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Neue Nationalzeitung · 1914-07-31 · Heft 15 (31.7.1914) · p. Seite 114

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 15 (31.7.1914)
Date
1914-07-31
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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Seite 114 ..Neue National-Zeitung" Nr. lo Generalmajor Alexander Ritter von E i s wurde in der Schlacht von Magenta als Leutnant mit der Allerhöchsten Belobung und in der Schlacht bei Custozza als Oberleutnant für seine Tapferkeit mit der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Einen glänzenden Namen in der Armee hatte der unlängst in Czernowitz verstorbene Husarenmajor Wolf B a r d a c h Edler von C h 1 u m b e r g. In der Schlacht bei Königgrätz war er am Berge Chlum als Feuerwerker und Halbbatterie-Kommandant postiert. Für seine Tapferkeit wurde er mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Er avancierte später bis zum Husarenmajor und wurde auch geadelt. Generalmajor Heinrich v. Ullrich -Trenkh e i m narjm als Pionierleutnant an den Feldzügen im .Jahre 1866 gegen Italien und Preußen teil. Der leider allzu früh verstorbene Artillerie-Oberst Adolf Beer hat als Leutnant, respektive als Oberleutenant die Feldzüge im Jahre 1859 und 1866 mitgemacht. Oberstleutnant Wilhelm Ritter von Hartmann machte im Jahre 1878 als Oberleutnant die bosnische Okkupation mit und wurde hiefür mit dem Orden der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Major Josef K o h n erhielt für seine Leistungen in der Schlacht bei Custozza als Leutnant das Militär- Verdienstkreuz mit der Kriegsdekoration. Major Jakob Schossberger machte im Jahre 1866 den Feldzug gegen Preußen als Feldwebel mit; er wurde wegen seines tapferen Verhaltens am Schlachtfelde zum Leutnant ernannt und erhielt überdies die große silberne Tapferkei'tsmedaille 1. Klasse. Für das tapfere Verhalten vor dem Feinde wurde in der Schlacht bei Custozza Hauptmann Bernhard Baltin est er ausgezeichnet, während Oberleutnant Moritz Fränkl für seine Tapferkeit iin Gefechte bei Wysokow am 27. Juni 1866 vom Arm^e-Kommando als Feldwebel öffentlich belobt und bald darauf zum Leutnant befördert wurde. Eine glänzende Leistung hat der Leutnant Tgnaz 0 o 1 d s t e i n an den Tag gelegt, indem er als Bauer verkleidet durch die feindliche Armee durchschlüpfte, um dem Feldzeugmeister Benedek Nachrichten aus der Festung Königgrätz zu überbringen. Er erhielt das Militär-Verdienstkreuz mit der Kriegsdekoration. Im Feldzug des Jahres 1866 hat unter anderen der Feldwebel Moritz Grünhut die silberne Tapferkeitsmedaille erworben. Nicht uninteressant dürfte es sein, daß der Kadett Jakob Strauß im Schleswig-Holsteinschen Feldzug zuerst die silberne Tapferkeitsmedaille und dann die Allerhöchste Belobung erhielt, überdies von der Gemeinde Wyk auf Föhr zum Ehrenbürger ernannt wurde. In der Marine erregt unsere besondere Aufmerksamkeit die Persönlichkeit des nachmaligen Linien- Schiffskapitäns Friedrich Pick Edler von Seewart. Derselbe wurde anläßlich des Schleswig- Holsteinschen Feldzuges mit der silbernen Tapferkeitsmedaille und im Jahre 1866 anläßlich des Seekrieges mit Italien mit der Allerhöchsten Belobung ausgezeichnet. Weitaus größer war noch die Zahl jener Juden, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind, ohne daß sie Gelegenheit hätten, sich besonders auszuzeichnen oder irgend eine hervorragende Waffentat mit ihrem Namen zu verknüpfen. Allen jenen, die im Feldzuge des Jahres 1866 gefallen sind, ist eine besondere Schrift gewidmet, die vom „Hilfskomitee für Soldaten israelitischer Religion" im Jahre 1866 unter dem Titel „Liste der im letzten Kriege auf den Schlachtfeldern gefallenen Soldaten israelitischer Konfession" herausgegeben wurde. Diese Schrift enthält eine Einleitung, die wir nunmehr, nachdem sie sowohl ein historisches als auch ein aktuelles Interesse hat, folgen lassen. Diese Einleitung lautet: Hilfskomitee für Soldaten der israelitischen Religion. Nachdem bereits der Krieg zwischen Oesterreich und Preußen-Italien ausgebrochen war, konstituierte sich hier ein Hilfskomitee für Soldaten israelitischer Religion und ihrer Angehörigen. Durch Unterstützung des hohen Ministeriums und Teilnahme der Glaubensgenossen des In- und Auslandes gelang es, den täglich steigenden Ansprüchen an dieses Hilfskomitee einigermaßen zu genügen: es wurden im Verlaufe weniger Wochen an 800 Parteien, darunter eine große Anzahl Soldatenfrauen, unterstützt. Die Leitung des Hilfskomitees hielt es jedoch, einem höheren Zwecke entsprechend, nicht blos für die Kranken und Siechen, für die Invaliden und sonst Bedürftigen unter den Soldaten einzustehen, sondern sich auch an jene zu erinnern, die auf dem Felde der Ehre ihr Blut und Leben für Kaiser, Vaterland und Mitbürger ließen. Die Mitglieder des Hilfskomitees erkannten es für eine patriotische Pflicht und für ein religiöses Gebot, der in der Schlacht gefallenen Soldaten in frommer Sitte zu gedenken. Das Hilfskomitee wandte sich zu diesem Behufe an ein k. k. Kriegsministerium, damit demselben nie authentische Namensliste der Gefallenen mitgetteilt werde. Es wird hiermit öffentlich der Dank dafür ausgesprochen, daß dem gestellten Ansuchen binnen kurzer Frist und in vollständiger Weise willfahrt wurde, indem das Hilfskomitee 74 Konsignationen von den betreffenden Regimentern zugesandt erhielt, ein detailliertes Verzeichnis über die vor dem Feinde gefallenen oder gestorbenen, dann verwundeten oder vermißten Soldaten israelitischer Religion. Nach Einsichtnahme dieser authentischen Angaben beschloß das Hilfskomitee, eine Seelenfeier für die gefallenen Soldaten zu veranstalten. Zur Erinnerung an jene Glaubensgenossen, die auf dem Felde der Ehre für Oesterreich und den Kaiser ihr Leben einsetzten, sowie zur Erinnerung an diese Seelenfeier übergibt hiermitt das Hilfskomitee diese Namensliste der Oeffentlichkeit. Das Hilfskomitee ergreift diese Gelegenheit, für die Teilnahme und freundliche Anerkennung seines Wirkens, welche demselben vom In- und Auslande, sogar von jenseits des Ozeans zugewandt wurde, seinen tiefen Dank auszusprechen und bittet, seine fernere Tätigkeit im Interesse der israelitischen Soldaten und ihrer Angehörigen wohlwollend zu unterstützen. Viele des Beistandes bedürftige

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