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Neue Nationalzeitung · 1913-12-26 · Heft 26 (26.12.1913) · p. Seite 205

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 26 (26.12.1913)
Date
1913-12-26
Page
Seite 205 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 26 „Neue National-Zeitung" Seite 206 stav K o h n, Dr. S t e r n, Dr. S c h r e i b e r, Dr. S amuely pro Vorlage und der Herren Brod und Weil für die Herabsetzung des Steuerminimums, wurde die Vorlage des Vertreter-Kollegiums mit 18 Stimmen angenommen. Die Pro-Redner wiederholten nur den alten Kohl. Sie lehnten die obligatorische 10 Kronen-Steuer ab, wegen der „Würde" der Wiener Gemeinde und wegen der Notwendigkeit, 10 Kronen exequieren zu müssen. Ueber den Hinweis, daß auch die Judengemeinde Berlin eine Würde habe, und dennoch ein Steuerminimum von Mark sechs kenne, welches exequiert wird, gingen die Herren Pro-Redner mit dem Hinweis hinweg, „es herrschen dort andere Verhältnisse". Worin aber diese „anderen Verhältnisse" bestehen, sagte Niemand. Mit Recht sagte ein Pro-Redner, wenn die Wählerschaft wirklich den 10 Kronen-Zensus haben wolle, dann sollen die 14.000 Wähler, die bei den Wahlen zu Hause b 1 i e 'b e n,. zur Ur n e g e h e n und „u n s davon j a g e n". Wir wollen uns das merken und wir werden auch dafür sorgen. Die zionistischen Vorsteher haben auch Gelegenheit gehabt, zu sehen, daß sie durch ihre faulen Kompromisse wohl einige Mandate ergattern, aber das Volk dafür verkaufen. Die Erweiterung des Wahlrechtes für den Kultusvorstand kann nur durch einen zähen, rücksichtslosen Kampf gegen die Plutokraten und deren Schleppträger erobert werden. Gemeindeu. Vereinsnachrichten, Wien. (Vorstand des B r;i g i 11 e n a u e r israelitischen Tempel-Vereines.) Montag, den 29. Dezember 1913, um 7 Uhr abends, findet im Cafe Körner, Wien XX, Wallensteinstraße 2, die General-Versammlung des Brigittenalter israelitischen Tempel-Vereines statt. — Tagesordnung: 1. Bericht des Obmannes. 2. Wahlen (4 Vorstandsmitglieder auf die Dauer von 3 Jahren). 3. Eventuelle Anträge (§ 5 des Statutes.) Wien. (Kreisturntag der Jüdischen Turnerschaft.) Am 7. und 8. Dezember d. J. tagte iin Wien der II. ordentliche Kreisturntag der Jüdischen Turnerschaft 2. Kreis (Westösterreich), zu welchem 20 Kreisvereine Ihre Delegierten entsandt hatten. Aus dem Berichte des Kreisvorstandes gfng hervor, daß die jüdische Turnidee im letzten Jahre überall, insbesonders aber in Westösterreich einen ganz besonderen Aufschwung genommen habe. Die Zahl der dem westösterrerchischen Kreise angehörigen jüdischen Turnvereine beträgt gegenwärtig 23, gegenüber 16 im Vorjahre. Außer diesen bestehen bereits 6 Vereine, in .denen der regelmäßge Turnbetrieb begonnen hat und dre ihren Beitritt in den Verband und Kreis angekündigt haben. Die Propagandaarbeit der Kreisleitung war eine ganz enorme. In ausführlicher Weise wurde sodann auf das Kongreßschauturnen hingewiesen, an welchem gegen 1200 jüdische Turner und Turnvereine teilnahmen. Aus aller Herren Länder waren sie gekommen, um zu dokumentieren, daß die jüdische Turnerschaft zielbewußt an ihrem Ideale arbeite. Das exakte Turnen hat bewiesen, daß jüdische Turner den Turnern keiner anderen Natron irgendwie nachstehen. Dieses Kongreßschauturnen, das bei allen Teilnehmern und Zuschauern einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen hat, war ein Hauptwerk des westösterrechischen Kreises, der auch das Verdienst des guten Gelingens für sich in Anspruch nehmen darf. Die wichtigsten der an den beiden Verhandlungstagen gefaßten allgemeinen Beschlüsse, die dem kommenden Verbandsturntag vorgelegt werden sollen, sind1: I. Die Einführung der hebräischen Kommandosprache. H. Die einheitliche Benennung sämtlicher jüdischer Turnvereine mit dem vollständigen hebräischen Titel und dem Namen „Makkabi":. III. Schaffung einer einheitlichen Turnkleidung. Montag nachmittags fand ::m Jüdischen Turnverein „Fünfhaus" eine Vorturnerstunde statt. Zu den Veranstaltungen ■.es Kreisturntages gehörte auch das in Weigls Katharineuhalle abgehaltene Schauturnen des Turnvereines „Fünfhaus", ferner das Match des Sportklub „Hakoah" gegen „Siidmark", das mit einem Goalverhältnis von 3 : 0 für „Hakoah" endigte. Allgemeines Interesse erregte das Meetfng, bei welchem folgende Themen behandelt wurden: „Die Aufgaben der Jüdischen Turnerschait in Westösterreich"; „Einführung der hebräischen Kommandosprache": „Turnen und Sport"; „Die Juden in der Leichtathletik": „Jüdischer Wanderbund und Jüdfsche Turnerschaft"; „Die nationalen und turnerischen Aufgaben des jüdischen Turners". Eine Veröffentlichung sämtlicher Referate wird demnächst in unseren „Monatsheften für Turnen und Sport" erfolgen. Ein fröhlicher Five o'clock des I. W. J. T. beschloß den II. ordentlichen Kreisturntag. Die Neuwahlen für den Krefsvorstand ergaben folgendes Resultat: Robert Kien, I. Vorsitzender; med. M. Schiller, II. Vorsitzender und Kassier; phil. Oskar Brand, Schriftführer: Ing. Theodor Steinherz, Kreisturnwart: med. A. Taglicht, Dr. Karl Sonnenfeld, Karl Schwarz, Beisitzer; Dr. Gottlieb Stern, Dr. Immer glück, Revisoren. Wien. (Unterstützungsverein jüdischer Hochschüler aus Galizien in Wien.) Die Ausschußwahlen für das Vereinsjahr 1913/14 ergaben folgendes Resultat: jur. David Schutzmann, Präses; jur. Adolf Blumenfeld und med. Benedikt Fromme r, dessen Stellvertreter; jur. Josef In f e 1 d, Schriftführer; med. David G o I d s c h 1 a g, Kassier. Der Verein erläßt folgenden Aufruf: Seiit 10 Jahren arbeitet unermüdlich unser Verein, um unseren Kollegen aus Galizien in ihrer Notlage Hilfe und Beistand zu leisten. Immer waren wir bestrebt, soweit es ging, unseren Zweck im vollsten Maße zu erfüllen. Fast keiner unserer Kollegen, der der Hilfe tatsächlich benötigte, wurde abgewiesen. Die Unterstützungen, d'e wir verteilt haben, belaufen sich auf Tausende von Kronen. Wenn diese Summe selbst für sich und für die vollauf berechtigte Existenz des Vereines spricht, so müssen wir dennoch bemerken, daß die letzte Krise in Galizien die Reihen unserer notleidenden Kollegen verzehnfacht hat. Wir können leider mit den bescheidenen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, nfcht allen jetzt an uns gestellten Ansprüchen gerecht werden und daher müssen wir uns an alle unsere Gönner und alle diejenigen, 'Jenen das Wohi unserer Jugend am Herzen liegt, mit der Bitte wenden, sie mögen unseren armen Kollegen helfen und nicht zulassen, daß so viele gesunde Keime für die jüdrsche Gemeinschaft verloren gehen. Die jüdische Opferwilligkeit hat ive versagt und wir hoifen zuversichtlich, daß sie auch diesmal nicht versagen wird. Der Präsident: Der Schriftführer: David Schutzmann. Josef Inieid. W!en. (Jüdisches Asyl für Obdachlos e.) Nachdem die k. k. Statthalterei c'ie Statuten dieses Vereines bereits bewilligt hat, findet die I. Generalversammlung Samstag, den 3. Jänner 1914 in Guths Restauration, Wien II. ^teDhaniestraße 14, um 8 Uhr abends statt.

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