Mannheim
Compact Memory

Nationalzeitung · 1906-04-13 · Heft 28 (13.4.1906) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 28 (13.4.1906)
Date
1906-04-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/2429839-2429840-2429868--198-2430272
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

iNr. 28 Nationalzeilung Seite 5 A«« der Ple«arsttz»«s des Kultasvorstandes vom 8. April 1906 ««ter dem Korsttze des Herr« Priistdenten Dr. Alfred Stern. Q'm; 'Gtnlfaitfci b-efiirdon sich: ToulfchreHb-en -er Ehepaare- Plaschik-eS tmtö Steinvr, für dir Glückwünsche des Ku-ltusvorstan,d-es anläßlich ihrer goköeneiv Hochzeiten. Tankichreiben der Frau Emilie, von Pfei-sser für die Glückwinifche des Vorstandes anläßlich der ihr z-utekl gewordenen allerhöchsten Auszeichnung. DanPschreibell der Tran Vijarie Auspitzfür die Teiilna-Hwe des Knttusborstan'Äcs anläßlich des Mblebeus des Herrn Rudolf An-spitz. Danhsch reibe u der Familie Fautl für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des dlb'lebens des Herr«! Ignaz Jäntl. Bericht übers die Gen-eistbveÜunmnlll-nIg des Vereines „Betch J-sraei". -Im Präsidinlberichte wird folgendes mitg-eteitt: Die am 5. Februar 1966 'verstorbene Frau Elisabeth Ungar hat zur Urriversalerbin ihres Vermögens die Wiener isr. KuAllsgenreinde eingesetzt. Nach Abzug der seitens der Erblasserin angeordneten, hauptsächlich für 'wohltätige Zwecke bestilnimten Legate im Betrage von ungefähr X 458 600 dürsten auf die Kultusgemeinde zirka K 125 000 entfallen. Das Verstorbene VorstandsMitglied Herr Rudolf Au spitz hat in seinem Testamente die -KNltusgemeinde mit einem Legate von X 200 000 zur Werwenbung für WohltätigEeitsziveckc bedacht. Vorträge aus jüdischer Geschichte. Dien! Herren Rabbinern Dr. E. David, Dr. D. Feuchtwany, Dr. M. Grundwald, Dr. A. Kanirnta, Wilhelm Reich (Baden), ^ferner .Herrn' Direktor Adolf Weiße wird für die in der abgelaufenen Saison! gehaltenen Vorträge ans jüdischer Geschichte und Literatur DaNk und Anerkenrmug des Vorstandes ansMprochen. Ex>sa tzwa h l für das verstorbene Vorstands- ' Mitglied Rudolf A u> spitz. Es wird beschlossen, Jüdische Hausfrauen, welche auf — Milch pIDS 'TV — reflektieren, wollen wegen Sicherstellung des Bedarfes ihre Aufträge möglichst zeitlich aufgeben. Milch-Depot: Ferdinand Altmann, Wien, IX., Pramerg. 17 der roden Furche, den Revolutionären, kenntlich; damit dokumentierten sie, also ihre Sympathie für die, Bewegung, und diesem Umstande hatten die jüdischen Erstgeborenen ihre Errettung vor dem Untomange zu danken-. Zur Erinnerung daran Ivmido dann der Fasttag zum Sinm eingeführt. Huntes Feuilleton. Jüdische Kanfleute in Frankfurt a. M. im Jahre 1780. Neben der Leipziger Mesie besaß in früheren Zeiten auch die Branüschrveiger Messe ^ineu guten Stuf. Die BraMlschwelger Märl'.e haben ebenfalls, wenn auch i.-cht in den» Mlche wie die Leipziger einstmals KaNfleute aus ganz Deutschland, so auch aus Frankfurt a. Di. herbei- «ezogeu. Im Jahre 1786 verzeichnendie Braunschweigischen Anzeigen labt dem uns vorllege «den „60. Stück" v. 5. Angust in ihrer Liste der Meß. vofucher p. 826 ff. u, a. auch vevjchi.c'd.->r:-r F. ■xwt furter jüdische Kaüslente, meist Tuchhäudler, mit ausfiihckicher Angabe ihres Namens, ihrer Adresse u»ch ihres Warenbestandes. -ES find dSeS die Herren Callmann David Weitzweiller, Löw Suskind Oppenheirner, Samuel utub J-saäk Ochs in Comp., Löb Seligman.n Mainz und enbirh, in einer Berm'ietuagsnotkz erwähnt, die HM,Wurm Lehnmun, J'saak -Hanau und Comp. Ais Prix, mdg« dm« der Notizen Hierhergesetzt sein. P. 827 heitzi, es: „Herr Samuel und Isaak Ochs in Comp, von Fvanikfuck am Mayn beziehen zum ersten- MMe diese Braunschweiger Messe mit allen mögdie Ersatzwahl gleichzeitig mit den nächsten Neuwahlen, d. i. Ende dieses Jahres vvrzuuehmen. Beaufsichtigung der jüdischen Findlinge. Nach der im Vorjahre mit der Direktion der n.-ö. Landesfiüdelaiistalt unter Znstimtming des n'.-v. Landesausfchllsses getroffenen Vereinbarltng werden! die bei Pfle-geparteieu nutergebrachten jüdischen Findelkinder durch die Leitung der Findetansta-lt einer besonderen Relviision in böz-ug ans Gesund,heits- und- Pflegeznftand ,unterzogen. Diese Revision hat im abgelansenen Jahre gute -Erfolge gezeitigt. Referent .Herr Dr. Maximilian Steiner -beantragt auch im Jahre 1906 diese besondere Beaufsichtigung dn-rchzufühveu und die hieraus erwachsenden-, nicht wesentlichen .Kosten ,.;«ugenehmigen. Der Antrag wird angenommen. Legat B a n r a t Max Fleischer. Das veiistorjb-ene Borstands'm!itglied der Knltusgem-einde Architelt Baurat Max Fleischerhat über seinen gesamten künstlerischen Nachlaß in seinem Testamente folgende Verfügung getroffen: ,-Diese Gegenstände haben zum Teile wogen ihres Wertes, zürn Teile^wegen ihrer Qualität zweifelsohne ein derartiges Interesse für das JndeMim, daß ich darauf bedacht -sein mich, diese Kollektion in ihrer Gesamtheit aufrecht zu er-halten bezw. dc»>hin zn wirken, daß dieselbe für alle Zuikunft in ihrer Gänze a-ilfbewahrt, ^würdig anfgest-ellt und dem Publikum zur Besichtigung zugänglich gemiacht iwr-edö." — Um die Ko>sten, -welche mit dieser Au-sbewährung bezw. Zlinfst-ell-nng verbunden sind, zn decken, vermachte der Legatar der isr. -Knltusgem-einde Wien einen Betrag von K 20000, Es wird beschlossen, dieses Legat anzunehmen und die Verwaltung des zu errichtenden M-ufeiums ini Sinne eines von dem Verewigten mündlich geäußerten Wunsches bis auf -weiteres dem T-eMpelverein für Mariahilf und Neubau, -dessen- Obmann der -DaHingefch-iedene war, zu überlassen, welcher für die Unterbringung dieses Museums g-eeiguete Lokalitäten; in -dem ihm gehörigen H.a,use, 6. Be!z., Hirschenga-sse 22, zur Verfügung stellen -wird. Die alljährlich abfallenden, Erträgn-isse dieses Legates pro K 20 000 werden abzüglich der Verwaltnn-gskosteu und Gebüihreu dem Tempelvereine Maria- JjiTf und Neüba-u Hierfür ühevwiesen. Dem Bethausverein- „dl ch w a wereo" (Freundschaft n-nd Vrüd-erlichkeit) wird die Bewillignng zur Erhaltung eines ständigen Bethanises im 2. Beziirk, Taborstraße 59, unter gewissen Bedingnngen erieilt. D-er Vertrag mit der „Ge-sellschaft der Mulsikfremrde" betvefsenddieMfiete des großenMusikverei nssaales zum Zwecke der VeraUstaltnng von Gottesd iensteu an den hohen Feiertagen wird auf lweitere 10 J-ahre, d. i. bis ein>schließlich 1916 verlängert. Tempelban Wieden>--Mar-garethen. lichen Artikeln, sowohl in Lyoner, JMkiäniischen »rnd Schweitzer sdidneu Waren, auch seiidne Strümpfe von nnterschiedner Qualität urld Preisen, bitten, sich g-e«neigten- Zn-spruch aus und versprechen reelleste Wedien-rrng. Sie haben ihr Gewölbe bey Herrn Saloinon auf der Schützen^ stra-ße -im Hanse Nr. 10-4." Talmudifche Auffassung über Recht und Billigkeit. Wie sehr im Alteckum einstchtiga Rechtslehrer und Richter beflissen lva'ren, di« Härten- und Sch-roffhciten desstreiken Rechtes durch Dilligkeitsrücksichieu zu m-i-ldem, im-mentlich stenenüber den, besitzlosen- Klassen (Arbeitern und Sklaven-), zeigt der Talmud (das zwölfbändige anfangs des 0. Jahrhiunideirts in Palästina und Babylonabgeschlossen,c, ' rabbinische Werk) anvielen Stellen,. Z. B.: Avbeiter zerbrachen beider A,rbeit einmit Wein gefülltes Faß. Der Arbeitgeber pfändete deshalb ihre Oberkleidet, worüber sich die Arbeiter beim Itichter beschiverten. Dieser entschied, der Abbeitgeber habe die Kleider zuckickzu-geben, niickt zlva-r von, R'echts--, aber von, Billigkeltswegen,. 9tim klagt,cndie Arbeiter, daß ihnen damit nvchnicht -geholfen sei, sie seien mittellos, hättenden ganzen, Tag gearbeitet und müßten, über Stacht hnngem, wenn, sie nicht etlvas Lohn echi-elten. Darauf befahl der Richter dem Arbeitgeber, ihnen; den, vollen Lohn ausznzahlen, tviedermn billigkeitshalber. Hm Gegensätze zn der noch in der GegeMvart von, reaktionären Parteien! angestrebten, kriminellen Bestraifnng des- Kontira-ktbrnchesbestimmt das ta-lmudische Recht: der Lohirarbeitev darf zn Ju teilweifer Abänöerung früherer Beschlüsse wird bezüglich der SUbventiouieruug des projektierten Tenwclbanes solgen-der Beschluß gefaltzt: Wenn -ein Projekt vorgelegt wird, dessen Aiusführnn-g unter Zngrnndelegllng eines Fasfu-n-gsranmes von nn-gefähr 400 -Personen ins,gesamt (Errichtung des Tempels uns imrere Einrichtung desselben) den- Höch-stbetvag v-on X 180 000 reicht überschreitet, die -Nichtübevschreitung dieses Betrages durch die Garantie eines verläßlichen Baumeisters sichergestellt wird, wenn weiters der legale srachweis erbracht wird, daß ein Betrag vorr K 100 000 durch Spenden sichergestellt ist, leiste: di-e -Kil-ltu-sgemeinde eine Ba-ttfubvention von K 60 000 und erteilt die Zu'stimm-ung, daß eine Hypoth-ek inr Höchst bet rage von K 20 000 ainfgenommen wird. Ternpet II., Ternpelgafse. Gel«-gentlich-er be- Hördl-ich angeordneter Herstellu-ng zweier Ausgänge ains d-ern Parterre des Leop-o'ldstädter Tempels wurde lseiterrs des Knltusvorstia'ndes die Errichtung zweier, -separater Stiegen aus den- Gällerierl des Tempels iu Allssicht genommen.. Nach!Schassnug d-er vorerwähn-ten -Ailsgänge i-m Pärterre ergab sich, daß bei der Eväk-uierung des Te-nrpels durch die Bebtitzuri-g -dieser -A-nsgänge die ari der Stirnseite des Te-ntpels -gelegenen- -Ausgänge, inwelche auch die Sticgeu ans der Gallerte miüuden, derart entl-astet werden, daß der A-bga-ng von der Gallerte ,weitaus rascher- und ungestörter vor sich geht, -als dies früher der Fall war. Mlit Rücksicht auf diesen Umstand wird beschlossen, von de r -Errichtüirig der geplan t,mt Stie gen gegenwürti-g Umgang zu n-chnien-. Wleichzeitig wird der -dlntrag auf Reuoviermig der >Fasfade -des Te>mpe-ls und der anlstoßenden- Wohnhäuser sowie Her-, siellung rt.ducr Tore in den AlbschhrHm-auern -genehmigt. Einladung. Diejenigen Damen und Herren, welche hebräisch sprechen oder verstehen, werden höfl. ersucht, sich Samstag den 14. d. M. um halb 8 Uhr abends im. Kongreßbureau (9. Bez., Türkenstraße 9) zum Zweck einer Besprechung über das Einstige Programm des hebräischen Konversattonsvereines „Jvriah" einzufindeu. Für das Komitee: I. Rosctzblatt. jeder Tageszeit die Arbeit emstellen, selbst 'da>im, -wenner den, Lohn, für die, -Vollen, Tage zum voraus elupfangenhat; nur müßte er in dies-eni Falle daszuviel Empfangene zuliück- -erstatten,. Merkwürdig ist die Beg-ckind-un-g mit einer Stelle im Pentateuch, wo dev Israelit ein freier Mensch! bleiben, muß; würde ec aber nicht jederz-citvon der Arbeit zuckicktvoten können, so wäre er damit peckodi-schi ein Sklave des Arbeitg-e!bers! Ueber. die Verpflegung jüdi-- scher Sklaven sagt dev Talm,nd: Der Sklave soll dem Herrngleichgestellt sein im, Essen, Trinken, Kl-ei-dung und Wohnung-. Es gehört sich nicht, daß der Sklave schlechtes- Brot genießt und der Herr feines Brot, daß der Sklave auf Strohliegt und der Herr auf Flaumfedern, daß der Sklave in Sackleinen und -der Herr in Seide gekleidet ist. Auch> im Bechältms der Ehegatten wird das der Frau, nngünstige gelteude Recht im' Geiste der Billigkeit humanisiert. Das Recht räumte dem Manne die B>ofugnis ein, aus geringfügigen Anlässen der fthwu den Scheidebrief zn schreiben,, z. Bwenn sie den Braten hat anbrenmn lassen-. Gleichwohl sprechen» sich nicht wenige Stellenaufs allerschärfste gegen, den» Mann aus, dev sich von, seiner Fmn ohne sehr triftige Ursache trennt. Sv bra-ucht! auch nach dem Zivilrecht ein verübter B-etrng um, eine geringe Quote nicht entschädigt zu werden. Daneben aber wird -gegen jeden ein Anathenr ausgespriochen-, dev um die kleinste Bagatelle betckig-t oder die-» selbe n>icht znck'lckerstattck.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.