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Nationalzeitung · 1906-02-06 · Heft 10 (6.2.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 10 (6.2.1906)
Date
1906-02-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Die „Nationalzeitung“ muss in jedem öffentlichen Lokale aufliegen! Leite 2 Nr. 10 fldjrt mW würbe ihm die Mitieilung gemacht, daß 11teilt Offert höher fei als das des auswärtigen- Offerenten. Ich berichtete, daß diese Mitteilung vollständig unrichtig ist, da ich am 21. Jänner 100(1 int Beisein der Herren Dr. Katzaner, Jellinek und M. A. Pollak dem Herrn Pollak die bindende Erklärung abgegeben habe, das; ich in keiner Weise einen Bergig begehre und mich verpflichtete, mich jeder Anordnung .gl fügen. Daß trete der Aussicht des Wiener Rabbiuates auf das Mehl und der Weisung des Herrn Präsiden.en Herr Pollak nur allein über die Offerte verfügt hat, iit ein Unikum in derKullusgemeinde', denn wenn auch mein Offert etivas höher mar wie das des Konkurreuten, so mußten doch zu letzterem die Kosten der Beaufsichtigung bei der Erzeugung inLeipnik hinzngerechnet werden, so daß dann die Differenz nicht nennenswert fein. kann. Auch wurde von mir bei einer früheren Lieferung ebenfalls ein- Nachlaß begehrt, den ich auch bewilligte, mw die Mitteilung des Herrn Pollak, daß nach einem ein gereichten Offerte weitere Unterhandlungen nicht mehr stattfinden, ivnrde nicht immer geliandhabt. Ergebenst Heinrich Ncnfcld. Offener Brief an den Herrn Siegfried Fleischer, Sekretär der „Israelitischen Union", Wien. Sehr geehrter Herr! Sie habeninjüngster Zeit die mährischen Landstädte bereift, um Informationen über die 'Ansichten der mährischen Juden bezüglich ihrer Eintragung in die neuen, famosen mährischen Wählerkataster einzuholen. Daß Sie, geehrter Herr, bei dieser (Gelegenheit auf deutschliberalen- Seetensang aus^ingen, irotzdem Sie vor wenigen Wochen in einer zionistischen- Versammlung Ihr jüdisch nationales Herz entdeckten, sei nur nebenbei bemerkt. Daß Sie sich hierbei, wie mir scheint, einem Machtgebote des Vorstandes der „Israelitischen Union" fügten, finde ich, wenn auch nicht nachahmungswert, so doch begreiflich. Daß Sie diese Informationsreise benützten, mn bei geschlossenen Düren in geheimen Konventikeln der offenen, und ehrlichen Arbeit des Wiener Wahlrechtskomitees Hindernisse zn bereiten, war zum mindesten unklug; daß Sie aber als Argument gegen die Arbeit dieses Komitees den Widerstand des Paleirklnbs gegen jede jüdische Interessenvertretung ansühren, daß Sie jcDc- Arbeit zur Ereichung eines jüdischen Interesseuschuves in der Wahlreform für schädlich halten, weil die Gegnerschaft der galizischen Schlachta unüberwindlich sei, das, geehrter Herr Sekretär, ist so geschmacklos, daß ich es einem so geistreichen Manne gar nicht zugetrant hätte. Also nur für das darf gestrebt und gearbeitet werden, was in beit, hohen Augen der polnischen Schlachzizen Gnade findet, und wir Inden müssen nicht nur leiden, irkis der Polenklnb uns auferlegt, mir müssen auch tanzen, wie er pfeift, und müssen süble» und denken, wie er befiehlt. Nicht was tcd;t ist und was besonders n n f e r c Pflicht ist, Darf maßgebend für die jüdische Politik sein, sondern mir das, ivas der Polenllub für recht und gut befindet. So iväreu wir also Ihrer Meinimg glücklich zn .Kammerknechten des Polenklnhs herabgesun'keu, nachdem wir langsam verlernten, Schiivjudender Herrschaften zu sein. Wären Sie, geehrter Herr Sekre.är, offen namens der „Union" als Gegner jeder nationaljüdischeii Politik ausgetreten, ich hätte Sie als solchen respektiert. Wemi> Sir aber /mit Mitteln kämpfen, die nicht Aufklärung, sondern- Verwirrung in die jüdischen! Reihen bringen solleit, wenn Sie die Ghetwinsiinkm neu beleben, die alte Ghettosnrcht non erwecken, dann, geehrter Heus, machen Sie die Politik der „Union" lächerlich und erniedrigen sie auf jenes Niveau, auf dem die verhetzende Politik des Roichsratsabgeordnoteii Dr. Buk steht. Das, Herr Sekretär, war ein unglückliches Beginnen und vonr Herzen bedauert es Ihr ganz ergebener Freund Friedrich Löw, Proßuitz. Netzer die angeblichen Unruhen in Ostgalizien läßt das „OstgalizischeDistriktskomitee"solgendes aufklärende Zirkular ergehen: „In den letzten Wochen werden seitens großpolnischer Blätter alarmierende Nachrichten über angeblich geplante Massakers von Juden und Polen seitens der ruthenischen Landbevölkerung in Ostgalizien vorbereitst. Diese alarmierenden Nachrichten haben in manchen Gegenden auch zu besonderen Maßnahmen seitens der Staatsbehörde, sogar zu Truppensendungen geführt. Auf Grund einer genauen Kenntnis der Sachlage können wir demgegenüber feststellen, daß zwar in den meisten Bezirken Ostgalizieus infolge der von der Regierung inaugurierten Wahlrechtsreform unter der ruthenischen Landbevölkerung eine sehr starke Strömung für die ruthenischen nationalen Interessen zutage getreten ist, daß aber aus allen von den Ruthenen veranstalteten Versammlungen sich keinerlei feindseliger Geist gegenüber der jüdischen Bevölkerung bemerkbar macht. Im Gegenteil haben sämtliche rutbenischen Versammlungen sich für die Schaffung einer nationalen Wahlkurie, resp. zugunsten eines besonderen Schutzes der jüdischen Interessen bei der Wahlreform ausgesprochen; auch war auf diesen Versammlungen keinerlei Neigung zu Gewalttütigkeiien überhaupt bemerkbar. Wir waren sogar in der Lage, durch unsere Vertrauensmänner zu konstatieren, daß die ruthenische Landbevölkerung, insbesondere die an den einzelnen Orten maßgebenden Nuthenenftthrer mit aller Energie gegen etwaige Hetzagitatoren ausgetreten und sie als Provokationsagenten von noch nicht festgestellter Provenienz demaskiert haben. Es muffen daher die allarmierenden Nachrichten der großpolnischen Presse auf den Wunsch zurückgesührt werden, die nationalen Bestrebungen der Ruthenen und Juden bei der Wahlreform vor der Oeffentlichkeit zu diskreditieren und insbesondere den Juden Augst einzujagen, um sie von politischen Selbständigkeitsbestrebungen abzuhacten. Mit Hochachtung Vas vsigalizische ViltrikiskviniLee". Kultilöledert in einer mährischen Stadt. ( Siehe Nr. 6, 8 u. 0 der „Natwualzeitmrg".i „Die anderen werdend auch nicht besser machen." Mit. dieser Verdächtigung glauben die Herren in- Nikolsburg sich ans der prekären Situation, in der sie sich besindon, heranszuschwindeln. Dieses Schlagwort „Die anderen werden's auch nicht besser machen", das mir eininnerliches Schuldbewiißtseiri zum Ansdvncke bringen kann,, läßt vieles ahnen. Es muß sehr viel im „Staate Dänemark faul sein", wenn sonst nichts zur Verteidigung vorgebracht werden kann. Oder wollen« die Herren! damit sagen, daß es niemand schlechter, eigennütziger und egoistischer machen könnte? Tie schönen Zeiten sind leider vorüber, wo man ungestört und unbeschränkt die rm> sich ge riffelte Macht an den Mißliebigen erproben und ansüben konnte. Es dürfte heute niemandem mehr gelingen, a u s d e m R ü ck e n d e s B o I k e » zu M a el) i und Ansehen sich emporzm schtvingen und dann die V e r t e i d i g u n g d e r v o x () c v b c k ä m p s t e it h c r r -- s d) e ii D e it P a r t e i z u ü b c r n e h m c n. iiott hat es sieh am allerwenigsten verdient gemacht, aus dem Erbe Dr. Kaufmanns so reichlich bedacht zu werden. Schreiber dieser Zeilen erinnert sieh noch des stillen, aber desto häßlicheren Kulissenkampses, der gegen Pros. Kauf m a u u, den in der ganzen Welt anerkannten Gelehrten, der, trotzdem er Ausländer war, die ungarische Sprache meisterhaft beherrschte, gerade in der ungarischen Akademie der Wissenschaften geführt wurde. Trotzdem Pros.K a u s m a n n zu wiederholten Malen für die Akademie tnnbibiert wurde, haben ihm die magyarischen „Unsterblichen" die Anerkennung versagt. Nun werden seine „geliebten Kinder", wie er seine Bücher stets nannte, ein ganzes Zimmer in der Akademie beziehen, die ihm einen einzigen Stuhl versagte. blabent sna fata libolli . . . I o ch a n a n. Die gefundene Handschrift Eine wahre Geschichte von Oskar T. S ch w c r i n e r. XXI. Er küßte Rachel, und die Männer verließen das Gemach. „Was sagen wir dem König, wenn der Morgenanbricht?" fragte dt mißen Leo besorgt. „Schlimmsten Falles die Wahrheit," erwiderte Ibii, Mussta. „Aber womöglich uieht. Tenn Reue und Scham werden, au seinem Herzen nagen gar fürchterlich. Und ich liebe meine it Herrn, den Sehmerz möchte ich ihm ersparen. Doch vorerst: Kennt Ihr keinen Heil kundigen, dem inmt der Königin senden könnte?" „Laßt nur .R'aehel," sagte Leo. „Sie kennt gar viele Kräuter gegenschleichend Wifi. Demi die Königin ist vergiftet." „Sv wollen, wir uns der nötigen Ruhe hingeben ans einige Stunden," sagte Ilm Musfta, „um morgen, frisch dem Ehan eickgegentreten zu können." * * * Im Follerzimmer zu Byzanz lag ein Mann seslgebundeii ans einer Holzbank. Die Taniiieii seiner beiden Hände steckten in Schrauben, an denen zivei Männer drehten. Fester und fester zogensie an, so daß das Blut unter den Nägeln des (Gefolterten hoch zur Decke spritzte. Der niedrige Raumlviderhallte von den Schmerzensrnseii des Gemartenen. Ganz in der Nähke saß Kaiserin Irene, ihr schönes Gesicht verzerrt von Leidenschaft und Wut. Blick war ans ihrem weißen Kleide zu sehen, Blickspmen auch ans ihrem Gesicht und ihren- Händen. Sie achtete nicht daraus. Ihre Blicke hingen an dem Gefolterten. lliib als der einmal besonders (-am wehklagte, gebot sie den Henkern- Halt- „Bist du jetzt bereit, die Wahrheit zn bekennen?!" ries sie dem- Manne zn. Der wimmerte mir vor Schmerzen, doch aniivortete nicht. „Noch nieht, -du Hund von einem Hun'de! Wart! Das Rad, ihr Knechte!" Einschweres Rad wurde herbeigerollt und der Mann darauf «geflochten., den« Rücken, zum Rad am äußeren Rand, so daß Kbps und Füße sich berührtem. Tann ivnrde eine schwere Holz- Planke herbeigeschasst, aus der sich viele Querleisten befanden. Jedesmal, wenn« das Rad mit dom daralisgebiindenen Körper über solche Leiste ging, mußte unbedingt ein. Knochen gebrochen oder ein- Eingeweide verletzt werden. „.Langsam," besaht Irene. „Er darf nicht storben. Und sobald er sprechen! tvill, haltet ein!" llnd zu dem Gesangenen. gewendet: „Sobald du sprichst, schenk ich dir das Loben-!" Dannwieder zu den Henkern: „Beginnet!" Vier Männe heben, bas Rad aus die Planke. Als es über die erste Leiste'- kam und mit einem entsetzlich dumpfen Fall ans die Planke znri'icksiel, schrie der Gefolterte so ans, daß selbst die Henkersknechte Mitleid fühlten und das Rad. stehenließen. Beide llnierschen kol waren -dem Gefangenen gebrochen. - Doch Irene blieb kalk. Waschbar! Wasserd Ich! I Bamchlos! Pollenz echte Reform-Schweißblätter

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