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Nationalzeitung · 1906-04-20 · Heft 29 (20.4.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 29 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 ■Matwnal$eitung Nr. 29 ftand eivzu holen. Auskunft worüber? OH es gestattet ist, getaufte ftuden an indischen Krankenhäusern anzustellen? Braucht man auf diese ft-rage eine Antwort? Wir meinen: wenn die BieLwaltung eiri'ess jiidischelv KraEnjhaufes fp wenig Ehrgefühl besitzt, daß sie getaufte Juden als Aerzte anstellt, so verdient sie in der jüdischen Oeffentlichkeit mit Namen an den Pranger gestellt und voll deln Sturm der Entr>iistllllg seitens der Gemeiudemitglieder hin«weggofegt zu werden. Wir können -uns weiter auch nicht die Anschaniing des Repr. Mathiaslsohn zu eigen machen, die dahingeyt: „Es würde nichts dagegen einzuwenden sein, wenn die Bevwaltung des jiidischen Krankenhauses christliche Aerzte angestellt hätte!" Lallte es in Hamburg wirklich nicht auch geeignete jiidische Aerzte genug geben? «Weiß Herr Mathiassohn nicht, daß irr christlichen Krankenhänsern jüdische Aerzte in der letzterr Zeit wenig oder gar nicht mehr augestellt werden? Was sagen die jüdischen Aerzte Hamburgs zu diesem Vorgehen der Kranlenhausverwältung? Jedenfalls geben diese Vorgänge ein treffliches Präludium zu der demnächst in Hamburg stattfimdenden Gabriel Rlesser- Feier ab. Hamburg. «Abbruch einer alten Sym apoge.) Die Synagoge in der Elbstraße, eines der ältesten Bauwerke unserer Stadt, wird bald von der Bildflüche uerschwtlinden sein. Die Gemeinde hat das Grundstück sowie die daranstoßeitden Häuser verkauft; der gesamte umfangreiche Gebäudekompler wird abgebrochen und auf dem Terrain sollen große Etagenhäuser entstehen. Die Synagoge wurde im Jabre 1788 ihrer Bestinnuuny übergeben,; ihr Erbauer lvar kein gel'ingerer als Son-nür, der genialste Baumeister jener Zeit. Das Gotteshaus birgt« noch äußerst wertvolle, altertümbiche Risualiei:, u. a. anch noch die Kanzel, auf welä-er der berühmte Ehacham Isaak BeAtays s. A. 182 l—1849 seine für die ganze deutsche Jüdenheit epochemachenden Predigten hielt. E>ar manche historischen Erinnerungen, namentlich ans der Franzosenzeit, sind mit dieser Synagoge verknüpft, die vielen Generationen als Andachtsstäite diente. Aber den Zeikverhälinissen mußte Rechnung getragen werden. Bis um die Mitte des vorigen Jahrtzunderis hatten di«e Juidm fast ausschließlich in der.Neustadt ihr Domizil; nach einer statistische!: Aufnahme wohnt seht die weit überwiegende Zahl in« der Grindel- Gegend, Noihendanm nsiv. Darun: wurde den« dahingehen-den Wünschen' Rechnung getragen und die Errichtung ciniCr Gemeindesynagoge vor dem Dämmtor am Boruplatz beschlossen. Der äußere Ban ist fast vollendet; mit der inneren Einrichtung wird bereits in den nächsten Wochen begonin«en, uftd im Septemiber d. I. wird das neue Gotteshaus seiner Bestimmung übergeben werdet: können,. An diesem Tage werden sich die Morten der altehrwürdigen Synagoge in« dev Elbstraße für immer schließen. Die Taufe Alexander Biharis. Das Knltusminifteirinm befaßte sich zufolge Appellation der Pester israelitischen Kultnsgenieinde mit der Frage der Taufe des verstorbenen Malers Alexander Bihari. Tie Hauptstadt hat sich in der Frage, welcher Religion Bihari augehörte, als inkompetent erklärt, daher sich die Gemeinde behufs prinzipieller Entscheidung an das Minifterium wandte. Das Ministerium rvirö nach der zitierten Quelle das kompetente Matrikelamt auiffaridsrni, auf Grund des Matrikelgesetzes festzustellen, welcher Konfession Bihari angehört habe. Tie israelitische Kultusgemeinde wird sich nach der Entscheidung des Knltusminrsterinnis mit der prinzipiellen Genugtuung zufrieden geben und die Exhumierung des nach römisch-katholischem Ritus beerdigten Malers nicht verlangen. Martha Wvlfenstein gcst»rbeu. In E l e v el a n d ist die rühm liehst bekannte jüdische Schriftstellerin Martha Wolfen st e i n, die Tochter des Waisenhausdirigentei: Dr. S. Wolf e n st e i » daselbst, im 87. Lebensjahre gestorben. Ihre l^hettogeschichten „Jdyls of the Gast" sind anch ins Deutsche übertragen worden. Ehre ihrem Andenken! Schächtverbvt in Argentinien. Aus B u en o s - dl i r e s kommt die Rachricht, daß dort von der Regierung ein Verbot gegen das rituelle Schächten erlaffen wurde. Die argentinischen Juden organisieren sich, um die Aufhebung des Verbotes durchzusetzen. Jüdische Hochschülerinnen in Berlin. Von den 666 weiblichen Studierenden, die als Hospitantinnen für das Wintersemester 1905/06 an der Berliner Universität zugelassen Ware::, waren 191 I ü d i n n e n. Diese rekrutieren sich hauptsächlich aus den: Jnlaude, da von den 666 Hospitcmtinnen nur 104 Russinnen waren, von denen ein sehr erheblicher Prozentsatz nichtjüdischen Stammes lvar. Die erste jüdische Assistentin in Preußen. Frl. Dr. Paula P h i l i p p s o n ist, nachdem: sie erst vor wenigen Wochen zur unbesoldeten, jetzt zur besoldeten Assistentin an der Breslauer Universitäts-Poliklinik ernannt wurde, die erste besoldete medizinische Assistentin dieser Art in Preußen überhaupt. Ein jüdischer Finanzdirektor-Stellvcrtreter. Das kömgl.-ungar. Finanzministerium ernannte den Szolnoker Finanzsekretär Ferdinand A p o r zum Finanzdirektor-Stellvertreter. A p o r ist der erste Jude in Ungarn, der im Finanzdienste diese Stufe erreicht hat. Die Ernennung erfolgte noch seitcils der F e j e r - Var Hecken Regierung. Angebliche jüdische Matrikelfälscher. Wir haben wiederholt darüber berichtet, daß viele Juden in S t r o P k o (Ungarn) und Umgebung angeklagt wurden, angeblich die Fälschung der jüdischen Matrikel veranlaßt zu haben. Laut der Anklage wären die angeblichen Fälschungen behufs Militärbefreiung verübt worden. Aus S t r o p k o wird nun gemeldet, daß gelegentlich der in Satoralga-Ujhely soeben zu Ende geführten Schlußverhandlung 50 der angeklagten Jllden f r e i g e s p r o ch e n wurden. Gegen die übrigen Angeklagten, 40 an der. Zahl, ist das gerichtliche Verfahren noch im Zuge, doch dürste es voraussichtlich ebenfalls mit einem Freispruche enden. Allerlei Empfehlenswertes Abführpillen. Die Grundlage für die Gesunderhaltung des menschlichen Organismus ist ein geregelter und normal vor sich gehender Stoffwechsel. Wo dieser rncht vorhanden, miiiffetv naturgemäß Störungen eintreten, die häufig den Ausgangspunkt schwerer «Erkrankungen bilden. Treten aber derartige, den Stoffwechsel beeinträchtigende 'Erscheinungen ein, dann ist die Anwendung eines Mittels geboten, welches 'die Verdauung fördert, bez>w. den Stuhl regett. Als 'solches werden 'die weiß verzuckerten, den Körper reinigenden «Abführpillen empfohlen, welche von der „Krebs-Apotheke", Wien, 1. Vez., Hoher Markt 8 (gegründet vor dem Jahre 1648), in den Handel gebracht worden find. D«ie vorzügliche Wirkung dieser Pillen wird durch zahlreiche aufliegende Dankschreiben und Atteste erhärtet. Die Wissenschaft hat nachgewiesen, daß der menschliche «Organismus, namentlich der noch in der Entwicklung begriffene, zum Gedeihen hinreichende «Mengen «Fett Nötig hat :m«d daß die guten Wirkungen des Lebertrans weniger auf geheimen Eigenschaften desselben, als vielmehr inseinem Fettgehalte (neben leichter Assimilierbarkeit) beruhen. Eine hinreichende Ernährung Mit Fett ist vorc größtem Einflüsse auf das Wachstum:. Ganz besonders wichtig ist eine ausreichende Ernährung mit Fett auch für die Nerven, was durch neuere Forschungen überzeugend nachgeMiesen ist. Leider sin'd die in den nördlichen Zollen altgebräuchlicherr Speisefette tierischer: Ursprunges führ terrer, zrmr Dell auch schwer -verdaulich. Da ist es denn ein «Segen für die Hausfrau, daß ihr jetzt im (Ceres) Speisefett aus feinsten Kokosnüssen ein ideales Fett zur Verfügung steht, mit dessen Hilfe sie die ihren den Forderungen der Wissenschaft, des Geschmacks und der Bekömmlichkett entsprechend — gut und billig — ernähren kann. Eingesendet. Gegründet 1875. »«gründet 1875. Feuerfest« und Lindruchsichere KASSEN in allen Grössen bester Konstruktion neue und gebrauchte, billigst. LUDWIG HIRSCH, Wien, IX., Poraellang. 58 ■-■ Hotei M Restauration Teleph. 13702 QUTH Teleph. 13702. Wien, II., Stephaniestrasse 14. Prachtvolle geräumige Säle für Diners, Hochzeiten und festlichen Veranstaltungen. Sehr elegante Speise-Lokalitäten. Bestrenommierte Küche und vorzügliche Getränke. Reservierte Lokale für Vereine und geschlossene Gesellschaften. Trotz höchster, der Neuzeit entsprechender Eleganz dezente Preise. Elektrische Beleuchtung in sämtlichen Lokalitäten. 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