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Nationalzeitung · 1906-03-30 · Heft 25 (30.3.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 25 (30.3.1906)
Date
1906-03-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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N -. 25 Jnc übrigen, mdrtjct Nanu-' flc'&iifn't sonst in kr Welk öcitlK’H’i'iKit Personen, Mc m'it allen möglichen und nnniöglichen Mitteln- Ehrenämter am streben, aber de'n Pflichten! derselben in sträflicher Weise nicht Nachkommen. Wir me'inen noch immer eitle Ilictersiichitcigskonclnifsion, über die geschilderten Uebelstände wäre nvtireubiger, als eine Ablengnnngsf o nvmission. Wir miede rtzv len nnseren alten Nus: Heran s mit de m j-ü di sche n A r m e n - u n d K r a n ke n b aus! Heraus mit der Cliquenwirtschaft ans allen Institutionell. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten für arm und reich! Die tschechischenJiidenreformer an -er Arbeit. (Tschechische Assinlilanten und tschechische Reformer. — Verhöhnung des hebräischen Gottesdienstes. — Wie denken Katholiken nnd Protestanten über die Reformer? — Dank der böhmischen Juden an Dr. Strancher. — HoldheirOsmns. — Unsere Hoffnung liegt in der Zukunft. — Intensiverer Unterricht der hebräischen Sprache notwendig.) Die tschechischen Assi «Mauten sind in zwei Lager geteilt. Die ältere Generation will sich sprachlich mit den, Tschechen assimilieren, ohne an dem alleliririirdigen Jndentnm zn rütteln. Es sind zum großen. Teile gute Inden, ja einige, wie z. B. der Prager Magistrats rat Dr. Stein, der gewesene Landtagsabgeordnete Dr. Za lu d gute HebrMsten. Trotz der genannten! Kenntnis der böhmischen Sprache und Literatur, trotz dein Gebrauche dieser Sprache inder Familie, werden diese Männer von den Tschechen für Inden gehalten. Die jüngere Generation erklärte sich diese Ignorierung seitens der Tschechen! nur damit, daß der Gottesdienst bei derr Inden ein hebräischer, bei den Protestanten, die ja auch eine Minorität bilden, ein tschechischer sei. Das Hebräische mn'ß eliminiert werden ans dem Tempel, dachten sich« die Jüngeren, wir werden dann als Vollblntlschechen gelten, wenndas Indem»-»« zugrunde geht, was liegt denn eigentlich daran. Eil: Rabbi gab ihnen seinen Segen, und mm gehen sie daran, über das Hebräische sich lustig zu machen.. In ihrer Zeitschrift „Rvzvoy" lesen wir ein 'Feuilleton: „'Wie lesen wir die Thora". Ein Herr E. St. schreibt, daß er an einem christlichen Feiertage, der ans einen Sämstag fiel, in die jndifchtz Kirche ging. Gerade ivurde ans einer Lade eine angeklekdetc Pergamenirolle heransgenblnmen, er staltniie, daß auch Männer sich mit Puppen, spielen nnid" einen kunstboll gestickten MontÄ küssen. Nach dieser soierlichen Prozession habe der „Konre" «viderwärtige Silben vorgelefen. Nach vielen Koirnö- Rationalzeitung dien nnd Prozeduren habe der Rabbi gepredigt. Das alles sei abznschasfen nnd die Landessprache in die jüdische Kirche einznführen. So machen sich die tschechische«« Reform-juden über das Jndentnm lustig. Ganz anders denken ehstbare gläubige Protestanten und Katholiken. Das von der Hamburger protestantischen Jndenmissionsgesell.schast herausgegebene Agitationsblatt „Der Zions freund" bringt in der Märznncnmer eine Abhandlung ans der Geschichte der Inden in Hamburg zu Anfang des 19. Jah'rh'nndcrts. Da lesen mir: „Sehr hart und langwierig waren die Kämpfe, welche die hatribnrgischen Inden in Sachen der Religion ihrer Vorfahren dnrchzumachen hatten. Doch weder Katho^ likett! noch Protestanten waren ihre Feinde und Gegner, svikdern' das waren! die kleicrecc Füchse, die die Weinberge-verderben (Hohelied 2,15) Leute ihrer eigenen Rasse, nämlich jene liberalen Reformer, welche wohl ihre Synagogen und ihre Gebräuche, «licht aber ihre eigenen Herzen reformieren wollten." Zu diesen Bemerkungen eines gläubigen Protestanten. haben wir nichts hinzu zufligen anßev das, daß auch jetzt cc'nr jüdische Herost rate sie das Jndentltm, vondessen Geschichte, Literatur und Etttwicllnng -sie Mne Ahnicrng haben, herabznsetzen bestrebt sind, während dieselben ihre Herzen nnd Köpfe reformieren sollten, wie ihnen ein- Protestant empfiehlt. (?) Der katholische französische Hebräist unld S!ozeo-lvg Anatole Beanlieu gelangt zn dem Resultate, daß der enkjndete Jude in der Regel charatterlos ist, nd das könnten sich n-nsere Reformer wohl merken. Ernst sind diese Bestreblvnge'n, die ja nur ungesunde Allswüchse an unserem Körper sind, nicht zzr nehmen. Wir werden mit denselben ebenso fertig werdet«, wie mit 'der AfsimUation. Wir' werden' ja im Wiener Parlamente eine Tribüne Haber«, von der -aus die Assimi-lanten das verdiente Schicksal treffen wird. Hat der allein,stehende >D'r. -S t r a ll ch e r, d e m f ü r s -eine n M u t a u ch a n s B ö h m e n h t e r m i t d er Dank vieler a u s g e s p r o ch e n rv i r d, zur - Ehre der Indenheit viel beigetragen, so werden 3—6 indische 3igeordnete die Assimilation ad absurdum bringen auch in jüdischen Kreisen. Die Reform best re bccngen in Böhmen sind ein ins Böhmische übersetzter H v ldh ei in i s m u s, das ist das Strebenjenes Holdheim, von dem unser Historiker G r ä tz sagt, daß das Judentum seit Sank u s v o n T h a r i :t s keinenso geführ. licl.-en Sohn geboren wie Hcldheim nnd doch hat derselbe an dem 4000-jährigen Strome crichts geändert, und das wird auch solchen! Lenten nicht gelingen, die vom Judentum nichts' verstehen. Allein! trotzdem müssen wir zirgeben, daß 'die Kenntnis des Hebräischen immer abninunt, und A daß cs an der Zeit ist, daß die b ö h m i sche -P arte Nett ung im Verein mit den Lehrer- und Rabbinerverbünden dafür sorge, daß der Unterricht im Hebräischen intensiver nach einer moderrien Methode erteilt rverde, denn sonst wird sine Generation heranwachsen, die bestrebt sein wistd, zn untertauchen, wir brauchen aber ein! Geschlecht, dessen Ziele ein normal lebendes Judentum sei. Genug wurde schon theoretisiert über den Unterricht im Hebräischen, wir wollen auch schon einen Fortschritt sehen. Oser ben Aron. Indische Auswanderung aus Osteuropa. Berlin, 26. März. Infolge der ungünstigen, politischen, und wirtschaftlichen Berhältn-isse in Rußland und Rumänien ist in den letzten Ja'hren bekanntlich! eine ständige jüdische Auswanderung ans diesen Ländern im. Gange, die zuletzt pro Jahr eine Ziffer von e-tiva 106 600 Seelen erreichte. Inden meisten Fällerr war das Ziel dieser Auswanderungdie Bereinigten Staaten von Nordamerika, und unter diesen in erster Reihe Rem Äjvrk unddie östlichen iStaatender Union. «New Aor'k ist z. Zt. die größte jüdifche Gemeinde kr Welt, mit einer Seelenzghl von über 750 060 Jirden, und es steht zn befürchten, daß eine weitere Be-rschärfu-ng der Ansprüche in Ellis Island seitens -der Negi-erung der Vereinigten Staaten! eintretenkönnte. Seit längerer Zeit find daher Beftreb>ungen im Gange, einen größeren. Teil dieser A-nSwanIdvrer nach anderen- Gegenden ab'znlen-ken. In- New?)ork arbelitet seit einigen Jahr-e-n ein jüdisches K'otnitee in diesem Sinne. Unter diesen Umständen, ist es i-ln Interesse 'derdli-rch die bekannten Zustände i-m. Zaren-rekche zur AtlswanHernülg gezw-nngen-en r-nssistheuJud'ctldringend geboten, neue Ein ivandernn-gsmög-lichkeiten für diese zuschaffen!,' a-ls solche kämen in erster Reihe in- Betracht die Südstaa-len der Union, sodann abera-nch c'inige Staaten des gemäßigten Südamerika. In voller Würdigung dieser Sachlage hat sich in- Berlin ein Komitee gebildet, den« n. a. ang>ehören: die Herren Direktor Oscar Olive n, Dr. Alfred Klee, Chefredakteur Dr. I. Landau- Professor Dr. Otto Marburg, Dr. H ildesh e i m e r, Neda-ktenr!J. W reue r, Dr. S o - beruh ein«, Rabbiner Dr. Rvsenak in Bremen rifw. nsw., das es sich zur Anfgabe gem,ach.-t hat, die zur Atlswandern>ug entschlossenen Elemente in Osteuropa über die Verh-ältniisse -in den nenen!Ein'wa-n!öer'n.ngsgebieten zn infornriieven, und eine?sllskun>ftsstelle für jüdische Auswanderer nach den südlichen! Ländern zu gvün'den, welche züverlü-sfig Sln>fra'genbeantwortet urrd durchdie Presse informatorisch wirken will. Das Bureau rmd Zoinb-ori nach ei nisten Seknusten wieder hing ns." „Ist eine kirchliche Trami-Nst des Kranken mit Ihrer Schwester erfolgt?" „Rein, vorläufig -denken wir anaesichrs des schstveren' Znstandes meines Schw-a-st-ers star nicht daran', wenn, ihm Gott helfen nn-d ihm die- (gesrindheit lv-iedersteben loird. lvird die Trannnst oorge-nonnnen werden." „Warum Hatzen Sie dann die Uetzerfnhlnnst des Schwer-kranken, ineinanderes Sp-ital veranlaßt?" „Das ivar lvohl der Wnnfch rneiner Schlvester, die sieh, trotzdemdie Sp-i-tats-verlvalinnst sich ihr st-egeniltzer auch lveikir znvo-rkominend nnd' anfmerksanr ertvies, st-ewissermaßeir in M'ne befand." „Hatte der Ktza-nke von. seiner Ueberffthrnng Kienntnis?" „-Rein; er tzefan-d sich lvährend -des Transportes in belvnsftiosem Znskande nnd hat erst, nachdenr, lvirschon> ei niste Strmden hier waren, für. einiste Minnten! das Belvnsftfei'N! lvieder erlan-stt." „Roch -eine graste, Frantein: Hatte, der Geistliche v o r dem: Betreten des bilrankenzimmers die Soutane an?" Das Fräulein. lvu>rde sichtlich verlesten nnd sehwie-st. Der Berichterstatter nnterli-es', es, weiter in sie zn drän-sten' . . . Istnaz Ujvarv, cimcr de-r osten erlvähnten zlv-ei Maler, die als Zensten hätten fnn-stierert sollen, erzählte einem R'edaktenr die Geschichte der Tanse wie folstt : „Es war am Taste des Leichenistestänstilisses Michael Zichsts, anivelchetn ich teilnehm. Rachdem das Zeremoniell iin K'ün>stlerhanse twendistt war, wollte ich Atera-nder Bistaei im Spital besnchen!. Wir sindseit einer l-anstoni Reihe von Jahren du-lch die- Bande intimer Frenndschast verknüpft.?lls ich in, sein Zinuner trat, setzte ich mich an sein Bettende, aber wir sprachen n:mi sehr wenig, da. ich ihn mit. dem Sprechen! nicht stet äst, st en wollte. Als ich noch eitrem-?lnfentstalte von' zlvanzig Runliten' mich enksemen. lvollte und das Zimmer bereits verlassen hatte, kam seine. Gattin mir ans den Korridor noch nnd stot mich, ich möchte mich noch nicht entfernen, sondern im Hofe des Spitals eine kurze Zeit noch warten." „Weshalst?" fwift ichüberrascht. „Sandor, setzte Frau Bihari mit stelvestter Stimme fort, Hot mir anläßlich nnserer Heirat versprochen, daß er zuin, Christentn-m übertreten lvi-rd. Trotzdem ich e-i-np strenststläutzige Katholikin bin, ich wnc-de im Kloster erzost-en, Hobe ich ihn bisher an die Erfüllung seines- Versprechens nicht ermo-hnt. Jetzt aber ist er stefährlich erkra-nikt, sein Znstand ist ein fast hoffnun'stsloser und ich bin nstec-zenstt, daß, wenn er znm Christentnin! übertreten wird, Jesns ihm helfen und ihm seine Gesundheit w-ieder-steben^ wird. Sodann lvill ich erwähnen, daß lvir nur standesollltlich stetrali-t sind' nnd ich, im Simm dev katholischeüt llieüstion, ilvch, ein Bcädchenunser Kind aber vom,' katbolischeni Stoilltzpmtkte ein au-ßereheliches ist. Diese Umstäilde bewogen in ich, Sandor an die Erfüllnustseines Versprechens zn ermahnen-. Er ist stelvillt, meinen Wunsch zu. erfüllen und dürfte schon in lvenisten Minnteni der Geistliche nnd Julius Zomtzori, der die Patenschaft ützernommen, hatte, erscheinen. Ich ha-be ineino Schlvest-er schon vor einer Si'nnde mm sie geschickt und sie müssen bald hier sein. Sie sollten bei de'nr Akte der Taufe als zweiter Zenge funktionieren." „Ich achte Ihre Belvegstründe," erwiderte lljvori," allein, könnte man die Tonfe nicht nm einige Tage verschieben. Wir wüßten! auf den konfessionellen. Ehorakter dieses Ortes, lvo wir uns besiudeu, Rllickiicht nehmen. Sandor licat in einem. Bette, tvelches, lvie die Aufschrift tzezeiot, durch eine Stiftlmg A'dokf Goldbergers, eilies stlautzensstarken Juden, erhaltenwird. Wir müßten! ans diesen Uiustand Rllicksicht nehme n. „ Rein, das kann leider nickt geschehen," KRC6SflP0Tt1CKC ■: 5. niTTELBflCH Wien, I , Hoher Markt Nr. 8 (Palaia Sinai in Zeutrum der Stadt. MmI-llM-WdW. eien, Heia rkeit. Yerhindern den Hualenreii und bewirken sofort die leichte Entfernung des Schleimes. Preis pro Schachtel 70 Heller.

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