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Nationalzeitung · 1906-02-20 · Heft 14 (20.2.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 14 (20.2.1906)
Date
1906-02-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Die „Nationalzeitung“ erscheint wöchentlich 2mal und kostet vierteljährig K 3. Nationalzcitung Seite 2 Nr. 14 feer aniriftcii Jaürcs in V-eiiuiif srntlsnud, bcteUißten, erhielte r« e i n „ e n t s p r e ch e li h" i n . Litten. Mas das für Schiller, die knapp vor öer-Matnritätoi.'^isttttg stehen, heistt, kann man sich leicht denken, wahrscheinlich 1-ja£.'4ic('.<inen die Herren Professoren wieder eine Razzia unter den Inden -u reranstalten roie bei der Vt a t n r a im Vorjahre. D a m als fiele il a ch l I u d e n bei einem Professor namens Prärie; d a r n n t e r befand sich e i n V o r z nass ch ü l e i. Nun ein Gegen st iick zu obigem. Bald nach der Matkal'äcrfeier veranstaltete der deutschnationale Turnverein in Leipnik eine Inljeier. Ter Besuch zu dieser streng nationalen Veranstaltung wurde den «Schülern verbotelt. Aber trotzdem beteiligten sich nahezu lämtliche arischen Scptinlaner an der Feier. .Nun sollte man glauben, das; sie zumindest dieselbe Strafe erhielten, wie ihre jüdischen Milschüler wegen ihrer Beteiligung an der Matkabäerfeier. Aber davon keine Spur. Nicht ei n m a l ei n e >i B c r rv e i S erhielten sie für die Uebertretnng des Verbotes. So scharf tritt der Unterschied zwischen Juden und Deutschen hervor! Aber nicht mehr lange wird man sich ein solches Vorgehen gefallen lassen können! Man wird den Zuständen an der Leipnikcr Lanöesvberrealschiile etwas medr Aufmerksamkeit schenken und sie unerbittlich vor die Oefsentlich'keit bringen müssen. Wir bezweifeln es, ob dies dem Lehrkörver dieser Anstalt erwünscht sein wird! M eure Li m ch c s. Austritte aus dem Judeutum vom 1. Jauner bis 8. Februar 1998. Adele Trebitsch, 3. Bez., Hanptstr. öS. Paul Raunig geb. Hoffmann, 5. Bez., Rampersöorferstraße 24. Tr. Maximilian Brück, Hof- und Gcrichtsadvokat, 1. Bez., Lngcck 4. Otto Lederer, 19. Bez., Hardtgasse 21. Flora Dubrowitz, Riga (Rußland), 7. Bez., Neubaug. 3. Josef Melnik, Reisender, Jnngbunzlau, 9. Bez., Pvrzellang. 90. Arthur MedianSku, Juwelier, 9. Bez., Sckwarzspanierstr. 9. Tr. Oskar Scheuer, Sekundaarzt, Rud.-Spital, 3. Bez., Rudolfsg. 25. Friedcrika Schönherz, Saybusch lGalizien), 0. Bez., M-ariannengassc 30. Moriz Ludwig Eisner, Artist, 9. Bez., Nußdorferstr. 3. Sigmund Eisler, Kaufmann, Bisenz, 1. Bez., Vvrlansstr. 3. Isaak rekte Ignatz Borger, Weinhändler, 1. Bez., Hotel Düngt, Margarete Fein, Private, 18. Bez., Wattriesstr. 18. Samuel Spiegler, Agent, 18. Bez., Schumanng. Nr. 48. Luise Goldmann, geb. Steiner, Bukarests 8. Bez., Alserstr. 47. Dr. Heinrich Glogau, k. k. Reg.-Rat, Wintergasse 11. Dr. Sersch rekte Heinrich Monat, Hof- und Gerichtsädvokak, 3. Bez., Pragerstr. 10. Charw-lte Heikler, Private, 14. Bez., Wieningerplatz 2. Berthold Weiß, Prwatbeamter, 8. Bez., Schlössekg. 10. Josef Kap, Buchhalter, 20. Bez., Okhmargasse 36. Julius Keßler, Kaufmann. 7. Bez., Schottenfeldg. 76. Therese Eisler, Modistin, 14. Bez., Arnsteing. 15. Oskar Krön, Maschineningenieur, 2. Bez., Am Tabor 11. Jetti Keßler, Private. 7. Bez., Schottenfeldg. 70. Amalia Keßler, Private, 7. Bez., Schottenfcldgasse 76. Dr. Sigmund Koffler, Adjunkt, 1. Bez., Pestalozzigafse 4. Rosa Wallner, Budapest, 6. Bez., Garbergasse 8. Otto Schmeier, Bevsicherungsbeamker, 3. Bez., Uugargasfe 27. Rudolf Deutsch, Hörer der Philosophie, 9. Bez., Hahngasse 17. Martha Pick, Neu-Strakonih, 1. Bez., Fiihrichg. 9. Leopold Blum'berg, Privatbeamter, 10. Bez., Ferdiimnöstr. 19. Moritz Maria Cacilia Pick, 1. Bez., Fiihrichg 5. Alfred Mediaustv, 2. Bez., Kaiser Jvsesstr. 24. Karl Rvbitsche'k, caud. jur., Teplitz- Schönau, 8. Bez., Laugegasse 28. Arthur Wolf, Omelier, 1. Bez., Kärutucrriug 7. Alfred Fleißig, io. Bez., Juzcrsdvrfcrstr. 35. Max Mahor», Privatier, 2. Bez., Kouradg. 8. Rudolf Erwin, Kassvwih, Privatbeamter, 1. Bez., Börscg. 7. Paul Jacchreö Fischl, Techniker, 1. Bez., Rudolfspl. 11. Dr. Hugo Tub, Hof- und Gerichtsadvvkat, 4. Bez., Margarethenstr. 47. Ego Wlach, Brünn, Privatbeamter, 9. Bez., Rögerg. 34. Rosalia Badcrl, Fabriksarbeiterin, 3. Bez., Erdbergerstr. Nr. IG8. Dr. Oskar Friedländer, Schriftsteller, 1. Bez., Getreidemarkt 10. Arthur Specht, Kaufmann, 9. Bez., Bergg. 21. Wladislaw Nimlim, Tlumacz, 4. Bez., Heumühlg. 14. Jelicie Langbauk, Private, 1. Bez., Renug. 0. Klara Wallentiu, Schauspielerin, 1. Bez., Fricdrichstr. 0. Frieda Brillant, Private, 1. Bez., Salztorg. 5. Pauline Fr-e-ininer, Hebamme, 17. Bez., Kalvarieubergg. Nr. 10. Rudolf Nottmüht, Agent, 20. Bez., Wasnergassc. Felix Feigl, Privatier, 5. Bez., Wehrgassc 0. Emil Steiner, Bankbeamter, 1. Bez., Wvllzcile 21. Edmund Wind, EinspännerlMicher, 10. Bez., Jagdg. 30. Naphlali Weiß, Geschäftsführer, 2. Bez., Mayerg. 3. Zerlinc Mauök, Private, 18. Bez., Gcrsthoferstr. 34. Julius Hansel, 10. Bez., Triesterstr. 11/18. Dr. Leopold Weinberg, Jglau, Privatier, 7. Bez., Wcstbahnstr. 94. Josef Altmann, Hilfsarbeiter, 10. Bez., Redteubachergasse 33. Antonie Weiß, 16. Bez., Schellhammerg. 10. Karoliue Heinrich, Private, 19. Bez., Mariahilferstr. 170. Rosa Grüner, Näherin, 20. Bez., Stresflcurg. 3. Olga Steinschneider, Private, 1. Bez., Wipplin-gerstr. 39. Arnold Breiner, Schlossergehilfe, 12. Bez., Rothe Mnhlg. 41. Hermine Teplitz, Wirtschafterin, 2. Bez., k. k. Prater. Freide Rnchel, Zughaft, Kleidernäherin, 0. Bez., Hahng. 12. Alexander Neumann, Kaufinann, 1. Bez., Eannovag. 9. Richard Pick, Strakonitz, Pianist, 13. Bez., Hauptstr. Bernhard Bauer, Judenhurg, Photograph. Johanna Resinger, Wirtschafterin, 18. Bez., Währingerstr. 149. Le!o- Deutsch, 15. Bez., Hcrlloßg. 3. Arthur Eibisch, Vevsichcrungsbeamter, 5. Bez., Schönbrunörunnerstr. 48. Hermann Speyer, Prokurist, Wien. Orient-Ferienknrsns in Cöthe» am Städtischen, Friedrichs-Pülytcchnikum. vom 26. bis 28. April 1906 veranstaltet von der Kommission zur Erforschung Palästinas. Nähere Auskunft« erteilt der Akademische Verein „Tchioh" in Cöthey, der auch Wohnungen nachweist, die Teilnehmer am Bahnhof empfängt usw. Die Lebensverhältnisse in Cöthen sind billig, die Eisenbahnverbindungen vorzüglich. Das Honorar beträgt 10 Mark. 1. Rektor Eberhardt, Zarrentin (Mecklenburg), 2 Stunden: Die Schulverhältnisso in Palästina. 2. Dr. L. Kahn, Wien, 4 Stunden: Rechtliche Verhältnisse des türkischen Orients. 3. A. Kaiser, Charlottenburg, 2 Stunden: Die physischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Sinai. 4. Dr. A. Klee, Berlin, 2 Stunden: Zur Staatsverfassung des osmani schon Reiches. 5. Dr. Franz Oppenheimer, Berlin, 2 Stunden: (yenoffen schriftliche Kolonisation. 6. Said Ruete, Berlin, 2 Sttmden: Die ivirtschaftlich-politischen Verhältnisse in Babylonien (Süd-Mesopoia-niel^. 7. Dr. A. Sandler, Breslau, 3 Stunden: Die epidemischen und endemischen Seuchen .des vorderasiatischen Orieuts. 8. Dr. S. Soskin, Berlin, 4 Stunden: Palästina in wirtßWt licher Beziehung. 9. Prof. Dr. O. Warbuvg. Beilin, 4 Stllnden: Kleinasicn und Syrien als Kolonisationsgebict. Die Judenfrage aus der Marokko-Konferenz. Alis Algecicas ivurde vom 12. d. M. telegraphiert: „Gestern, erhielt der amerikanische Delegierte Henry White vom Großrabbiner in Tanger ein Schreiben, in welchem lchlerer für die bei der Konferenz zugunsten der Juden beabsichtigten Schritte dankte, jedoch bemerkte, daß die Juden! in Marokko keine Ursache zu einer Beschwerde hättcrr, und bittet, daß, falls die Absicht besteht, im Jlrteresse der Inden etwas zrl unternehmcu, die Konferenz sich darauf beschräuken soll, zmn Ausdrucke zu briugen, der Sultan möge, wie bisher, sein Wohljvollorr und seine Huld den Juden zuwenden." Dieses' Urteil über die. Lage unserer Glaubensgenossen in Marokko seht sich mit allem, was bisher darüber bekannt geworden ist, und mit unbeftreikbareir Tatsachen in, Widerspruch. So z. B. äußerte sich vor kurzenr ein spauischer Staatslnann, der viele Jahre, am scherifischen Hofe diplomatisch tätig war,' gegenüber einem Mitarbeiter der „Neuen^ Freien Presse": „In Marokko spielen die ungefähr 160.000' Juden eine große kommerygelle und finanzielle Rolle. Doch sind sie irif Jnneru des Landes harten Ansnahmemaßregcln nn-terivorfen, in Ghettos eingepfercht und gezwungen, wenn, sie aus denr Ghetto (Mcllahl) hcraustreten, sich , in« ihrem Anzüge, insbesondere durch ihre Sandalen, von« den anderen zu unterscheiden. Auch haben sie an vielen Orten die demütigende Bedingung arlf sich gonomtinen, ihr Haupt zu verhüllen, wie sonst mir die Frauen, nie die Männer iin Gebiete des^ Islam." Der auffallende Schritt des Oberrabbiners von Tanger läßt sich nur so erklären, daß er einem Druck von außen> gefolgt ist oder von der Furcht geleitet wurde, daß eine etwaige Intervention der Algeciras-'Kionfcrenz zugunsten der Juden den Unwillen der moslemischen Bevölkerung Hervorrufen und die Lage unserer Glaubensgenossen« noch verschlimmern könnte. . mm übertreten, je früher desto besser; womöglich korporativ, damit den Nichtjuden ein schönerer Anblick geboten werde, sind wir faft versucht, hinzuzufügen. Nachdem für Herrn Borns hiermit die Frage des S o l l e n s erledigt ist, geht er auf den yveiten Prmkt seiner Schrift, ans das D ü r f e n über. Wir dürfen zum Christentum übertreien, weil nach dein geflügelteii Worte unserer. Talmudgelehrten und Rabbiner alles vom Himinet, d. h. von Gott komme. So sei auch Jesus von Gott gesandt worden, so ließ auch Gott das christliche Reich entstehen und Vas jüdische un:ergehen. Das. ist in großen Zügen die Oriintessenz der l0 Seiten starken Schrift. Der Wert einer jeden Schrift ivird gewöhnlich nach dem Erfolge belrresscn. Welcher Erfolg ist nun aller Wahrscheinlichkeit nach diesen! neuen« „Beitrag zur Lösung der Judenfrage" beschieden? Wird der ungetauftc Tanfjnde durch die Wucht seiner unwiderleglichen Logik Abtrünnige zu schaffen vermögen? Wir glauben allen Ernstes: keinen einzigen! Denn, obwohl Herrn Borns' Prämisse — die Juden seien auf der Welt anr meifieit verhaßt den Tatsachen entspricht, ist seine Schtußfolgernng eine falsche. Wenn man ivegen seines Judentums, oder besser gesagt, ivegenseiner Zugehörigkeit zur jüdischen Nation, gehaßt wird, so gibt es nicht« nur den einen voin Verfasser der Waschbar I ttasserdich I Geruchlos I Broschüre vertretenen Ausweg aus dieser Noilage, sich von der jüdischen Religionsgenleinschaft loszusagen, son«dern noch einen anderen, und zwar viel besseren- und leichter durchführbaren. Juden sollen nicht 9tichtjuden, sondern Zionisten werden! Zionisten, d. h. von nationaleni Geiste beseelte, aufrechte, selbstbewußte Juden, die durch Ibr mannhaftes Eiirstehen für ihr gutes Recht aer nichyüdischen Welt Achtung abzuzivingen vermögen. Wir glauben, die Zionisten «Tihen gegenwärtig rroch immer höher inr Ansehen als die Tarifjuden, für deren uiignalisizierbares Vorgehen es überharlpt keinen genug scharfen Ausdruck gibt. Wenn wir öffentlich eingeiteheir würden, daß wir Juden nur aus dem Grrmve den Juden Jesus Christus als (Gottessohn, ja als Gott airsehen, daß!vir nur deshalb uns mit Tauftvasser bespritzen lassen und in die allein seligmackende christliche Kirchengelneinschaft einireten sollen, iveil wir dadurch hoffen, daß ''-b der auf uns Jahrhunderte lang lastende Fluch in Segen, der uns Jahrtausende lang verfolgende Haß in Liebe verwandeln werde, . dann wird unser Vorgehen als Finte bezeichnet, als „echt jüdisch" gebrandmavkt werden und man wird unsere Unaufrichtigkeit und Falllliheit mit gleicher, wenn nicht für uns teuerer Münze zahlen. Denn die Zahl derjenigen, die aus Ueberzeugung zum Christentum übertreten, ist verschwindend gering. Der „glaubensschwache" Jude hat überhaupt keinen Glauben und kann daher aus Ueberzenguug auch nicht Christ tverden. Der „glaubensstarke" Jude glaubt wieder viel zu fest au seinen« (Aänben, als daß er ihn leichtfertig wechseln' könnte. Für. einen orthodoxen« Juden, gibt es nicht ge.urg gelehrte Bücher, die ihn seinem Glauben abwendig p, machen imstande wären. In ihm müßte sich erst der zur Neligionslosigkeit führende Prozeß vollzogeii^ haben-, -ehe er von se!- nem angestaunnteii Glauben ließe. Uud dann wäre er den lnodcrnen Jriden gleich, die aus innerer Ueberzengung nie znnr Ch-ristenlllrn« übertreten könnten. Wenn man sich obiges vorhält, lvird man nie auf den Gedaicken« verf.itten können«, den Juden die Tarife anzuvaten. Außerdem! Sollen und Dürfen muß auch noch ein dritter, der Hauptfaktor, in Erlvägung gezogen, werden, nämlich das K ö n n e n. Und der freidenke, anstälidige Jude kann ans Ehrenhaftigkeit, der orlhodoxe Jude wieder kann« wegen seiner religiösen Üeberzeugrlng nicht zum Ebrkstentruii übertreten. So viel zrr sagen hieltecr wir aris Anlaß der Neuerscheininng auf dem Gebiete der die Judenfrage betreffenden Literatur für unsere Pflicht. „ E rb i iii K v a u> s, Efsegg. Pollenz echte Reform-Sclweissblätter «WM! irol

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