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Neue Nationalzeitung · 1914-07-31 · Heft 15 (31.7.1914) · p. Seite 115

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 15 (31.7.1914)
Date
1914-07-31
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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ISr. 15 .Neue National-Zeitung" Seite 115 Männer, Witwen und Waisen segnen bereits die edlen Spender und vereinen ihre Gebete für dieselben mit jenen für die Gefallenen. Wien, November 1866. Kislew 5627. Das Hilfskomitee für Soldaten israelitischer Religion. Mitglieder des Komitees in Wien: Prediger Dr. Adolf J e 11 i n e k. Adolf Neustadt, Obmann. Emanuel Baumgarten. Hermann Reis. Chacham Rüben Baruch. Simon Szanto. Mitglieder der Filiale in B r o d y: Mayer K a 11 i r, Ritter des Franz-Josefs-Ordens, Präsident der Handelskammer etc., Obmann. Leon Ostersetze r. Dr. Ludwig Schors te i n. L. Herzberg-Fr änkel. Mitglieder der Filiale in Lemberg: Rabbiner Dr. B. Löwenstein, Obmann. Salomon B u b e r. Dr. Julius K o 1 i s c h e r. David Rappaport. Jakob J ü 11 e s. Mitglieder der Filiale in H o r i c (Böhmen): Rabbiner Dr. Ehrentheil, Obmann. Samson Simon. Isak Jonas M a u t h n e r. I. Koha- Friedrich Hirse h. M i t g 1 i e d e r d e r F i 1 i a 1 e i n R a u d n i t z: Kreisrabbiner Albert K o h n, Obmann. Em. J. Engel, Synagogenvorsteher. David Herschman n, Kultus Vorsteher. Wilhelm P o 11 a k, Kultusvorsteher. Dr. Adolf E i s J e r, Stadtverordneter und Schulaufseher. Jüdischer Offiziers-Nachwuchs.*) Von Dr. Hanns Fischl. Die ungeheuren Rüstungen der letzten Jahre, die nahezu eine Verdoppelung der Friedens- und Kriegsstände mit sich brachten, haben die Erscheinung gezeitigt, daß der dem Zuwachs an Mannschaften entsprechende Stand von Berufsoffizieren nicht erreicht werden konnte. Schon viel früher wurde der Mangel an Militärärzten häufig erörtert und in letzter Zeit der Versuch lanciert, durch Näherstellung des ärztlichen Offizierskorps an das Truppenkorps, die insbesondere durch gleichlautende Titel bewirkt werden sollte, sowie durch bessere Avancementsbedhigungen Remedur zu schaffen. Nun sollen zur notwendigen Ergänzung des Berufsoffizierskorps Maßnahmen ergriffen werden, die insbesondere für die jüdischen Staatsbürger von Bedeutung sein können. *) Dieser Artikel, der uns noch vor den letzten Ereignisse» zugekommen ist. entbehrt gewiss auch jetzt nicht der Aktualität. An in. der K e d. Es soll zur Aktivierung von Reserveoffizieren in großem Maßstabe und zur Heranziehung geeigneter Unteroffiziere gegriffen werden, da die Kadettenschulen und Akademien nicht mehr imstande sind, den ganzen notwendigen Nachwuchs zu liefern. Wie der Verfasser bereits vor fünf Jahren an anderer Stelle ausgeführt hat, wäre es an der Zeit, daß ein Zuströmen jüdischer junger Leute zum Offiziersberufe einsetze. Sollten sich hiebei genügend viele geeignete Elemente finden, so würde eine derartige Erscheinung auch von der Heeresverwaltung mit Freude begrüßt werden. In der österreicliischen-ungarischen Armee ist ein Antisemitismus, wie er unter der Zivilbevölkerung und im Wirtschaftsleben im steten Anwachsen begriffen ist, unbekannt. Wenn einzelne als Juden angegriffen werden, so finden sie einerseits wirksamen Schutz, anderseits haben sie sich die Behandlung selbst zufolge ihres Auftretens und Benehmens, zuzuschreiben. Wie jeder Einzelne im militärischen Leben seiner Person Zwang antun muß, so rriuß insbesondere der jüdische Offizier oder Offiziersaspirant sich ganz besonders in Selbstzucht üben. Jedenfalls wird der Jude, der aus der Kadettenschule oder Akademie kommt, als Kamerad willkommener sein als der länger dienende Unteroffizier oder der Einjährig-Freiwillige, der im Zivil nichts erreichen kann und als Notanker die militärische Laufbahn ergreift. Die materielle Stellung des Offiziers ist heute unzweifelhaft günstig, das Wort vom „glänzenden Elend" hat heute bei Zivil-, Staats- und Bankbeamten eher Berechtigung. Im übrigen wäre es wünschenswert, daß nur Leute aus besser situierten Kreisen, die auch kraft ihrer Erziehung und Bildung bessere Vorbedingungen mitbringen, den Militärberuf ergreifen. Der österreichisch-ungarische Jude hat allen Grund, Patriot zu sein, aber selbst vom jüdischnationalen Standpunkte aus muß es begrüßt werden, wenn für kommende Zeiten ein Stamm jüdischer Offiziere vorhanden ist. Die arischen Kreise wenden sich immer mehr dem Wirtschaftsleben zu, man verdrängt den Juden systematisch aus dem Bankfach, den Eisenbahnbetrieben, aus der Advokatur und den meisten Zweigen der Staatsverwaltung. In der Armee hat es ein Jude zur Exzellenz gebracht, zahlreiche aktive Offiziere jüdischer Nationalität und auch jüdischen Glaubens sind in höheren Posten tätig. Etwas mehr Nackensteife belehrungssüchtigen Vorgesetzten gegenüber würde bald dazu führen, daß das Avancement nicht mehr von der Beibringung des Taufscheines abhängig gemacht werde. Insbesondere wäre eine planmäßige Aktion der großen jüdischen Vertretungskörper von Bedeutung, damit die Heeresverwaltung aufmerksam gemacht werde, daß ein Stamm guter Patrioten und tüchtiger Männer bereit ist, die Lücken im Offizierskorps auszufüllen. Es sind vor allem die technischen Truppen sowie die ärztlichen und juristischen Offizierskorps, denen rascher Nachwuchs not tut. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie sehr ein verläßliches Material zu wünschen wäre, das gerade die jüdische Nation in der Monarchie beizustellen ge-

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