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Nationalzeitung · 1906-02-06 · Heft 10 (6.2.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 10 (6.2.1906)
Date
1906-02-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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JNr. 10 Seite 3 Nationalzcitung Es Dürfte auch niemandem mehr gelitwen. nacken-steife, ehrliche, ve-lkssreundliche Personen dod-nrch mnndto: zu machen-, indem man ihnen einfach do«S Wahlrecht ranbt- Hegeni die Herrenlvirklich die Erivottnno, daß das Volk sich jemals wieder der .St'mtto fügen wird2 Meine sehr geehrten Herren, ziehen Sie die Bilanz Ihres Wirkens und lassen« <sie die Zeit Ihrer lonstjöhriqen' Gewaltherrschaft vor Ihrem Auge passieren, ^ie können« wohl befriedigt sagen: „Für uns, für die großen Geldsäcke haben lvir gut gewirtschaftet, lvir haben alle möglichen Fonds der stltiltttsgemeinde zu den lo-nfenden, Ausgaben dev KultuSgomeinde herangezogeir und dadurch« unfeic auf uns entfallende Kultussteuer bis z,ur Hälfte reduziert, wir haben den Minderbemittelten« von dieser unserer Hälfte noch vieles arlfgehalst und dadurch einen, weiteren Teil der K'ultussteuer erspart, lvir haben gegen die Opposition die Steuerschraube unuockmüllich an«ge!vendct, wir haben« unser Geld nicht für humanitäre oder gemeinnützige Institutionen verschwendet, lvir haben str-nnserer seit D e z e ir n i e n währen den Herrschaft darum auch k e i n e i n z i g e S h um a n« i t n r e s o d e r g e irr« e i n« n ützi - gesI ir st i t u t g e s ch affe n. So,311 denn auch,?.' Dem« gewöhnlichen Pack, dein gewöhnlichen Volke muß es genügen, wenn lvir, die großen' Geldfäcke, uuS herablassen, es an der Nase zu führen!" Auf dies und noch viel mehr für euer Wohl Geschaffenes könnt ihr zurückblicken. Der Tag der Abrechnung nt aber endlich oekomimeu und eure Verteidigung besteht inden bezeichnenden Worieir: „Die anderen werdeu's arich nicht besser machen!" Wir aber sagelr, daß es schlechter, egoistischer, eigennühiger niemand machen konnte. Wähler der Kultusgemeinde Nikolsburg! Die Neuwohleu stehenvor -der Türe. Seht euch.jc'bcir Kandidaten, der eure Stimme verlang, recht genau' an«. Fragt« euch, besitzt der Manudas nötige Rückgrat nach oben? Ist es ein ehrlicher Manu-, k e in- S i r e b e r, d e r s e tz t u ur e u r e S t i nt m e b ettelt 11 n d d an n e u ch der rät? Ist es anzlinchmen, daß die eure Stimme verlangenden« Kun'didaten. das allgeiueiue und nicht n u r d a s e i g e n e W 0 h l im Auge haben werden.? Wenn« ihr euch diese fragen selbst beautlvobtet haben, lverdet, danil« sind lvir gewiß, daß auf' dem Stiminzeitel eines jodendenkenden Wählers die Liste der Kandidaten der Opposition -stehen wird. S. K. (Weitere Artikel folgen.) „Willst du jetzt sprechen?" Der Gesangeile nickte mit dem« Kopfe. „So sprich!" Da erzählte denn, der aum': Sklave. Preis gab er den Auftrag Konstamins, erzählte, von unmenschlichen Schmerzen! getrieben., doni Inhalt der Wa-rnu-n«g, die Konstantin gesendet nach Belendscher. „Uild der andere Sklave?!" „Entkam nach Belendscher," stöhnte der Sklave. „Hund von. einem. Sklaven«! Bestie!" schrie Irene außer sichvor Wert. Tann« riß sie ihren« Dolch ans ihrem, Gürtel und stieß ihn dein aufs Rad Geflochtenen tief inden Hals. „Hinweg mit ihm! Und nun zu Konstantin. Ihr zwei da, folget mir.!" ( In« seinem. Gemach ging Konstantin VII., Kaiser von Byzanz', ruhelos auf und nieder. Schlank, schön von Antlitz lvie seine Mutter, erst zlvauzig Jahre alt, sah er doch ähnlich einem- Greise. Er lalischte jedem Tlitte von außen-, beim, nach hatte er keine Nachricht er- «halten« ans Beleitdscher tniD lvar unruhig. Da lourden« plötzlich« die Vorhänge auseinaiwergeriffen lind herein irat [eine Mutter Irene. Ein Leuchtenging über fein! Gesicht, den«»« gar sehr liebte und verehrte er seine Mutier. Doch nur einen Angeublick. Dann bemerkte er ihre ber zerrten Züge und erschrak. ' (Fortsetzung folgt.) Ans der Plenarsüzunn des Kttlnrsvorstandcs vom ü8. Jänner 11»Ob h«kt dem Vorsitze des Herrn ersten Bizcpräsidc.ttLn Dr. Gustav Kohn.; Cvm Einlauf befinden sich: ein Dankschreiben ' des Herrn «Dr. Arthur <^>) v l ü m a n n für die be- -wiesene Teilnahine des Killttlsvorftandes anläßlich - des Hinscheidens seines Vaters Herrn Josef Berni hard Gold mann. Ein Dank schreiben der Frau « Ernestine Fleischer für die ihr zniittemmeiien Beweise der Teilnahme anläßlich des Todes ihres , Gatten, des Herrn l. k. Banrates Max Fleischer. E'tn Dankschreiben der Knltnsgcmeinde Friedeli Mistel für die Kondolenz anläßlich des Hinschei-! dens des Kultusvorstchers der «Gemeinde Friedet-. 1 Mistel Herrn. Hermann L ö w. Ein Tanlschrei-! ben des Herrn Vorstehers Leopold von Hieben . für die ihm ans Anlaß der Allerhöchsten Ans-! -Zeichnung ztigelomtnenen Glücktoünsche des Kul- « tnsvorstandes. Ein Beileidsschreiben des Vvr-! standes des Tempel- und.Lchulvereines, li. Bez.,! L-tnmpergasse, anläßlich des Hin-scheid-ens des Mit-! gliedes des'Kultus Vorstandes Herrn Bau rat Mar i Fleischer s. «A. - Der Präsident bringt zur .Kenntnis, daß die - Familie des uereivlgien Präsideliien der Kulliis- , gemeinde, Herrn tais. :Kx*t Heinrich K (inner, i «Mittwoch den bl. «Fariner .1900 um 7 Uhr abends i im Stadttempel ein Requiem für den Berstor'be-! neu oer an stallen werde und ladet die BorstandSi Mitglieder ein, diesem Requiem beizriwohnen. i Bor Uebergang zur Tagesordnung begrüßt , Herr Vizepräsident tais. R'at Hirsch, welcher zu Beginn der Sivmig den Vovsitz führte, das nach längerer Krankheit zn-m ersten Male bei der Sitzung erschienene Vv-rstandsimtglied Herrn Baurat Wilhelm Stiaßny unter Zustimmung der Versammlung in herzlichen Worten. Miele einer Wohnung für das L. D. Königsbcrgsche Mädchen-Erziehttngsinstrtut. Laut testamentarischer Verfügung des im Jahre l«r>7 verstorbenen- Großhändler Leopold Ditrnar Königsberg bestimmte der Genannte einen «großen Teil seiner Hinterlassenschaft zur Errichtung eines Mädchen-Erziehungsinstituts, dessen Z'wcck und Ausgabe in nachstehender Weise bestimmt wurde: „Ziveck und Ausgabe der Königsvergschen Stiftung ist, armen Adädchen israelitischer Konfession in der Anstalt selbst, in ivelcher sie von ihrem Eintritt bis zu ihrem Austritt ans derselben« unentgeltliche Verpflegung- und Wohnung sowie 'Unterricht erhalten, eine solche Erziehung und Heranbildung zu ge«rvähren, daß «sie befähigt find, auf Grund des genossenen UliterrichteS, -sowie ihrer religiösen und sittlichen Durchbildung, nachdem sie die Anstalt verlassen haben, sich einen anständigen und selbständigen Lebensberuf zu wählen, damit sie dereinft zu ebenso srvnnuen als tugendhaften «Ehegattinnen isich qualifizieren." Der «Stifter selbst bemerkt in seinem Testamente unter anderem folgendes: „Das Wohl einer jeden Familie, selbst-eines ganzen Volkes hängt viel von der guten und tugendhaften Erziehung der Frauen ab weiters „Ich -wünsche und hoffe vieles Gedeihen und guten Erfolg diesem wohltätigen Institute, überzeugt, daß mehrere reiche «Männer sich G a t ti n n e n a u s di e s e m I n ft i t u t e iv ü hl e n und ans Dankbarkeit ihr Schärfchen zur Vergrößerung desselben, sowie andere edle Menschensreuude durch Testamente beitragen werden." D«as Institut verpflegt derzeit 18 Zöglinge. Die Räumlichkeiten, in welchen das Institut gegenwärtig untergebracht ist, sind injeder Beziehung unzulänglich geworden. Aus diesem Grunde hat der Kultusvorstaud, welchem stiftbriefgemäß die Leitung des Instttutes obliegt, in der Plenarsitzung vom 12. März 1995 den Beschluß gefaßt, «das Institut in andere geeignete.Lokailtäten zu verlegen, und zu diesem Zwecke dem Institute, dessen Atittel bei Aufrechlerhaltung des -Standes von 1-8 Zöglingen die Bezahlung eines höheren Nlietzinfes als deS bisherigen' nicht gestatten ivürden, eine größere jährliche Subvention bei>villi«gt. Diese Subvention erivies sich jedoch inr Hinblick ans den hohen Zins, welcher fiir geeignete Ränmtichkeitezl verlangt wurde, als unzulänglich,' andrerseits war eine entsprechende Erhöhung der borvilligten Subvention nicht durchführbar. Das Mitglied des vom Knltusvorstande zur unmittelbaren Leitung des Institutes entsendeten Kuratoriums, Herr Vertreter S-alo E 0 h n, hat in Würdigung der ausgezeichneten Erzichungsrefnltate dieses Institutes und um die Angelegenheit einer gedeihlichen Lösung znzufü«hren, ein im 2. Beziöte, Valeriestraße, gelegenes Hans käuflich erivokben, dem Institute die im Hoch- und Tiefparterre dieses Hauseö gelegenen, in jeder Beziehung vollkommen geeigneten Lokalitäten statt um den normierten jährlichen Biietzins von 7499 Kronen gegen Entrichtung einer Iahresmiete von 5999 K überlassen und diese in Form einer Zinsermäßigung ge-iuidmete hochherzige Zmoendung als eine bleibende erklärt. — Weiters hat Herr Salo Evhn zu den Kosten der leil-iveisen Neueinrichtung des Institutes einen -Betrag von 4090 Kronen gewidmet und dem Iu-stitltte eine ansehnliche Bibliothek gespendet. -Durch diese bedeutsamen Zmvendnngen ivird es ermöglicht, daß das Institut -bereits im Mai 1900 ein neues Heim be- «zieht. - - Die obigen Mitteilungen werden von der Plenaroersamncknnq mit lebhafter Gelingt»nng begrüßt und Herrn Vertreter Salo E vh n für seine Munifizcnz der wärmste Tank votiert. Gleichzeitig wird in teilweiser Abänderung des Plenarbeschlusses vom 12. März 1995 beschlosieu, dem Institute ans dem Erträgnisse der für israel. Wohltätigleilsinstitute in Wien, vorzugsweise Lehranstalten bestimmten Dr. H. S. GoldichMibischen Legates für das Jahr 1990 eine -Subvention von 2990 Kronen, für weitere 5 Jahre, ab 40t,7, eine solche bis znm Betrage von 5000 Kronen, im «Falle des Bedarfes zu b-owilligen, wobei die Maximakzahl der Institntszöglinge mit 20 angenommen wurde,- eine iveitere Erhöhung dieser Anzahl könnte nur nach Maßgabe der im Sinne des Testators etwa von dritter Seite diesem segensreich wirtenden Institute gewidmeten Zuwendungen erfolgen. Dem Obllmnne des Stiftnngsknratoriuims, Herrn Vertreter «k. t. Baurat Theodor Ritter von G 0 l d s ch m i d t, wird bei diesem Aulasse für die ausgezeichnete Leitung des Institutes der «Dant votiert, desgleichen dem Bvrstandsmitgliede Herrn Architekten Oskar Marmore k für seine in dieser Angelegenheit ent-ivickelte opferwillige Tätigkeit. Antrag des Architekten Oskar Marmorek auf Einfnhrnng einer obligatorischen 10 L-Steueer. Ueber den -vom Herrn Archltckten Äcarmvre'k gestellten Antrag, b-ehnfs St-ndinm der in Rede stehenden Angelegenheit ein besonderes Komitee einzllsetzen, hat das Plenum beschlossen, das BertreterLöllegium mit der Vorberatung und Antragstellnng zu betrauen. -Dasselbe hat in seiner Sitzung vom 24. Jänner d. I. nach eingehender Beratung« den Beschluß gefaßt, dem Plenum zu beantraget:, eilte Herabsetzung des gegenwärtigen ob-ligatorischeu Steuerminimmns pro X 29 tricht vvdzunehmen, bezw. den Antrag auf Einführung eines obligatorische >1 1» lf-!Stener abzulehuen. Diese Beschlußfassung wurde seitens des Vertreterkvllegiums insbesondere damit begründet, daß im Sinne des Kttiltusgemeif.destatutes durch die freiwillige Entrichtntlg einer Kultussteuer im Betrage von K 10 genau dieselben Rechte erworben werden wie ditrch die Entrichtung einer höheren Kultnssteuer. Weiters wurde daraus hingewiesen un'd an der Hand von Berechnuugcn tntd statistischen Vorlagen dargetan, daß die Herabsetzung des Ntinimninö der vbligatvrifchen Kultussteuer ans X 19 mit eitler erheblichen finanziellen Schädigung der Gemeinde verbundett wäre, ferner daß es im Hinblicl auf ntoralische tntd adtninistrative Erwä-- gtmgettmißlich «wäre, wetttt die Kultttsgemeittde gegen mit eitler Ktlltussteuer von K 40 belegte «Steuerträger mit Exekntivn vvrgehett würde, wozn sie besonders in den in Betracht kontmendetl Kressen gewiß in zahlreichen Fällen genötigt wäre,' endlich wttrde daratrs hingewiesen, daß der zur Motivierung der Einft'chrung einer vbligatvri'schett 10 K-Stener in erster Linie angeführte Grmrd, daß das bisherige angeblich zu hohe StetterMittitmttn weite, bisher nnbesteuerte Kreise daratt hindere,, ihr .Ittreresse für die Kullvusgemeinde zu betätigetl, deshalb als nicht stichhältig angesehen werdett töttue, weil feit der vor vier Jahren erfolgtett Einführung der frei-willigen 10 ll-Stcucr sich nur eine «ganz geringe «Anzahl -von Persvtteu zttr Etitrichtnttg dieser Steuer, bereit erklärt hat. -Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren «Marm-vrek, Wilhelnt .Küsswer, Dr. Gustav .Ktt'htt, Wilhelm Pvllak, Dr. «Steiner, kais. Rar «Hirsch und Dr. Rappaport beteiligett, tvird der vom Bertr-etebkollegiuttt gestellte Antrag und die Motivierung desselbeti a u g e u v tu me n,- gleichzeitig wird befchlvssen, in entsprechender Weise zu pttblizierett, daß durch die freiwillig c «E «tri ch t tt tt n e i tt e r .Sf tt l t tt s st e tt e r v 0 tt K 10 seit e tt 0 f v l ch e r P e r s 011 0 n, w e l ch e n i ch t zu e i n e r l> ö li e r >e n Steuerl e i st «n tt g 1) e r a n g e z v g e tt tv e r d e n, alle i in S1 a tu t a n g e f ti h r t e n R echte a l s K u l t n s st e n e r t r ä g e r e r «tv v r b e ti w e r - d e tt k ö n tt e tt. Rach Gowährntig von Gnädengäbetl im Gesatntbetrage von 1< 95 997 und perivdsschett Unterstütztlttgeti von K 52 292 für das Jahr 1906 wird die Sitznttg geschlvssett. Vermischte Nachrichten. Iüd.-akad. Verbindung „Jvria", 9. Bez., Hörlgasse 10. Domiör-Äog dein 8. ds. präzi'se 8 Uhr übeilds findet int Köngresibtireotl, 9. Bezirk, Türkenslrasie 9, ein Vortrag des Herrn De. Pont W e i f e n g r ü n über „Die Weiteren-t1vicklnn«ll des Zionisimis" stott. Gäste willkommen! lIüdischcs Bildungsheim, 14. Bez., Ullmannstraße 31 Uaneryof 10a). Diettstag den 9. Februar 1900. Vortrag: Pri«vatschn-ldire«ktor Dr. S. Kretl-berger: „Abnorme Menschen". Beginn 8 Uhr. Eintritt frei. Zion. Seminar des Vereines zion. Hochschüler in Wien „Theodor Herzl", 8. Bez.. Lo'Ngegasse 14. Dos Prögronmi unseres Seminors für die Zeit vom« 0. bis 14. d. M. ist fölgeirdeS: Mittwoch: Polästinoknn-de, Refe reivt techn. E. Stork; Domierstog: P. Snw lensky. R'eferen«t plsil. H. Lilien. KKCBidPOTneKe niTTELPflCH Spltzwegerlch-ExtraM. . I., Hoher Mark« Nr. 8 »I»is Hiua) im Zentrum 4er Stadt. § ungewend. Bruetsirup wirkt bo«ilHiiiiUis.,' tjuHtfnftiÜ., aufeucht,, achwHissvermiiid. u. auf die Lunge wohltuend. Derselbe wirkt auiti aui deu Appetit u. Ernährung sow. den Körper stärkend. Prell K 2 Die „Nationalzeitung“ ist das beste und billigste Insertionsblatt. — Verlangen Sie unseren Spezialtarif!

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