Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 11 (9.2.1906)
- Date
- 1906-02-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 1 l Nalwnalzcitüng .Seite 3 Antwort: Bor langen Jahren, viel früher noch, bevor die ziorilstifche Me-.' ihren Siegeszug angetrcten hatte, vertrat ich in meinem Blatte „Podripan" die Existenz der jtMchen Raffe, des Mäifchen Volkes. J-n meiner damaligen Polemik mit dein Organe der tschechisch-jüdischen Afsimilanten „LeSko2idovskL listy" wies ich -darauf »in, daß die Juden, obwohl sie das Unglück hatten, ihr 2-i.Uerland zu verlieren, ein spezifisch.'s, von Men anderen Völkern sich unterscheidendes Gantz-es bilden. Weder die Diafpora, noch dcr Verlust 'der Nativnaksprache, noch ein anderer Umstand können an dieser Tatsache was ändern. Meine diesbezügliche Ansicht und volle Ucberzeuguug berechtigt mich zu der Behauptung, daß die Juden nicht nur eine eigen« Nation für sich bilden, sondern sogar auch einer ganz anderen Rasse aügehören als die christlichen Stationen Europas, und daß sie daher im Königreiche Böhmen als die dritte Nationalität zu betrachten und zu respektieren sind. Irage: Wie denken Herr Re.chsrats- M ge ordnet er über die Intentionen der national denkenden Inden, welche die jüdische Kurie im Reichs rate an streben? Antwort: Ich versichere Sie meiner ansrichtigsten Sympathie mit diesem gerechten imd für. die jüdische Ration einzig möglichen -Streben, und werde dasselbe auch, sollte es vor daS Forum des Reichsrates gebracht werden, rrach Möglichkeit unterstützen. Geheime Machinationen der Londoner Großjnden. Bon Tr. I. Sa l i n s a n t e - London. Man braucht leine glänzende Gedächtnisgäbe zu besitzen, tun sich des Ausrufesr>u erinnern, der vor einigen Wochen von den englischen „Commnnal leaders" im Skamen des Ruffo- Je-wish Fund erlasseil wurde, ein Aufruf, in üenr unter denr Vorlrande, Kol Jisroel zugunsten der „unglücklichen Glanbettögenosseni in Rußland" anznschnorren, man über die zwei bedeutendsten jüdischnationalen Bewegungen, den Zionismus und den Territorialismns, in einer Weise her- Mt, wie weder diese beiden Organisationen es verdient haben noch den Angreifern überhaupt Ehre macht. Man erinnert sich auch der Empörung der gesamten -bewußten Jildenheit, die diese, sagen, wir unüberlegte Ha-ndlungAweise hervorgernfcrl hatte, eine Empörung, die jedoch keinen geilügenden Ausdruck gesunden hatte, weil das gesamte Jndcntn-m von einer stärkeren Empörung und einem heftigere,i Proteste bemächtigt ivar, die anderen galten. Das zu Boden gestreckte Israel trauerte und empörte sich iiber die Strönie Bluts feiner Kinder, das das freigoivordene Rußland in Hunderten von Städten vergoß und hatte keine Zeit, auch dieser schmäbtichen .Handlung gebührende dlilsmerksantkeit zu schenken. Man fühlte überall, daß es Hochverrat ain M'ifchen Volke sei, zn einer so 'jammervollen Zeit, die an alle jüdischen -Herzen appellierte und ein Handfnhan'dgehen aller Parteien erforderte, die Saat der Zwietracht zu streuen und die bereits existiererlde Kirrst der Meinungsverschiedenheit der jl'rdischen Parteien noch zu erweitern. Es gab auch manche, die die Herren vom ,Liochschildschen Brief" in Schutz nahmen und glaubten, in ihrer Handlung, einen politischen Coup zu sehen, zu dem sie von einer verborgenen Hand gezwilligen wurden und das dem Judentum nur Nutzen bringen wird, zu welcher sonderbaren Deutung mau durch eine kurz nach der Veröffentlichung des Aufruses von einem der Unterzeichneten, Mr. Claude Montesiore, gernachten geheimnisvollen Erklärung Zuflucht nahm. Mr. L. I. Greenberg, der gewiegteste Pol Mer, den der Zionismus jetzt besitzt, wirst ein ganz neues Licht auf diese unglückselige Affäre durch eine interessante Enthüllung, die er neulich gemacht hat. Wir lassen hier seine Ausführungen im „Jewish Ehrvnicle" in deutscher lieber sehn ng folgen: „Vor ungefähr drei Wochen, am 28. Dezember, schrieb mir ein Freund aus Nerv Bork, dessen Wort Fbllständig zuverlässig ist, daß auf einem Meeting des Allgemeinen Hklfolornitees dieser Stadt eine Depesche vom 5. Dezember deö Sir Samuel Montagn verlesen wurde, welche folgendes enthielt: „Wir erlassen Manifest, Projekte der Zionisten und Territorialisten verurteilend." Mein Freund erzählt ferner, daß Mr. Schiss, der Schatzmeister des Hrlssvereines, am gleichen Tage erwiderte: „Welche zionistische und territoriaNstische Projekte? Obgleich persönlich mit keinen der beiden übereinstimmend, haben viele unserer hiesigen energischesten Arbeiter zionistische und territvrialistischc Tendenzen. Ueber legen Sie daher; besonders jetzt sehr unratsam,Zwietracht oder auch nur IMeinnngsv-erschkedenheit in die jüdischen Reihen hineinzutrageu." Auf dieses Telegramm, behauptet mein Freund ferner, sendete Sir Samuel Montagn am 8. Dezember die folgende Depesche: „Manifest milde protestierend gegen Juden- staut, unterzeichnet Rothschild und ander.' Führer auf besonderes E r s n ch cn der liberalen N egie r u n g. Kanu nicht schaden." Diese Mitteilung war, um mit meinem Freunde zu sprechen, so „überrasthend" für mich, daß, ob> gleich mein Freund mir versicherte, sie von der Korrespondenz des Hilfsvereins kopiert zu hoben, ich dennoch ei».'n Irrtum vermutete! Entfernt, Sir Samuel Montagn unter einen Verdacht zu stellen, der aus einem Irrtum entsprungen wäre, und da ich ans der anderen Seile eine solche Mißdeutung des Verhaltens der Negiernng den Juden gegenüber nicht bestehen lassen konnte, schrieb ich am 10. Jänner an Sir Samuel Montagn wie folgt: 82 Fordwrjch Road, Brondesbury, N. W. Geehrter Sir Samuel Montagn! Ich erhielt einen Brief von einem Freund aus New Bork, in welchem er mir mitteilt, daß Sie am 5. Dezember Mr.'Schiff depeschiert hätten, daß Sre l und ich denke, noch.andere) ein Manifest publizieren .wollen, in dem die zionistischen und territorialistifchen Pläne verurteilt werden sollten; daß ferner Mr. Schiff am gleichen Darum erwiderte und Sie von der Herausgabe eines solchen Manifestes abriet, und daß Sie dann am 8. Dezember depeschierten:„Manifest milde protestierend gegen Judenstaat, unterzeichnet Rothschild und andere Führer auf besonderes Verlangen der liberalen Regierung. KANN nicht schaben." Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Di« mir in Bälde mitkeilen wollten, vb die Information meines Freundes korrekt sei, nnd wenn nicht, in welchem Punkte sie inkorrekt sei. — Ich verbleibe, geehrter Sir Samuel Montagn, Ihr ergebenster I. L. Greenberg. An Sir Samuel Montagn, Bart. etc. eu. Da ich keine Antwort ans dieses Schreiben erbielt, richtete ich am 18. Jänner an Sir Samuel Montagn folgenden Brief: Geehrter Sir Samuel 'Montagn! Am 10. ds. sandte ich Ihnen «inen- Brief, in welchem ich Sie ersuchte, mir gütigst auf eine Anfrage antworten zu wollen, die ich in demselben an Sie richtete. Da ich keine Nachricht von Ihnen erhalten habe, setze ich voraus, daß Sie urem Schreiben nicht erhielten, obgleich die Post mir dasselbe bisnun noch nicht retournierte. Ich lege daher bei eine Kopie des Briefes, den ich Ihnen schickte, und markiere dieses Schreiben, welches ich eingeschrieben schickte, ,wrvoatim", damit es Sie mit Gewißheit erreiche. Ich werde Ihnen zu großem Danke verbunden sein, wenn Sie die Güte haben wollten, mir Ihre Antwort sobald als nur möglich zu kommen zu lassen. In Vorzügr'chster Hochachtung verbleibe ich, geehrter Sir Samuel Montagn, Ihr ergebender L. I. Greenberg. An Sir Samuel Montagn Bart ufm. usw. Da dieser Brief von- Sir Samuel Montagir mit derselben Höflichkeit behandelt wurde wie meine erste Mitteilung und keine Beantwortung erzielte, schrieb ich am 26. ds. an Sir Henry Campbell-Bauuerman und ersuchte ihn, mir gütigst Mitteilen zu wollen, ob die Behauptung, dre mit Bezug auf die liberale Negierung und den „RoHschildsche Appell" gemacht worden sein soll, auf irgend welcher Wahrheit beruhe. Natürlich hat der Premierminister andere Ansichten über den Begriff von Höflichkeit als Sir Samuel Montagn, und sandte mir durch seinen Privatsekretär folgende Antwort: S. W., 10, Dörrling st reet, Whitechapel, derr 27. Jänner 1906. Geehrter Herr! Der Premierminister beauftragt mich, Ihnen mitznteilen, daß er Ihr Schrei-, ber: vom 20. ds. erhalten! hat. Das Gerücht, welches, wie Sie sagen, zirkuliert, daß der Brief, welcher gegen die Bestreb urigen, einen jüdischen Staat zu errichten, protestiert, auf „besonderes Berlangerr der liberalen Negierung" geschrieben worden fei. ist absolut ohne jeden Grund. Ich verbleibe, geehrter Herr, Ihr gehorsamster Diener Arthur Ponsonby. Herrn L. I. Greenberg. Da diese Angelegenheit durchaus nicht privater Natur ist, sondern vielmehr eine sehr große Bedeutung für die Oeffentlich'kcit hat, so möchte ich Sie um die Erlaubnis bitten, durch Ihr geschätztes Blatt Sir Samuel Montagnanzufrngerr, ob er di« Behauptung der Entsendung der Depeschen an Mr. Schiff bestätigen oder dementieren wird. Sollte er weder das eine noch das andere tun können, so «wäre es doch interessant, zu erfahren, ob nicht auch die anderen Herren, deren Namen am Prämiiert!. wiener Licht-Ausstellung 1900. =— Telephon 12309. Ktscröl-Fabriksr*k o R|it7 Wien, XX|2 niederlage 1 Lu? SI Dresdnerstrasse 82 Petroleum in Kannen franko Haus nach allen „Eine gar wichtige Neuiigikc.it, o großer Kölng. Soeben berichtete iuir ein, Sklave, daß or den Arzt der Chakun nicht finden könne, obwohl die Königinseiner bedürfe. Da gi-ug ich selbst ihn suchen, und machte eine eigentünlliche Entdeckung: Die Byzauliner sind alle verschwunden!" Des Königs (Besicht, wurde sehr ernst. Er sprang von seinem Lager empor. „Verschwunden-?! Sprich, Feldherr, ist da kein Irrtum möglich?" „Uimiöglich, -giroß-er König. Alle sind fort. Auch die Krieger . unddie Gesandtschaft. Sklaven — alle!" .,Doch sag', wie dasmöglich wäre? Hunderte Mann können doch nicht davonreiten, ohne gehört zu werden!" „Sie haben die Hufe der Pferde mit Tüchern umwickelt undkein« Work gesprochen. So sagt der Torwairt." „Dann ist's gewiß so«!- Doch sag', Feldherr, was hätte das zu bedeuten?" „Ich fürchte -- Verrat, großer König!" „Ich and), mein« Feldherr«. Eine andere Erklärung gibt -es wohl kaum!. Auch stimmt's mit meinen Träumenüberein." „Du hast-geträumt, großer König?" fragte Jbn Muffta schnell. « „Ganz recht. Wie damals, als Jehova, gelobt sei sein Name, mir deneinzig rechten Weg gewiesen, so träumte ich auch heute, baß meine Handlungsweise ihm nicht angenehm. > Dabei mußte ich immer an die Chakun denken. : Wie geht -cs ihr?"! „Auch dort scheint Gott ein Wunder wirken zu wollen. Nachdemsie schier mit deni; Tode gerungen, scheint es jetzt -besser zu gehen.! Alles Gottes Zeichen, großer König! Kehre zni rück zur Chakun!"! „Der Treulosen?!"! „Nicht t-r-eulos, großer König. Nur falsch war sie berichtet lvo-vden. Jetzt suhlt sie große j Neue und mft nach euch." | Des Königs Nngeu leuchteten^ sreudig .ruf. : „Auch ich hege Sehnsucht nach ihn. Vielleicht kann ich ihr noch vergebene Doch tvelchen Verrat kön«nte Irene gegen« uns planen?" „Das kann ich mir nicht, den'ken, großer König. Abov ineurem Traum, der Flucht der Bvzmuiuer, der Besserung der Chakun — alles Wunder — sehe ich den« Finger Gottes. Es ist doch ganz derrtlich zu erkennen: Du warn aus falschem Wege«, großer. König/ Jetzt hat dich Jehova, gelobt sei sein Name, wieder auf den richtigen Zurückgebt acht. Wir werden ge- , wappnet sein gegen Verrat. Wenn wir Gottes! Wege wmideln, haben wir keinen Verrat zu befürchten, er wird den Steg geben in die Hände unserer Krieger. Seien wir a>uif unserer Hut, befolgen wir Gottes Willen« und warten wir ab, großer König!" (Fortsetzung folgt.) G. I. Ascoli. Wie »uvaeteütuiirb, hat Kaiser Wilhelm den Pro sessor G. I Aseo ti in Maitano zum auswärtigen Ritter des Ordens poar o rn^nt« für Wissenschaften und Künste ernannt. Dieser Orden ist bekanntlich der höchste, den der Kaiser als Anerkeunnng wissenschaftlicher Leistungen zu verleihen hat; es ist dies das erstemal, daß der hohe Orden einen: Jtlden verliehen wurde. Graziadio Jsaia Aseoli ist am 16. Juli 1829 zu Görz geboren. Für das Geiverbe bestimmt, widmete er sich jedoch der Philologie, welche er ohne Lehrer als Atttodidakl studierte Er trieb insbesondere vergleichende Sprachstudien. Schon 18tö veröffentlichte er eine Schrift über die Verwandtschaft des Watachischen mit dem Frianlischen. 1854 erschien das bedeutende Werk: „StiMj on^n-nli lim/uis»ici“ (2 Bände). Seit 1860 wirkt er mit großem Erfolg als Professor der Sprachwissenschasl an der KCU'nttfi.-o-Mt ra-i« von Mailand 1888 ronrde er italienischer Senator Er veröffentlichte viele Arbeiten auf dem Gebiete, der ronranischer, und indogermanischen Sprachforschung, Hanptvertreter der Theorie d?r arisch-semitischen Sprachverwandschast, zählte er fast alle bedeutenden Svrachforstöer Italiens zu seinen Schülern, rvie Dall'Oca, Morosi, Ginssani und andere. Älscolis Studiert geliert hatrptsächlich 5 m j-T-r pr I R/ir M Unicom 0'«»»' »'"»n.vku, nte und in «.len Familien . Sill I LLP« V.U vUlfUlll. ein^lubrl« Halsam - ein uneutbehrli-he» tu:«.« I Unk,... MnaU Ri„ o HausoiitteJ — wird uaeli wia vur nach deu bewährten Wien, I., Hohöl Markt Nr. O Vorschriften orz -unt. (Palais Sina) iui Zentrum der Stadt. Preis 1 Fläschchen 20 Heller. Die „Nationalzeitung“ ist das beste und billigste Insertionsblatt. — Verlangen Sie unseren Spezialtarif!