Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 9 (2.2.1906)
- Date
- 1906-02-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr Natwnalzoitung Seite h Mährensu n d S d> l e f i c n $, f i d> q u f n a t i on a l j ü d i s d) e r & rundlage zu o r öd mi[ i c r e n. Haben die (reichen Judeir ein Recht, aus Egoismus, weil ihre gesell schafilichen Kreise gestört iverden, dein Or- WN'isatio-nsbestreben des kleinen Mannes in den Weg zu treten? Ja, sie haben heute eines, ein formales: Sie herrschen in der Kultusgemeinde. In. besagter Knrienversasmml-img imink ein Vertreter der Assmiilaiiivnsl'dee: „Die Ku-ltusgeineinde wählt die Verti'auvnsmänner, diese lassen Sie über das entscheiden, was dem Judentum notust!" zL'rasser ist wohl Wählern und Mitbin-geru Unfähigkeit, über Fragen des eigenen Wohles 51t entscheiden, nicht ins Gesicht geschleudert worden. Allerdings, die Versammlung, kleiner Reiche traute den Kullusvätern u i ch t und -nahm die lUesoluiion nnt ganz überwältigender Majorität an. Und diese Leute, ..die da! glaiüben., mit Ehewra Kadischa und „B'nei Brith" sei alles Judentum erledigt, alles übrige denr T-eutschiu'mopfern, ihre Zeit, ihr Geld, 99 Prozent ihrer Sympathien, diese Leute beherrschen die Ku-ltusgenreinde. Kraft eines Wahlrechtes, das einer Minorität die 'Herrschaft! absolut sichern. U n d hier i st d e -r springe n d e P n n k t! Oesterreich steht im Zeichen der Walst-reform. Jüdischer kleiner Mann, wenn es dir mit beirren Bestrebungen ernst ist, wenn duals I u d e die Achtung deiner: Mitbürger e r r i rr g e rr und nichts als Deutscher erkaufen rrird erkriechen willst, weil dudazunicht d'rs Geld hast, wemr dudenn drohen dorr Boykott der Tschechen und derrr Hinanswnrf der Deutschen. Vorbeugenwillst, wenn, du -eine moderne, freiheitliche! Politik betreiben toillst, danngibt es für dich nuir einen einzigen Weg: B 0 r e r st z e r t r ü nr in e r 0 die W a h l p r i v r - l egie rr d e r R e i ch e n i rrd e r. K rr l t rr sg e nr. e i n d e! Oesterreich steht im Zeichen der Wahlrefo-rm.! E. S-. — Zu demselben Thema wird uns uou anderer Seite geschrieben: Dschechi'schen Blätter Meldungen zufolge beantwortete Dr. Pitrvu, Bürgernreister vo-n tlugarrsch- Hra-ü-isch, eirie von de» dorrigen Juocu auihn gerichtete Airsrage, ob es erwünscht sei, dag sie sich tu den. tschechischen. Mahlkataster eintrageu ließen, irr bejahendem Sinne. Mehrere tschechische Gemeinden würden diesem Beispiele svlgen. Die „Union" dagegen treibt intensivste Propaganda, um die mähr. Inden an einer Eintragnttg in den deutschen Wahlkataster zu bowegen. Ganz abgesehen von der moralischen Korruption, zn. -der -diese Doppelrolle, rvelche die Inden hier irrehr denn je spielen müßten, verurteilt, müßten die 'Konsequenzen der doktrinären Nnionspolitik direkt verhängnisvoll -werden. Miau hat schon tausendmal darauf htngewtefen, daß das ewige Lavieren der Juden Mischen Tschechen und Deutschen mit dem immer unfehlbaren Boykott endet. Nun kommt noch der indirekte Zwang, den obige Erklärung sür die in tschechischen Orten wohnenden Irr den enthält. Wehe den -Juden, die weiterhin hier die Träger deutscher Kultur spielen werden. Es ist dringend nvtiven-dig, unjere wiederholte Ausforderung, im Kamp-sc der b-eiiden Nationen neutral zu bleiben, nochmals an alle Inden der gemischtsprachigen Gegenden zu richten. Wenn sie durch- Verhältnisse — und diese Möglichkeit muß zugegeben werden — gezwungen sind, sich in einen der bereits bestehenden Wahlikataster eintragen 31t lassen, dann mögen sie -wenigstens in allen nationalen Fragen, die möglichste Neutralität bewahren. Mün .wird allerdings diesem Standpunkt entgegenhalten können, daß die nationalen Streitfragen selbst Interessen der Juden tangieren könnten. Gewiß, aber das rechtfertigt noch keineswegs einen unbedingten Anschluß an eine der beiden Nationalitäten und eine Bekämpfung der gegnerischen. Im Gegenteil, es ist eine längst durch die Erfahrung bestätigte Tatsache, daß alle einsichtigen Elemente unter den mährischen Juden sich heute, nach einer -neutralen Stellung im Nationalitätenstreite sehnen. Die Anfrechterhaltnng dieser Neutralität ist allerdings nur dann möglich, wenn die Juden sich zn einer selbständigen jüdischen Politik als eine außerhalb des National-itätenstreiteS stehende Minorität entschließen. Die konkreten Ziele eitler solchen Politik, die sich nicht in den nebelhasten Begriff der nn ionist ischen „Jnteressenpolitit" hüllen müßte, könnten, abgesehen von religiösen Fragen, solche wirtschaftlicher und politischer Natur bilden. Das alles hängt aber einzig und allein von dem Willen der mährischen Juden ab, die im Monierrte allerdings für solche Ideen nicht zu haben sind, sondern erst durch die Gewalt der Berhültntsse dazu gezwungen sein wollen. Die Karöinalforderung bleibt nach wie vor die Neutralität int Nationalitätenstreite. Man kann darum den Hra-discher Juden nicht den Vorwurf ersparen, daß sie mit ihrer Anfrage eitlen argen Mißgriff begingen, iudent sie der Stellung der Juden na-b mancher Richtung hin präjudizierten. Werm die übrigen tschechischen Gemeinden heute oder morgen den Juden die gleiche 'Stellung diktieren und die Union noch weiter ihre deutschnationale Hetzpolitik betreiben wird, bamt können die mährischen Juden das grause Spiel eines bisher urterhörteu Boykotts erleben. Wenn man nicht irrt, so sind alle Anzeichen dafür vorhanden. Man lese nur die Berichte der tschechischen Blätter über die beiden neulich in Protznitz ab-gehaltenen Versammlungen, lind man wird keinen Augenblick im Zweifel sein, daß man dort zum äußersten entschlossen ist. Jüdische Wahlrechtsbewegung in Schlefien. Die Agit.a4.iionm her* Wahlrechisfmsle hat üt uim[aienliberal oersuinpflen! Gom-ei'niden wahre Etnrnwsivellender Erregltng hervergeru.fen. Gang besoltöüls liuser „teuischer" Mstlisvorstan-d geriet volletids arcs denn Hänschen. Was Wunders! Wolllen da die Zionisterr die jMischen. Gemwindemitglieder, 'die unser Borswud „kraft seines Anttcs" stets als Sünnn- Vieh für seine deutsche Politik (!) benützt hatte, mm einnial lehren, lvahrhaft jüdisckje Politik zll versolgen. Dies hilUerkeibenzn müssen glallbten lllls'ere erbgefessenen Bonzen ihren bisheriger Taktik schuldig zu sein-. SM$ daher von unserer- Leite EmLadunUn zu einer Vorbesprechung an säni'tliche jüdischen Kvrporationen ergingen, kamen sie m einem Konventlkel non sage und schreibe fünf Mannzusamnren-, und ohne mich! nur die Meiurmg des gesäurten Vorstandes eiuzuholen, gaschlveige dennden Willen der GemeiiideltrUtglieder zu berücksichtigen, ve^ damiusteu sie natürlich die ganze Belv-egnng. Nur aber eventuell zu verhinderti, dast diese Frage vor der drei nur Oefsentlichkeit erörtert iverde, entfaivbten. sie zu dieser Vorberatung einen- Delegierten, der uns von. der bereits geplanten Volks-versanunliing abraten sollte. Dü' Bedeniken, die sonor Delegierte vorbrachte, belvegten sich ln der zur Genüge bekaninlen- Denfnngsweise dieser Assiniilanteii. Die Anssichten, die er uns für 'denl Falt der Scha>ffnng von jüdischen! Kürion! eröffnet«, innstten uns - wahrlich Furcht und- Grauen, vor dev Zukunft einflösteu. Ac'an höre einen seiner riwi-gensten Geistesblitze, auf den er sich! ein Patent geben d lassenkönnte: Weirn» einmia-l durch die -Schafflin-g! jitb. Kjuirien! eine Bresche iiti die Gleichberiechtigung der jüdischen- Staatsbürger gelegt; ivürde (!!), dann würlden auch die anderen Ausntthrnsgesetze für die Juden! nicht, länger auf sich tvarteni lassen! (!!!). Trotzdrnr ließen Ivir uns selbst durch solche, einGruselnerregende Bedenken! nicht abhalten-, die Versarmnlung zuveranstalten. Und so fand denn. Sonntag den- 14. v. Mts. inr große»! Kaiserhofsaal eine imposa-li>te-jüdische Volks versa ni'intnngstatt. Der Verlanf biefciv» Versammlung gestaltete sich zu einenr ä-n-ßerst interessanten-. Trotzdem der Kültusvorstand, da ja> die Missio-ni seines. Delegi-erten gescheitert irar, in seiner Verzweifln-ng zu dem Mittel gegriffenhatte, in den- Lokalblär.'ern noch am- Tage vor der Verstrinm-lung die Erklärung zu veröffentlicheni, „daß er nnt dein a n g e b l i che n (inan st-auno über diese Uiiverfroirn-Heikl) Wahlrechtskoinitee imi keiner wie i nun er geaneteu- Bezielglug stehe, und daß er die ran- Zionisten nach Schlesien! hereingetvagene Lewegnng nnißbillige". —~ trotzdein ström-!im Hunderte 31t dieser Versalumtlmg. — viele konnten wegen Platzina-ng-els keinen Einlaß fiuprsm'isrt!. Wiener Licht-Ausstellung 1900. — Telephon 12359. Kaiserol-Fabnksniederla^e Ceh H Blitz Wien, XX|2 Oresdnerstrasse 82 Petroleum in bannen franko Haus nach allen und dabei berichten, m-ir Kundschafter, daß Gesandte ans Byzanz aufwiegeln die Tributvölker gegen! ihren Herrn ,unseren König. Wir haben es gar nichi gewagt, dem Ehaka-n zu erzähleuz er würde es doch nicht glauben wollen! Undnun erst er, dem die Schönheit des tenflischenl Weibes zu Byzanz behext zu haben schc-int. Steht er doch stundenlaiig vor ihiein Bildnisse!" „Irenes Werk!" rief Leo. „Und es scheint bereits- Früchte zu tragen! Die Königin! imi Sterben, sagst du? 's ist Mord, sag' ich dir, Irenes Werk!" Er sprang empor, die anderenfolgten ihm. „Die Zeit ist kostbar. Soll die Königin« noch -gerettet werden, müssen, lvir -eilen! Auf nach Belendscher, der Königin zn Hilfe und dern. Chan zur Rottung!" Und zwei Tage und eine Nacht später trafen sie alte in Belendscher ein. Ihr Plan tix.tr gefaßt. Im Schlafgemach des Palastes trafen sie den Arzt und die Sklavin-. Der Arzt reichte der Königin, die mit dem Tode zu rinaen schien, soeben einen» Trank. Mit schneller Handbeweguug schlug Leo dem Manne das Gefäß aus der -.Hand. „Sieh' da, der Euiiuehe Steurakius! 'Das Hab ich kaum erlmrtet! Hat euch die edle Irene so lauge vo-n den Geschäften des Staates dispensiert., bis ihr diesen Mord vollbracht? Ohm ja, die Wahl war gut. 's ist wohl nicht euer erster!" Emsetzi wich der Eunuche zurück. „Leo!" murmelte er. „Leo, jawohl! - und hiev Moreau! - Und die da kenn' ich auch. Sklavin, ha, ha! Thea. - 'dem- Ko-nslaniin als Buhlin beigegeben, damit sie ihn, verderbe! .Otetto Sklavin!" Die Köiiigiir lag in. tiefster Ohnmacht. Vorläufig achtete niemand ans sie. „Nun hört auf nvidy, Ihr edlen Byzantiner!" rief jetzt Jbn Muffta. „Ihr seht, Ihr seid erkanilt. Wenn morgen der König alles dies erfährt, fäll! euer Haupt!?teiii., zittert nicht, wir schenken euch das Leben. Jedoch verlaßt- Ihr' Bel-end-scher noch -diese Nacht. Und mit euch 'die ganze Gesandtschaft! In aller Stille! — Halt wer ist der 'Anführer eurer Krieger?" „Ich weiß es nicht." „Auch -ncht. So bleibst du liier als Geisel, bis du's mußt! Nun?!" „Nim denn ich!" sagte Lieurakiu-ö nach einer Pause. „Siehst du! Also, du erlaß: sofort geheiineir Befehl zum r'Ibmarsch aller deiner Krieger. Ihre Waffen bleiben hier. Daim verläßt du, die Gesandtschaft und eure Kriegornoch heute N'acht Belendscher. Meine Krieger werdeir euch eine Strecke das Geleit geben-, i damit Ihr auch wirklich geht. Und wehe euch, j spielt Ihr uns falsch. Dein Kopf fliegt ab! zuerst, Steurakius. Und mm. kommt mit uns!"! „Die Königin, stirbt," rief Leo erschreckt- „Gott helfe ihr! Wir müssen fmt! Doch führe Rachel zu ihr. Nmr aber kommt!" Zivei Stundenspäter verließ ein. eigentümlicher Zug die Hauptstadt des Chazarenlandes und wandte seine -Schritte der Steppe zu. Dreihundert Manu zu Roß, ohne Waffen, begleiiet von» hundert chaza'iischonbetvaffneien >lrieger»; so verließen' die byzantinischen! Gesandten und Krieger, die teilgen-ommen hatten oni Kampf gegen -die Wjatitscheir, Belendscher. K-ein- Wort wurde gesprochen, denn auf oie Brust des Steurakius gerichtethielt Jbn Muffta einen Dolch, Steurakius war für alle veranl-toortlich, alle wußten es uud keiner wagte zu sprechen. Und lautlos kehrtenauch die chazarischeu Zi.riegerzurück im die Stadt. . Mit ihnendie drei Freunde. Sie eilten zur Königin und fanden- Rack^l dort. Die Königin schlief. Leo holte Wein herbei, den er noch übrig hatte von der Reife. „Den flöß' ihr ein," sagte er. Vour Haus hier gib ihr nichts. Auch du genieße nichts, denn es ist alles vergifte:." tJvrtsetzuny folgt.) KREB5-dP07l1EKE 5. /IITTELBflCM Spitzwegerich-Eitra«. SgaÄS Ulian i Mnhar Mflplrt Np fl iicni'eiiulils , ill., bnt'uucbt., w»>itjBverwjiitl. u. Wien, I., nuilöl murin rn. O auf die Lung® wohltuend, nerseibe wirkt auch au* d« § (Palais H.'u.ii im Z-duii uiü der .'•-Udt. j) ppatit n. Emübrun^ eoiv. den Körper btürkand. Prell K 2 Juden! Leset und verbreitet die „National 8