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Nationalzeitung · 1906-02-27 · Heft 16 (27.2.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 16 (27.2.1906)
Date
1906-02-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nationalzeilrmg Nr. 16 ob die Polen bas vorn Gesetze vorgeschviedone Drittel der abgegebenen Stimm-m icirb Vadurch eines der derben Mandate des Bezirkes erlangen! oder nicht. Die Zahl der polnischen Vertreter nnivde sich um weitere sechs bis zehn Mandate verringern, falls die Juden, was allerdings fraglich ist. für die ruttMiischen Kandidaten eiirireten werden." Alfa auch da beginnt es ,;u dämmern. An uns* rvird es liegen, daß die Erkenntnis, die jetzt auch irr diese Meise einzudringen begrünt, nicht durch schädliche Einflüsse verdunkelt oder verdrängt rvcrde. Die Alienbill. Bon Dr. M. Salinfante-Londorr. Die Alienbill bildet wiederum den Gegenstand, über derr gegenwärtig hierzulande anr meisten gesprochen und geschrieben wird. Dieses unglückselige Gesetz hat nebich kein Masel Kaum sind sechs Wochen verflossen, seitdem das konservative Ministerium das freie England mit diesem großartigen Abschiedsgeschenke bescherte, und schon erheben sich von allen Seiten Stimmen, die laut protestieren rmd diese Bill nicht nur als einen Faustschlag ins Gesicht den stolzen, altersgrauen Freiheitstraditiönen dieses Jiffelreiches bezeichnen, sonderrr. sie viel-- mehr als höchst schädlich den rrraterrellen Interessen des Volkes verschreien. Und diese Stimmen werden immer mächtiger und mächtiger und bilden eine ernste Gefahr dem edlen Hurnanüätswerke des patriotischen Major Evans-Gordorr, der Pom le merite auf Empfehlung des scheidenden Ministerimns barenisiert wurde rmd sich jetzt Sir Evans-Gordon unterzeichnet. Es ist wahr, auch bevor' die Bill 311111 Gesetze wurde, hatte sie unzählige Feinde, die sic schonungslos bekämpften. Aber damals waren noch A 1 t h u t und Joe, kt crstere offiziell, der letztere inoffiziell, am Ruder rmd gaben sich alle » Mühe, das Frenidengesetz durch beide Häuser durchzndrücken, was ihnen auch schließlich gelungen ist. Man hütete sich, zu gestehen, daß es hauptsächlich gegen die Juden gerichtet war, obwohl es einem jeden' 'bekannt war, daß der Vater desselben, der eine Studienreise machte, um die Lebonsverhältnisse der emigrierenden Massen! kennen zu lernen und sic nachher rn> einem Buche „The Alien Jmnrigratet" mederzulegen, sich nicht nach Italien und der Skandinavischen Halbinsel begab, sondern Rußland und Galizien allein aufsrichte rmd sich nur mit jüdischen Verhältnissen befaßw. Man suchte auf der einen Seite den Fremden a tour prir zum Verbrecher, zu einem „Unidesirable" zustempeln, während aus der anderen! Seite auf die Vorteile aufmerksam gemacht wurde, die dem Volk überhaupt und den arbeitslosen Arbeitern insbesondere daraus entspringen Werden. Vernascht mit einer starken Dosis gekünstelten marktschreierischen Patrioiismns, wurde die Fremdenbeschränkung zu einem kräftigen Zugmittel, aus dem so viel Kapital, als 'nur möglich war, geschlagen wurde und das man! als ein glänzendes Probestückä-cn der Segens fülle auftischte, die Mr. C h a m berlai n iu seiucm Vorrat hätte und die sich wie ein breiter Strom über das ganze britische Imperium ergießen würden, wenn seine Proteklionspolitik zum Siege gelangen sollte. Auf jüdischer Seite konnte man keine allzu große Anstricngunig bemerken, um das Vorhabender Kon-seroativen, das iu erster Reihe gegen ihre unglücklichen östlichen „Glaube nsgen offen" gerichtet ivar, zn vereiteln, da die danial-igcn rncisten jüdischen Abgeordneten und sonstigen Kehillcpolitiker zn den ergebensten Schlcpenträgern Joseps rmd A r t h u r,s gehören, und — was bei den Großjuden aller Länder selbstverständlich ist — doch unmöglich die Interessenihrer Konfefsionsgenossen, dazu noch Angehörige anderer Staaten, denen ihrer Partei varziehen konnten. Die Zeiten änderten sich jedoch bald. Was gestern als Prachtmittet der Agitation galt, brachte heute eine sürchterstche Niederlage. Wenn die Konferväliven das Parlament im Zeichen der Einwandc-ru ngsbeschränkung zu erobern hofften, so mußten sie die für sie traurige Tatsache erleben, daß dieseBill das m e i st c z u i h rer N r e d e r l a ge bci - t r u g. Das Resultat der englischen Parlamcntswahleni von- 1906 ist einem jeden Zeitungsleser allzu gut bekannt, als daß es an dieser Stelle' berichtet werden müßte. Die Konservativen erhielten eine schmähliche Niederlage; sie stehen jetzt zerknickt da; B a l f 0 u r hat noch keinen Sitz im Parlament, die anderen Minister seines Kabinetts haben nicht einmal, die Aussicht'auf einen solchen; die Liberalen sind die Heven 'bau Situation, und gar viele Umstände sprechen dafiir, daß ihre Zukunft gesichert ist. Es ist auch bekannt, welchen Anteil die-Juden in der letzten Wahlkampagne genomlnen hatten und wie es ihnen in vielen! Wahlbezirken, die als feste Burgen des Konservatismus galten-, gelungen ist, die Herrschaft aus den Händen Siegesbolvrißter zu reißen und sie den'schüchternen liberalen Kandidaten, die nicht einmal vo>n der Möglichkeit eines Sieges träumten, znzu-führen. Besonders halfen unter ihren Angriffen die jüdischen A n t i - A l i e n r st e n zu leiden: kein einziger w u r d e w rede r g c - wählt, wenn er auch bis mrrr ohne jebc* Kampf kandidierte und gewählt wurde. Es ist klar, daß bevor die liberale Regierung an irgend welche positive Arbeit schreitet, sie zuerst all die Schäden, gut zumachen hat. dl; ihre Vorgängerin verschuldet hat. Und die Zahl dieser Schäden ist sehr groß und ist auf allen Gebieten des Lebenszu finden. Die Liberalen haben es vor den Wählern versprochen' und sic sind auch fest entschlossen-, ihre Versprechen ausnahmslos und mutig in Erfüllung zu. bringen. Zn diesen Versprechen, gehört die gänzliche Aufhebung oder hmnanerc UmgestaltuiNiF der Alienbill, die vonvielem Seiten den jüdischen Wählern gemacht wurde. Der erste Eingriff mußte dem letzten- und stolzesten Werke der Konservativen gelten. Und dieser stellte sich auch wirklich ein, sobald bi-c Wahlen zu Ende warenrmd die nerve legislative Periode begpinn. Wie es in England stets Sitte ist, eröffn etc die Kampagne die liberale Presse mit der großen neuen Vtovgenzeitung „Tribüne" an ihrer Spitze. Der. Angriff geht schonungslos vor. Die ganze liberale Presse ist darirr einig, daß die Allenibill nicht n!ur vomethischch-ninanen Standpunkte verwerflich ist und den -ehrwürdigen Freiheitstraditionen- Britanniens zuwidcrläuft, sondern überhaupt für den Handel und den Verkehr dieses Lmides höchst schädlich ist. ' Es wird auch bewiesen, wie dieses Gesetz den- Konservativen nur als Mittel gedient hatte, um dein Volke Sand in die Augen zu streuen, damit es nicht die Dingein ihrer nackten. Wirklichkeit bemerke. Die Fo-vk'mngen, die sie jedoch an die Regiernng stellt, sind verschieden. Die radikaleren! Zeitungen verlangen die vollständige Aushebung dieses- Schandgesetzes, lvährond die gemäßigteren wenigstens auf eine Reform in einem humaneren und liberaleren Sinne drängen. Zu der Kampagne hat, wenn auch in untergeordneter Reihe, die Art und Weise, wie die Immigration officers das ihnen anvertraute Amt ausüben, -geführt. Diese Beamten, die noch von der konservativen Regiernng gewählt wurden wegentüchtiger ant-iäliienistischer Ueberzeugnng und wickstiger Leistungen im Sinne der Schöpfer dieser Bill, scheinen! von einem solchen Uebereifer für. die Sackst zu sein, daß sie es' für überflüssig betrachten, sich nach den Vorschriften zu richtenrmid handhaben' dieses auchohne das harte Gesetz in einer noch härteren Weise. So lange die öffentliche Meinung mit anderen Dingen' beschäftigt war, durften sie ungestraft nach ihrem Gutdünken handeln jetzt aber konnte es unmöglich unbemerkt bleiben. Es sind solche himmelschreiende Fälle von Unrecht vorgekommcn, daß sich die liberale öffentliche Meinungempören mußte, was sie auch nun in das *Herz kalt. Ihre fernsten Modowerke sind wie die 'Königsstatue in Goethes Märchen: wenn die Flamme das geringe edle Metall hinwegleckt, stillt die ganze .Herrlichkeit in Trümmer wie gemeiner Ton. Kunst aus der Natur herausgerissen (nach dem bekannten Dürer-Wort), das gibt die rassigen Schöpfungen voll unzerstörbarer, durch die Jahrhunderte fortiwir'kender Schönheit. Der große Künstler ist der echte Rasse innen sch, sein Werk der antlnntische Ausdruck der Rassegualitäten. In dem wirven Diurcheinandertreiben neuer Meinungen und alter Meinungslosigkeiten über Rassen- und .Herrenmenschentnm gibt nicht die erklügelte Tl)sorie, sondern einzig -die Kunst einen festen Anhalt. Im 'Kunstwerke spricht der vielst der Rasse sein letztes und stärkstes Wort. Dagegen kommt keine-Liieraturdespvtiej keine Kunstkritik mit ihren Tafeln und Dogmen auf: Blut ist stärker als alle Schulweisheit. 'Nicht aus schulmäßigem Wissen, sondern aus eigener Rassokraft ist die entscheidende Frage zu beantworten: Wie schwer ist dieser schöpferische Mensch an Elementen zur Auferbauung des neuen Geschlechtes, der neuen Gesellschaft, der höheren -Menschheit der Zukunft? llnd die andere Frage: Welcher Typus Mensch wird von »hm an gezogen und sestgehalten, der messt eigen de oder niedevsteigen de, der ansgelebte oder der entwicklnngsstarke? -Ein halbes Jahrhundert nach seiirem Tode steht der Rassekunitmensch Heinrich .Heine wie der vewoegenste Heutige noch in der tosenden Brandung der Sympathien und Antipathien. Und stille ist's um jeneseiner Zeit- und Werkgen offen ge- Iv-oöden, die g-ogen ihn ansgefpielt worden sind und derer» Wirkungskraft seinen Ruhm vernichten!sioilltc. Und es half nichts, daß sich die engsten patriotischen Puri'ster» oft so innig mit der fanatischen Orthodoxie hebräischer Zionswächter bevi'chrten in der Empörung wider -diesen urkfaßibar -Freien und Starken. Nicht einmal die Legion seiner NachaHmer hat ihn mNzubringen vermocht. Ebenso wenig wie die Legion -der Allzuzärtlichen, die ihn mit ihrer läppisch dankbaren Empfindsam'keit verfolgten, und die Hysterischen, die ihn um jeden Preis ans deutschem Boden beden-kmalen wollen. Und die Allerschlanesten, die Herrn Heinrich Heine totlügen Mächten, müssen es erleben, daß er rhn-en wenigstens in jeder guten„S-ittrMers!siMiNs"- Nulnmer, die sie heimlich nnd mit Schaudern genießcu, anss lebendigste entgegcnsprrngt. Fe unentwirrbarer mit dem fortschreitenden Bölkerverkehr die Bermischung der Raffen wird, 'desto lauter wird das Zeugnis von der heilig gehüteten Reinheit des Blutes in Kunst nn'd Dichtu»».g -iverden. Von» dem zärtlichsten, naivsten, stolzestyn Liebeslied, das die Weltliteratur kennt, von deür ,-Hohelied" im alten Testament, und den» ergreffendsten Liebes'drama, der wnnderherrttchen „Saknntala", bis zn dem „Buch der Lieder" von Heinrich Heine, hat keiner den tiefsten nüd vollsten Ton von der Urgefühle Lust und Leid, von ihren -Höllen und HrmuXln getroffen, dem nicht der Gott der Raffe das Geheimnis des Blutes gehütet. Keiner, der von heiliger Natur wegen ein Recht hat, in Kunstdrngen mitzusprechen, wivd bestreiten, daß .Heinrich Hei»»e als eine von den allerfeilisten Blüten des Kunstgeiskes am europäisch-semitischen Raffenstamm sich erwiesen hat. Durch die Hol>dk'ligkeit und Innigkeit seiner schönsten Liebeslieder weckt er die Erinnerung an die wunderbaren Erscheinungen des Poetentums der maurisch-spanischen Blütezeit, die uns der Münchner Mäcen und Dichter Graf Schack so unvergleichlich geschilderst hat. Heinrich Heine ist in seinenbesten Werken — nnd man soll die Gvoßen niemals nach den Momenten ihrer Schwäche beurteilen! — ein Bruder jener entzückenden Künstler und Sänger lFehnda, Halevy, Ebn--Esra, Gabriol n. a.), die schon so vielfach in Fdeen nn'd -Klängen vorattsgcnomnren, was die Rassekünskler späterer Zeiten und anderer -Völker i-Byron, -Leopardi) in unvergeßlichen Strophen gesungen. Auf Grun-d seiner Rasfetüchtigkeit allein ist es ihm möglich gewesen, sich gegen den Willen seiner Familie, 'die ihn znm Handelsmann dressieren wollte, nicht nur seinen eigenen Weg zu -bahnen, ion'dern auch das Wunderbare zn vollbringen, an deutscher Bv-l'kstümlicht'elt in Sprache und Kunst nicht zn übertrefsenöe Dicht»»ngen von wahrhaft religiösem Zauber wie die „Wallfahrt nach Kevlaar" zu schaffen, llnd die besten deutschen Tonmeister sntbrannten in edlem Wetteifer, seine tlangschönMn und rithreuidsten Lieder, die schon alle Ohren durch ihre Sprachmelodie entziicken, noch einmal für die Singstimme nachzncnchten. Seit einem halben Fa-HMlndert füllt sich der Kleinodien schrei n deutscher Li-edermnsik mit inuner neuen Bertontlligen Heürescher Berse neben denen unserer ersten Nationallyriker Goeklie und Mörike. Äkein, ein gem-ütkicher Ve^einsjbrnder, ein patriotischer Vorturner und Li-edertafler ist dieser Heinrich Heirre nicht gewesen. Das ivar offenbar sei»» Beruf nicht. Er hat den trinkfesten Deutschen kein Ergo bibainus, gesllngen, er hat lischt daS winzräft« Triutlied gedichtet. Auch als Soz-talpoltlüttlilart «••••ordichi 1 Ooruetelo«! Pollenz echte Reform *$cbwei$$blätter sind ilTe Besten! Omi m

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