Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XVI (1914)
- Issue
- Heft 15 (31.7.1914)
- Date
- 1914-07-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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N5U5 NKiONftL-ZBCUNG RERflüSfiCBBRI DrS.R.UWD«U XVI. Jahrgang, Wien, 31. Juli 1914. Nr. 15 Der Krieg. Die Kriegserklärung an Serbien ist von allen Völkern dieser Monarchie mit einer wahren Begeisterung aufgenommen worden. Das Prestige der Monarchie, welches seit Jahren durch die serbische Presse und die hinter ihr stehenden offiziellen Kreise angegriffen wird, und nicht zuletzt die aus Anlaß der Ermordung des Thronfolgers geführte Strafuntersuchung, durch welche die Anstifter des Mordes in den militärischen Kreisen Serbiens entdeckt wurden, haben es der österreichisch-ungarischen Regierung zur Pflicht der Selbsterhaltung gemacht, aus ihrem Langmut hervorzutreten und eine radikale Auseinandersetzung herbeizuführen. Die Bevölkerung selbst war durch die wiederholten Kriegsvorbereitungen und Mobilisierungen in ihrer wirtschaftlichen Existenz schwer gefährdet worden. Insbesondere war es der j ü d i s c h e H a ndelsstand in Qalizien, Ungarn, Bosnien, der durch die hervorgerufene Geldknappheit an den Rand des Verderbens gebracht wurde. Im Interesse der Großmacht-Stellung unserer Monarchie und einer wirtschaftliehen Erlösung begrüßt also auch die jüdische Bevölkerung die erfolgte Kriegserklärung. Die Juden Oesterreich-Ungarns, die keiner anderen Nationalität an Patriotismus und Opferwilligkeit nachstehen, die ihre Zukunft und die Entwicklung ihres nationalen Volkstums nur im Rahmen dieser Monarchie gesichert zu sehen wünschen, sind sich der Wichtigkeit dieses historischen Augenblickes bewußt und. werden. Hand in Hand mit allen Einwohnern dieses mächtigen Kulturstaates die ihnen zufallenden patriotischen Pflichten erfüllen. In erster Linie werden unsere Brüder, die als Offiziere oder Soldaten ins Feld gerufen werden, sich vor Augen halten, daß sie nicht nur für Kaiser und Vaterland, sondern auch für die eigene Ehre zu kämpfen haben. Die Jüdischen Soldaten werden beweisen, daß sie ebenbürtige Nachkommen jener Helden sind, die sich und das Judentum in früheren Feldzügen, insbesondere in den Feldzügen der Jahre 1859,3866 und 1878 mit Ruhm bedeckt und zum Teil auch ihr Leben auf dem Felde der Ehre gelassen haben. Unsere jüdischen Brüder, denen die Ehre und die Aufgabe zukommt, für Kaiser und Reich zu kämpfen, werden sich als würdige Söhne ihres Vaterlandes und ihres Volkes erweisen. Die jfldisch*n Soldaten In den letzten Feldztigeii. Die bevorstehenden Ereignisse rechtfertigen es gewiß, wenn wir an dieser Stelle das tapfere Verhalten der jüdischen Soldaten in den letzten Feldzügen unserer Armee Revue passieren lassen. Da finden wir eine Reihe jüdischer Offiziere und Soldaten, welche durch ihre Haltung vor dem Feinde nicht nur ihren Namen mit Ruhm bedeckt, sondern auch dem Judentum Ehre verschafft haben.*) Vorerst sei der Name des Feldmarschalleutnants Edier von Schweitzer genannt, welcher den FiÄug vom Jahre 1866 noch als Infanterist mitgewählt, und dann im Jahre 1878 in Bosnien als Oberleutnant und Regimentsadjutant für seine dienstliehen Gesamtleistungen den Orden der Eisernen Krone mit der Kriegsdekoration erhalten hat. *) In 4er nim folgenden Aufzählung folgen wir den in Morite Frühlings .biographisches Handbuch" angegebenen Daten. Amti. der Redaktion.