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Neue Nationalzeitung · 1914-01-23 · Heft 2 (23.1.1914) · p. Seite 13

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XVI (1914)
Issue
Heft 2 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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Hr. .2 ^euejS[ational-Zeitung^ Seite möglich die schmachvolle Kreuzigung Jesu verschuldet und das entstellende Christentum, das ja mit ihm Uli Gesetz und Auferstehung unverbrüchlich festhielt, mit so „heftiger Feindseligkeit" verfolgt haben konnte. (Schluß folgt.) KORRESPONDENZEN. Oesterreich-Ungarn. Mendel Bejlis in Wien. Wien. Fluchtartig hat Bejlis Kiew verlassen müssen, um drohenden Gefahren gegen sein Leben zu entgehen. Als die russische Justiz ihm nichts mehr anzuhaben vermochte, da traten die Huligaiis, diese menschlichen Bestien, die heute die Bluthunde des Zarismus sind, offen in Aktion — und Beilis hat seiner mit dem Blute gemordeter Juden durchtränkten' i,Heiniat'' den Rücken gekehrt. Er reiste allein ab; seine Familie folgt ihm. . In Wien hielt er am 15. d. M. Rast und blieb einen Tag. Die Herren von der Allianz, Dr. Stern und K a m i n k a nahmen ihn in ihre Obhut und schlössen ihn tagsüber ganz von der Welt ab. Einige Journalisten, die sich der Protektion dieser beiden Herren erfreuten — und z w a r Vertrete r n i c h t j ü d i s c h e r Blätter durften ihn interviewen, ja sie wurden zu diesem Zwecke herbeigerufen. Die Redakteure der W i e n e r j ii d is c h en Blätter d u r f t e n mit Bejlis nicht s p r e c h e.n! . . . So hat es Dr. S t e r n befohlen. Das wundert uns aber gar nicht. Wir wissen schon längst, daß ihm jede Niedrigkeit zuzumuten ist. Nur möchten wir noch eines richtigstellen: Dr. Stern wurde einmal der Lu e g e r der S e i t e n s t e-t t e ngasse genannt.' Das bedeutet aber eine Beleidigung für L ue g e n Dr. Lueger hat seine . christliche Presse anständig behandelt und eifrigst befördert; Dr. Stern aber tut mit der jüdischen das .Gegenteil. Wozu also den Schatten Luegers heraufbeschwören? Der Name Dr. Stern mag ihm bleiben: er ist ja längst der Inbegriff des Geizes, der Hartherzigkeit, der Protektionswirtschaft und des senilen Starrsinns. Die Staatsbürgerschaft in Neu-Griechenland. Wien. Das 'hiesige königlich-griechische Generalkonsulat versendet nachstehenden Aufruf: Gemäß den Bestimmungen des Protokolls Nr. 1 in Verbindung mit den Bestimmungen des Artikels IV des Friedensvertrages von Athen zwischen Griechenland und der Türkei, haben diejenigen, welche aus den an Griechenland abgetretenen Gebieten stammen und welche ihren Wohnort im Auslande haben, das Recht der Option für die griechische Staatsbürgerschaft, durch eine Erklärung, welche vor dem kompetenten griechischen Konsularamte binnen sechs Monaten naclr dem I. (14.) November 1913 zu geschehen hat und welche Erklärung von dem kompetenten kaiserl. ottoman. Konsulate1 registriert werden muß. Daher werden die Interessenten eingeladen, das. Obige zur Kenntnis zu nehmen, und sich rechtzeitig darnach zu richten, indem sie sich in die Kanzlei des königlich-griechischen Generalkonsulates in Wien IV, Brahmsplatz 8, während der Ämtsstunden,, 1 bis 2 Uhr nachmittags, begeben. Gemeindeü. Vereitisnachrichteh. Wien. (Vortrag ausjüdisch er Geschichte, i, i t e r u t u r u n d K u 11 u r.) Donnerstag, am 29. d: M., '/'-•8 Uhr abends, findet.im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, 1., Eschehbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Oberrabbiner Dr. Julius Diamant aus Vukovar" statt. Thema: „J ü d i s c h e'K u 11 u r". Eintritt'frei, ohne Karten. Wien. Der Verein „DieBuch e" veranstaltet Samstag, den 24. Jänner 1914, im Saale des Cafe . Adler, I, Schottenring 12, einen Gescllschafts-Abend, verbunden mit Vorträgen beliebter, namhafter Kunstkräfte. Beginn 9 Uhr. Am Schlüsse Tanz. Regiebeitrag 1 Krone. — Die Buche- R ed o u t e findet Sonntag, 7. März 1914, im Kursalon der Stadt Wienstatt. - Wien. (Verband der jüdischen M i 11 e 1 s c h u 1- 1 ehr er.) Am 29. Dezember fand um Sitzungssaäle der Kultusgemeinde die neunte Generalversammlung des Vorstandes der israelitischen Religionslehrcr an den österreichischen Mittel schulen unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Vorsitzende, Prof. Dr. Ii. Pollak, eröffnete die Generalversammlung und erstattete den Bericht über die zweijährige Tätigkeit. Schuld rat Prof. Weiß stellt nun den Antrag, dem Ausschusse" Dank und Anerkennung zu zollen, Herrn Prof. Dr. H. Pollak und Herrn Inspektor Prof. M. Kanitz zu Ehrenmitgliedern des Verbandes zu ernennen, welcher Antrag per Akklamation angenommen wurde. Prof. Dr. Goldhammer erstattete den Kassenbericht. Hierauf erfolgte die Neuwahl des Vorstandes. Das langjährige, verdienstvolle Mitlgied des Ausschusses Herr Rabbiner Dr. M. Rosenmann, wurde per Akklamation zum Obmann gewählt. Der neugcwählte Obmann wies auf die nächsten Hauptaufgaben des Verbandes hin. Am Nachmittag fand der Vortrag des Herrn Prof. Dr. Goklhammer über „Die Ethik im jüdischen Religionsunterricht" statt, woran sich eine lebhafte Diskussion schloß. /IUS ZILLEN WELTTEILEN Ein jüdischer Buchhändler. Die jüdischen Buchhändler verschwinden hinter ihren Werken und die jüdische Oefferitlichkeit, die im allgemeinen für jüdische Pubiiikatfionen wenig Interesse bekundet, hat dialier wenig Gelegenheit, den Personen der Buchhändler ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Einer der auf dem jüdischen Büchermärkte bekanntesten und agilsten Verleger |ist in der Person des Ignaz Kauft mann in Frankfurt am M. am 14. Dezember verschieden. Sein Berufskollege Louis Lamm widmet ihm. in der „Jüdischen Presse" einen ausführliehen Nachruf, dem wir folgendes entnehmen: Der Handel ih|it jüdischen Büchern vollzog sich früher in äußerst primitiver Weise. Im Mittelalter war das Buch noch ein sehr seltener Gegenstand. Nach Erfindung der Buchdruckerkunst — Ende dies 15. Jahrhunderts- — ' reisten italienische Buchhändler miit Vorräten von Khilla zu Khllla, um ihre Bücher an den Mann zu bringen; Sie erhielten bald Konkurrenz durch deutsche, holländische, türkische, und etwäs später durch polnische Drucker, die ebenfalls ihre Erzeugnjisse von Haus zu Haus trugen. "Vom 17. Jahrhundert aber finden wir dann jüdische Buchhändler auf den berühmten Messen in- Leipzig, Frankfurt a. M., Frankfurt a. O. usw., und von dort aus vollzog sich der Verschleiß durch mehrere Länder. Dieser Zustand dauerte biis zur Gründ'mng von regelrechten Buchhandlungen — etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Mehrere der damals etablierten Firmen existieren noch gegenwärtig, aber die bedeutendste unter allen ist das im Jahre 1838 durch Isaac Kauffmann in Frankfurt a. M.' gegründete Haus

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