet hatte. Der Feier-, die mit einer ergreifenden Ausprache des Rabbiners begann, wohnte -eime Deputation des Ofsizierkorps -des 47. Infanterieregiments an, -len: der Verstorben angehört hatte. Mischehen in Ungarn. Das Ungarische Statistische Landeszentralamt veröffentlicht in: Februarheftc seiner Publikationen auch die folgende E h e st a t i st i k : Es wurden im Februar l. I. 39 846 Ehen geschlossen, das ist um 7068 mehr als im Februar 1906. Von den Eheschließungen waren 3318 Mischehen, und zwar 41 zwischen Eheleuten christ - l i ch e r und j ü d i s ch e r K o n f e s s i o n. Die Vereinbarungen hinsichtlich der Konfessioi: der Kinder umfaßten 727 Fälle <423 zugunsten der Mutter, 304 zugunsten des Vaters», während von den christlich-jüdischen Mischehen nur in 16 Fällen Vereinbarungen getroffen wurden, und zwar in 13 Fällen z u g u n st e n des christlichen Bekenntnisses. Drohobycz. (Akademiker und Poalei Zion. ) Vor zwei Monaten gründeten die hiesigen jüdischen Handelsangestellten einen poalei-zionistischen Verein „Bar Kochba". Im Verlaufe einiger Wochen zählte der Verein bereits 130 Mitglieder. Wie der „Jüdische Arbeiter" berichtet, haben sich einige junge Akademiker, „welche die Lage und die Interessen der Arbeiter nicht verstehen, in die inneren Angelegenheiten des Vereines gemengt, weshalb der größte Teil der Mitglieder aus dem Verein ausgetreten ist, um auf diese Weise gegen die ungebetene Bevormundung der Arbeiter seitens der Akademiker zu protestieren. Wir hoffen," schließt das genannte Blatt seinen Bericht, „daß die Akademiker bald zur Ueberzeugung gelangen werden, daß die Arbeitervereine nicht dazu da sind, um einigen jungen Akademikern zu einer Führerschaft zu verhelfen." Neusatz. Die hiesige Kultusgemeinde hat in ihrer jüngsten Vorstandssitzuna den Bau einer neuen monumentalen S y n a g o g e, einer Schule und eines Wohngebäudes für Beamte beschlossen. Die Pläne wurden vom Budapester Architekten Leopold B a u m h o r n entworfen. Jaroslau. (Verlobung.) Herr Nachman M o n t a g, Kassier des jüdisch-nationalen Handelsgehilfenvereines „Jwri", verlobte seine Tochter, Frl. Anna Montag, mit Herrn Sa ly Katz ans Tarnopol. Wir gratulieren! Preßvurg. (T o d esfal l) Am 13. £>. starb Hier nach Mnaercni schweren Leiden Herr Israel N v? e n b a :: in, Vorstands Mitglied der hiesigen ' vrth. isr. K>u(insgemeinde >und Vorsteher verschiedener hielsiger Wohltätigkeitsauftalien. Der Verstorbene, der sich großer Sympathien in weiten Kreisen der hiesigen Bevölkerung erfreute, war auch Jahve hindurch Schulst n>hlpräses derselben Gemeinde. Das Leichenbegängnis I. Ros-onb-aums fand gestern nlachmittags 4 'Uhr vom Trauerhause, Postgnsfe 14, statt. An denselben beteiligte sich der gesamte Vorstand, die Repräsentanz, Schulkommission ni'it ihrem Präses, sowie der Lehrkörper dieser Gem-eindc mit der Schuljugend. Auch ans Wien war eine Au zahl Tranergäste erschienen. Am Grabe hielten Cchrw. Rabb. Leop. Friedmann, Rabb. Samuel 'Donath, sowie ein Sohn >des Verstvrben-cn ergreifende Trauerreden. Die sel tene Güte, sowie der Wohl tätigteistssinn des Verblichene:: waren geradezu stad-tbekan-nt. I. Rvsenbaum erreichte ein Alter von 75 Jahren. Er ruhe in -Frieden! Gedentfeier für den Rabbiner Dr. M. Kaqserling. In denn mit Trane reniblemen geschmückten j Knabenwaisenhanse der »Pester israelitischen Knltnsgenleinde ivnrde an: 11. d. M. für den versterbenen Nabbiner der Pester israelitischen! Knldtttsaerneittde ^rveiland Dr. Mayer Kayserlmg eine Gedenkfeier veranstaltet. Der erhebenden Feier iivohltten unter anderen bei: die in Budapest rveilenden Fantilienknitgl jeder des BeEchenen, der P-räsidoitt des Heiligen Vereins Jakob- Deutschdie Gernern'de- und Ehewra-Vorstände Sigmund Breitner, lJulins und Ludwig Adler, Max Grünball m, Verthold Herznrann, die Tentpelvorstoher Dr. Wilhelm Grauer und Arnold Kohn, ferner Rabbiner Dr. Simon He'vesi, Professor Wilhelm Bacher, Geueraldirettor Philipp Hazay, der Lehrkörper des Wa-iseuiustituts nsw. Die Feier begann mit einen: vom Oberkantor Professor Adolf Lazarus mit Chorbeglcitttng vorgetr>age::en Gebet, worauf »Rabbiner Dr. Julius Fischer eine den: Andenken des verblicheneU Kanzelredners umd Gelehrten gewidtnete Rede hielt. Nach der Gedenkrede, die tiese:: Eindruck machte, erfolgte abermals ein Chorgesang, mit welchem die Feier schloß. Sercth. Samstag den 14. d. Mts. hielt hier techn. Josef Weiß m am: (akad. Verein „Jüdische Kultur", Wien) in der großen Synagoge vor einem zahlreichen Publikum einen Vortrag über das Thema: „Das ostjüdische Kulturproblem. Die jüdische Sprache.'" Die Ausführungen des Redners, der insbesondere für eine intime Pflege der ostjüdischen Volkssprache eintrat, fanden lebhaften Beifall. London. CDa s F r e n: & e n g e s e tz.) Die konservative und die uniouistische Parte: beginuen jetzt isine fremüenseiudkiche Agitation, nachdlom die Regierung das Fremdengesetz durch ergänzende Verordnungen ziemlich mmvirksam gern'acht hat. Die Agitation' -wurde gestern: i!m Ostende von London eingeleitet. Eine große Anzahl Demonstranten fuhr in Kremsern umher, und diesen fuhr eine Musikkapelle voraus, die patriotische Wleisen spielte. Darauf fand in: 'StadthaUtse des B>e!zirkes Shoreditch eine Versarnmlmig statt, die gegen die Aenderung des Fremdongesetzes durch die jetzige Negierung plroteftieron' sollte. Der Saal war ganz gefüllt nind es herrschte ziemlicher Enth'UisiaAmns. Die koniservativen und unionli!stifchen Parteiagenten für das Ostende von London hatten dafür gesorgt, daß der Saal mit geeigneten Personen gefüllt 'war. 'Hier Älnpert Guinneß, der Sohn des reichen DlibliN'er Vierbräuers Lord Joeagh, führte -den Vorsitz. lEr betzeichnete die Blenderung des Gesetzes durch H!crbert Gladstone als ein' 'Ungerechtes, beispielloses Vorgehen. Sir George Doughty, der von der liberalen zur unionistifchen Partei übergegangen ist, kündete an, es würde eine gan'ze Anzahl Protestversamlmlungen i'm ganzen Lande abgehalten' w>elrden. Sir William Gvans^Gordon, der der -eigentliche Urheber des Fremd-eugefetzes ist, und d-er Abgeo-rdnete Claude Hay sprachen ebenfalls. Eine Resolution ge-ge:: das „willkürliche, ungesetzliche Vorgehien" Herbert Glädstones wurde dann' mit Zurulfen an-geno>m>men. Hamburg. (G ö t a u f t e Juden a l s Aerzte an einem jüdischen Krankenhause.) Mit einem geradezu skandalösen Borgan'g be'schästigte sich, die letzte Sitzung des Repräsentanten'kolleginms der hiesigen dentsch-israelitische:: Gemeinde. Bei der Vorlage, betreffend das Krankenhains dieser >Gemeinde, wies Repr. Math iassohn darau-f hin, daß von den vier au der Poliklinik des jüdischen Krankenhauses wirkenlden Aerzten drei getaufte Judenseien! I Das finde er und mit ihn: weite Kreise der Gem-eirtde sonder-! bar, na:n>entlich mit Rücksicht darau-f, daß genügen>d hervorragende jüdische Aerzte zu Gebote steh-cn würden, welche gern an der Polikli::ik fn::-ktivitierat würden. Hätte die Verwalkn-n-g. christliche Aerzte engagiert, so würde dagegen nichts einznwendei: gewesensein, daß jedoch ein Kraukenhaus, das sich als das»j-enige der DeMtsch-israelitischen -Geu:el-nde bezoichn-e, getan-fte Ju-d-e:: zulafse, müsse entschie-de:: verurteilt werden. Er bitte, an die KraNken-ha-usverwaltttNig das ErisucheU zu richten, wenn ihr Einfluß da-zn ausreiche, bei eiintretenden Vakanzen dafür zu sorgen, daß keine getauften Juden an der Poliklinik a-ngestellt werden rn-ögen. Herr -Jacob Wolfs begrüßt die Anregu::g des Bor-- veidu-ers -fr-e-ndig -und bittet, alles anfzu-we-nden, mn -hier eilte Wendung eintveten' zu lasse::. Herr Münden hält es gleichfalls nicht für wünschenswert, getauften Juden derartige 'Stellungen zu übertragen, zweifelt jedoch, ob die Kraulelthaus- Berrvaltnng Eiuflutz auf die Poliklinik habe. Herr \ Adathiassohn fügt hinzu, daßdie Mittel für die Poliklinik ln-nerhaib der Gemein»de von Juden anfgebrächt worden -n-nd daß das Gebäude auf dom Grundstücke des K raitkenhanses, welches der Gelneinde gehöre, errichtet worden sei. Das Kolleginm befchliestt einfti:nln:ig-, in dieser Frage! ein Attskunftserfuchen an den Gemein de vorftalld zu richten. Hierzu bemerkt der „Jüdische Gen-eralanzelger" mit Recht: Die Stellnugnahme 'der Repräsentanten z-n diesen skandalösen Vorgängen innerhalb der Gemeinde ist l:ns unverständlich. Isnftatt der ^sittlichen- Entrüstung und -Elnpörung ivettester Kreise den schärfsten Ansdrnck zu verleihen, richtet »nan das Ersuchen -und findet es sonderbar und beschließi endlich, Anskunst beim Vor-

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