Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 26 (3.4.1906)
- Date
- 1906-04-03
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nationalzeitung Nr. 26 S* -c ö r T t n (j 8 o tt o c U ft * n I> e i i. A ui Grund eiltet Berkvcvges, ier zwifcher: mtfecem Vereine, dem Küdatormm Ser Büro,: Htrjch- GOftuW »ud dem Miener Vereine rjitii* Beförderung der HanMrerke nrtter den iriländifchen Israeliten aibgeMossei, ivurde, nitterzvg sich der letztgettttmtte Berlin der AufftäLe, die iyW von ütrö zuMvieseneu Abfökverttor: der galizischdu- Hiösch- SchNlert der Handtverksm-elstertt irr Wien itt die Lküre ZU gebet: uirö, gEr: ein jährliches Gärrjchale für jeden Lehrl'nrg, für ifn“c Bedürstrisse zu feigen. 'Der 'Stand der zu Ende des Jahres 1608 auf ainffere Rechnung in ferner Obsorge befindlichen Lehrlinge betrug 24. Außerdem trachte:: wir, jüdische Knaben ans Gakiziien, welche die Baron Hrrsch-^Schuke absolmert haben, im übrigen Wefköfterreich und in Tenkfchkanb nuterzubrin-gen, und Haiden vorläufig I in Briinr: n:tt> 2 Lörrach (Großherzogtmn Baden) bei Harrdwerksimeistern Versorgt. 'Die großen Schiwierrgke'tte-n, denen diese Tätigkeit in -jeder Hinsicht begegnet, müssen diese an und für sich gerirrg evscherneUden Jffserrr erklären und rechtfertigen. -Der Aufwand in der LchrlingsaugeLegerttM wurde zur Hälfte voiut HÄfsveretn der öeutfchon Juden in Berlin bestritten. Auch an dem Ausbau unserer O r g a rr i s a - tion mwren wir im Beric^sjahre tätig. Im Jänner 1906 Hielt unser Sekretär iu Troppcm, Jägerndobf und Bielitz Propagandaivorträge, am M. Mai wohnte er gelegentlich einer Relise nach Galitz-ien der O rtsgruppene-rsammlung 'in Mähr.- Ostrau bei nnlö sprach dort über die Ziele Und Tätigkeit .unseres Vereines. Jur Herbst stellte er sich ckner großen Mltzah'l Ortsgruppen für einen Propagandaortrag zur Verfügung,' allein die schrecklichen Juberrmetzeleierr in Mlßland, -die bald nachher die gesaimte Judenfchast entsetzten und deren MttgefiiHl und Mildtätigkeit im größten Umfang in Anspruch nahmen, ließen es angezeigt erscheinen, eine größere Propaganda für nuferen Verein! auf einen günstigeren Zettpwnkt zu verschieben. Im JÄhre 1965 ionsiitwierten sich fvlgenÄe Ortsgruppen: 'Kokin (Böhmen), Jägerndorf WHlesien), Neu-Sandez und Samibor (-GaMzieN). Auch wurden zwei Frauen--Ortsgruppen (Krakau und Troppau) gegründet,- sie Haben jedoch, soviel wir wissen, eine Tätigkeit Nicht entfaltet, weshalb wir sie vorläufig nicht in Rechnung stellen. Dagegen ist die Ortsgnlppe Brddy als erloschen anzrvsehen. Zu Ende des Jahres 1905 waren also 44 Ortsgruppen konstituier, um 8 mehr als zu Ende 4904. Die Beziehungen, die nns mit den reichsdeutschen Körperschaften verbinden, die sich ebenfalls die Minderung der Notlage der gallWschen Inder: zur Aufgabe machen, hielten wir -aufrecht. lang geleitet hat, ist unter ihm zu einer Musterschule geworden. Denn dieser Spezialist Unter den Spezialisten ist durch seine Schlichtheit im Denken wie im Handeln noch ganz ein Pädagoge der alten Zeit, was das höchste Lob bedeutet, denn die Zeit der großen Pädagogen liegt für uns in der Vergangenheit. Wer diesen merkwürdigen Mann aus seinen allgemeinen Schriften oder gar im Leben kennt, weiß, daß er ein Mensch von reichem und tiefen: Gemütsleben ist, von vollkommener Wahrheitsliebe und seltener Gerechtigkeit. Er hat sich niemals durch das, was in seinem Inneren vorging, bei seinen Publikationen verirren lassen. »Mein Leben, das sind meine Werke", hat er einmal einem Interviewer geantwortet, der Mitteilungen über sein Leben wünschte. Daß /ix zu Jubiläen öffentlich gefeiert wird, ist ^am wenigsten nach seinem Geschmack. Seine WM ist die Gelehrtenstube, in die der laute Lärm des Tages nicht hineindringt. Von Menschen seines Schlages gilt daS Wort Goethes: In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister. Raffenunterschiede bei den deutschen und russischen Jude». Vor einiger Zeit entstand in Kreisen der amerikanischen Juden ein peinlicher Disput Wsifliikar I Vaaaordlcht) Qaruohlas I Der HiffSverein -der deutschen Inden iu Beritt» hat ferner Zusage -gemäß, die Hälfte der uns für Hie UuterbtiN'gttuy vor: Absolventen -der Baron Hitsch-Schussen tu Galizien km Berichtsjahre erivächfenen ^lnslagmi bestritten; die UNS vom Hrlfskönittce für 'die notleidenden oftenropäischett Jrvdert irr Frankfütt a. M. zugösagte 'Subvention für die neuerlich ein geführte KleiberkvüftMou, haben wir bisher rttcht tt: Anspruch geniomrneu. In: Änfcht-rrfse an diesen Tätigskeitsberdclit errtmickelte sich eine lebhafte Diskusfio::, an der sich -nebst de-M VorfitzeNden und dem Sekretär folgende Herren, die wir >in alphabetischer Ordnung anfiihren, beteiligten: Dr. Josef Bloch (Wien), ReichSratsabg>eiordneter Dir. Emil Byk lLemberg), Baurat Ritter von 'Goldschnridt (Wien), Dr. Edmrrrrd Kohr: (Wien), Dr. Albert Krrh (Wien), Viktor Kukka fTroppml), Dr. >Wi!lhel-m lPapperrherm (Men), Direktor Alois Schwarz- Mähr.-Osirau), Jäkob S. Straßberg (Wien) u>nd Richard TewÄes (Wien). Iu dieser Diskussion wurde der Beve!i!uslei'tung von mehrererr Seiten unter dem Be'ifalle der Versammlung der 'Da nk mib die Anerkennung für ihre Tätigkeit ansgissprochen, indem Hervorgehoben wurde, daß die 'Ve'reilrslettmW damit den richöigeir Weg eiugeschlagen Habe, daß sie langsam aber zielbeiwutzt vorgehe und sich durch das verlangen nach großartigen in die Augen Menden MrternehmnMeu in ihrem Borgehe:: nicht irre machen laffe. 'Herr Dr. Byk spendet tnsibefondeve der Eiuführmlg der Spitzene^zeugerng in Galizien das wärrnste Lob. Mehrfach wird der Wunsch ausgefprocheu, es möge die Vereinsleitung in: Laufe des Jahres öfters Mitteilrmgn: an die Ortsgruppen und an die öffentlichen Blätter 'gelangein laßen, daMit die Bereinsmitglieder auch in der Zwischenzeit von dem Wirken des Vereines Nachrichten erhalten. Dagegerr wurde von einzelnen Mitgliedern der Vereinsleitung auf die Eisgenartigkett der Tätigkeit 'des 'Hrffsvevsines hüngeMieifou, die es oft schwer wenn nicht unmöglich mache, diesen Wunsch zu befriedigen. Der Vorsitzende erklärt aber, Veranlassung treffen zu wollen, daß ihn: nach Möglichkeit und Tunlichkeit Genüge geleistet werde. Herr Knlka, Troppan, gibt die Anregung, daß der Verein in einem der Steiubrüche des Redners eine Siternlmetzschule zur Heranbildung von Inden znm' Steinmetzgewerbe errichte. Nachdem verschiedene Anfragen, die von den Sitznn'gsteilneHnrers: gestellt wurdenvon dem Vorsitzenden beantwortet worden waren-, erstattete der Obmann- 'des Mtffichtsrates, Herr Dr. Wilhelm 'Knöpfmacher, über die finanzielle Gebarung der BereMsleitung einen eingchenhear 'Bericht, der ln dem -Aufträge gipfelte, ihr das MsMttoriunr M erteilen. Dieser Alttrag wurde seitens der GeincratversamlMlng einstirMifig genehmigt. Hierauf :vnrde ebenfalls ernfttmmig beschlossen, die Statuten in dem Sinne zu ändern, daß der engere Ausschuß, anstatt ans 9 aus 11 Mitgliedern- 'zu bcsteheuhabe und daß 5 davon z:rr Beschlußfühigkett hinreicheu. Bei den sodann vorgenoui!me::eu Mahlen wurden mit StiminelleinhelligkeU gelvähtt ilnd ziwar a) tu die B e r >c t tt s 4 e i t u n g die 'Hervqni: Med. D-r. S. Ehrmanu, k. k. Professor,' IM. Dr. Gustaö Kohn, Mitglied des Laudesschulrates,' Wilhelm K:rx, Direktor; Paul LeMberger, kaiis. Rat; Siegmund Mayer, .Heinrich Pollak, Richard To- :veles, sämtlich ans Wien; ferner ans Galizien die Herren Jnr. Dr. Emil Byk (Lemberg), Reichsratsabgeordnetor, ^lnton Rudolf Fleischt (Dem-- 'berg), Med. Dr. Her manu- Hirsch (Kraikan); ferner b) den Aufs ichts rat die Herren: Julius Granichstädten, Jur. Dr. Wilhelm- 'Kmöpfmacher, Jur. Dr. Leopold Kohn, Ferdinand Löwy, Wil- HÄm Pappeuheim, Med. -Dr. Isidor SaUttvÄy, Theodor Wantoch; endlich c) in das Schiedsgericht die Herren: Milhelm Auniuger, kass. Rat, Michel Benies, Jur. Dr. Julius Bevmaun, k. k. Notar, Phil. Dr. Mori'z Güdemaun, Oberrabbiuev, Jur. Dr. Alois Klemperer, Isidor Popper, Leopold Sachs, kais. iRat, Jur. Dr. Alfred Stern, Julius Wolf, Josef Zucker. Mtt Ausnahme des Herrn Fleischl (Leinberg), der zum ersten- Male eine Funktion beim .Hilfsvevein erhält, sind sämtliche übrigen Herren' wNdevgewähtte Funktionäre. Zu bemerken ist, daß die irr die Beremsleittttltz gewählten Herren Nur dcu dritten Teil -dieser Körperschaft ausmachen, da jährlich bloß eine Dritteb ernellevuirg -derselbe:: 'stattfindet. Die Redaktion- -kann aber nicht/um.hin, -die Ansinerksamkeit der Leser ans das eminent wohltäÄge Wirke:: -des galizischen Hiilfsverernes zu lenken; nur dadurch, daß den 600.000 armen galiMchem Ju'den Arbctt und Verdienst zugeführt wird, werde:: diese unsere Glaubens- und Stammesgenossennicht nur auf ein besseres materielles, isondern zugleich auch auf -eim höheres kEtrelles und moralisches Niveau, gebracht. Dieser großartige Gedanke, -den der Galizische Hilfsvevetn in die Tat nmznsetzen sich bestrebt, bedarf zu seiner BerMirklichnng sowohl enier fortgesetzte:: uüeri- - nckidlkche»: -Tätigkeit dev Bereinsleitrnpg, -als auch der reichliche:: Unterstiitznng der Juden in gantz- Oesterreich. Mir bitte:: -daher Mlsere Leser ohne U-nterschved des Geschlechtes, diesen: Verein als Mttglied beiz-utreten m: dauf diese- Weise dieses segensreiche Werk zu fördern. Der mnttuste ÄMgLiedsboitirag beträgt jährlich 4 Kr. VeitriittserMrungeu sind an die Wresse des Hilssvereins Wien ,9. Bez., Berggasse 4, zu richten. darüber, ob die russischen Juden zur selben Rassenqruppe gehören, wie die im übrigen Teile Europas zerstreut lebenden Juden. Hervorgerufen wurde die Debatte durch eine Aeußerung des bekannten Philanthropen Jokob H. Schiff in New-Pork, der den Standpunkt vertrat, daß die russischen und deutschen Juden zwei verschiedene Nassengruppen darstellen. Aus diesen: dlnlasse wandten sich die in New-Pork erscheinenden „Jüdischen Gazetten" an Dr. Max N o r d a u, um seine Meinung in dieser Frage einzuholen. Die jüngste Nummer des genannten Blattes veröffentlicht nun die Antwort Nord aus, die auch für uns von Interesse ist und wie folgt lautet: Paris, den 16. Februar 1906. Werter Herr Redakteur! Ich habe die Erklärung des Herrn Jakob H. Schiff, welche Sie in Ihrem Briefe erwähnen, nicht gelesen. Sollte Herr Schiff wirklich die Aeußerung getan haben, daß die deutschen und russischen Juden zwei verschiedenen Rassen angehüren, so dürfte ihm der Beweis hiefür sicherlich schwer werden. Die Geschichte hat es nachgewiesen, daß diejenigen russischen Juden, die jüdisch sprechen, aus Deutschland stammen, woher sie im XIV. Jahrhundert vertriebe): und von König Kasinrir den Großen freundlich ausgenommen wurden. Allerdings ist es möglich, daß im russischen Mutterlande und in den südlichen Provinzen des Reiches schon früher Juden lebten, die direkt aus Asien tarnen, ohne auf ihrer Wanderung Europa zu berühren. Es ist auch möglich, obgleich wissenschaftlich erwiesen, daß unter diesen Juden sich auch Kasaen oder andere türki sch-ta rta rische Pros e l y t e n befanden, die das Judentum annahmen und ihm treu blieben. Aber die asiatischen Juden Haber: die deutsche, respektive jüdische Sprache nie gesprochen ur:d vermengter: sich auch nie mit den aus dem Wester: eiugewanderten Juden. Was die deutschen Juden betrifft, so steht es fest, daß die meisten von ihner: aus Polen stammer: und daß sogar diejenigen Inder:, die seit der Herrschaft der Römer ir: Deutschlar:d leber:, sich mit den polnischen Juder: durch Heirater: vermengt haben und daher in ihren Adern genau so viel polnischjüdisches Blui fließt wie ir: denjenigen der m Polen zurückgebliebenen Juden. Es ist also unmöglich, zwischer: den russifchpolrnschen und deutscher: Juden eine Rasfengrenze zu ziehen. Es gab etne Zeit, wo ähnliche Zweifel Pollenz echte Reform -Scbwcissbläller sind dto üesten ( UeMI «II