Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XVI (1914)
- Issue
- Heft 2 (23.1.1914)
- Date
- 1914-01-23
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
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^Neue Natioiial-Zeitmig^ SeitgJj zwecken, die unwürdige Gesinnungslumperei die Prämie ist, die' gerade derjenige bezahlen muß, der hohe Würden erreichen will'; .; Wir-haben in Österreich auch jüdische Juristen gehabt, die, wie z. B. die späteren Minister Glaser und Unger, nicht ganz unbegabte Leute gewesen sein sollen. Sie sind aber rucht als' Jüde'n gestorben, obwohl wir iticht glauben, cfeaß diese zwei großen Rechtslehrer das bekannte Wbrt;;.,Jnriefen, sind schlechte Christen", widerlegt Hutten." Ünger war es zw-a'rwenn rnarr; auf ein altes 'Witzwbrt' anspielet! darf — „gegönnt", auf einem jüdischen Friedhof begraben zu werden. Aber das hing riicht'mit der Konfession zusammen, in der erj geboren wurde, aber nicht starb . . . * * Ii : * . .i ■' Der Generalkonsul von Portugal Alfred Mesq u i t a hielt vor kurzem in Konstantinopel einen Vortrag, in .welchem er unter anderem sagte: „Wir ■lieben euch Juden, denn wir bewundern und begreifen in euch jene Energie, die für euch so charakteristisch ist, die seit so langem von Vater auf Sohn sich vererbt, und aus der Pietät für die Vergangenheit oder aus dem Glauben fließt, der euch befähigt, mit Geduld auf die Verwirklichung der von; den aiten Propheten Israels geträumten Hoffnungen zu warten .... J>ie Vertreibung der Juden aus Portugal war d a s W e r k e i n e s e i n z i g e n s e h ä rid - 1 i g h e n M e n s c h e n. Dieser Mensch war König in jener Zeit, da Könige alles tun durften... Die Könige, die in der Gesinnung mit ihren Völkern Ubereinstimmten, waren, nach dem Zeugnisse unserer 'Geschichte, Beschützer der Juden, so Don Alfonso HenriQües, Don Diaz und Don Joas ]." . ■ Schließlich.erinnerte der Vortragende daran, daß das gegenwärtige Parlament der portugiesischen Republik, den jüdischen Kolonisten ein gesegnetes Stück Land einräumt, „in welchem die Arbeit, die Intelligenz, die Rassenstärke der Juden am besten zur Geltung kommen kann." Man sieht, Spanien und Portugal, wo die tollwütigen und blutrünstigen Fanatiker des Glaubens;- und Rassenhasses 'unter der freundlichen Beleuchtung von tausend und abertausend flammender Scheiterhaufen erfolgreich daran •gearbeitet hatten, das Land „judenrein" zu machen, sind im Laufe der Zeit von der alleinseligmachenden Überzeugung abgekommen, daß man auf diesem Weg da.s Wohl des Staates und des Volkes fördere.. Spanien und Portugal rufen die Juden zurück. Das ändert aber nichts daran, daß die Judenfeinde überall das Beispiel als nachahmenswert verherrlichen, das Spanien und Portugal vor — Jahrhunderten gaben. ■ ■■■'r. ■' ■ * " : .; Ins ist nunmehr ein Sanktioniei;ter Parteibeschluß, daß die christIic!isoziaIenBiätteF,die „vorne" die Mahnung an ihre Leser:richten: Kauft nicht bei-Juden!, „hinten" im gutbezahlten Inseratenteil die jüdischen . -Geschäftsleute wärmstens ihren Parteigenossen empfehlen dürfen. Kein Zweifel, es.zeu;gt nicht von .einer besonderen ethischen Durchbildung des Charakters, •wenn Juden antisemitische Parteiorgane mit dem 'Gelde unterstützen und kräftigen, .das sie für die Inserate bezahlen. Aber man wird schließlich wohl auch nicht als Rechtfertigung, es aber doch als Ent- : schuldigung aiiliören d:iirfeiu daß:,ein jüdische]- ä(ie- •schtvftsmann im'.Kampfe ums Dasein sich entschließt, eine antisemitische Zeitung als eine Mauer zu bedachter^ auf der, er/ jeiierü. Vo);'0e^erkeMen : seine Wareankündigt, . Ein: Kaufmann ' Verkäiift wirklich seine Stiefelwichse gerne 'jedem[;'öhne' LJtifei4sehied der Konfession und ' de?.''Rasse: •rAöer welche Entschuldigung hat ein antisemitisches Blatt, das ': „vorne!-i vor den " Juden -'währt, wenn . es .„hinten"^ die Ware dieser'' Jutfen anpreist? Diese allseitige Charakterlosigkeit kann nicht mit dem „öescWt"j^iyieit'^^fJt^;'0$antisemitischen Blatter >di>ne$. .'ja 4h^eD{ibJi rüjr höhen sittlichen . Idealen, aer ^Wigen Erh^biilig;' äfcs Wkes und natürÜGhf in erster,.'Reili^ der jBfek'ämpfuft^' 'der „jüdischen" Korruption;und des .„j^isclieri"* Kapitals. Man erinnert sich bej.'ffer. sariktfohierteii .<F^äxi$": d'&r ehristlichsozialen Blätter .an, (das!.schöne' Bekenntnis, das Vergani der alferscTihis zeitlebens mehr der deutschen Sprache;-als .der! jjorf.üption Wehe tat — bei der Begründung seines Blattes "machte: er habe sein Blatt ,7eigens wegen der^o^ Und er hat es bewie.se»,"^eirXm^'/icbith^in^'Vei-gara, daß es ihm mit diesem Geständnisse Ernst war'In seinem Geiste arbeiten die' christlichsö'z&il"^n 'ofätter weiter. Sie bekämpfen auch ..weiter .erfolgreich1 dais „jüdische" Kapital^iiidern,.s(e;:sö;:y^l als möglich davon sich aneignen.; .....' . :. G. E-Tn: R. Travers Herford.^) Von Dr. M. Friedläader.; (Fortsetzung.) Wäre nun Herford ein' richtiger Talmudist, er hätte vermittelst der, von seinen. Meistern und von ihm selbst in. Anwendung gebrachten, freirich lange nicht mehr originellen Talmii,dausiegung. nicht bloß armselige 139,. sondern , so^ar. tausend talmudische, und midraschische Stellen ujwj' 'darfther..aufgebracht, die, wenn auch gleichfalls nur mit großem Zwang, leichter auf Jesus und das. Christentum bezogen werden könnten. So aber, hängt er lediglich von gleichstrebenden lV}muddilettanten.; ab, . vor . allem von Laible, dem genugsam bekannten Christenfeindschaft-im-Talmud-Sucber,,.. ferner von modernen jüdischen J'almudisteu,,die sich gleich ihm seit mehr als einem halben Jahrhundert mit lieißem rBemiihien abquälen: Jesus und die Evangelien (Giljoniin! \) aus dem tahnudischen Schrifttum heraus, oder vielmehr in dasselbe hmeitizulesen. Unter der Leitung dieser blinden Blindenführer hat er sich, wenn auch nicht zum Talmudkenher,*so iioch jedenfalls zum TahnudkünsÜer herausgebildet, der sie alle an berückender Methode um Kopfeslänge überragt. Statt1 vieler mag liier nur e i n Beispiel vorgeführt werden, welches selbst dem Laien "eine 'urfgefähre Vorstellung von Herfords Tälmudauslegekühst ermöglichen wird.' ' Was mich schoftvor' einem 'Menschenalter an d'er der jüdischenWissenschaft'1 geradezu verhängnisvoll gewordenen Grätzseheri Minimausleguhg stutzig mächte, war die 'lapidare Zeichnung, die1 in der tahnudischen LHerafur immer wieder von den Miiiim /entworfen ' wird,- e'me Zeichnung,' d-re -e-i n C Ii"ri s t e ri 't u m y o Iii g* a u s s cli 1 i e ß t:' MiiHWl — so heißt es hier .'hnrher: wieder — sind jene, w e 1 ch e d i e T ho ra;;1 eü gla e!n u n d d i e L: e ]i r e V ö n d e r b i b 1 'Ks elf e n y! A u f e r s t e- Ijt u u g V e r w e r f e n. - ' - : ' *) Vgl Nr. 1 d. J.'