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Neue Nationalzeitung · 1913-11-28 · Heft 24 (28.11.1913) · p. Seite 190

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 24 (28.11.1913)
Date
1913-11-28
Page
Seite 190 (sequence 6)
Language
German
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öeite 190 „Neue National-Zeitung" Nr. 24 „E u e r Ehrwür d e n! Gestatten Sie, hochverehrter 'Herr Rabbiner, für den im jeder Beziehung un'übe'rtrefflidhen Nachruf, welchen Sie in der „Neuen N a t <v onaJ- Zeitung" meinem seligen Vater Dr. Schmiiedü so gütig waren zu wid'men, meinen innigsten Dank auszusprechen. Es ist erstaunlich, wie Euer Ehrwürden nicht nur das rabbinische Wirken, sondern auch das ganze Seelenleben des teueren Verblichenen mit einer überaus geistvollen Präzision charakterisieren. Das ist tatsächlich mein lieber Vater, so war er »durch und durch, wie Sie ihn mit Ihren so trefflichen Ausführungen der Nachwelt vorführen. Dieser unvergleichliche, zugleich rührende und erhebende Nachruf wird in unserer Familie für immer bewahrt werden! Nochmaligen innigen Dank auch für alle die »Beweise treuer Anhänglichkeit an den teueren Heimgegangenen, vor allein auch für die aufopferungsvollle tröstende Anwesenheit vor und bei seinem Verscheiden. In tiefster Verehrung Sarah Treu geb. S c h m i e d 1. Deutsches Reich. Das Technikum in Haifa. Berlin. Das Kuratorium des jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina versendet folgendes Communique: Ein Bericht über die letzte Sitzung des „Kuratoriums des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina" muß in der vergangenen Woche bereits nach Jerusalem gelangt sein. Auf Grund dieses Berichtes hat dös Kuratorlum nachstehendes Telegramm aus Jerusalem vom 11. November erhalten: „Das Großrabbinat von Palästina übermittelt den Führern für ihr hervorragendes Wirken mm Wohle der jüdischen Bevölkerung im heiligen Lande, insbesonders für die Errichtung des Technikums in Haifa aufrichtigsten Dank. Wi;r sind überzeugt, daß die neue Gründung dem Lande zum Segen und dem Judentum zur Ehre gereichen wind, da die Anstalt mach ähiren so bewährten Grundsätzen geleitet sein wird. Möge der Geist wahrer jüdischer Religion darin wohnen, wie dies auch ihr Wunsch ist. Möge die Gnlade Gottes Ihre Arbeit begleiten. Mo sehe F r a n c o, Chachiam Baschi." Frankreich. Jahressitzung des Central-Comites der Alliance. Paris. Am 5. November fand die jährliche außerordentliche Sitzung des Central-Comites der Alliance Isräelite Universelle statt. Außer den meisten Pariser Herren waren mehrere auswärtge Mitglieder zugegen. Den Vorsitz iührte Herr Prof. Dr. Netter, stellvertretender Präsident. Der zur Verlesung gebrachte Bericht bot deshalb ein besonderes Interesse, weil er die politischen Ereignisse auf dem Balkan und in Nordafrika ausführlich behandelte, die auf die allgemeinen Verhältnisse der Israeliten in den betreffenden Ländern und auch auf die zahlreichen Schulanstalten der A41iance in jenen Gegenden e,'ne nachhaltige Wirkung übten. Der Angelegenheit der rumänischen Juden und den von verschiedenen Seiten zur Erlangung der Bürgerrechte für die eingeborenen Israeliten vorgeschlagenen Mitteln wurde eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Auch wurde der tragische Prozeß in Küew ins Auge gefaßt, der dazu inszeniert wurde, um durch einen unglücklichen Juden djie ganze jüdische Bevölkerung zu brandmarken, deren liberale Tendenzen man befürchtet und zu vernichten bestrebt ist. Hervorgehoben wurden ferner die iin M a r o k k o erzielten Resultate und namentlich die Wohltat des dort eingeführten Regimes, dank welchem die Juden, die seit Jahrtausenden der Willkür und der Demütigung preisgegeben waren, sich nunmehr eines tatkräftigen Schutzes erfreuen und ihren Geschäften in aller Sicherheit nachgehen können. (?) Der Bericht enthält einen Ueberblick über diie Wirren auf dem Balkan, über deren Nachwirkung auf die Verhältnisse der vom Kriege heimgesuchten Länder, und über das zugunsten der dortigen Juden eingeleitete Unterstützungswerk. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, daß trotz der politischen und geographischen Umwälzungen sämtliche Alliance-Schulen auf dem Balkan gleich nach dem Bukarester Frieden wieder eröffnet werden konnten, was den besten Beweis dafür liefert, daß die Anstalten der Alliance feste Wurzeln geschlagen haben, und sich der Sympathie der Gemeinde erfreuen. Anläßlich des neuen Jahrganges sind neue Anstalten gegründet worden, und zwar namentlich in B u 1garien und in Mesopotamien. Der sehr ausführliche Bericht gab zu einem längeren Meinungsaustausch Anlaß, aus dem sich ergab, daß unter sämtlichen Mitgliedern des Central-Comites über alle Angelegen-, heiten allgemeiin-jüdischen Interesses volle Uebereinstimmung herrscht. Es wurde ,im Laufe der Sitzung zur Wahl des Vorstandes vorgeschritten. Durch Zuruf wurden wieder gewählt: als Vorsitzender Herr Narcisse Leven, als stellvertretende Vorsitzende: die Herren Prof. Dr. Netter und Eugene See, als Schatzmeister Herr Michaelis. Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. (Gründung eines j udi s ch en Gesangvereines.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Unter Leitung des Herrn Gesiangprofetssors Artur Wolf ihat sich ein jüdischer Gesangverein 'konsfiitufert, welche Idee »ich bereits zahlreiche Sympathien in der jüdüschen Welt erworben hat. Da sich •gerade unter uns Juden ein hoher Prozentsatz stimmfähiger Leute befinden und1 daran (gedacht wfiird, 'diese ktete auch, wnid ■zwar möglichst großzügig, zu verwirklichen, so werden samgeslust'ige Herren eingeladen, sich zu beteiligen1. Anmeldungen und Uebumgsiabende jeden Dienstag 8 Uhr abends im „Industriellen-Cafe" I, Concordliiap'latz. /IUS ALLEN WELTTEILEN Der 1. Michael-Beer-Preis der K'öndgl. Akademie der bildenden Künste in Berlin wurde dem Bildhauer Arnold Zadik o w verliehen. Der Künstler, ein Sohn des Kantors in Treptow, ist 29 Jahre allt, war als Maurer, Bautechhiker und' Baiugewerbler ■tätig und kam vor fünf Jahren nach Berlin, um sich an der Hochschule für bildende Künstler zum Bildhaluer auszubilden. Dann günig er nach München und wurde dort Schüler vom Professor Waidere. Im letzten Jahre ist Zadikow mfrt mehreren Arbeiten auf der Mtünchener Sezession und -auf der iMüinchener Internationalen Ausstellung hervorgetreten und hat durch seine Plastiken und Plaketten bereits die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf sich gelenkt. Professor Dr. August Wünsche, der bekannte Hebraiist, einer der hervorragendsten christlichen Gelehnten auf dem

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