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Neue Nationalzeitung · 1913-12-12 · Heft 25 (12.12.1913) · p. Seite 196

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 25 (12.12.1913)
Date
1913-12-12
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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_^elt--J96___ _______________________________..Neue National-Zeitung"_____________________________hr. 25 zischen Juden wiöderiholt die Gel:egen!heit ergriffen, Smolka zu feiern; so namentlich anläMch seines 85. Geburtstages, welcher Jubelfeier in 'der 'Lerriberger Synagoge Smolka selbst beiwohnte. Auch an der Enthüllung des Denkmals haben sich jüdische Deputationen beteiligt und so die traditionelle jüdische Dankbarkeit bewiesen. Deutsches Reich. Der Kampf um die hebräische Unterrichtssprache. Berlin. Die vom „Hillsverein der Deutschen Juden" abgelehnte zionistische Forderung auf sofortige Einführung des Hebräischen als Unterrichtssprache im entstehenden Technikum von Haifa wird von zionistischer Seite zum Ausgangspunkte eines heftigen Kampfes gegen das — Technikum selbst gemacht. Alle Mittel einer rücksichtslosen Demagogie werden angewendet: von Protestversammlungen bis zur Streikhetze der Schulkinder in den Schulen des Hilfsvereines. Unter den Agitatoren, namentlich in Deutschland, soll es viele geben, die selbst nicht einmal hebräisch lesen können . . . Der Hilfsverein läßt sich nicht einschüchtern, was aus seinem nachstehenden Komunique zu ersehen ist: „Herr Dr. Paul Nathan, der Geschäftsführer des Hilfsvereines der Deutschen Juden i. E., hat eine Reise nach Palästina angetreten, um sich persönlich von den Fortschritten des Baues des Technikums in Haiifa zu überzeugen. Seine Ankunft traf mit dem Ausbruch von Unruhen in zwei Anstalten des Hilfsvereines — im Lehrerseminar in Jerusalem und in der Knabenschule in Jaffa — zusammen, welche durch maßlose Agitationen zugunsten de- Forderung, daß künftig die hebräische Sprache die aussch! eßliche Unterrichtssprache werden soll, entstanden sind. Herr Dr. Nathan ist daher zuerst nach Jerusalem gegangen. Er hat dort den wärmsten Empfang gefunden, und es iist aufs neue von den berufenen Vertretern weiter Kreise die Bedeutung des Schulwerks des Hilfsvereines der Deutschen Juden dankbar anerkannt worden, insbesondere auch, weil es bahnbrechend für die Einbürgerung der hebräischen Sprache im heiligen Lande gewirkt hat. Die offizielle Zeitung der Jerusalemer Gemeinden, „Moriah", widmet der Ankunft des Herrn Dr. Nathan zwei Artikel. Der Gegensatz in Schulfragen, der in Palästina gegenwärtig zutage tritt, wird folgendermaßen beleuchtet: Es sei Lüge, daß in den Hilfsvereinsschulen das Hebräische zurückgesetzt wird. Der Hilfsverein habe mehr für Hebräisch geleistet, als das Jaffaer Gymnasium. Die Verbreitung, die das Hebräische im täglichen Leben in Palästina gefunden hat, sei das Werk der zahlreichen Hilfsvereinsanstalten. Im Sinne des „Moriah"-Artikels haben sich, nach weiteren Mitteilungen, durch Deputationen und Adressen noch geäußert die Beth-Din der Sephardim, der Peruschim und Chassidim, Chacham Baschi, Gemeindevorstände, Vertretungen der Kaufmannschaft und Handwerker von Jaffa und Hebron. Alle Adressen und Ansprachen atmen den gleichen Geist, der in dem Schriftstück der Mitglieder der Beth-Din folgendermaßen zum Ausdruck kommt: Israel soll wissen, daß wir, die gegen den zersetzenden Geist, der in unsere Mitte getragen wurde, erregt sind, daß wir, die auf dem Boden der Tradition stehen, den Hilfsverein für sein löbliches Streben segnen." Ueber den Fortschritt des Baues selbst versendet der Hilfsverein nachstehendes Communique: „Nach Berichten, die an ,das Kuratorium des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina gelangt sind, nimmt der Bau der Anstalten des Instituts in Haifa einen sehr guten Fortgang. Die Mittelschule und das Technikum sind im Rohbau fertiggestellt, die Kuppel des Technikums wird jetzt montiert. Die sehr schwierige Frage der Wasserversorgung hat sich auch nunmehr glücklich gelöst. Nach mehrmonatlicher Bohrung hat sich jetzt Wasser im Brunnen ergeben, und zwar genau auf Meereshöhe, d. i. im Tiefe von 92,5 m. Das Wasser schmeckt sehr gut; die Bohrungen werden fortgesetzt, um noch einen größeren Wasserzufluß zu erzielen." Sozialpolitik und Sozialstatistik. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. Am Donnerstag, den 27. November d. J., fand lim Vereinslokale der Israelitischen Humanitätsvereine „B'nai iBYifch" die Generalversammlung des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, sta.it. In dem Jahnesibericihte, den der Obmann des Exekutiv-Kom,itees, Dr. Bela Taussig, zur Verlesung brachte, wird auf dae mißlichen wirtschaftlichen Vienhälitniiisse •des abgelaufenen Berichtsjahres hingewiesen^ die zur Folge hatten, daß zahlreiche Arbeiter und kaufmännische Angestellte •ihres Erwerbes verlustig wurden. Die Besucherzahl der Arbeit- und Stelienwerber stieg daher im Berichtsjahre 1912/13 insgesamt 'auf 50.303, also im Durchschnitt pro Talg auf 169. Die Zahl der NeuammeMuugen , von Arbeitern betrag 7281, während die •Aufträge der Arbeitgeber auf 4771 zurückgingen. Da der Vernein trotz der krisenhaften Verhältnisse die Verrnittlungsz&hl von 3022 erzielte, so 'Wunden 63.3 Prozent aller offenen Stellen besetzt. Seit seinem Bestfande 'hat der Verein 41.841, zumeist dauernde Vermittlungen durchgeführt. Nachdem der Schriftführer, Dr. Gustav Lang stei n, die statistischen Tabellen der Landesangehönigikeit, sowie des Geschlechtes und des Alters der abgemeldeten Arbeitweriber verlesen und .der Kassier, Eduard Schwarz, dein Ausweis über die Kassagebarung vorgetragen 'hatte, wiurdi&n der Geschäftsbericht, sowie der Kassabe-richti einsöimmiig genehmigt. Das Camperdown House in London. Das über Initiative des Lord Rothschild neuerrichtete C a rn perdow n H<o u se wird eüneir Raine vom jüdischen Knabenmild Jünglings-Vereinen Unterkunft gewähren und zu ■einer Zentralstelle jüdisch-sozialer Arbeit werden. Unter den Gesellschaften, die Ehren Einzug m Camperdown House halten wenden, ist die bedeutendsite die Jeiwäsh Lad"s Brigade. Dieser Verein wurde 1895 von Colone! G o 1 d s m i d gegründet, um den SchuUcnabeu und jugendlichem „Sweatshop"-Arbeitenn 'aus dem engen, licht- und liurtfiosen Straßen von Whitechapel Gelegenheit zu geben, slich idiurch körperliche Betätigung im Freien izu kräftigem umd gleichzeitig Kameradschaftlichkeit und Disziplin zu tonnen. Dank einer großmütigen Spende der Lady Rothschild konnte 1896 ein ähnlicher Klub, der Brady Street Klub eröffnet wenden, dem bald im .den venschiediemsten Sitadtgegenden weitere Vereine jüldlischier Schüler und jugemidldher Arbeiter folgten. Diejenigen Mitglieder, (die zu /alt für dem Kwabenklub wurden, gründeten einen besonderen 01 d Boys C1 u b, der gleichfalls der Spontpflege dient und dianeben — gleich den laudieren Kmabenklubs — Kurse und Abendklassen eingerichtet hat.

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