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Nationalzeitung · 1906-03-23 · Heft 23 (23.3.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 23 (23.3.1906)
Date
1906-03-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 23 Nativnalzeitrmg Seite 3 ArmmHr itft aröevetfettö ö*ic Beha-uptung der Interp-ellauten, daß ich den Juftlzmrnlster RuVor der Bestechlichkeit sezlehen Hütte. Nicht ich, sondern Ser IVbgeok-nete Schneider hat diesen Vorwurf Segen- Ruber rehoLen. Ich habe die Aeutz-erung SchnMers nur MeiSergegeven (S. 61), vH ne sie mir jedoch zu eltzen zu machenim Genen teil habe ich sie als gemeine Verdächtigung" gekemrzeichNet iS. 62). Es ist ferner nicht wahr, daß -ich „alle jene Zeugen, die gegen Htlsner zeugten, als Nicht gang, einwandfreie Persönlichkeiten bezeichnet" nnd „sie direkt der falschen Zeugenaussage beschuldigt habe"., Ich habe nur von einer bestimmten JWur, öle in allen Mwa-vmordprozess'en auftr!ikt sMosloff iw Konttzer, Mölders iw Xantener, Pesak luch Lang irr den beiiden Pvlnaer Fällen ns!w.), gesagt, daß diese typische F'igur zu Merwe'ist eiinv Echt ganz einwandfreie Persönlichkeit sei, und jrnrand einer falschen Zeugenaussage zu beschnldigeri, habe ich sogar ansdrückvich abgelehnt (S. 40). MM ans der Luft gegriffen ist die weitere Behauptung der Interpellanten, daß ich alle Iustizsvellem sowie alle Zeugen, die siir Hilsner ungünstig deponiert hätten, beschimpft hätte. Daß ich die beiden Entlastungszeugen lCerwücka nnd die Bodansky), die wegen! falscher Zeugenaussage verhaftet. worden sind, nicht „getadelt habe", ist selbstverständlich, da Zeugen An NaHmen einer kriiminalpsychologrschen Untersuchung weder zu tadeln noch zn loben, sondern rmr ihre Anssagen darzustellen und auf ihren Wert zu prüfen sind. Uebrigens habe ich in der Tat, gegen den Schirldigspruch in Sachen Cerwinba, den ich ans S. 162 ansdrüMch erwähne, aus den ^haselbst angegebenen Gründen, schwere Biedeuken. WaS die Bodansky, eine Tante HIWners, anlangt, so war sie eine altersschwache Perfon, die eine geradezu läppische Anssage abgab, uwözwar zunächst verhaftet, aber alsbald außer- Verfolgung gesetzt wurde, eben well sich herausstellte, daß sie nicht mehr bei Verstand war. Was soll man da tadeln? höchstens ihre Verhaftung. ’ Ich Habe im vorstehenden hauptsächlich Aie positiven Unwahrheiten kkarstellen wMen, die Ar dem mich betreffenden Teil der Interpellation enthalten sind. Was die allgemeinen BefchliwpfuNgen aWrnigt, mit denen man mich und mein Büch überhäuft („-täuMches Subjekt, Hetz- und Tendenzfchrrft schlimmster Sorte" und dergleichen), so stnd öde Interpellanten gegen eine Bestrafung fveMch durch ihre Immnnität gesichert. Immerhin dürfen Personen außerhalb des Hauses gewiß ulicht nöM schutzlos gegen Ehrverletzungen durch Abgeordnete bleiben, und indem ich die Loyalität Euer Exzellenz anrufe, Mite ich, meine Erklärung M der Euer Exzellenz geeignet erscheinenden Weise zur Kenntnis des .Gruses bringen zu wollen. Berlin, am 19. März 1608. Ergebenst sgez.:) Dr. .Nußbaum, Rechtsanwalt." Politische Wochenschau. Baron Banffy äußerte sich von cmigen Tagen einem Journalisten gegenüber über die Gründe, weshalb er mit. den übrigen Parl.'ien nicht gehen könne, rmd machte hierbei folgende sehn beachtenswerte BenMikung: „Das Pmgmimmi der „Neuen, Partei" ist das allein liberale, demokratische, ivelches ernic* vernünftige, gerechte Steuereinteilung, Ausschließung der aus die Lebensbedürfnisse bezüglichen Konsums steuern, zeitgemäße Arbeit'."; an; taüen, btegelung des freien Versamuilungsrechtes u.rd noch sonstige, den Bedürfnissen der. Zeit entsprechende Schöpfungen fordert. Di'» strebt weder die Verfassringsparte!!, noch Graf T i ,s z a an. Und was die V o l k s p a r t e i 1 ciiifft, ist sie mit meiner Partei nicht vereintar. wenn davon die Rede ist, die voll 'räudige G l e i ch h eit der registrierten G l a u b e u s g enossen - schäften zu sicher n. Ter Antisemitismus wird ja auf kosten de-» Liberalismus und der demokr.st'schon Richtung täglich st ä r k e t." Mese von uns schon seit Jahren verkündete Wahrheit hat Bacon Banffy allerdings sehr spät erkannt. * * * Anmerkung der jüdischen Nationalität. Im Saale der hiesigen freiwilligen Feuerwehr fand Samstag den 17. ds. die zrgeste jüdische Vo'iksversammlun'g statt, in welcher das Thema: „T i e Anerkenn u n g D e rjüdis ch en Ai a t i o n. a l i t ä t und das a l l g e - ui eine g l e i ch e W a h l r e ch t" zur Sprachegelangte. Zum Vorsitzenden wurde Herr I. Preczep, zum Stellvertreter Herr K. Streusand und zum Sch.riMl.hrer Herr Ehaim Se idm a nn gelvählt. Das Referat erstattete Herr Herz, Obmann des Vereines „Achwah" in Lemberg. Der Redner besprach die Notwendigkeit 'der jüdischen Wahlkurien und fand reichen Beifall. Die vom Referenten geiaßte Resolution wurde einstimmig angcnommen, welche telegraphisch dem- Minister des Innern Herrn Grafen- BylandbRheidt wie folgt übermittelt wurde: „Die jüdische Volksveisammlung, abgehalten am 17. März 1906 um 7 Uhr abends im Feuertvehrsaale in Podwoloezyska, fordert die österreichische Regierung auf, die jüdische Bevölkerung bei Einteilung der Wahlbezirke nach der Einwohnerzahl und Steuerleistling zu berücksichtigen. Einbeoufer." Handelsbericht aus Palästina. Der Handel Palästinas wächst andauernd sowohl hinsichtlich dev Ausfuhr wie der Einfuhr, was durch die EinN.ahin.en des Jaffaer Zollhauses bestätigt wird. Zur Zeit, wo Schreiber dieses im Jahre. 1865 sich in Jaffa niedergelassen hat, waren die, Zollhcmseinnahmen von Jaffa etwa 8000 Lstrl. im Jahre, während die lchtjährige Einnahnie schon die Höhe von etwa 40.000 Lstrl.. evieichte. In der ersten Zeit war das Zollhaus von- Jaffa etwa 10 Meter groß, woran ein kleiner Lagerraum sich anschlotz. 1887 wurde ein. ncn.es Zollhaus von etwa 100 Meter Länge bei 20 Meter Breite ausgeführt, es erwies sich aber bald als unzureichend und recht unbequem. Es wurdenimmer neue Schritte unternommen-, um den Bau eines neuen und größeren Gebäudes in Angriff zu nehmen, und man darf am nehmen, daß die Pläne, welche nach Konstantinopel zur Gutheißung gesendet wurden, bald bestätigt werden, sodaß man auch an die Ausführung des Baues, der für den Handel von großer Bedeutung sein wird, bald Herangehen wird. Die Verschiffungen von Getreide aus Gaza waren im verflossenen Jahre wie folgt: Man rechnete -damit, Latz in der Gorstewsaison des Jahres 1905 zwei Millionen Kilehs Geiste (etwa 246.000 Quarters) geerntet werden würden-, während in der Tat beveitsan-nähernd zwei Millionen Kllehs ausgeführt wurden, und noch etwa eine halbe Million Kileh für die Ausfuhr dieses Jahvesverbleiben. Die Ernte war sehrreich in dein verflossenen Jahre. An, Wäizen wurdenin; -der Saison etwa 200.000 Kilehs aus Gaza ausgeführt. Die Orangenemte von Jaffa entsprach nicht den, Erwartungen. Statt 600.000 Kisten, auf welche gerechnet wurde, wevhen' wohl nur etwa 300.000 Kisten Orangen zur Ausfuhr gelangt sein, und dies ungeachtet der neuen- Pflanzungen, von, Jaffa und der Umgebung-. Verschiedene Verlader von Orangen bemühten sich, eine der Tampfevlimen 'dazu zu bewegen^ daß sie die Orangen, nach Liverpool zu einem ermäßigten' Preise mitnehmeni. Es scheint, daß diese Bemühungen gelungen, sind, denn es verlautete, daß -die Bell's Line of Asm Minor mit Ende Dezember 1905 beginnend die Orangen.. von Jaffa nach Liverpool zum Satze von. 1 Schilling! PW Kiste transportieren, würde, also 4 d billiger als der Frachtsatz der Prince Line. Wetterbe r i ch t. Die RVgenpeviode hat zwar in diesem Jahre etwas, spät eingesetzt, dafür aber sind die .Niederschläge außerordentlich -reichlich gefallen. In Samaria konnte man Ende Dezember 1905 eine Niedecschlagsmenge beobachten, wie sie sonst, nicht üblich ist. Die un,bedeuten-den. Wadis haben sich in reißende Stn-rzbäche verwandelt. Trotz dieses Uiübernraßes an Wasser standen die Ergebnis seiner Forschungen, daß die modernen- Juden aus drei Typen zufammengefaßt sind: erstens aus den arischen Amoritern, zweitens aus wirklichen; Semiten, mrd dmttens hauptsächlich aus den Nachkommen der Hethiter. Leider fehlen bis jetzt ausgedehntere Untersuchungen an -den, sogenmmtm sephardischnr Juden, aber die wenigen,, bisher erfolgten zei'- gen deutlich genug, daß die Zusammen,setzung derselben eine ganz andere ist, nämlich der Kro- -enltsatz der Langköpfigen viel größer ist. Ans den bisherigen Forschimgen sind fiir das jm dische Rassenproblenr folgende Schlüsse zu ziehen: 1. Die Schädel des- Altertunis sind fast durchweg langköpfig, während diejenigen, des Mttelaltevs in drei Viertel der Fälle kurzköpfig sind. Es hat eine totale Ulnprägunig der Form> sta>ttgefunden,, deren Ursache wohl in stattgchabter Mischung im großen. Maßstabe zu sttchen ist. 2. Die sephardischen Schädel zeigen eine bewunderslvevte Einheitlichkeit des Typus, indem sie fast ohne Ausnab'.ne langköpfig, Ivähreud die Schädel der osteuropäischen. Juden zur Hälfte kurzköpsig sind. Diese Kn!rzköpfi'gkeit steht mit derjenigen der inittelalterlichm Schädel Wohl in. irgend einem, Zusanimenhange. 9. Die höchstlvahrscheinlich,!vie auch alle Semiteu, langköpfigeul alten Israeliten, kamen; bei ihrer Zerstreii.ung erstens in- BeriUhrnng nrit den Knrzkäpfciu, desl Kaukasus und des alpinen Europas rmd zweitens mit den- Langköpfen des Mittelmeers. Während die evstewn sich umforten, bewahrten' die letzteren den alten Typus. Neber Ludwig Börnes Namensänderung veröffentlicht Prof. Ludwig Geiger im „Tag" eine überaus interessante Mitteilung. Danach reichte am 14. März 1818 Dr. Ba'Mch bei dem Frankfurter Senat folgende Bittschrift ein-: Hochpreislicher Senat! Verschiedene Gründe belvegen mich, meinen bisher geführten Namen Ludwig Ba'vuch in Ludwig Börner ilmzuändern. Indem ich einen Hochpreislicheu Senat um die Bewilligung hierzu gchvrsamst bitte, verbinde ich damit das ergebenste Gesuch daß Hochderselbe gwuhen möge, von, dieser meiner .Na-mensveränderung das Wohllöbliche Rechnei-Amt zu nuterrichten, urn, hiervon Bemerkung zu, nehmen', damit ich die Pension, die ich als voriNaliger Poli-zei- * Aktuar gemeße, künftig unter meinem neuen Namen bei jener Stelle beziehen könne. Eines Hochpreislichen Senats Untevtä-mgsbgohorsamster Dr. Baruch. Frankfurt, den 14. März 1818. Dies Gesuch tvnrde abgeschlagen, da keine Gründe vorge-bra-cht seien. Namensänderungen aber nur aus wichtigen- Ursachen verstattet würden. Daraufhin reichte Dr. Baruch folgendes ireu-e Gesuch ein: Wenn ich in meiner untertänigsten Bittschrift vom 16. d. Ms., worai ich um die Hochgeneigteste Bewilligung, ineinen Namen ändern zu dürfen, ansuchte, die Bewegrmgsgründe hierzu zu erklären unterlassen hatte, so geschah?s erstens darrnn, weil ich wähnte, eine solche Namensveränderung, würde bei mir, der ich in keinen verwickelten, etlva mit vielen Menschen in Verbi.idung setzenden bürgerlichen; rmd G.ffchäftsoerhältnissen lebe, durcharis nicht bedenklich gefundenweiden; und zweitens, weil ich eingedenk war, daß viele R e g i e r u n g e n den I u d e n bei- A b ä n d e r u n g i h r e v a l t - t e st a ni; e n t a r i s ch e n, sie einerseits nicht immer bestimmt bezeichnenden', and- 5. niTTELDflCH Wien, I., Hoher Markt Nr. 8 (Palaitt Sina) im Zentrum der Stadt. + Beetes u. eicheretee Mittel H«Keu Verechleimuiiii:, Pektoral-Hasteo-Boalioos. eten, UeU*rk«it. Yerlitttdera den Hustenreiz und bi* ,j ken sofort die leichte Entfernung des ärhleimes. Preis pro Schachtel 70 Heller.

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