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Nationalzeitung · 1906-04-06 · Heft 27 (6.4.1906) · p. Seite 5

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 27 (6.4.1906)
Date
1906-04-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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isr. 27 Wiett (herein israelitischer Fleischhauer und Fleischverkäufer.) Am 27. v. M. fand im Restaurant Guth die Generalversammlung des Vereines israelitischer Fleischhauer statt. Borfitzender, Vizepräsident Sigmund Korn mehl bedauert in seiner Eröffnungsrede die Indolenz der jüdischen Fleischhauer ihren eigenen Interessen gegenüber konstatieren zu müssen, die im Vorjahre zur Auflösung des Vereines geführt hat. Der Vorstand hat nnbektimmert «m den Jndifferentismus, mit dem er stets zu kämpfen hatte, überall seine Pflicht getan. So habe er seinerzeit zur Schächtfrage Stellung genommen, ebenso mit Erfolg wegen der in der „Fleischhauerzeitung* unausgesetzt geführte Hetze gegen die Juden beim Genossenschaftsvorsteher interveniert, wie auch dagegen Stellung genommen, daß die Genossenschaftsversammlung das letzte Mal am Nosch-Haschonoh stattgefunden hat. Nachdem der Vorsitzende den im letzte» Jahre verstorbenen Mitgliedern Sigmund O ch s und Isidor P r i s e n d e r einen warmen Nachruf widmete, wurde der Kassabericht zur Verlesung gebracht. In der hierauf eröffneten Debatte sprachen Herr Markus, der die jüdischen Fleischhauer zu einem solidarischen Vorgehen aufforderte, Herr I. B. M a y e r, der es begrüßt, daß die Vereinsleitung jetzt in rührigen, tatkräftigen Händen ruhe. Herr W e i n w u r m jun. nimmt den früheren Vorstand gegen die Angriffe des Herrn Mayer in Schutz. Unter Beifall der Anwesenden führt dann Herr Gottlieb Herr m a u n aus, daß an der Spitze des Vereines nicht * mir ein guter Obmann, sondern ein Agitator stehen muffe, der für den Verein und dessen Interessen agitieren müffe. Hierauf wird zur Wahl geschritten. Während des Skrutiniums wird die Debatte über den letzten Punkt der Tagesordnung „Gewerbefragen" eröffnet. Zur Besprechung gelangte die .sogenannte Un- 1 ch lit t fr a ge. Die Diskussion. über diese Frage, an welcher sich außer dem Vorsitzenden die Herren Gottlieh H e r r m a n n, Ferdinand Eder (Gast), Mayer rc. beteiligten, war eine sehr angeregte. Herr Eder machte auch den Versuch, sein Vorgehen, indem er einen christlichen Fleischhanerklnb ins Leben rief, aus welchem Juden ausgeschlossen bleiben sollen, zu rechtfertigen, Er gab die Versicherung, daß dieser Klub liberale Tendenzen verfolge. Das Skrutinium ergab folgendes Wahlresnttat: Obmann Sigmund Kornmehl, Stellvertreter Jakob Morgenstern, Kassier Berthold Gerstmann, Schriftführer Heinrich Liebermann- Stellvertreter Max Ochs (neu), Vorstandsmitglieder die Herren: Siegmund Kornmehl jnn., Nathan Lustig, Tbeodvr Kraus, Jakob Klein, Gottlieb Herrmann (neu), Leopold Winter, Samuel Metzger (neu). Revisoren wurden die Herren Sigmund .Kornmehl jnn. und Nathan Lustig. Die Versammlung wurde dann in vorgerückter Stunde geschloffen. Wien. (i.m u ti d m o ch u u g.i Von» Borftanbe der israel. Knltusgemeittde Wienwird hiermit bekannt gegeben, das; am 8. des friesfährigen Pessach-Jestos lDion-Atag freu» 17. April b. I.) i,m Saale des Hptel Post Wien, i. Bez., 'Fleischmarkt 1«, und Ht» -Saale des Hotel Zentral -Wien, 2. Bez., Tabolstraße 8, u n» h a l b 6 U h t v d r m i 11 a g s m^läßM d e r M a s k i v - A u - dachten soierliche Gostesdienste abgehalten werden. Die Veran-staltnng dieser Gottesfrieniste erfolgst znr Abhaltung des großen A nfrrang-os znmr „Mas'kir" in den Geineindetempeln. D-er Eintritt ist frei. K allen »rer den nicht ansgegoben. Wien. Donnerstag den l-2. April l00(>, zniei ilhr nnchnnttags, findet in der kanzlet der Israel. K'N'lt-'usgenreliNde, 15. Bez., Tnrnergafso 22 die -tl. ordentliche Generaoersammlnng der CheivraMadrscha für die Bezirke 0., 7., I2.—05. statt. Tagesordnung: 1. Rochenschastsbericht. 2. Bericht der .'RiwHoro.n-, 'Evteiil-ung des dlbsotntorin-ms. 8. E»»tgegennahlllo non- Anträgon und Jntorpellationon. 1. Lallt Paragraph 20 Ro»»»vahl von vier BorstalMmitgliedern. AüSgelost »onrdoi» die .Herren: Präises Heinrich dt >e u f c l fr, Max H aas, Ignatz R e ch n i tz e r und Anton S t e r n, ferner eine EvsatzlwaHl ans ein Jahr. 5. Wahl der Revisoren. Wien. Me rein zur Hebung der Goiverbeh Sonntag den 1. April fand im Festfaale des RiederösttrMchifcheu Geilverbevereins eine P 1 e n a rv e rfa >n m l u n g des Bercünes statt. Der Saal lwar wie -bei allen Berisaimmlungen dieses Vereines bis auf daö letzte Plätzchen dicht gefüllt. Der Präsident 'Brvö begrüßte die Vortragenden, sowie die offiziellen Vertreter »md Verircitwinnen der Verschiedenen Institutionen, der Presse »md die sehr zahlreichen Gäste. Mit ganz beisostderem Bck- Nationalzeitung falle ivnrde die einleitende -dlnfprache desselben, die den Zweck des heutigen ^lbiends glänzend illustrierte, anfgeno-mnien. Ter Vortrag des Herrn Dr. R'udolf k o b a t s ch, Sekretär des illiederösterreichtscheli G ewe rbebe rei nes „lieber die werbliche«' Arbesterinn-erl" sowie die erforderlichen Schritte, die zn deren Losverbefsernngen notwendig geivorden, er »reckten bei allen an>»resender» Fachleuten das -lebhafteste Interesse. -Darauf wurden die vorn R-eg.-Rat Dr. U ml an ft eigens für den Verein zur Hebung der Gewerbe zr»fa»nmongestellte»», auserlesensten Sliivplitvnb'ilder vorgeführt, -von denen jedes eingelttle 'mit Beifall alklämiert wurde. Unter ^dein An »reisenden b-em-erktonwir die Jn-frnstrielilriv Men dl, Fiirlh. Röscher, Lieberlnann, -Weiner nslv., ferner kaiserl. Rat Dr. Krüger, die Herren Rabbiner -Dr. Zenchtivang, Regier»» »»gsrat »mfr iGelv-eicheoberinspektor Dr. -Kulka, den Direktor des V e r e i n e s r e i s ende r K a -n. f l e u t e, die Prälsidentiunen der Franensereines des 2. und 8. Bezirkes nfrv. -Ihr Fern-bleiben habenin z»»'r Berlicfnng gebrachter^ Zllfchr-ifteil eirlfchnidigt: Der Protektor des Vereines, SektivnSchef Hofrat Dr. Wilheln» Exne r, die Prcffidentin des Wiener F-rauen-C'PlvebbvereineS, fern-er Dr. Ferdinand Krona-lvelter u. a. in. Die Bofucher dieser -Versam-mlung sprachen sich überaus befriedigt über das Gesehene und Gehörte ans. Wie»,er KuUnsgerneiuLe. lG e b e t st»» u - de n.) Freitag den 0. April abcirds 0,80 Uhr, Samstag den 7. dlpril abends 7,-5 Uhr, Sonntag den 8. April -abends 6,80 Uhr, Montag den 9. April, Vorabend des Pessachfeftes 6,30 Uhr, Dienstag frei». 10. April, erster Tag Pessach, morgons 6,80 Uhr, abends 7 Uhr, Mittwoch den 11. sZspckl, .zweiter Tag Pessach, m-omens 8,30 Uhr, abends 7,10 Uhr, Tvnn-erjsi'ag den! 12. April abends 0,80 Uhr, Freitag den 13. April abends 6,30 Uhr,!Sam-Stag der» 14. Slpril morgens 8,80 -Uhr, abends 7,15 Uhr, Sonntag den 15. April abends 0,30 Uhr, Montag den 16. April, siebenter Tag Pessach, morgens 8,80 Uhr, abeinds 7,15 Uhr, Dienstag den 17. April, achter Tag Pessach, m>o-v-. gen.s 8,80 Mir, abends 7,20 Uhr, MMmoch den 18. bis 10. April abends 0,30 Uhr, Freitag den. 20. AprU ltbends 0,30 Uhr, Sgnrstag den 21. April abends 7,25 Uhr, Somttag den 22. bis inkl. 26. ^lpi'il abends 6,80 -Uhr, Freitag den 27. April -abends 0,15 Uhr, SamStttg den- 28. April abends 7,35 Uhr. Der Gotlesdienft degiinnt.- an Wocher»- tag-ert morgens mm 0,30 Uhr, an San»Stage» nach Pessach morgens um 8 Uhr. Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler irr Wien. lK v n kn r s.j Laut Beschluß der 21. ordentliche»» PlenMiversamirnitnng der Lesennd Redehalle südifcher Hoch-süler in Wien wird aus dem Rein- -erträ'-g>Me der dies jährigen 'Slkademie eilt Betrag -von 160 X ihnndertsechzig Kronen) als Beitrag zn Prüfllngstaxenfür dürftige »r-nd würdige Mitglieder der Lesehalle votiert. Dieser Betrag soll rit der Weise verteilt werden, daß je 2 'Jnristen, 2 Philosophen, 2 Mediiziner auf Beiträge von je 20 K zn stiilgoro-seritaxen, l Techrriker ans einen Beitrag von 20 K zur 2. Staatsprü-snngst axe n-nd 2 Techniker ans B-eilräge oo»r je 10 K zn K-ollvqnie,,tar)en A>lifprilch haben sollen. Gesuche sind »n-it dem?lrmntszeugnis i»nd dem Nachrveise, daß Beivelber Prüfullgstandidat, beziv. auch Air das So-mmersenlic-ster .1005/0 inskribiert ist, zu belegen und bis 15. Mai 1006 an den Ansfchll'b der Lese- .und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien, 9. Beiz., Gr'üne-Torgafse lll zn senden. Eger. t^iabbilleritlstallatioll.j Freitag den 80. März d. F. fand in de>m festlich beleuch-telten Tempel nlüer zahlreicher Beteiligung der Ge° rn-eindelN'itglieber die feierliche Einführung des n-enge»välnitelt Ra-bbiliers, Herrn Dr. M. E. Prvßnitz, statt. Rachde»« die -beiden- Tempelvvrstehel' den Herrn Rabbiner eingeholt hatten, richtete Herr Knltlisvorsteher, Handelskammerrat iJatob Z ruck e r »n a n n, an den selben eine Begrüßu-ngsEsprache, 'm der -er seiner ,Freude darüber Ansdruck gab, deil Posten eines Predigers, Lehrers der 'Jugend und gastlichen Beraters amb Führers der Gemeinde wieder durch! einen Mrdigelt Manil besetzt zn sehen. Er sprach die Hoffnung ans ein din-trächtiges und gedeihliches Zn-- fa-lllniemvirtell -von Rabbiner und Gemeindevorstand, ans ein geg'enMiges Verstehen von F»ihrer tlnd -GesühAerr ans nnd rv-ies auf die ü'ber der Vnndesla-de lenchtenden Worte hi»»: Schiilvithi adonoj -leneg-di thamid! Nachdern der .Herr llkabbin-er mit einiigel» herzlichei» Worte»»- g-eda-n-kt hatte, t»nt ans der Schar -der versan»!n»elt-ei» Schnlj»lgerid die Schülerin Elisabeth Schlesinger vor, die Lei!-- 5 namens der Fpigen-d den neuen Lehrergledchsaills ht 'wohlgesetzter Rede begrüßte. Dannnahm mr>- ter deir Klängender nenhergestellten OrgÄ die Lithnrgie des Festgottesdi-cnstes ihren 'Fortgang nnd zu.m Schlüsse hielt nn-ter ungeteilter, andächtiger Anfmertisanileil der Gemeinde .Herr Dr. -Pros;»» itz feine A»»trittspredigt, z»» deren Texte er die Worte -Jesaias' gervählic hatte: An» fu jazarthi ki, thehilathi jedaber-u! In -einen» historischen Rückblicke ans die Entwicklnng der religiösen Ideen des Jnden-tn-rns -charakierisierte de»- Redner der» Wergegang der besonderen' israelitischen Kulturn-n'd Ethik, der-en Diifferen-zievnng gegeitliber anderen Geistesrichiinn-gen, die Reisrsieitzdes iüdifche-n> 'Glaubens gcgen-ü-ber allen Anfoind-nngen -und Gefährdungen, von anderer'Seite, n'm dann ans die Gärnngsperiode der jüngsten Jahrzehnte zn kon»-»n-er»', die »»»anches -Stück von der Bolkseinheit abgelöst, manchen 'Widerspr-ltch zivische»» den Ersvrderniffen der -erneuten LebeniSfern»e»»- n-n-d üent traditionellen KortservatismfltS des 'Jn-d-entrrmö gezeigt. Er' bczeichnete es als dlnsgabe des »n,oöern>en Rabbin-ers, -die schentSaren Widcrsprir-che aufznilöse»», den Genieindeinitgliedcrrr in g-uitei» und bösen Tagen ein »vahrer Freund z>u> -sein, die Jugend für die Jdeaile der Vorfahren zu begeistern- -und erlbat sich hierzu die U.niter-stütznng der Eltern. — Die deutliche R-ederveise, die warme, ans d-em Herzen- 'kommende Eprachie-, der Schwung der J-d-ce»» -und die sorinrwllendete Djiktion des Redners, der seither in Niähr!ifch-S'chöl»eberg gewirkt Hai, »nachten auf die Zuhörer einen höchst syrnpathischen Eindruck,- »nöge derselbe dauernd erhalterr bleiben! Ein jüdischer Husaren-Zuqsführer als Lebensretter. Bor einigen! Tagen verü-bte hier' eii» 11jähriges Mädchen, Stefanie B., einen >Lelbstnwrdveösuch, indemes sich aus der' elterlichen Wo-hnnn-g imdritten Stockwerke des Hauses in de« Koppstraße ans -die Stmtze gostürzt hat. Der Tod des Mädchens wuivde duÄ) die Geisl-csgegenwart und Entschlossenheit des die Stelle passierendM jüdischen! Zu'gsführers Sandor U n g a r vom 4. Hnsa-renvegilnent verhindert. Ter Augsfuhver wollte das Kind anffang-e!n, wurde jedoch dabei zu Boden gerissen, aber das Leben des Kindes War gerettet. U ng a r, der -der 6. Eskadron des in der Breitenseer Kavcklleuiekaserne stationierten Regimentes zngeteili ist, wnrde in. Eise n st a d t (Ungam) geboren-, und dient bereits nenn Jahre. Er will nach beend-eter zwölsjähriger Dienstzeit einem Beanttenberuse nachgehen. Ungar ist ein guter Jride, de»' sich besonders darüber freut, das; er durch s-eiue Tapferkeit und Opfernmt in Kreisenseiner Porgesetzt-en und. Kameraden -dem jndischen Volke, dem er mit Stolz cmgol'ört, Ehre bereiten konnte. Oesterrcichi sch-ru ssischoa- Hitsoverem in Wien, «ln» 20. März d. I. hat im Feftsaale des Gre- »niums der Wiener Kansniaimschaft die 0. ordentliche Gei»eralversa-n»mll»lng dos O-esterreichifchrnfsischon Hi-lsVereines in Wie»» »mter freu» Vorsitze seines P»-äsidenton Herrn Stefan DervvNisti slattgesuNide'N. Laut des erftakleier» Jahves'borichl-cs weist der Voreinpro Ende des -Jahres 1005 s».lg'0»»jden> Bestand a»rs: 8 Eh»ieNmitglieber, 4 Sl-ister, 10 (^rüllder und 210 ordentliche Mitglieder. Die Einnahmen betrllgen im abgela-lifenen Jahre 1< 2015,08, die Ansla-goN K 2861,91. .De»- iloberschnß von K 152,12 ist ans neue Nech»r>linig vorgetragor» worden. Seit seiner Gründling in» Jahre 1001 hat der Verein iit 1811 Fällen Kronen 10 617,71 für UNierstützll'.lge»r verausgabt. Lallt der vorgologlel» Bilanz ist eil» Vereinsoor»nöcte»i von K 5000,77 »lachge'lvlesen »vorder», lieber Antrag des Obmannes des Revrsi o nsa »»sfchnfses Herrn t. 1. illotar Tr. Franz Wittnrann wurde dem- Bvrstanse für ferne Kassagebarung -das Absolut oriuin erteilt und für seine ansopserrrde Rtühe»oaltnng im Jahre 1005 fror Dank seiWns der Gonelalver-sanrinlnng a»»ögedrückt. Ans Antrag frefr Vorstandes »vnrde das vorfri-o»»stvolle Ber-einslni-lgliod Herr S. A. Prvtopopoff in Mos- Jüdische Hausfrauen, welche «uf * Milch hdb reileUtieren, wollen wegen Sicherstellung des Bedarfes ihre Aufträge möglichst zeitlich aufgeben. Milch-Depot: Ferdinand Altmann, Wien, IX., Pratnerg. 17

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