Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XVII (1915)
- Issue
- Heft 6 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- Seite 53 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 6 ^e"^National^Zeitung^_ Seite 53 „Jüdisches Kriegsgedenkblatt." Unter dem Titel „Jüdisches Kriegsgedenkblatt" ist das erste reichillustrierte Heft eines größeren Werkes erschienen, welches der durch seine zahlreichen Arbeiten über die Juden im österreichischen Leutnant d. R. Dr. Friedrich Priester. Heere bekannte Schriftsteller Moritz Frühling den in dem jetzigen Kriege gefallenen jüdischen Landsturm-Leutnant Dr. Otto Weltlinger. Offizieren und Kadetten widmet.*) Das vorliegende Heft zählt 22 dieser Helden auf, die mit Ausnahme des Oberstleutnant Adolf F1 e c k e r als Männer im *) Preis und ßezugsstelle sind in unserem Inseratenteil genauangegeben. Arim. der Red. blühendsten Lebensalter anläßlich der Mobilisierung dem Rufe des Vaterlandes gefolgt und ihr Leben auf dem Schlachtfelde gelassen haben. Inzwischen hat die Zahl der gefallenen jüdischen Offiziere und Kadetten bereits das fünfte Hundert überschritten. Das jüdische Kriegsgedenkblatt will den Lebensgang und die Waffentaten eines jeden Einzelnen charakterisieren und damit dessen Andenken dauernd festhalten. Diese Arbeit steht in ihrer Form bisher einzig da und wird gewiß, wenn auch die weiteren Hefte in derselben Form gehalten sein werden, nicht nur den Namen der unvergeßlichen Kriegsopfer, sondern auch dem Verfasser Ehre machen. Blättert man dieses erste Heft durch und betrachtet diese schönen strammen Gestalten der jüdischen Reserve-Offiziere aller Waffengattungen, so sieht man erst, wie viel Gut und Blut auch das jüdische Volk in Oesterreich auf dem Altare des Vaterlandes opfert. Und wenn das Werk vollständig sein wird, dann wird man erst recht voll und ganz zu würdigen wissen, welchen Landsturm-Leutnant Dr. David Hescheles. Anteil die jüdischen Offiziere in diesem furchtbaren Ringen für die Unversehrtheit unseres Vaterlandes und für die menschliche Gesittung gegen asiatische Eindringlinge haben. In der Liste der in diesem ersten Hefte gewürdigten Kriegshelden befinden sich auch drei Advokaten, und zwar Dr. David Hescheles aus Lemberg, Dr. Friedrich Priester und Dr. Otto Weltlinger aus Wien. Die Zahl ihrer gefallenen Berufsgenossen hat sich inzwischen leider bedeutend vermehrt. Von ihnen werden wir in den nächsten Heften lesen. Wir erwähnen bloß Dr. Richard S u b a k, Dr. Arnold K a r n e r, Dr. Hugo Zuckermann u. a. Wir wünschen der schönen Schrift die weiteste Verbreitung. Dem Verfasser ist mit der bloßen Anerkennung allein nicht gedient. Er verlangt auch die kräftigste Unterstützung seitens der weitesten jüdischen Kreise und er verdient sie auch. Diese Schrift sollte in keinem jüdischen Hause fehlen.