Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 9 (2.2.1906)
- Date
- 1906-02-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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eite 2 Nationalzeiturrg Nr. 9 CD CD ro 3 so <O 3- OK PS Politik Verfügen, mino sowohl, in Oesterreich gegen dm neiwsteweichischeu Kurs wie in Juda gegenden uenjüdifchen angckämpft. 3ic können aber cbm sowenig den Siegeslauf der jüdischen di e irct iss a ncebeivegung. das Fort sch reiten der jüdischen^ Moderne anshalteii. als die alten parlamentarischen! Parteien^ dies- und jenseits der Leilba denunausbleiblich kommenden neuösterreichlschen ^in-t-s. die Ersetzung des Dnalisnltis durch eine natioilalanlanomiitische Reichs- Verfassung ans die Dauer noch ansznhalten vermögen. 2o wenig als der alte österreichische Kurs, wie er vonr Jahre 18(»7 bis in die Gegenwart golvährt Hai. weitetdanern kann, ebenje wie seine SklnDe abgelartfen ist, ganz in demselben Simre ist die alte 'Assimilatiens- Politik, die in der Nationalitätenfrage nnanst richtig, in politischen fragen scheinliberat, in wirtschaftlicher Hinsicht kapitalistisch und orthodox tvar, ibrent Frisanrmenbruche nabe. Die Zukunft gehört imt-cr den Inden uns jüdischen Modernen, lveil n>iv die einzigeir sind, die nicht nur eine moderm jüdische, sondern auch eilte lltodern soziale und modern österreichische Politik verfolgen. In diese ne Zeichen! rnüsstir die volksbewrn'ten Inden- Oesterreichs käinpfen. in diesem werden ne siegen. Dl. H. >k a d i i ch. Die Juden in gemischtsprachigen Gegenden. Die Dinge führerl lvohl ihren: innersten Wesen nach ein ziemlich selbständiges Dasein, unabhängig von ihrer Umgebung, ihre Farbe, ihre Nualtcierung aber gibt ü)ueu das Milieu. So ist auch die Judenfrage im Grunde überall dieselbe, mir gibt ihr die Umgebung ihre besondere Nuance. In ben gemischtsprachigen Gegenden M ährens und Schlesiens heißt diese besondere Nuance deutsche Assiniilation oder Nationaljuden. Es gibt stille Genreiltden in Orten, in bcucn der Antisemitismus nur eilt ganz bescheidenes Dasein führte ultd die jüdische Oeffentlichkeit sich nur in einer rein admiltistrativen Tätigkeit (Tempel und Chewra Kadischa) kundgab. Höchstens, daß die Wahlen in den Kultusvorstand mit Fragen und Rivalitätelt rein persönlicher Natur etwas Leben in die Gemeinde brachten. Auch der Zionismus brachte da keine Aenderung hervor. Denrr liach seiner praktis chen Seite hin war er ben lieben Balbatlm lticht aktuell genug, t)atteu sie doch Existenz- und Bürgerrechte. Hub nach seiner ethischen Seite — mein Gott, von eineni Balbos ethische Elitwicklung verlangen — genug davon! nigin gesandt. damit er ihr helfe. Dieser Mann ist bei größte Schuft in ganz Byzanz, doch sehr gelehrt. Wehe der axmen Königin! Nach der Ehe soll Ehakan Butan gezwungen werden, die Taufe anznnehmeir inrb auch sein ganzes Volk soll er dazu zwingen. Und sträubt er sich, wird er ermordet, die byzantinischen Krieger fallen über die chazarischcn her - denn auch ein Bündnis soll geschlossen werdeil, und viel byzantinische Krieger sich aushalteir im Chazarenland ztnri „Schutz" gegen die Ans ständischen und die Tributvötker Helsen ihnen. Dann wehe Dem armen Lande. Und deshalb sende ich dir djese Warnung und bitte dich um lieben Gottes Willen, vereitle btefen. höllischen Plan um deinet-, um meinet- und um der Heiligen willen! Nieder,znschreibeit tvage ich nicht diese Nachrichtgebe Gott, daß sie dich erreiche!" So sprach unser Herr und Kaiser. Wir setzten aus am Abend, aber scholl am nächsten Morgen merkten ivir, daß lvir verfolgt lmtubeu. Zwanzig Krieger jagten hinter lins her. Dicht hinter lins lvaren sie schon, Pfeile und Speere schwirrten um lins herum. Da traf ein Pfeil das Roß meines Freundes, es fiel und begrub feinen Reiter iima sich. Ich sprang vom Pferde rrnd eilte, durch das hohe Gras gedeckt, in ein nahes, sehr dichtes Gebüsch, un> ich mich versteckte. Lange suchten «•sohbar I «••••rd loht I Soruchloot Heme bran'st der <3ttirm einer unblutigen Reooluliorr über Oesterreich dahil,. Uub lnerkwürdig: Diese Revolution, die sich gegen Trägheit imb Stillstand kehrt, gegen eine herrschsüchtige Adelshegemorrie, hat einen gar gewaltigen Fürsprecher: u n s e r e ll M o na r ch e n s e l b st! Wir möditen das den KultllügemeilldegelvaUlgen recht verttehmlich sagen, den Kapitalisten mit dem fnlfcben Loyalitätsgesühle. Der alle Kaiser bat es gesagt, das att^emeine Wahlrecht ist eine Notwendigkeit, und es ivird kotlnilcn. Hellte, wo in Oesterreich alles nervös ist, u>irb auch die idyllische Ruhe in den KuUusgemeinden ihr Elldc erreicht habe'l. Die Frage der n a t i o n a l e rt A u tono m i e regt heute schori die Geillüter arrf, läßt die Meinungen mit dramatischer Wllcht aufeincmderstoßen. Wenn die Frage der jüdischell Kurie kein arideres Ergebnis zutage fördern wird, eitles wird fallerl,"endgültig begraberr werden: Die Fiktion des Deutschtum 's m o s a is ch e r K o >l f e s s i oll. Die Frage ist aufgerollt, sie ist aktuell, höchst aktuell uub sie wird eilt schieden lverderr. Jil bcu gemischtsprachigen Gegenden Mährens und Schlesiens haben sich bis nun die Judeil ausnahmslos als Deutsche geriert. Die Folge lvar, daß der wirtschaftliche Boykott (das „8vns k svemu“), den die Tschechen gegen die Deutscher! inszenierten, mit doppelter Anstrengung und leider auch mit Doppeltem Erfolge gegen den D e rr ts ch e n p l u 5 Juden in Aluvendung gebracht habcil. Dem jüdischen Fabrikanten verrnag dieser Boykott wenig anzuhaben. Denn rvie der Kapitalismus ist auch die Großproduktion in gewissem Sinne interlrational. Da haben nur wirtschaftliche Gesetze Geltullg. Ist der Fabrikant konkurrenzfähig, lvird sein Erzeugnis Absatz finden. Alles altdere ist nebensächlich. Aber für den kleinen M a n n ist die Frage der Assimilatioll eine Lebensfrage. Der jüdische kleine Mann in den gemischtsprachigen Gegenden Mährerrs und Schlesiens ist wirtschaftlich zugrunde gerichtet, wenn die Tschechen ihren lange angedrohten Generalboykott durchführen. Der Kaufmann, der Gastwirt, der Handwerker, der nicht in den Hunderttausenden oder gar. Millionen des Großjuden Reserven hat, lvetche Brotsorgen außer allen Bereich der Möglichkeit stellen, i st in seiner m a t e r i e l l e u Ex i st e rr z bedroht, wenn er an der Assimilation festhält. Denn der jüdische kleine Mann kalln das tschechische Publikum nicht entbehret!, es ist für seinen Kleinbetrieb ausschlaggebend. Jungst wohnte ich einer jüdischen, Versammlung bei, in 'der die Fragender nationalen Autonomie der Inden diskutiert wurde. Da bot sich ein eigentümliches Bild dar: Die ganz welligen' Angehötigon der oberen Zchmausend, die erschienen' waren, erklärten, das; das Anstrebeir der nationalen' Autonomie ein Unglück für die Juden wäre, Und eben! diese Juden, diese jüdischen kleinen Leute nahmen mit; begeistert ein Bei falle die Resolution an, in der die jüdische Autonomie gefordert wird. Es ist doch nicht anzniichnien, daß die Juden, die Majorität unter ihnen, die kleinen Leute, so hirnverbrannt wären, ihr Unglück anznstreden! Ta steigt denn der Bord acht ans: Es ist gar nicht ein Unglück für die Juden'! Es ist vielleicht mir eine Schädigung für die reichen Assimilanten solbst, die Fabrikanten, reichen Advokaten, und Großhändler. Und in der Tat, so ist es. Wenn die Jurden sagen' werden: „Wir sind Juden-, wir sind keine Deutschen!" dann lvird es allerdings nicht mehr möglich fein, daß zum Beispiel ein Jude Obmann des Deutschen Hauses ist, ein anderer Obmann des deutschen Wahlkomitees nsw. Gut! Der Obmann des Detlischen Hauses, der Obmann des dentschen Wahlkomitiees, der deutsche Partei mann nrosaischer Konfession braucht sa seine angenehme Position nicht aufzugeben. Keilt Mensch verlangt das voir ihm. Aber ivenn der Obmann, -Der Partcimann und die andaren, anihren p ersönl i ch e n> Erfolg denkend, sagen: „Wir haben es mit dem alten Liberalismus, mit der geschmähten- Assimilation so weit gebracht, bleiben lvir dabei, begeben lvir mrs doch nicht freiwillig ins Ghetto!" so ist das, sagen lvir, eine Un bescheiden.,heit! Weil es ihm;, dem. einzelnen, gut geht und seine gesellschaftliche Position gefährde! ist, sott der kleine Mann, der die über wiegende Mehrzahl bildet, seine lv irisch a f tl i ch e' P o s i t i o n gefährden? Nein, meine Herren Fabrikanten- und Advokatea- Assimitailtell! Wir, die kleinen Leute, wir 'ha>beni es mit: denn Dentschtmn nicht lveit! ge bracht! Wirtschaftlich ha bell wir die Rache der Tschechen herausgefordert und gesellschaftlich haben lvir von> den- Deutschen: längst den bekannten' Fußtritt in die bekannte Gegend bekommen. Höchstens bei den Wahlen erinnert mmil sich an uns. W i r k ö rr n e n uns nicht affimilieren! Weder die Dentschen noch die Tschechen lverden: die Fiktion des Tentschmms oder Tschechentnms lnosaischer Konfessionanerkennen. Die Dentschen, nicht, lveil lvir diese Fiktion nicht bezahlen können, lvir silld ja nicht reich, und die Tschechennicht, lveil sie in uns stets die Inden sehen. Wenn nicht Mannhaftigkeit. Arifrechtigkeit und Selbstbelvußtscin: Die e i ) c l‘ n e dt o t lv e n d i g k e i t z lv i n g t d e il j ü d i s ch e n k l e i tv e n At a n n d e x g e m i s ch t s p r ach i g e n G e g e n d e n mich Die Verfolger vergebens. Meinen armen Freund aber schleppten sie lebenD im Triumphe mit sich zurück. Sobald sie chrt lvaren, eilte ich so schnell und gut ich konnte nach Betenascher und traf fast tot vor Erschöpfung dort ein." „Glücklichenveise," unterbrach ihn hier Jbn Mnfsta, lvähtend die In Hörer sich cirtsetzt ansahen, „traf ich ihn außerhalb des Tores, noch ehe einer der vielenbyzantinischen Spione, die jetzt mit der Gesandtschaft in Belendscher Hausen, ihn gesehen httie. Er. verlangte nach Leo, dem Byzantiner', sagte, er habe hochlvich tige .Nachricht. Wo Leo sich befand, wußte ich, hatte er es doch mir, seinem Freunde, rtlitgeteilt und so machten wir uns sofort auf den Weg. Während des Rittes hat er mir die Nachricht initgeteilt!" Lantelese, bange Stille herrschte. Dann fragte Leo mit bebender Stimme: „Und dein Freund ist lebendig zu rück ge schleppt worden? Ganz bestimmt?!" „Bestimmt!" antwortete der Sklave. „Durchs Gebüsch habe ich's gesehen." ' „Dann, armer. Konstantin; armer, armer Bruder!" seufzte Leo rind Tränen standen in detl Augetr des starken Manrres. „Was befi'irchtest du?" fragte Jbn Mtiffta bewegt. „Tie Folter! Die hält kein Mensch aus! Ans der Folter lvivd der Sklave alles erzähleir rind dann wehe dir, armer Kaiser von, Byzanz!" Ergrisfetr schlvietzen alle, da ertönte! die Siitnme des Sklaven: „Mein Ftett-nd war ein braver Mann, der leinen Herrn liebte. Eher ließe er sich in Stücke reißen, als sprechen. Er lvird schweigen," sagte er fest. Leo sprattg empor. „Hab Dank für den, Trost!" sprach er belvegt und ergriff die Hand des Sklaven. „Gott gebe, du sprachst lvahr! Von- Stunde an bist Du frei, ein freier Bürger mtb als freien Vrw ger lade ich dich eilt, teilzunehinen an unserer Bemtung." Nachdemdie bei-den sich zu denanderen gesetzt, fuhr Jbn- Mufsta fori: „Höret, was ich euch lveiter zu berichterl habe. Gnv böse geht es zu im Pa laste zrr Belendscher. Unsere gute Ehaknn liegt im, Sterben. Der König hat ihr Veit- Sch'eidebrief goschriebert, lveil sie trertlos halten wollte zrr den, Feinden, den Wj-atitschen, ihrem Stanlnre. Wer ltnsere Königin kennt, lvciß, das ist unmöglich. Doch auch unfer König lügt nicht. Wir lvissttr nicht ltrehr, lvas zrr begilmen. Er hört rlicht arrf seine allen Freunde, lwch auf ihrerr Rat. Alle Ratschläge konrmen, vorr Byzallz, mit dein -er ein Bündnis eingegangen. Byzantinische Krieger stehen im umfern: Reihen Pollenz echte sind die besten! Reform-$ch weissblätter 2114