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Nationalzeitung · 1906-01-26 · Heft 7 (26.1.1906) · p. Seite 5

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 7 (26.1.1906)
Date
1906-01-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. ) Seite 5 Well auch mit Sem Herrn OberraVViner ins Gin- O^bümnn dankt dem Vortragenden kür -fetoe föönwt Ausführungen, an die sich nun eine lebhafte Debatte knüpft. - MWiner- Dr. David und Pros. Dr. Weitz sprechen sich Kr den Vorschlag des Vortragenden sympathffch und zuststnmend aus. T^r erstere betont, daß für die Oberstufe der ÄWtelschulen ein Lehrbuch der systematischen Religionslehre unbedingt normen- -Äg sei, wie ein solches in Deutschland bereits geschahen wurde, welches den wichtigen Standpunkt gegenüber der Philosophie -und Naturwissenschaft einnehmen mutz. Pros. Kanrh schließt «sich diesem Anträge gleichfalls an und weist darauf hin, daß dem systematischen Religkonsuntervichte früher unverdienter Weife ernster Widerstand entgegentzebracht worden sei. Prof. Dr. Grün seid (Brünn) möchte den systematischen Unterricht von der ersten Klaffe erteilt 'wissen i'm Anschlüsse an die Bibellsktüre. Nachdem noch Prof. Dr. Goldhammer und Rabbiner Dr. Mandl zu dieser Sache gesprochen haben, wird auf Antrag des Rabbiners Dr. L a z a r u s in Göding folgende Resolution einstinmiitz angenommen: ,-Dtzr Verbiandstag spricht es als eine NotwenNMtt aus, datz der systematische Religionsunterricht in den obersten Klaffen der Mittelschulen fru behandeln fei, und -war a«us Grund der Lektüre und eines dem Zwecke dienenden besonderen Lehrbuches." 'Zum Schluffe kommen folgende Anträge ziur Sprüche: Den von Dr. B i a ch in Brüx gestellten Antrag wegen Herausgabe einer Verbandszeitschvift behält der Ausschuß im Auge; derzeit könne derselbe leider nicht ausgeführt werden. Prof. Kanitz beantragt, eine besondere Petition an die hoh-e Unterrichtsbehörde zu richten, dahingehend, daß für alle Religion sichrer, die nicht definitiv werden können, entsprechend versorgt und ihnen im Falle der Arbettsnnfähigkeit eine gesetzliche Pension z'ugesichert werde. (Einstimmig angenommen.) Ein zweiter Antrag des Prof. Kanitz gcht dahin, daß/ an solchen Mittelschulen, an denen kein interner Religionsunterricht erteilt -wird oder werden kann, die von einem autorisierten ■ Lehrer außerhalb der Anstalt gegebenen Noten .vollwertig anerkannt werden und wie alle anderen Noten den gesetzlichen Einfluß für das Zeugnis 'haben mögen. Zum Schlüsse stattet der Obmann der Versammlung den Dank ab für das von ihr bewiesene rege Interesse und sagt: Wir haben heute unsere Ausgabe ganz und voll erfüllt und können mit Genugtuung aus i diese Stunden znrückblicken. Wir werden trachten, ^den gogchenen Anregungen gerecht zu werden und in der nächsten Periode noch SegensuNd Erfolgreicheres zu leisten für das Interesse des Unterrichtes und das Wohl der Lehrer. (Beifall.) Hierauf wird die Versammlung geschloffen. A u f r u s! Die Brigittenm»! wird mit Recht dev Samme'lftu-iE der cuwn jüdischen« Bevölkerung Wiens Mnonnt. Gross, uuevmeßlich groß ist die Not 'dev Juldenschaft dieses Bezirkes. Alle unsere Bemühungen, nur teilweife das Los unserer armen Glaubensgenossen! zu mildern, scheitern! aber an« der Unzulänglichkeit der uns zugdbote stehenden. Mittel. Wir bitten! daher! unsere besser situierten Glanbonsgeilo'sseni, ihr Augen>merk dem ärnrsten aller Wiener Bezirke zuzuwenden und uns durch Spenden in die angenehme Lage zu> versehen, d-en zahlreich an uns gestellten' Ansorderungengerecht werden zu können!. Für den Brigittena-uer israelitischen Umerstühnugsvereini «Hermann Eftb-ogen m. p., Kuitusvorsteher, Adolf Schreiber m, p., Obmann, 20. Bez., K'lasternellbu-rgerstra.ße 19. Joses M'm-sch in. p., Annenmt, Gütige Spenden trolle mau gefl. a>n Herrn Adolf Schreiber richten! und werden« dieselben in den Wiener jüdischen Blättern! ausgewiesen werden. Aufruf des Literarischen Geselligkettsvereins jttdi, scher Mädchen „Morin". Jüdische Mädchen! Liebe Schwestern! Abermals ist das Grauen und Entsetzen über unser unglückliches Volk hereingebrvchen und der Sturm des Hasses umb raust uns Juden eiuhaltsnud rückhaltslos. In diesen öttstern Tagen, da jedem Juden zum traurigen Bewußtsein wird, daß das Mische Volt auf keinen fremden Schutz rechnen kann und mm zur energischen Selbsthilfe schreiten mutz, wenden wir uns an euch Glaichensschwestern. Auch wir jüdische Mädchen dürfen nicht Wrückstehen in dom Kampfe uni das Recht, Wohl und Leben unseres Volkes! JiMsche Mädchen! Seit 14 Jahren besteht hx Wien der Midchen-\ verein „Moria", der es sich zur Aufgabe gemacht. hat, seine Glaubensschwesterin, aus dem tiefen > Schlafe des BergeffenS an die Liebe zu seinem an- { . gestammten Volke zu wecken. Ein inniges Bänder Zusammengehörigkeit umschließt zahllose! Schwestern, die sich zusammengefunden haben und opferfreudig an dem Wiederaufbau einer freuden-! reichen Zukunft unseres Volkes arbeiten. Lieb« «Schwestern! Suchet unseren Verein auf und helfet mit an dem großen Besreiungswerke unseres eigenen Volkes, stellet eure Kräfte in feine Dienste und ihr werdet reichlich lohnende Betätigung finden und euch des beseligenden Mücksgeifnhles freuen, für unser unglückliches Volk, das nirgendseine Scholle Erde sein eigen nennt und erbarmungslos herumgestoßen wird, eine sonnige Zukunft mitbegründet zu haben. Jeden zweiten Sonntag veranstalte» „Moria" u. a. lvterarischeNachmittage, bei denen die hervorragendsten Männer des Judentums zum Worte kommen. An einem Abende der Woche finden anregende Disku'ffionen und Vorlesungen statt, während d-eiien kleine Handarbeiten zugunsten des jüdischen Nationalfonds verfertigt werden. «Jüdifche Mädchen! Laffet unseren SRiui? nicht vergebens verhallen! I. A. d. A. Henriette Sternberg Berta Herrn»««« dizt. Schriftführerin. dzt. Präsidentin. Anmeldungen sind an die Präsidentin, 8. Bz., Josefstädterstraße 9, oder an das Kongretzbureau 9. Bz., Tüvkenstratze 9 zu richten. Anfrnf des „Jüdischen Schnlvereins für de» ö. Bezirk (Wien, 9. Bez., Glasergaffe 24). Euer Hochwohlgebmenl Seit nahezu fünf Jahren besteht in unserem Bezirke ein jüdischer Schulverein, dessen Aufgabe es ist, den seitens der KUltnsgomeinde im gesetzlichen Rahmen besorgten Religionsunterricht zu ergänzen. Bekanntlich sind gesetzlich für den jüdischen Religionsunterricht in der ersten und zweiten Klaffe je «ine Stunde pro Woche, in der dritten bis fünften Klasse der Volksschule je zwei Stunden pro Woche zulässig, an welchem Unterricht in jeder einzelnen Klasse oft 60 bis 60 Kinder teilnehwen, wie es die Schulgesetze vorschreiben. 'Es ist unmöglich, in dieser kurzen Zeit bei einer so grotzen Zahl von «Schülern etwas Besonderes leisten zu können und unser Schulverein hat es sich zur Aufgabe gestellt, dort, wo die Eltern dafür Jutereffe haben oder es gar als Notwendigkeit anerkennen, einen erweiterten Unterricht zu erteilen. Dr Vorstand der Knltüsgemeinde hat diese Notwendigkeit anerkannt und in Würdigung der von dem -Schulinspektorate anerkannten hervorragenden Leistungen uns eine Jahressubvention von X 1000 bewilligt. Bei der grotzen Zahl der Kinder, die unsere Schule besuchen und -die deshalb nicht bloß die Erhaltung eines großen Schullokals, sondern auch die Bestellung von Lehrern erforderlich machen, haben wir größere Mittel notwendig. Unser Budget beträgt bei aller «Sparsamkeit X '4000 pro Jahr und wir müssen deshalb an unsere wohlhabenden Glaubensgenossen, insbesondere an die im 9. und 20. Bezirke, appellieren, daß sie durch Beitritt als Mitglieder unsere Bestrebungen fördern und den Fortbestand unserer Schule sichern. Einzelne Vorstandsmitglieder haben schon derzeit größere Darlehen der Schule geben müssen, weil wir sonst schon den Augnstzins nicht hätten zahlen können, den Novemberzins sind wir derzeit noch schuldig. Wir stehen nun. vor der Alternative, die Schule sperren zu müssen oder an unsere immer im Interesse des Religionsunterrichtes sich betätigenden Glaubensgenossen mit der Bitte um zahlreichen Beitritt herantreten zu müssen. Wir hoffen, daß wir keine Fehlbitte tun, und gestatten uns nur noch die Bemerkung, daß der statutenmäßige Jahresbeitrag mit mindestens X 10 normiert ist. Mit aüsgeizeichneter Hochachtung Dr. Gustav Kohr», Hof- und Gerichtsädvvkat, Vizepräsident der isr. Kultnsgemeinde Nsw. Ehrenpräsident. Prim. Dr. Siegin. Kornfeld, Obmann. Max Pappen he i m, Privat, Obmannstellvertreter. Heinrich Thiersfeld, Beamter, Schriftführer. Kais. Rat Moriz W a i z n e r, I. Löwenstein, Hausbesitzer, Kassiere. Gerson K o r a l e k. 'Kaufmann. Jacob K r a n s z, Redakteur. Dr. Jacob Weiß. Isidor Goldsch m i d t, Kaufmann. Vorstandsmitglieder. Der r«sfische Finanzminister über einen jüdischen Beamten. Großes Aufsehen erregt hier ein Nachruf, den der gegenwärtige russische Finanzministsr Iwan Schipow einen» seiner in diesen Tagen verstorbenen Untergebene»», Herrn Jakob Jsajowitsch Gliasberg, in den Petersburger Blättern nftdmet und den er mit feinem vollen Namen unterzeichnet«. Ist es schon an sich ein Novum, daß ein ruffkfcher Minister einem Untergebenen einen Zeitungsnekrolog hält, so ist in diesem Falle der Nachriuf Schipows um so bemerkenswerter, als der verstoribene Eliasberg Jude war und dem Glauben feiner Väter bis an sein Lebensende treu blieb. Der schlichte und ergreifende Nachruf kautet wörtlich solgenidermaßen: „Amtskollegen und Freunde haben 'dem verblichenen Jakob Jsajerpitsch di« letzte Ehre erwiesen. Mit ihnen trauerten sicherlich auch alle jene, die der Zufall, sei es auch nur ein einziyesmal, mit diesem wahrhaft guten, sympathischen Menschen zusammen- Mrte. Und groß ist fürwahr die Zahl derer, die ihn gekannt haben. Nach Absolvierung der juristischen Fakultät an der Universität in Odessa widmete sich Eli'asberg, der Sen Grad eines Kandidaten der Rechte erlangt hatte, in der Zeit von 1883 bis 1899 dem Dienst im Oberse'kretariat des zvvilen Kassationsdepartements, wo jeder, der in diesem Departement zu tun hatte, »nit ihm bekannt wurde. Im Jahre 1699 trat er »n den Dienst des Finanzministeriums über, »vo er als Beamter für b«son'dere Aufträge dem Amte der Juriskonsulenien zu-geteilt ward. Gründliche juristische B'ilidu-ng, welche durch die Erfahrungen seiner langjährigen Tätitz'kett in einem der schwierigsten und wichtigsten Departements ergänzt, erweitert und bereichert wurde, machte Hn zu einem für das Finanzministerium höchst wertvollen Rechtskonsulenten bei vielen gesetzgeberischen Arbeiten, Prozessen und Berwaltungsfragen. Die Frucht der genauen Kenntn-is von der Pmxis -des Senates, die der Dahingeschieldene sich erworben hatte, war fein im Jahve 1900 erschienenes Werk „Die Ostseepraxis des regierenden Senates für die Zeit von 1891 bis 1899", Morin die komplizierten Fragen des LokalrechteS der Ostseeprovinz!en erläutert »rnd besprochen werden. Eliasberg war ein vortrefflicher Jurist, jedoch kein einseitiger Fachmann: /denn noch vor feinÄnr Eintritt in die juridische 'F!akn.ltät bc- «suchte er einen Kurs in der chemiisch-technischen Abteikung des Rigaer Polytechnikums un«d Werdies interessierte er sich während seines ganzen Lebens unablässig für exakte Wissenschaften, so daß er auch aus diesen Gebieten feine Kenntnisse stets bereicherte. In Eliasberg rvar umfassende, >viekseitige Bildung harmonisch mit großem Geist und einem guten Herzerr veroiut. Allen, die ihn kannten, wird sein kindliches Gemüt, sein zuvorkommendes, rücksichtsvolles Benehme-n gegen seine Umgebung, seine Schlichtheit im Verkehr, seine Bereitwilligkeit, jedem hilfreichbeizusPringen und ihn durch seine Erfahrungen und sein ausgedehntes Wissen zu unterstützen, unvergeßlich bleiben. Eben dieser seltenen Eigenschaften wegen liebten und achteten ihn alle, die ihn kannten und jetzt beweinen. Sein Andenken wird mit Verehrung bewahrt werden!" Es ist charakteristisch, daß dieser Nekrolog auch in der alltise-m-itischen „Nowoje Wremja" abgedruckt wurde. Vermischte Nachrichten. Wien. (Predigt.) Freitag den 26. Jüuner 1906 aberlds. Predigt im Stadttempel. Wien. (Zionistischer Zentmlverein.) Die erste öffentliche (tonst'ituierende) Versammlung dieses vom i.-ö.> D.-K. neugegr«üudeten- Büvaervereincs findet Dorln-erstag ifc-en, 80. d., abends 8 Uhr, in» Saale des Hotel Po'st, 1. Bez., Fleischmarkt Nr. 16, statt. Tagesordn'ung: Was -will der Zionismus'?" Neferent Herr Adolf Böhm. 2. Wahlen. Gäste willkommen. Wien. Die Einweihung eines nouaugeschafften Seser Thora im Gethans-Unter«stütz»ll»gsverein ,-Schomre Haddaih", Webergasse 36. fand Sonntag abends im Beise-iu vieler Ntitglied'er und Gäste in würdig erhebender Weise statt und erschien auch eine Abordnung vom Brudervereine „B'ue Brith", 'ferner Dr. Zipfer, Rechtsanwalt des Vereines. Stach AuL'sülluug des Aufaugs- und Schllitzverses der Thora durch einzelne begrüßte Herr Ob'mann S. Dickstein die Erschienenen, zugleich die hohe Auszeichnnug des jüdische»» Volkes durch Empfang der Thora betonend und hervorhebelld, eben!so hielt Herr Max l Reiter eine -kurze Ansprache, die besondere Güte der Borsehittig dankend verherrlichend, daß 1 Israel das einzige sei unter den alten Bökern, öaranl’iert narurechtes fs in Sk ss------- -Pflanzen* afeL Ferr. 3U8 frischetw^ Kokosnüseeiv Die „Nationalzeitung“ ist das beste und billigste Insertionsblatt. — Verlangen Sie unseren Spezialtarif!

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