Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XVI (1914)
- Issue
- Heft 1 (9.1.1914)
- Date
- 1914-01-09
- Page
- Seite 6 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 .Neue National-Zeiturig^ hr. 1 bomben in die K 1 a ss e n z-i m mer geworfen, sodaß der Unterricht in ein-anderes Gebäude: verlest werden mußte. Ferner suchte man gleichfalls in Jerusalem die Eltern zu terrorisieren; der Erfolg war ein geringer. Alle Schulen des Hilfsvereins in Jerusalem funktipnipreu^ und die Zahl der Schüler und Schülerinnen, ist nur in geringem.,ürade herabgegangen und hebt sich, seitdem den lügenhafte}}. Ausstreuungen über die Absichten des Hilfsvereins entgegengetreten wird. Da die Bedrohung auf Aufstachelimg der Leidenschaft durch die zionistische. Minorität in, Palästina noch weiter gehen, so können unter Umständen uoc.h,,ä.r.ge r e Taten des Vandalismus erwartet werden»,.^nd .es wird notwendig sein, die Verantwortung hjerfür,scho,n.jetzt festzustellen. In eingehender .Debatte wurden Mclarauf die Zustände in Palästina .diskutiert, und. es wurde^^cjjließlich beschlossen, bei der Wichtigkeit der Angelegenheit,,die, Diskussion zu vertagen, damit in einer schflells^ns^ji .jjpru^egden neuen Sitzung des gescliäf-tsführeiiden Äussq:liuss.es;au^h die,.im Augenblick abwesenden Mitglieder an den J^eSchlüssen . teilzunehmen in der Lage sind. Bei dem schwankenden .Gesundheitszustand des Herrn Dr.. Nathan wurde , scj]iieß,licji ,aü|( seinen Antrag heschlossen, zu seiner Entlastung ,eincn(:.Unterausschuß einzusetzen, bestellend aus den,.Herren Ernst Simon, Meisel, Professor Schaefer, Generalsekretär Dr. Kahn.,, II. Bericht des Zionistischen Aktions-Komitees. Die vom Hilfsverein der" Deutschen-'-luden verbreitete Darstellung der Vorgänge in PäTäs'tfria entspricht in mehreren wesentlichen Punkten nicht den Tatsachen:' Zunächst ist es nur formell richtig, wenn erklärt wird, daß in dem Programm des Hilfsvereins nicht das Geringste geändert worden sei, denn in diesem Programm-ist;die Unterrichtssprache überhaupt nicht festgelegt, und das Programm-braucht also auch jetzt nicht geändert zu werden. Objektiv unwahr dagegen ist es, wenn behauptet wird: '„Nicht! eine 'einzige Unterrichtsstunde, die in hebräisch erteilt wurde, ist in eine deutsche umgewandelt worden". DeirigeReniiber steifen wir fest: In der Lämelscliule, im Lehrerseminar tind'buch in der Mädchenschule in Jerusalem, ebenso^ wie ^n'der' Kmlbeiischule in Jaffa wurden bis vor kurzem die meisten mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächeren Ii eb r-#i's c:h^e r Sprache Rekln t, was jetzt n i vi i; r-mehr deTFäll i^t:!Bezüglich des rcclinikums ist die Erklärung' des-Hilfsvereins;' die „hebräischen Fächer'' Wörden ir' ^cbväisc-ier Sprache unterrichtet werden, völlig belanglos, da sich der Streit'eben'um die Unterrichtssprache in den a 11 g e me i tre n F ä c h er n d r e h t. Ferner ist es i'rrrUhtig, wenn behauptet'Wird, die Entscheidung darüber, ob Geschichte, Geographie,'Zeichnen usw. in deutscher oder hebräischer Sprache, unterfchtet werden soll, sei vertagt worden. Richtigst dagegen;'daß ein Kompromißantrak', der für Geschichte und' Geographie die hebräische Unterrichtssprache vorsah, vom Kurateriunr afo g e l e h n t worden ist. Demnach ist durchaus kein „Märchen",' /daß der Hilfsvercin auf seinen Anstalten des Hebräische;niehr und mehr zurückgedrängt hat. •' - ■ ■ Das Budget der Wiener Kultusgemeinde für das Jahr 1914. K 31.180.^7 — Dötlzh. Die öffentliche Vorstandssitzung vom 29. Dezember 1913 war der Beratung der Budgetvorlage gewidmet. Den -Vorsitz.führte,*Vizepräsident Doktor Gustav Kohn; das Referate erstattete Kultusvorsteher Dr. Leopold Koh.ji.'DaSr-Umfangreiche, sachlich gehaltene Referat brachte.-unter Anlehnung an das zur Verteilung gelangte gedruckte Präliminar die einzelnen* Budgetposten zur Darstellung, die Einnahmen von ...... K 3,564.523.37 Ausgaben von.......K 3,595,713.14 demnach ein Defizit von . . . K 31.180.77 aufweisen. Gegenüber dem Jahre 1913, welches im Präliminar mit einem Defizit von K 124.896.21 abschloß, war somit der diesjährige Voranschlag ein günstigerer. Nachdem der Referent das ziffermäßige Material erledigt hatte, beschäftigte er sich zum Schlüsse mit den bevorstehenden wichtigsten Aufgaben der Gemeinde, als welche er bezeichnete: den neuen Friedhof, das Kinderspital und das neue A m t s g e b ä u d e. Bezüglich des Kinderspitals verlangt Referent, daß bei der Bauführung mit den vorhandenen Mitteln gerechnet werde, damit durch die Erhaltung des Spitals nicht der Gemeinde neue Lasten erwachsen. Die Angelegenheit des neuen Friedhofes sei sehr dringend, weil für die Gratisleichen nur noch für zwei Jahre Belegraum vorhanden sei. Gleichzeitig weist Referent auf die stets wachsende Zahl der Gratisleichen hin, die im Jahre 1911 1349 betragen habe. Es wäre daher zu erwägen, ob nicht eine Taxenänderung notwendig sei, damit man zu einer entsprechenden Amortisation der großen Kosten des neuen Friedhofes gelange. Das neue Amtsgebäude sei ebenfalls äußerst dringend. Es müsse mindestens zwei Millionen K r o n e n kosten, wodurch das Budget um eine Zinsenlast von 100.000 bis 120.000 Kronen vermehrt werden wird. Trotzdem dürfe man nicht zögern, sondern vielmehr im Vertrauen auf die Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder den Bau in Angriff nehmen. An das Referat knüpfte sich eine durch mehrere Stunden währende Debatte, an der sich die Herren Stricker, Doktor Ehrlich, Gärtner, Doktor S c h r e i b e r, B r o d, W e i 1, Salo C o Ii n u. a. sehr eingehend beteiligten. Die zionistischen Vorsteher sprachen „sehr maßvoll", wie der Referent in seinem Schlußworte meinte, und erhielten von dieser Stelle auch eine Belobung. Sie konnten aber nicht umhin, den Kampf zwischen dem Hilfsverein und ihrer Partei in die Debatte zu ziehen und als Zeichen der Demonstration die Streichung der Post per K 2000 zur Erhaltung der Lämmel-Scliule in Jerusalem, die unter der Verwaltung des Hilfsvereines steht, zu verlangen. S i e zogen jedoch diesen Antrag später z u r ü c k und akkomodierten sich der Resolution des Herrn Weil, wonach die Auszahlung dieser Subvention bis zur Wiederherstellung geordneter Zustände in dieser Schule suspendiert werde. Es ist daher unrichtig, wenn die zionistischen Parteiblätter den Antrag der Herren Ehrlich-Stricker für angenommen erklären. Herr Weil stellte auch den Antrag auf Erhöhung der für „verlassene Kinder*' ausgesetzten Post per K 6000 auf K 10.000, welcher Antrag angenommen wurde. Schließlich stellte Herr Salo Cohn noch einen Antrag, statt der bisherigen zweijährigen Wahlperiode eine dreijährige einzuführen. Dieser