Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 7 (26.1.1906)
- Date
- 1906-01-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Die „Nationalzeitung“ muss in jedem öffentlichen Lokale aufliegen! S*ite 6 Nattonakzskkm- Nt 7 ivelches der Todesenyel nicht aus der Methe der Lobenden streichen könne. Es sprachen ferner RaiWr Feinderg aus Odessa und S. Schntmann, der allen Scharfsinn ansivendete, .um durch seine Riede die Zuhörer zu 'begeistern. Den gesanglichen Teil der Feier versah Herr Oberkantor Wittmamr von der Schiffschul mit seinem gutgelschulten Chor und mit dem 'Kaksergebete schloß die weihevolle Feier. Das Verdienst, den» 'berechtigten Wunsche der Mitglieder durch hervorragende Beiträge zu entsprechen, kam besonders dem O'blnanne Max Frommere zu, dem das Glück zuteil wurde, 'bet -er am Freitag vorgenommenen Verlosung die Thora zu gewinnen. Ehre, dem Ehre gebührt! —-n. Wien. In der jüd.-akcrd. Berbiitdunb ,M adima h" sprach Samstag den 20. d. M. Prof. Dr. Pasmanik aus Genf über die „verschiedenen Strvimmgen im Jiwentnine". Ja gewohnt meisterhafter Ausführung besprach der Redner die, besonder in Rußland einander widerstrebenden' Versuche, die Judenfrage zu lösen. Der besonders instruktive Bockvag. wurde mit lang anhaltendem Beifall ausgenomnm Brach Beendigung des Vortrages wurde über die Zlnswandorungsfrage im allgemeinen unv die Behandlung der Durchwanderer in der „Israelitischen Allianz zu Wien" eine lebhafte Diskussion geführt, worauf der Beschluß gefaßt wurde, die Klagen der Auswanderer zu Protokoll ztl bringen, und wegen. Abstellung dieser Mißhelligkeiten bei der Leitung der „Allianz" vorstellig werden. Budweis. Irr der am U>. dS. statlgefuNdenen, Sitzung der 'Repräsentanz der israel. KuLtusgemelnde Lu-dweis wurde als erster .Rabbiner Herr Tr. T h i e b e r g e r, derzeit Rabbiner' in Komatarr, als zlveiter Rabbiner und Religionsprosessor für die Mittelschulen Herr Dr. 5k r a k a u e r angestellt. — Als Vertreter in die Landes jildenschast wurde Fabrikant Ludwig S i rr g e r in Neuhaus gewählt. Akademie für die Opfer der russischen Judenmassakres. Äm 17, ds. veranstaltete der Verein zur Abwehr des Antisemitismus zugunsten! der Opfer der russischen Jndemnassakcrs im Sophiensaale eilie große Akademie, der ein, zahlreiches, distinguiertes Publiktem beiwohnte. Tie Veranstaltung wurde durch eine lvarm enrpfundene Anwrache der Baronin Berta Sutrner eingeleillll Die Rednerin schickte voraus, daß sie 'eigentlich im Namen, nn!d im Sinne ihres verewigten Gatten, des Freiherrn Gundakkev vmr. Suttner, spreche, der, von humanem Strebengeleitet, den. Verein vor Jahren, ins Leben, gerufen habe. Ten armen jüdischen Opfern in Rußland Hilfe zu bringen., dürfe jetzt nicht tun: freiwilliges Beginnen sein, sondern es sei dies geradezu Pflicht der gesamten Kulturwelt. In beredten. Worten und mit flammender Entrüstung verurteilte sie die russischen Jude» Massakers. Diese Greneltateu zu bekämpfelr, sei mit der Friedensidee innig verknüpft. Demr solange Millionen für tck!a nonen ausgegeben lverden, feien immer BlassakerS möglich. Zum Schlüsse ihrer gehaltvollen Rede trug Baronin Suttner zlvei Gedichte vor; das eine, von Baron Josef Do bl h of s verfaß:, schloß mit Bezug ans die Wohltätigkeitsakaideinie: „Was hier getan, was hier gegeben — Es ist ein Hobes Werk, in Ehr' getan . Ihr habt gerettet errres Nächsten- Leben - Ihr habt getrotzt denn blinden Rassenwahn." Llnch F-ränlein Paula E i s n e r ans Odessa Halle ein. schwungvolles Poem verfaßt, das Baronin Snttnier 311a- Verlesung brachte. Stürmischer Beifall lohnte die Redner in. Hierauf folgten die künstlerischen Darbietungen, des Alxmds, die von elften Kräften luestritten und lebhaft a Mannen wurden. Zuerst erfreute Fräulein We:a S cha p t 1 a d-' ' ihr erlesenes Klavierspiel die Hörersäpft. Die Altistin Frau Naja Barber-Waldbcrg sang mit schöner Einpfilldrmg die Arie der Fides aus dem „Propheten". Die Violinvirtuosin Fräulein Annie de Jo ng ''»ielte das Adagio von Ries; Främ lein Elsa B l a n d von. der Hofopor sang die Arie aus „Samson und Delila"; Kannnersän ger D e in u t h brachte den Prolog ans dein „Bajazzo" znm Vortrage. Herr Sl v a in e r, HofbtU-eü-t'ausvieler T r e ß l e v uni) Frau Hansi Niese erheiterten durch hnmoristisckve Vorträge. Am Klavier saß Herr P a h l en. Das Reinertrügnis der Ltkademie ist boden't>cnd. Die Einwanderung «ach Amerika. Wie aus fitere? Quelle vertan tet, ist eine pvintzipielle Aendevnng des amerikan'gä-en GlUtivandLr-nngsgeseües, ivelche ans eine Eiiüschränlkima der Einwg-nderung abzielen würde, in diesen«?ahre nicht zu erwarten. Vielmehr 'ivivd cs sich um einige liebe »«sä chli che Aenderungen des Gesetzes handeln. In diesen ,wivd das Bestreben -er leitenden und intevesisierten Kreise, die Einmanderung zu reguliere» und dahin zu leuken, wo Bevauf ist, also vor allen« »ach ö*cui Sitden der Vereinigten Staaten von Skordanlerika, .zlmr AliAdvacte tonuuen. Erweiterung des jüdisechn AnsiMnngsrayons. Aus Petersburg ivird gemeldet: In den Gouveruiettwuts, in denen die Israeliten das Autsäissigkeitsrecht genießen, ist die Ba-Hl der -Ortschaisten aus dem stachen Lande, wo sie ungehindert Aufenthalt nehmen können, -mir wa r^rmehrt worden. Verein „Fehndah Halevy". Larnstag den 27. d. M. veranstaltet der Verein „Jehndah Halcvy" int Festsaale des Hvtel Mltih, 2. Bez., Stesaniestraße 1-1, ■ciiicit „Fehn-ah HalevyMibend" mit einen» reichhaltigen Programme, ivobei .e-err Tr. Levp. Kahrr der« Festvvrtrag halten wir^. Beginn halb!) Uhr adends. Karten, sind zn .haben: Verein „Fchrvdah Halovy", 2. Bez., Nembrandtstraße 7 kEingan'g von der Straße) und Verlag „Zion", 2. Bez., Stesan'iestraße >2. Sonrltag den 28. d. sindet im VereiirAlvtale, 2. Bez., Neuthranidtstraße 7, n,m 0 Uhr abends ein. Vortrag statt. Referent und Thema Vorbehalten. Israelitische Kultusgemcinde Wien, .anridrnachuirg. T'ic Pr-ivattstenprüsungen aus israelitischer Religion für" Schüler und Schülerin «len an Volks- und Mirgerschulen 'finden für das erste Sennester des Schnlsahres 1W5/00 nach svigen'der Einte i ln ng statt: l., 2., 11. und 2l>. Bezirk: Frellag den Ui. Februar, Freitag den 23. Fedruar, Freitag den 2. Atärz von 'Al2—‘Al Uhr, 1. Bez., Seilenstetteng-asse 2, 2. Stock, Reli- Oonsschule: 3. bis inAusive 10. und 10. Bezirk: Dienstag den 20. Februar von 3—4 Uhr, Freitag den 23. Februar von 4—6 Uhr, 'Dienstag den 27. Februar mm 3—4 Uhr, Freitag den 2. März von 4—6 Uhr, 1. Bezirk, S-cktenstettengasse 2, 2. Stock, Religionsschnke: 12. bis 16. Bezirk: Samstag -de« 4. Februar mm 12—> Uhr, Dienstag den 27. Februar mm ü—7 IPljr, 15. Bezirk, Tnritergasse 3cr. 22, Gemeindehans: >0. nnd 17. Beizirk: Dienstag den 20. Februar von 1Mb 6 -bis halb 7 Uhr, 10. Bezirk, Hndergasse 8, Geuteindehaus,' 18. Bezirk: Sourttag derl 18. Febrnar von halb 11 dis 12 U'hr, Sonntag den 25. Februar von -halb II dis 12 Uhr, 18. BMr'k, Schopenhanerstratze 30, G^meindehans. Die Wllstlnigsräxe^ beträgt iv ü.—- ustd wird 'Im' vorhlyM 'äst '-der Kassa der israe- ' liki'schen .4lUltnsgemchnde, 1. Bezirk, Seitenstetkengasse 4, oder bei der 'entsprechenden A-lnksleilung 15., 10. -oder 18. Bezirk zwischen 0 ulid 12 Uhr entl'ichtet. Die Qnitüung ist dem Examinator -vorzulegen. Ter. im 1. .Senrester geloste Erlagschein ü'ber die PrüsungötaN gilt auch' ssttr das zweite Semester des lausenden Schnlsahres. Ter Vorstand der israelitlschen Knltusgeimeiude Wien. Vottragszyklnö auö der Geschichte der Juden in Derttschland und Oesterreich. Donnerstag den l. Februar 1906, präzise halb 8. Uhr abends, findet i»n -Fest'saale des Ingenieur- und Ärchite'ttenvere'ines, 1. Bez., Eschenhachgasse 0, ein Vortrag des Herrn. Dr. Älax Griunwald statt. Thema: „Ans der Prostluten-Geschichte" i Fortsetzung). Ätit Borfnhmlng voll L>ichlbllder»r. Eintritt frei. Der „Pvzvr" und an'dere tschechiische Mütter bringen die Nachsicht, daß am 27. d. M. in Prag eine große ProlestversanlUllülng der tschechisch-jüdischen Älssimilanten stattsin'dell soll, in welcher diese sich gegen die Schassnng einer jüdisch-nativrialcn KNrie verwahren wo Iler l. Herr Max Lederer leitet die 'Verhandlungen mit en-mmt längeren Artikel in den tschechisch--ftidischen, Mütter» ein, dessen Inhalt näher zu bels-prechen' ilberklüssig Ist. Einstweilen kannman die Berge kreißen lassen. Die jüdischen Hochschüler aus Galizien in Wien haben -einen „Ultlerstiitzllngsverein jüdischer Hvchschiller atls Galizielt in Wiell" gegründet. A>ns'kü-nlste und Beitrittsaitmeldungeil am Dienstag, Donnerstag ltn>d Satnstag von 2—<3 Uhr nachnlittags :i‘m BereinölMle der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschiller >i,i Wien". (0. Bez., (^riiiie Tonga"e 34.) Das Gründungskomitee. Wohltätigkeitöakademie des Vereines zionistischer Frauen und Mädchen „Fünfhaus". Dieser Verein ve ran stattet am 31. d. M. in den Verbandsfälen (0. Bez., Königseggasse 10) unter der artistischen Lei in l lg des 'Pianisten Theodor Plomitz eine mllfikalisch-de'klamatori'sche Älkadeniie mit Tanzkränzchen. Ter Adelld verspricht ein fchr gelnngeuer zn 'werden, da 'das reichlialtige Progralnn» jedelti <Mchmgck Nechlvntlg trägt. .Karten silid hn halbe» hei Frau Minna Baad, 13. Bez., «Lainzerstratze <>7, und imt Theaterkarterlbureau Spiclnmnn, 2. Bez., Praterstratze 14 iTelephon 19.851). Das Reinerträgllis ist für die rusfischen Opfer «bestimmt. Füdisch-akadomische Verbindung „Uuitaö", Wien. Der für Mittwoch den 24. d. Ai. in Aussicht gen-ünlniene Vortrag des' Herrn Dozenten Dr. Pasmanik aus (Äens wurde an'f T>ienstag 'dein'30. d. M. verschoben. Der Vortrag findet, ich Veremslvtale. 8. Dez., Anerspergstratze 21, statt. Anfang präziife 8 Uhr. Fhdische Gäste willkommen. „Poale Bion", Wien. Samstag den 27. d., halb 8 Uhr adends, findet im Vcreillslo'kal, 2. V>ez., Äie'mtbrandlstratz'e 7, ein Vortrag «des .Herrn Dr. E. M. Mveig ü'ber „Napoleon, Dtsraeli und Bislstarck als nationale Wa'hlreformer" ' statt. Zlulschlietzend wird die erste Möuatsve'r- ' sammUmg ml'serer deutsch-jüdiischen Organisation abgehalten. Die Mitglieder -werden ersucht, best'imlnt il»d pünktlich zu erscheinen. Eine Volksversammlung anläßlich der Brüsseler Konferenz. Sonntag den 28. d. M. um halb 10 Uhr vornlittags sindet int „Goldenen Widder", 2. Bez., Taborstraße, eine große östenktiche Bnfani'm'knng statt, oinbern'sen von den Wiener „Poale ^ivn" mit der Tagesordnung „Die ' jüdische Bourgeoisie, die jüdische Enligrativn nn-d die Brüsseler Konferenz". Reserenten: Dozent Dr. D. Pasmanik l'Gen's), S. Kgplans«kli-Kaplan. Eingesenbet. llieim-ictl f>Ieugebsuei' varauli Molnir Optiker -WM Wien, I Schottenga8se 8, Eckhaus Schottenrlag Gegründet 1866. 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