Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 13 (16.2.1906)
- Date
- 1906-02-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Die „Nationalzeitung“ muss in jedem öffentlichen Lokale aufliegen! Nr. I.t beite Natioualzeikung flitbcvoi Personell aba lixuitm liabcn feit nun mehr als fünf Jahren Die hierzu berufenen und ucvpflidftehciv )taaU-id}.av Behörden nicht nach Dea Mitschuldigen Hilsners geforscht mvb gesneht? £te” tHeuiiiou Der Strafsachen Hilsncus in uuabfretsbar gelvordeu, mieD mtit im Nennen Der tKereeistigkeit gefordert! Die Aufhellung vieler Dunkler Punkte und unaufge. kllirter Vorgänge bei Der Einleitung und Durchführtlirg Der Setasumersuehuugeu in enuso Agnes .Hrnza und gegen Leopold Hilsner muß endlich erfolgen. Die österreichische Justiz Dorf ihr EhreuschiiD nicht beflecken lassen, nutfj vielmehr solches blank erhalten! Man Darf ttich! ungefnaft Die Amtsehre einesösterreichischen Justizministers verimglimpseu. (Lin öfter' reichiseher Jnstizmtn-ister kamt attch iricht Die gegrtt seine besehtrotene AmtsuuD Diennpflicht geriehkeren schmoren. Ansthn-ldignngen rnbig hiimellmen oder vornehm. ignorieren. Der Grund oder Uugrund, Die Stichhältigkeit oder Die Grundlosigkeit Der von. Dein Abgeordneten Gruft Sehneider gegen Den ehemaligenk. k. - Ju-stiyuiin'ster Dt. Ignaz» Edlen v. Rnber in den offenen Silzmigen des niederösterrcichischon Landtages wiederbellt l vom 28. April 1899 tttiD vom o. ch'ooeinber 1905) erhobenetr fchlveren Besechuldiguugen. muß erhoben und beweiskräftig festgestellt werden. Diese Beschuldiguugen haben auch, in denösseutlieheu. Blättern („Neue fyVeie Presse" vom. 20. Jänner 1000, Dr. Bl ochs „ Cef te ree i chi sche' Wochen i g, r i ft" vom 11. und? Februar 1000 und nrehrere andere .Nnmmeru » Verbreitung gefunden, und die „Neue Freie Presse" wirft die folgert de Präge auf: „sollte eine Einwirkung aus jener höhereit Dp höre auf den Gang Des Prozesses nicht erfolgt fein?" Und das ist ein dunkler Punkt, Der noch Der Aufklärung bedarf und sie vielleicht dereinst finden wird. Air der Spitze der Justizverwaltung stand damals Der Justizmmiftcv Dr. v. Ruber. Auch die „Wiener SonnuuD Mon-tags- Zeitrnrg" hat sich dieser Präge bemächtigt < siehe Nummern vonr 22. rmd 20. Jänner 1000 sowie vorn 5. und 12. Februar 1000), vertritt energisch' derr Revisionsstandputr kt und bringt beachtenswerte Aufklärungen. ,Tas Morgenblatt der „Neuen Freien Presse" vom Sonntag den 11. Februar 1000, Nr. 14800, publiziert aus der Feder eines hervorragenden und früheren hohen Justizbeamten folgenden Artikel: i'Die Interpellation, zitiert hier den bekannten Leitartikel vom k. f. Oberlandesgerichtsprändenten Dr. Karl Krall in der „N. Fr. P." und fährt dann fort:) „Laut bestimmtester Bersicheniugen der „Wiener Dann- und Montags-Zeitung", deren Wahrheit durch Zeugen erhärtet werden kann, rmd welche auch vom Verteidiger Hilsners, Dr. Auredniierk, bestätigt lverden, hat selbst dar Kreisgerichtspräsideit-t in Pisek, Winter, der die Schwtrrgerichtsverhaltblrnrg gegen! Hilsner geleitet hat, nach der Verkündigung des Wahtspruchcs der Gesehworuen und nach Fälltnrg des Todesurteils gegen Hilsner, ausdrüeklich geäußert: „Das; er, Der.llreisgeriehtsptäsident und Verfilzende Des Sehwiirgericht-shofes, von der. Unschuld Hilsners überzeugt ist". Der Gedanke, das) ein Unschuldiger wegen zweifacher Mordtaten neunvtctlt worden ist ititD nun mehrere Jahre eine schirr re und verschärfte Xierkerstrafe büßt, ist derart beängstigend uitd snrchtbar, daß jeder gerechte und gewissenhafte Mensch dringend fehleuniigste .Neuroduv fordern mtlsz. Diese kann aber nur in einer vorurteilsfreien, objektiven, allen parteipolitischen Beeinflussungen entrückten, gelvisseichafteu Ueberprüfling der gegen- Leopold .Hilsner dnrehgeführten zwei S-trafpro.zefse wegen- Ermordung der Agnes Htuza nub VerfchuniDens der Marie Klima, in -der Erforschung der materiellen Wahrheit und im Dev Uebung wahrhaftiger Gerechtigkeit, ohne Ansehen der Person sowie in den Durthführmrg einer Revision dieser Strafprozesse gesunden lverden. > Da in einem Nechtsstaate Das össeiuliehe Nechksbelvnßtsein refpeft icir. Der Rechts sinn der Bevölkert mg gefördert, jede unstatthafte Beeinflussung der Justiz hiutaugehalten und eine Erschütterung der Rechtssichetheid verintedeil lverden. soll, stellen die Unterzeiehueten an De. Exzellenz doir Herrn Leiter des k. k. Ju-skizniimfterinlns die Anfrage: „Ist derselbe geneigt, eine gründlichelind völlig objektive Ueberprüsmrg aller Strafakten in Den ^rmsprozessen gegen- Leopold Hilsner itnD Verschtvin-Dens der Marie xUima rmd fohiir im Wege der k. k. StantsaMvaltfcha-ft eine Revision dieser Strafprozesse Ehestens zri verfügen- und dnrchsühreu zri lassen?" Wien, 12. Februar 1900^ Tr, S i v a lt ch e r. Dr. Byk. Dr. Seinfeld. Resel. Hybesch. Rapoport. Dir. Ellenbogen. R leger. Cingr. El'dersch. Nikolai Wassilko. Ofner. Kolischer. Breiter. Pihuliak. Romanczuk. Wrabetz. Dr. Kos. Jaworski. Pernerstorfer. K. Seih? Die Interpellation des Abgeordneten Breiter. In folgendem geben wir den Wortlaut der Interpellation, welche der Abgeordnete Ernst Breiter und Genossen in Angelegenheit der Auflösungen zionistischer Vereins in Galizien, in der Parlamentsitzung vom 9. d. M. an den Minister des Innern gerichtet hat: „Welchen Schikanierungen die, galizische Bevölksrung für dis Anteilnahme an der von der hohen Regierung vorgelegten Wahlresorm ausgesetzt ist, illustriert kraß das unerhörte Vorgehen der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Zloczüw gebenüber einem ansehnlichen Teile des jüdischen Volkes. Am 5. Februar l. I. „besuchten" zu gleicher Stunde Vertreter der Bezirkshauptmannschaft die drei in Ztoczüm bestehenden zionistischen Vereine. So erscl)ien tnt zionistischen Bürgerverein „Ahawath Zion" der Kommissär Stanislawski mit einem Amtsdiener, im Mädchen- und Frauenvereine „Obe! Loah" der Sekretär Slonecki und im Arbeitervereine „Poalei Zion" der Kommissär Przybyslawski mit einem ganzen Heere von Amtsdienern, Polizeileuten, Schreibern und sogar mit dem Gemeindesekretär. Und es begann gleichzeitig in allen drei Vereinen eine Untersuchung, als ob man es mit politischen Verbrechern zu tun hätte. Alle Tische und Tischchen, alle Schränke und Kästchen wurden mit peinlicher Gewissenhaftigkeit nach ihrem staatsverbrecherischen Inhalte durchsucht. Daß es dabei nicht an Schikanierunaen aller Art fehlte, braucht nicht hinzugefügt zu werden. Im Frauenverein „Obel Leah" wurden die Kassa und Bibliotheksbücher weggenommen, der Bibliothekschrank amtlich versiegelt und eine genaue Untersuchung durchgeführt. Das Ungesetzmäßige dieses Vorgehens hat die Bezirkshauptmannschast selbst eingesehen, denn am nächsten Tag erschien der Sekretär Slonecki und öffnete feierlich die Bibliothek. Im bürgerlichen Vereine wurden alle vorhandenen Bücher konfisziert. Am brutalsten ist aber der Kommissär Przybyslawski im Arbeitervereine „Poaloi Zion" vorgegangen. Arme Arbeiter, dachte er sich, braucht man nicht zu respektieren und ging an seine Arbeit. Er ließ das Vereinslokal sperren, belegte es mit dem amtlichen Siegel, nachdem xr vorher alle Bücher weggenommen hatte. Nachdem diese Schikanierungen seitens der Beznkshauptmannschaft ein System aufweisen, da zum Beispiel schon im Dezember bei einer nationaljüdischen Feier seitens des Kommissärs verboten wurde, s i ch d e r h ebrüischerr und jüdischen Sprache zu bedienen, entgegen Artikel XIX der ö st e r r e i ch i s ch e n Verfassung, sehen sich die Interpellanten veranlaßt, an Seine Exzellenz dem Herrn Minister des Innern die Fragen zu richten: „1. Ist Seine Exzellenz geneigt, eine erstgeborener Sohir Rubem soll fcitunt lernen den Schlüssel zu der Schrift, wie wir i0n gelernt von unserem Vater < der selig vnf)cn möge), aus daß er dereinst ilnr möge mitteilen seinem Sohne, wielinser Vater besohlen'. NieDergeschrieben im Jahre 808, wie die Ehristen es rechnen, von Joses, Sohn des EHakan Bnlau itivb König der Chazaren. Ich lind mein liebes Weib Lea, aus Dem Stamme Der Leviten, vom Volke Der Ehazaren, haben gelesen Diese Geheimsehrist und Gott gedankt) für seine Gnade, nachDem lvir zu Grabe getragen imferen geliebwn Vater heute vor einem Jahre. Niedergeschrieben, im Jahre 857, wie Die Ehristen es rechnen, voir mir, Rüben Jbu- Joseph, Eii'kel Ehakair Butans und .König Der Ehazaren. Wir haben gelesen die Geheinrschvist, tvie uns besohlenhatte unser Vater vor seinem Tode. Wir danken Gott! — gelobt sei sein Name — für die Hilfe, Die er hat angeDeihen lassen unseren Ahnen, wie er auch uns Hai geholfen. Tenn indiesem- Jahre haben wir aufs Harlpt geschlagen unsere Feinde, die Poischenegen, tmd habenverstärkt ntib ausgebant unsere Festung Sarkel. Gott beschütze uns in alle Ewigkeit! Amen! NieDergeschrieben von mir, Manasse Jbn Rüben, Chakan der Cha- WaiehbarI iaaiard lehl! Ooruehlotl -AKUZr zaren und der Chakun Esther, im Jahre 802, wie Die Ehristen es rechnen. Auch ich, EHakan Moses Jbn Manasse und Die Ehaktin Rebekka haben gelesendie ^chrisl, wie besohlen ist tinsevem Geschlecht, int Jahre 024 nach christlicher R'echtttmg. Wemti atich gar jtmg an Iahten Dahitrgegangen' ist nitser gtiler Baller, der Chakan, so haben wir doch allen, OlrtinD zti danken unserem Gotte, Denn Frieden' herrschet im ganzen Lande. Arttnst ist nicht zu finden noch Rot irgenDwo. Und Deshalb schreiben wir hier nieder, im Jahre 004, unseren- Tank an, Gott tmd flehen um feinen weiteren Beistand. E ha kau Ahrou Ilm Moses und sein; Weib, die Chakun Teborah. Wie hosstt'tlngsvoll hat mein geliebter Vater niedergeschrieben Die Schrift) vor nur! Wie hat er sich gefreut ob des Wohlstandes seines Reiches. Und wie hat er gelitten in, den 46 Jahren seiner Reglemn-g! Armer Vater! Unsere Erbfeinde, die Slalven, haben, sich, verbündet gegett nnS lmd Sinjätoslolv hat erobert imjere Festung Sarkel. Wir sehen darineine Prüfling des Herrnunb zittern und zagen nicht! Golti wird sein Volk irichtverlassen! Aber nnfcre Söhne [offen sich einprägen unsere Schrift, auf daß sie itücht anheinffalleit der Türke uirfcriT Feinde, wie unser guter Vater. Denn nicht immer hilft Gott sowunderbar, lote er E ha kau Bulau geholfen!! Deshalb, mein Sohn, tvenududies dereinst liest, höre dieses mein Wort aus Denn Grabe: Habe Gott im Herzen, unb wappne dich gegen Die heimtückische Brut Der Slawen, Dem, Erbfeinden der Jehüdim! Und schließe mit ihnen keine Bündnisse, auf daß es Dir nicht ergehe wie deinem Großvater! Jolvorechecho adonai wejisehmerechö! Amen! Niedergesehriebett im Jahre 079 von mir, Ehakair Joseph Ilm- Ah'ron, während dabei stand mein Weib, die Ehaktrtt Slilamith. Dein Beseht, mein- Vater, soll ntir heilig sein! Alle will ich Bündnis schließen mit beit Slawen! Aber Blutsbande will ich suchen für meinen Sohn David, mit einem starken Volk ihn zu verschtvägern! Dazu sei mir behilflich, dn großer Gott! Dann soll neu glänzen unser Wappen, das Mögen, David, in unserem! Schild, unb rächen wollen wir baifiv bei neu zu frühen Tod, geliebter Vater, dendir der Feind bereitet durch Gram, und Kmmner! Gesehricben von Chakan Salamon Jbn Joseph und Chakun Sarah im Jahre 084. Soll ich dir danken, großer, mwrsorschlicher Herr?! Soll ich tvehklageu?! Zu« Grabe getragen habe ich meinen! Vater, einen! alten Mana. Wohl ihm! Auch ich bin einalter pollenr echte Reform >$cbwei$$blälter