Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 27 (6.4.1906)
- Date
- 1906-04-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 27 Katisnatzeitrmg Seite 3 Verhältnisse Ungarns eingerveiht ist, wird es offen und klar sein, das letzteres als quantite n^gligeable hinzugefügt ist. Welcher Lehr- Meisterin hat dieses sogenannte schwache Geschlecht Ungarns, diese Enkelinnen Arpads daS beispiellose Selbstbewußtsein zu verdanken? Und taten die Enkelinnen Deborahs ein Aehnliches für die nationale Sache ihres vor zwei Jahrtausenden von einem furchtbaren Wirbelwinde erfaßten und über alle Länder der Planeten hin zerstreuten Volkes? Haben es die „vornehmen" Töchter Esthers jemals ihrer Würde angemessen erachtet, eine Versammlung einzuberufen, um über das Schicksal der Tausenden und Abertausenden von Waisen zu beraten, deren Eltern und Angehörige das letzte gewaltigste Schlachtfeld der Menschheit in Rußland mit ihrem Blute gedüngt haben, bloß darum, weil sie Juden waren? Oder haben die Schwestern Judiths ihre Kleinode zur Abhilfe der Not so vieler obdachung brotlos gewordener jüdischer Familien aus Rußland gespendet, deren Ernährer sich wie die Schafe an der Schlachtbank, ohne Gegenwehr, ohne Trotz für das Judentum morden ließen, wie es die ungarischen Damen-zugunsten der Komitatsbeamten taten? Sie werden vielleicht die Einwendung machen, daß die adeligen Damen Egoismus ul dieser Tat bewogen habe, weil die Beamten den Kampf auf Leben und Tod nur für die Adelskliquen führen. Damit ist aber ihre passive Ressistenz, wenn es die Sanierung seines eigenen Fleisches und Blutes, die Befreiung oder die. Besserung der Lage ihrer recht- und schutzlose!: Schwestern und Brüder — vide Mordrede Luegers dato November 1905 -rgilt, bei weitem nicht entschuldigt. Aber nicht genug, daß die „intelligente" Akeres habajis die Hände in den Schoß legt und dadurch uns im heiligen Kampf allen Mut raubt, fällt sie uns in die Arme, wenn wir die Waffei: erheben und uns nur verteidigen wollen. Noch tönt in meinen Ohren die Weise, die eine vor,:ehme jüdische Dame sang, als man in einer großen Gesellschaft auf die nationale Autonomie der Juden zu sprechen kam. Abgesehen von dem im gegnerischen Lager vielfach abgedroschenen Rattenschwanz von „Argumenten", machte sie folgende Bemerkung: „Sie (die national Gesinnten) haben den Antisemitismus heraufbeschworen, durch ihr Treiben begegnet man uns in der besseren Gesellschaft mit einem Gefühle der Verachtung. Wenn solche Leute ins Parlament kommen, werden wir Gegenstand höchster Verhöhnung fein. EinS nimmt mich Wunder, daß viele wahrhaft intelligente Männer öu der Spitze dieses Gesindels stehen*. Als ob Intelligenz und Selbstverachtung feine paradoxer!, sondern vollkommen identische Begriffe wären. Ich wies die famose Anschuldigung dieser jüdischen „Intelligenzlern:* schroff zurück und durch flagrante Beweise gelang es mir, sie zum Urquell des Judenhasses zu führen: Das ist die nationale Selbstverleugnung! Sehen wir uns einmal die Erfolge des „Tulpengarten" an, so muß uns ein Schamgefühl ergreifen. Am 24. v. M. sah man in den Straßen der ungarischen Hauptstadt nicht weniger als 26.000 tulpentragende — die Tulpe ist nämlich das Abzeichen des Bundes — „Tulpengärtner" und — „Gärtnerinnen". So mächtig ist das Schlagwort „nationaler Kampfe. Ein lauer Siidwind kündigt uns das Herannahen des Frühlings an. Darum: „Auf, ihr jüdischei: Damen, erwacht aus euren: langen Winterschlafe! Laßt die Trompeten blasen! Nehmt teil am heiligen Kampfe für die Freiheit eurer Schwester,: und Brüder! Beweist durch Taten, daß ihr würdige Enkelinnen Deborahs seid, die ein kleines Heer gegen ganze Horden von Heiden befehligte und den Sieg davontrug und laut wird im Mund eurer Nachkommen das Lied von eurer Tapferkeit klingen! Laßt euch nicht von Frauen anderer Nationen beschämen! Ahmet das Beispiel eurer Großmutter Judith nach, die für die Erhaltung des Judentums ihr Leben in die Schanze schlug! Schließt euch unseren Reihen an und die alte Schuld ist gesühnt! Nehmt euch Esther zum Vorbild! Das jüdische Volk ist wach. Noch ist es vom langjährigen Schlummern ein wenig berauscht. Helft es ermuntern, daß es nicht wieder in den Todesschlaf verfalle! Das Rad ist ins Rollen gebracht und kein Gigant ist so mächtig, es zun: Stillstehen zu bringen. Wandelt auf unserem Pfade, bevor man euch die anderen Wege abschneidet! Jüdische Frauen, denket stets daran, die Sache des Judentums ist eure eigene Sache!" Simon Lieber. Bndnpeffer Brief. Der Maler BMabt ist am 30. März -endlich zur- -Rüde gebettlik worben. 106' zur „eiwrigein" wird erst die 'Folge zeigen, wenn der ReLms te jiddischen iQfclmleliniie erledigt sei:: wird. Dla-s Leichvnjbegäügnis des Herdorvagerrden! Künstlers war ein äußerst imposantes. Sämtliche Küüstlerkreise waren vertrete«: und Legten Kräüze ans die BNhpa.!Jml Manien der M'm,silier sprach der Mater Edmund Kacziany, der die große B,elwbniig nnd die Hohe): menschlichen Dutzenden des En tschla ft nen »tot, schwungvollen' Worten! würdigte. Dite 'kirchliche Zeremonie vollzog der Kaplan Udva r ka. Eine sehr initeMante königliche -AirMchchnnnig -macht jetzt viel von 'sich reden. «Dem OberraMneq von .Gvo!ßj-BecAkeve>k D.r. Moritz Klein, der auch» Präsident der P,rüsUlNgAkommislsion a>m BNdapester Landesradbinerselninar ist, wurde das Nitterkreutz des Franz Itzsess-Dröens verliehen. Dr, Klein ist ein üVeraluV eisrii'ger Patriot und fast sich erst jüngst veranlaßt, feinem im Fahr, wasser der Koalition .segelnden Patriotismus da, durch Ausdruck zu verleihen, daß er! heim! Sabbat* Gottesdienste aus dem Gebete für den LandeAfürsten, den auf die Regierinng bezüglichen Passns ostentativ weglietz. Dem patriotischen Oiberrabbiner kamen ,dainmls für seiirren priesterlichen Boykott .gegen die Regierung zahlreiche Graitnlationen zu. Und Nun geschieht das Komische, die Negierung schlägt diesen Oiberrabbiner, der sür die ,-verräterische" RegieüitntQi nicht einmal ein »Gebet übrig hat, nach dieser patriotischen Kraftleistiung — das königliche Hanldk schreibe): ist vom 25. März d. I. datiert — zur königlichen Auszeichn,u>ng vor. Ob der Herr Oberrabbiner das Ritterkreuz alkzeptieren, oder sich lieber mit der patriciiischerv „Tulpe" begnüge): wird, die. jetzt stets seinen To, lar schmückt, ist miir nicht bekannt, aber sicher ist, daß die Tulpe bald aus den- Synagogen! wird verschwinden müssen, denn das antisemitische PürM, blatt ,Mkoi>many" hat diese politische Blume bereits als antisemitisches Abzeichen für seine Partei rMamiert »rNd ans diesem Anlasse gegen! die Juden) ür nNflätigstev Weise gehetzt. Die' Sache begann ungemjütliche Werrdungen zu nehmen, denn es ist >ja Kar, daß die Jiuden sich dem TNlpenitaumel sich am. stärksten Hingaben und beim Ankauf dieses zu großer Popularität gelangten Gm>- blemes die „lebendigen, Wurzen" abgaben. Die Führer der Opposition gerieten in Verlegenheit, die durch folgendes Komlmnnique des „Ung. Telegraphenl-Korr.-Bnreaüs" nur' noch gesteigert wurde. Dias Kommunique lautet: „Die 'leitenden Elemenile Mehrerer GeselligboitsklNbs der Hauptstadt beschlossen in, ihrer am 1. ds. Mts. gehaltenen gemeinsamen Konferenz, an die Le!iiNng des Duilpengartevs eine gemeinsame Eingabe zw richtenin welcher sie für 'den sonntägige): Leitartikel des offizielle:: Organs der Bolkspartek, dies „A'lkotma'ny", welcher Artikel die Tuilpenvewegmlg behandelt, Genugtuinng fordern. Dieser Leitartikel bezeichnet das DNlpeneMblem osfe:: als Emblem des Antisemitismus ntnd legt dar, daß die JUben,schalst, „dieses hiergelänsene Volk mit bewuindernngsweritelN ZnsamMenhalten, Räubersolidaritat im geistigen, kommerziellen, kommmralelk Leben Budapests, die Führung an sich gerissen habe." Die Eingabe lverweist darauf, daß in der Verbreitung öe,r Dulpenbewegung eben die hauptstädtische Bürgerschaft jüdischen BekenNkdiesor traurigei: ErMinung? Wo anders als in 'der ausgebrochenen! Uneinigkeit, als in ben inneren Gegensätzen! de>ri Parteien-, die sich gegenseitig auf Leben, umb Tod bekämpften, und feirnei von, ihnen, behauptien, koninte: In meinen: Lagör ist Israel. Einzig und allein diese inneren, Zwistigkeiten!, diese Zersplitterung dev köuperlicheu. und geistige): Kräfte hat doi: Sturz herbei'gefi'chrt, und an, sei'nier eigenen Schwäche nnd Zerfahrenheit ging Israel zuignmde. S'chon' z)l Lebzeiten, unfe'ues Hyrkan waren die Juden in zlvei Lager geteilt: in das der Pharisäer und, Sadduzäer. Schon, damals prallten zwei grundVeirschiedene Weltanschauungen hi nsichtlich der Lösung der Juden frage aufeinander. Bereits in» diesen Tagen befehdeten, sie sich mit aller Schürfe und Erbitterung. Ich muß gleich hier bemerken,, daß die Behauptung jener Geschichtsschvetber, daß wir -es in, unserem Falle mit zwei religiösen Sekten zu tun haben:, grundfalsch ist. Ebenso u»m richtig ist der, Staindpunkt, d»ie Phälrisäer, als eine Partei hinzu stellen, die .dcn Schwerpunkt auf die Neligiolr, :md die Sadduzäer als eine, die das Hauptgelvicht a,u>f das nationale Moment gelegt hat. Der wahre Ausga>n!gsp.n,nkt sowohl der einen a»ls der anderen Partei wa,r 'nicht die Rekigion», sondern, die Politik. Bo»: demselben Gesichtspunkte jedoch, nach den: heutzutage jede religiöse Pa-rtei sich mit einen: politischen Deckmantel uimihiMt und als politische auftritt, um auf diese Weise das Volk, das mehr Sinn, für Politik hat, W getrinnen — ich verweise in dieser Bez,ieh,uug auf die chrtstlichsoziale Partei, die iu Wirklichkeit nichts anderes als, eine ve'rkappte kirchliche ist — von demselben leitenden. G'cidan'kon nahm damals zur Zeit der jüd»i,schen- Religionskriege, wo sie die lvunderbare Rcktuug Js'vaels aus der Tyrannei der syrifchein, Gewalthaber a,ls eine Tat Gastes ansaheir, \m unser Volk sonach begreiflicherweise -n,ur Interesse für religiöse Fragen nn,d Probleme bekundet hat, nahm danm'ls jede politische Pdrtei, eine religiöse Fävbmrg au. Sie miußten, Akkorde ansek lagen,, die härnmnisch aiuf Hertz und Vö:^ stand einswirkt'en. Wußiei: sie doch', daß» sie nur so volkstüm,lich. werden«, ::.ur dadurch! in der Bevölkerung tiefe Wu!rz,ck fassen können. Außerden: inUß in« Beeilcksichtiguug q,ezogen werden, daß das Judentum insofern, eine Zlusnahme von allen andeivei: Völkern bildet, als bei deniselben der nationale Gedanke unilösb'ar nüt dem religiösen verbn,nden ist, so sind doch viele religiöse Gebote uatioualen sp'nmges. Um ein, Beispiel für viele anzufi'lhren, verweise ich au>f die drei geschichtlichen Festtage, »die nationale Erinnerungstage u»:d zugleich religiöse Vorschriften, sind. Es ist also ganz naturgemäß, daß jede politische Sirön::rng im Judentum, eine Rücklvirkung aUf die Religion im, Gefolge haben, mlrißte. (Schluß folgt.) Die Beziehungen von Selbstmord nnd Geisteskrankheit znr Raffe. Unter obigen: Titel spricht sich m> der Aprilmm:»mer der „Pol itisch-A)llhropologi schon Revu." (Leipzig, Thüringischer Vc»rla»g) Dr. Georg Loiner auch über die Stelltlng der Inden ANdieser Frage ans. Dr. Lomcr sagt hievüber: Einer gesonderten Besprechung bedarf die weiße Allertveltsrasse^ der Juden. Sie gehören — das unterliegt keinem Zweifel — in: ganzer: betrachtet, zu den begabtesten! Raffen der Welt. Vermöge do"s iTjn.cn, anfgcdrungenen intensiven Kainpfes ums Dasein, haben sie äußerst tviderstanidsfähige! Typen, herangezüchlet, in denen sich Jntelligentz mit Rasfe::- eigenart bereinigt. Tie von» ihnen absichtlich sehr bevorzugte Inzucht setzt sie indessen auch den mit konsagniuen Ehen untrennbar vor- 2. ttlTTELPflCH Petrol-Haargeist. IMSasi I UaIiah Maul,* M. O <)er Haarwurzeln, »ur Beseitigung der Sebuppenbiidungt Wien, I , noner marKI nr. O gowie aur Erheltuni und Herstellung de, Haatwutbeea. 4 (Pataia Sina) im Zentrum der Stadt. + Prel« I FlaSOhe 2 Kronen.