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Neue Nationalzeitung · 1914-02-27 · Heft 4 (27.2.1914) · p. Seite 29

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 4 (27.2.1914)
Date
1914-02-27
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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frr. 4 ____ ____^___,.Neue Natjon^Z2itjjng,'__.;;==^; _._ Seite 29- und ein paar Juden mehr gibt? Ach, wenn die Russen Menschen, Christen würden! Das wäre was! Ich meine nämlich: Christen in dem Sinne, daß sie unter christlicher Liebe nicht — Haß gegen Juden verstehen. Q. E—n. KORRESPONDENZEN. Deutsches Reich. Der Kampf um die hebräische Sprache. Berlin. Die Mitteilung der zionistischen Presse, wonach Dr. James Simon und Dr. Paul Nathan ihren Austritt aus dem Kuratorium des jüdischen Technikums in Haifa erklärt hätten, bewahrheitet sich nicht. Herr Dr. Simon erließ vielmehr nachstehendes Dementi: „Die in der Sitzung der amerikanischen Kuratoren am 18. Januar gefaßten Beschlüsse erschienen Dr. Nathan und mir nicht annehmbar, insbesondere waren wir nicht geneigt, dem Ersuchen, mit den ausgeschiedenen zionistischen Kuratoren Doktor Schmariah Levin und Dr. Tschlenow aufs neue in Verhandlungen zu treten, zu entsprechen. Wir hielten dies unvereinbar mit unserer Würde und Selbstachtung und gaben unserer Ansicht Ausdruck, daß unter diesen Verhältnissen unser Rücktritt geboten sein würde. Darauf hat Herr Jacob H. Schiff seither dringend an uns appelliert, daß wir uns nicht zurückziehen möchten und ein Weg zur Verständigung gefunden werden müßte. Die für den 22. Februar einberufene Kuratoriumssitzung wird Klärung schaffen." lieber diese Kuratoriumssitzung wird folgendes Kommunique versendet: Den Mitgliedern des Kuratoriums des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina (Technikum Haifa) lagen in ihrer Sitzung am 22. Februar 1914 die Empfehlungen der amerikanischen Kuratoren vor. Auch auf Grund dieser Empfehlungen war es nicht möglich, zu einer Einigung über die Realschule zu gelangen. Um nicht das ganze Werk zu gefährden, wurde beschlossen, den Hauptstreitgegenstand zu beseitigen und von dem Plane, dem Technikum eine Realschul e v o r z u g 1 i e d e r n, überhaupt Abstandzunehmen. Für das Technikum selbst waren größere Differenzen vorneherein nicht vorhanden, da nach der Lage der Verhältnisse in der ersten Zeit für die eigentlichen technischen Fächer eine andere als die deutsche Sprache nicht in Frage kommen konnte. Es wurden mit Bezug auf das Technikum unter anderem bei Anerkennung der amerikanischen Empfehlungen als Grundlage folgende Beschlüsse gefaßt: § 1. a) Gleich von Anfang an werden Math em a t i k und Physik in hebräischer Sprache unterrichtet. b) In neu abzuschließenden Verträgen mit Lehrern wird ein Passus aufgenommen, laut dem sie sich verpflichten, vier Jahre nach ihrer Anstellung das Hebräische zu beherrschen. c) Nach Ablauf des ersten vierjährigen Kursus am Technikum wird das Kuratorium in Beratung treten, welche Gegenstände nach der derzeitigen Entwicklung der hebräischen Sprache und der hebräischen Unterrichtsmittel der hebräischen Sprache überwiesen werden können. § 2. Bei Anstellung von Lehrern müssen sämtliche Mitglieder des Geschäftsführenden . Ausschuses befragt werden. Die Entscheidung fällt mit Majorität § 3. Ins Kuratorium werden statt der drei ausgeschiedenen Mitglieder drei andere Ziönisten kooptiert, von denen zwei dem Geschäftsführenden Ausschuß angehören. Gemeindeu. Vereinsnachrichten, Wien. Wir erhalten nachstehenden Aufruf: Die hohe k. k. Statthalterei hat die Statuten des Vereines „Jüdisches Asyl für Obdachlose" bewilligt, worauf die Konstituierung des Vereines erfolgte. Die Unterzeichneten appellieren min an alle Menschenfreunde, welche der Verwirklichung der Idee der Schaffung eines Jüdischen Asyls für Obdachlose InteTcsse entgegenbringen, sie in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Der strenge Winter, die wirtschaftliche Stagnation, die unerschwinglichen Mietzinse selbst für die kleinste Wohnung, drängten mit unwiderstehlicher Gewalt, das so verheißungsvoll begonnene Werk der Vollendung zuzuführen. Die Zahl der Arbeitslosen wächst täglich in geradezu unheimlicher Weise, findet auch die Zahl der Obdachlosen eine ungeheure Vermehrung. Frierend und hungernd durchtreiben die Aermsten die Gassen, nicht wissend, wo sie und ihre wimmernden Kleinen Schutz vor Kälte und Hunger finden werden. Mitbürger und Menschenfreunde, verschließt Euch nicht der Notwendigkeit, Euer Schcrflein zur Linderung dieser Not beizutragen! Wir bitten um Anmeldungen als ordentliche oder unterstützende Mitglieder. (Ordentl. Mitglieder zahlen pro 1914 K 3—, unterstützende mindestens K 10.—, Gründer K 1000.—) Sollen wir unseren in Elend befindlichen, ohne schützendes Dach von Tag zu Tag sich immer steigender Not ausgesetzten Mitmenschen helfen, müssen wir auch über die erforderlichen Mittel verfügen. Wer sc Ii n e 11 hilft, hilft doppelt! Anmeldungen und Geldspenden nimmt entgegen der Kassier des Vereines: Bezirksrat Josef Haslinger, II, Stefaniestraße 11. Wien. (W o h 11 ä t i g k e i t s a k a d e m i e „K u r f ü r - sorge". Humanitärer Verein zur Unterstützung Kurbedürfliger.) Vor einem überaus zahlreichen Publikum fand Samstag, den 31. v. M., im Festsaale des Hotel Continental die große Wohltätigkeitsakademie des humanitären Vereines zur Unterstützung Kurbedürftiger statt. Die mitwirkenden Damen: Frl. Steffi Großmann, Käthe Ehren, Emmy Petko, Fr. Pohl-Meiser, sowie die Herren Rudolf Bandler, Marceil Noc, Carlo Böhm und insbesondere der Gesangsvortrag von Michael Striks standen auf der vollsten künstlerischen Höhe, ebenso wurde das feinfühlige Akkompagnement der Pianistin Frau Regine Schwager lebhaft akklainiert. Um den glänzenden Erfolg machten sich "überaus verdient der Kapellmeister des Tonkiinstler- Orchester Emil Zelnik, ferner der unermüdliche Präsident Dr. .1. L. Braun, die Präsidentin des Damenvorstandes Frau Dr. Helene Stein u. a. Wien. Die G c n c r a 1 - V c r s a m m 1 u n g des Vereines für Krankenpflege und Unterstützung handlungsangehöriger Israeliten findet Donnerstag, den 5. März 1914, Abends K»8 Uhr, im Sitzungssaal der Israelitischen Kultusgemeinde 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock, statt. Tagesordnung: 1. Wahlangelegenheiten und Abgabe der Stimmzettel für die wie folgt vorzunehmenden Wahlen: a) Neuwahl von 4 Vor-

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