Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 28 (13.4.1906)
- Date
- 1906-04-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nationalzeitung Np. 28 Seite 6 Vermischte Nachrichten. Tie nächste Nummer unseres Blattes wird mit- Rücksicht auf das Pessach-Schlußfest erst am 20. Mts. erscheinen. Wien. Der von der L e s eu n> d R e d eb a! l e j ii D i s ch e r H o ch s ch ü l e r J.9. Bez.. Grüne Thorgasse 84) veranstaltete Hell rä i s ch 5 u rs fiir Ta men und Herren beginn-t Samstag dem 21. ds. llnterrichtsstniv den: Mittwoch und Samstag voir 8—9 Mw abends. Ter.Sliu.v ist ninntgeltlich und rvird vom Kall. Rosenblatt geleitet. Wien. Tie VorstaiwÄvahlen iut jüdischakadenrischeu: Verein „Esperainza" _ ergaben folaendes Resultat: Präses med. Joses Ha im. Vizepräses med. vet. Isidor Nachmias, 1. Sekretär, stnd. ing. Marcel Nachinann. 2. Sekretär med. Josef Pinta. .Staffier med. Rafael Alfandary. Bibliothekar med. David Albala. Das Schauturnen des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines, welches Samstag den 41. März im Kursalon, abgehalten, wurde, hat diesem rührigen Vereine m jeder Hinsicht vollen Erfolg gebracht. Die turnerischen Leistung,en waren voneiner Exaktheit, die kaum etwas zu wünschen übrig ließ. Insbesondere die gemeinschaftlichen Stabübnngeu der Herren und die mit einem niedlichen.Reigen verbundeneir Freiübungender Tarnen ließen gute Tiszipliu- und fleißige Hebung erkennen. Das Riegenturneu am Reck, Barren, breiten Pferd, Bock rmd Sturmbrett bewirkte immer neuen Beifall, der wohl vor allem derelften Rüge ga>lt, Ivel che a>m Hoheit Neck Leistungen' bot, die auch von älteren Beveincni kaum: übarboten werden, dürften. Auch das Springen über den hohen Barren mit Schwungbrett fand einmütigen Beifall. Berücksichtigt man, daß die meisten Vereinsmüglieder beim Eintritte in den Verein turnerisch unge schult wrrren, so muß mau das Verdienst des unermüdlichen ersten Turnwart es Pollak besonders hoch, anschlagen. Nach dam Turnen begann der Tanz, eröffnet von den am Damcnreigen beteiligten Turnerinnen in ihrer schmucken rrein bla uen Tracht und währte so lange, als die Lizenz. Nach den anstrengenden. Uebunaen schienen Turner und Turnerinnen sich beim Tanze erst zu erholen. Die frohe Stimmung des Abends erreichte ihren Höhepunkt, als Turncr- und Turnerinnen ihren gestrengen Lehrer Pollak auf die Schultern hoben und rmter brausenden Hedadrufen durch den Saal trugen. Der glänzende Bestich der besten jüdischen Kreise zeigte, daß der- Verein bereits viele Sympathien besitzt, die er in vollem Maße verdient. Poale Hion. Samstag den 14. 'April <s Ubr abends findet im Ease Stefanie, 2. Bezirk, Stefanie st raße 2,, eine öffentliche Vereins'veriammlung mit Vortrag des Gg. Kavlansky-Ädplan über „Das jüdische Freiheitsfest" statt. Gäste willkoniinen. „Äasmonaea" Ezernowitz. Es fei hiermit allen lmseren Kommilitonenrurd Gesinnung^- genossen! zur Kenntnis gebracht, daß unser' unvergeßlicher A. H. Dr. Philipp Sommer (X. XIX) am Sonntag den 8. d. M., nachts, im 20. Lebensjahre ans dem- Leben schied. Fidneit! I. d. A. caud. jur. T. B u ch s b a n m, dz. X I. d. A. H. SB. Dr. M. E b n c r, dz. Obmann. Ezernowitr. (Todesfall.) Vorige Woche nt hier Herr David Bilgrey gestorben. Der Verstorbene war einer jener! Menschenfreunde', die viel Gutes im Stillen!, ohne damit Aufsehen, zu machen, übten. Herr David Bilgrey, der ein Alter von. mir 40 Jahren erreichte, gehörte dem. israelitischen' Kultusrate sowie dem Gemeiuüerate in Ezernowitz an. In beiden .Korporationen beteiligte er' sich not Ile iß und Ausdauer' an deren Beratungen und wn'v von seinen Kollegen: geschätzt. Bilgrey war auch Obmann der Bäckvrgenossenschaft, Mitälied vieler hnmanitärer Vereine, solvie Chef des Bankhauses Bilgrey & Grünberg. Jbm Iverdeii alle, die ihn näher kannten, ein ehrendes Andenken bewahren. In der am 4. d. M. sürttgesnndenen Genreiuderatssibrrag hat Bürgermeister Reg.-Rat Dr. Reiß dem Äerstorbeuen einen. Nachruf gehalten'. Das Leichenbegängnis, ivelches Mittwoch nachmittags battfand, bewies, welch weitreichender Symuathieu ''-b der Verblichene erfreute. Tie Betelligunig wav eine außergewöhnlich,.',ahlreicke. Außer dem Bürgermeister Reiß und fast allen Gemeinderäteu bemerkte man Kriltuspizepräsident Luttinger mit den Knltusräten, viele Beamte des Magistrates' und der Knltnsgciinein'de, Advokaten:, Aerzte, Haudelsmi'd Gewerbetreibende, solvie eine große" Anzahl persönlicher Irr und de und Bekannte. Ein neuer Wohlfahrtsvercin. Am 15. ds. 0 Ubr vormittags findet im Festsaale des Hotel! Continental die konstituierende Geueralversaiinmlnng eines neuen! großen. Wohlfahrtsvereines statt. Der Verein, der bereits 1000 Mitglieder aller' Gesellschaftsklassen umfaßt, macht es sich zur Ausgabe, Witwen und Waisen sein-ev Btitgliedev als auch dauernd erwerbsunfähig, gewordene Vereinskollegen, zu unterstützen, und lvivd die zir gewährende Hilfsprämie alljährlich von der jeweiligen Generalversammlung festgesetzt. Der Verein soll, — die Genehmigung des Kaisers vorausgesetzt, -.- den Namen „Viribus rmitis" führen«. Abends, anschließendan die Generalversam'mknng, siimdet indenselben: Lokalitäten -eine große Wohltätigkerts-Akadem'ie statt, zu. welcher Kammersängerin Iran Laura H rlger nt a n n, Frau Mizzi G ü n t h e r, Frau- Mita T h e r e n, Trau P o h. l - M e« i s s e r, die Herren! H o fb a u e r und Wald e m a r sowie viele andere hervorragende Kun'stkräfte ihre Mitwirkung zugesagt haben. Beginn des Festes um 9 Uhr abends. Der alte Judenfriedhof in Prag. In das Prager Getto mit seinem Gewirr winkliger Gäßcheu, dunkler Höfe und Trödel'ladeu hat die Feit manche Lücke gerissen, n-ur ein. Winkel dieses Gebietes, war unberührt geblieben, der alte Jude'nsriedhof, diese ehr-lvürdigste Begräb-. msstätte der Stadt',' umdie Sage und Poesie geheiminisvoll ihre Schleier weben. Nun aber muß dem wachsenden. Verkehr ein Stück des geheiligten Bodens geopfert werden, der einen Wald von feierlich ausgerichteten: Steinen trägt. Von besonderem Jnigvesse sind drei Gräber: das der Schöudl t Schönen) Gattin des Gabriel aus dem Jahre 980, der weiße Mariuorsarkophag der Hendl (Hühnchen), deren Gatten.Kaiser Ferdinand der Fireite in den erblichen R'eichsadelstand als Jakob Bath Schcba von Treu-cnberg. erhob, und der Stein der Olrummai«, der zweiten (sattinde-s Mardochai Meis ei, deren- Name an eine der schwärzesten! Seitender« (beschichte erimrert. Arich ein berühmter G-elehrter ruht hier, der „hohe Näbbi Löw", vondemdie -Sage erzählt, daß er einen „Golem", einen. Mann ans Lehm, erschatien und ihm seinen Atem eingeharrcht habe. Wir müssen es uns leider versagen, nrehr übe:r den umuderbaren Toteugarten zu berichten, dem die Garten,kaube in Nr. 12 dieses Jabres einige reich in-llustriortie Zeilen widmet. Heinrich Teweles plaudert dort in ebenso interessanter wie reizvoller Weise von der alten- Erinnernngsstätte. Eingesen-ct. \\\'\ Gegründet 1875. 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