Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XVI (1914)
- Issue
- Heft 14 (17.7.1914)
- Date
- 1914-07-17
- Page
- Seite 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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hr 14 .Neue National-Zeitung*' Seite 109 sowie ferner der Jüdischen Emigrationsgesellscliaft in Kiew (.fto) an der Konferenz zugegen. An der Konferenz nahmen eine Anzahl in der russischen Judenheit bekannte Persönlichkeiten, wie Rechtsanwalt Dr. Mandel, Wirklicher Sanitätsrat W e i ß b 1 a t i, Konsul Q u r e w i t s c h usw. usw. teil. Von seiten der deutschen Schiffahrtsgesellschaften waren die Direktoren der Auswanderungsabteilunsen der Hamburg-Amerika- Linie und des Norddeutschen Lloyd, die Herren Storni und Baron v. Plettenberg und ihre Stellvertreter, die Herren Ohrt und v. V i g n a u, sowie der Referent für jüdische Auswanderungsangelegcnheiten des Norddeutschen Lloyd, Herr Artur Meyerowitz, anwesend. Ferner nahinen die Vertreter der Kontrollstationen und alle Beamten, die mit der Abwicklung des russischen Auswanderungsverkehres beschäftigt sind, an der Konferenz teil. Den Gegenstand der Verhandlungen bildete hauptsächlich die K o n 1r o 11 s t a t i o n s f r a g e und die Behandlung und Abfertigung der jüdischen Passagiere in denselben. Die jüdischen Vereine überreichten der Direktion der deutschen Schiffahrtsgesellschaften ein Memorandum, in welchem sie auf die nach ihrer Ansicht bestehenden Unzuträfflichkeiten in den Kontrollstationen hinwiesen und in welchem gleichzeitig die notwendigen Reformen vorgeschlagen worden sind. Von seiten der Direktion der deutschen Schifffahrtsgcsellschaften sind eingehende und ausführliche Aufklärungen über die Entstehung und Verwaltung der Kontrollstationen, die Regclungsvorschriften und die Ordnung in denselben gegeben worden. Durch die Aufklärung ist eine Reihe von Mißverständnissen, die durch eine ungenügende Kenntnis der Verhältnisse und der Sachlage in der Presse gegen die deutschen Schiffahrtsgesellschafter vielfach erhoben sind, vollkommen beseitigt worden. Den berechtigten Wünschen der jüdischen Lmigrationsgesellschaften sind die deutschen Schiffahrtsgesellschaften in bezug auf Reformen in den Kontrollstationen in loyalster und zuvorkommendster Weise entgegengekommen. So hat die Konferenz, die in ernster, würdiger und harnionischer Weise zur Zufriedenheit aller Teilnehmer verlaufen ist, ein Ergebnis gezeitigt, das im Interesse unserer armen auswandernden Glaubensgenossen auf das freudigste zu begrüßen ist. Ist schon das Schicksal eines Auswanderers an und für sich bedauernswert, so ist der Weg eines jüdischen Emigranten von Anfang bis zu Ende ein Leidensweg voll Mühe und Sorgen, und wer auch immer zur Erleichterung des Schicksales der jüdischen Auswanderer etwas beitragen kann, verdient die volle Sympathie und Unterstützung aller jüdischen Kreise. KORRESPONDENZEN. Frankreich. Generalversammlung der Jewish Colonization Association. Paris. Die Generalversammlung der Jewish Co- Icnization Asociation fand am 28. Juni 1914 unter dein Vorsitz von Herrn Fr. P h i 1 i p p s o n, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verwalturigsrats, statt. Anwesend waren die Herren L. Cohen, P. Errera, Herbert G. Lousada, Vertreter der Anglo Jewish Association, S. R e i n a c h, C. N e tt e r, Vertreter der Berliner Gemeinde, Fr. P h i 1 i p ps o n, Vertreter der Brüsseler Gemeinde, Dr. J. B 1 a u, Vertreter der Gemeinde von Frankfurt a. M., Dr. A. N e 11 e r, Vertreter der Alliance Israelite Universelle und Dr. J. Simo n. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Herr N. Leve n, war am Erscheinen verhindert, ebenso Herr Cl. G. M o n t e f i o r e. Außerdem waren anwesend die Herren Direktoren S. S o n n e n f e 1 d, E. Meyerson und L. O u n g r e, der Sekretär Herr E. Schwarzfeld und die Herren W. Auerbach, H. F r a n c k, E. Mayer und A. S c h m o 11. Nachdem der Vorsitzende die Beschlußfähigkeit der Versammlung festgestellt hatte, wurde das Protokoll der Versammlung vom 29. Juni 1913 für richtig anerkannt. Darauf ließ der Vorsitzende vorn Bureau den Jahresbericht über die Tätigkeit der I. C. A. im Jahre 1913, die Bilanz des Rechnungsjahres und den Bericht des vereidigten Sachverständigen, der die Rechnungen geprüft hat, vorlegen. Diese Berichte wurden von der Generalversammlung genehmigt. Früher war es üblich, daß den Blättern auch die Rede des Vorsitzenden respektive dessen Bericht gleichzeitig mit dem Kommunique über die Generalversammlung zugeschickt wurde. . Jetzt ist man offenbar davon abgekommen. Der Artikel enthält auch zum Schlusse einen Augriff gegen das Hamburger Bureau des „Hilfsvereincs deutscher Juden", auf dessen Information hin ein Hamburger Blatt die Mitglieder der Konferenz als „Auswanderurigsagenten", die „gegen Provision arbeiten", bezeichnete. Es wäre gut, wenn das Berliner Zentralkomitee diese Sache aufklären, respektive dementieren würde, da es nicht angeht, selbstlose und nur aus ideellen Beweggründen handelnde Männer in dieser Weise vor der Oeffentliclikeit herabzusetzen. Ist schon das Blatt gerichtet, welches das tut, so darf der Hilfsverein gar keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß er diesen Verdächtigungen fernsteht. Dies ist der „Hilfsverein" seinem eigenen Prestige schuldig. Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. (I s r a e 1 i t is c h e K u 11 u s g e m e i n d e Wi e n.) Auf der israelitischen Abteilung des Wiener Zeiitralfricdhofes ist eine A nzahl von Grabsteinen baufällig geworden; das Verzeichnis derselben liegt im Friedhofamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, zur allgemeinen Einsicht auf. Unter Hinweis auf § 16 der Friedhofordnuug ergeht lvieiiii-t an alle Interessenten die Aufforderung, wegen Instandsetzung bezw. Entfernung der betreffendien Grabsteine unverzüglich das Erforderliche zu veranlassen. (§ 16 der Friedhof o r ä n u u g: Wird ein Grabdenkmal baufällig, so ist die israelitische Ku Hussein ein de, falls die betreffende Partei für die Beseitigung des gefahrdrohenden Zustandes wicht Sorge trägt, berechtigt und verpflichtet, dasselbe entfernen zu lassen.)