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Neue Nationalzeitung · 1913-11-28 · Heft 24 (28.11.1913) · p. Seite 187

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 24 (28.11.1913)
Date
1913-11-28
Page
Seite 187 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24 .Neue National-Zeitung' Seite 187 1. Daß in dier KonkuTsausschrefbung für die Direktorstelle von einem Provisorium gar eicht die Rede war, vielmehr ausdrücklich 'angeführt wurde, daß Pensionsansprüchen Rechnung getragen werde; 2. daß die früheren Direktoren in lebenslänglicher Stellung sich befunden haben und ihre Witwen Pensionen erhielten. 3. daß bei der Aufnahme von Lehrpersonen seitens der Taubstummen-Anstalt in wiederholten Fällen zuerst 'eine provisorische und nach einer Zeit erst eine definitive Anstellung erfolgt ist. Die Partden^Einvernahme des Dr. Kuranda nahm einen sehr merkwürdigen Verlauf. Dr. Kuranda stellte sich allerdings auf den Standpunkt, daß Direktor Friedeberger keine definitive Stellung hatte und mit der jederzeitigen Kündigung rechnen mußte. Aber er spielte eine geradezu jämmerliche Rolle. Seime Aussage war voll von Widersprüchen, und als bereits das Protokoll fertig und das Beweisverfahren geschlossen war, fand Dr. Kuranda noch auszusetzen, daß er das eine oder 'das andere nicht so gemeint habe .... Sein Gedächtnis -hat ihn eben wiederholt im Stiche gelassen. Die Verhandlung, in welcher Dr. Kuranda jeden Vergleich ablehnte, selbst den auf Einsetzung eines Schiedsgerichtes, in dem er von drei Schiedsrichtern zwei zu bestellen hätte, endete damit, daß der Klage Folge gegeben und die Kündigung als zu Recht bestehend erklärt wurde. Die sehr oberflächliche 'Begründung des Urteills bestand darin, daß im Falle einer Dienstanstenung für unbestimmte Zeit eine sofortige Entlassung zulässig sei. Auf diese Weise wäre also ein Hausknecht oder ein Dienstbote besser gestellt, als der Direktor einer großen Anstalt. Die „ehrenwerten" Männer. Nach den Ausführungen unserer letzten Nummer über die Interpellation der zionistischen Kultusvorsteher zieht es die „Jüdische Zeitung" vor. über den Fall Kuranda-'Friedeberger nunmehr ganz zu schweigen. Dagegen setzt die „Jüdische Lehrerstimme" ihre 'Kampagne gegen Direktor Friedeberg'ir und für die entlassenen Hilfslehrer, die sie als ehrenwerte Männer 'bezeichnet, fort. Fünf Spalten widmet sie in ihrer letzten Nummer diesem Thema, weil ja nur logische und vernünftige Darstellungen kurz und bündig sein können. Dabei vergißt der Artikelschreiber — selbst ein Lehrer — nicht, sich dem Gemeinde-Präsidenten und dem betreffenden Disrnitär — gemeint ist der Vizepräsident Dr. Gustav Kehn — submiissest anzubiedern und daraufhin den Artikel mit seiner Chiffre zu zeichnen .... Auf die langwierigen sophistischen Auseinandersetzungen des Artikels näher einzugehen; verbietet uns die — Logik. Der Artikelschreiiber ist nämlich im Schweiße seines Angesichtes nachzuweisen bemüht, daß wir dem Kultusvorstand „Verleumdungen und Veirdächtiigungen", „Meuchlerischen Kampf" usw. gegenüber den — entlassenen Lehrern zum Vorwurfe machen! .... Da ist die Absicht durchsichtig; es ist aber anderseits unwahrscheinlich, daß die intelligenten Leser jenes Blattes dieser „gewaltigen" Interpretation Folge leisten könnten. Das Lob der ..Lehrerstimme" auf die ..ehrenwerten" Lehrer erinnert uns chran, daß auch Brutus, nachdem er Julius Caesiar meuchlings umgebracht hatte, ein — „ehrenwerter" Mann geblieben ist. Der Anwalt der Advokatenkammer und die „Neue National-Zeitung". Nun kommt das Allerpikanteste. Es geht uns selbst an und wir bringen es daher ohne Kommentar: Nach dem Erscheinen der Nummer 21, in der die Affäre Friedeberger besprochen wurde, rief Herr Dr. Arthur Kuranda unseren Herausgeber telephonisch an und bat ihn um eine Zusammenkunft, um ihm sein Material vorzulegen. Dr. Landau erklärte sich hierauf spontan bereit,Herrn Dr. Kuranda als älteren Kollegen zu besuchen, und tat dies auch, ohne jedoch bei dieser Gelegenheit irgend etwas Neues zu erfahren. Einige Tage darauf erschien Herr Dr. Goldreich als Vertreter des Dr. Kuranda beim Anwalt der Advokatenkammer, Herrn Doktor P r o k s c h, legte ihm die Nummer 21 der „Neuen National-Zeitung" vor und bat um seine Intervention. Worin diese Intervention bestehen und auf welche Weise der Advokat Dr. Landau für den Zeitungsherausgeber Dr. Landau verantwortlich gemacht werden sollte, ist uns nicht bekannt worden. Herr Dr. P r o k s c h hat jede offizielle Intervention abgelehnt. Das Gutachten des Rabbiners Mase. Unter den im Beilis-Prozesse geführten zahlreichen Sachverständigen befand sich auch ein Jude: der Rabbiner Mase von Moskau. Dieses Gutachten, das nicht ohne Eindruck auf die Geschworenen blieb, hat einen dauernden Wert und wir wollen es auch in unserem Blatte festhalten: Das jüdische, Wie jedes andere Volk, führte Rabbiner Mase aus, hat se'im Buch, umd seine Literatur. Für d«:e Literatur kanin eis nicht! verantwortlich gemacht Wefelen — ist 'doch die Weröung diiestfs oder jemes Werkes reßn subjektiv u.id individuell. Soll aber d>iie jüdische Religion vor Gott und vor der Menschheit Rechenschaft abteigen, so dürfen nur jene Bücher ,in Betracht gezogen werden, die ihr Leben ausmachen und das Leben des Volkes gestakien. Die jüdische Religion hat ursprünglich und bis in unsere Gegenwart hinein die B.ibel als ihr Heiligtum betrachtet. Es ist eine Verleumdung, wenn behauptet wird, daß irgendein anderes Buch die Bibel ersetzt hätte! Heißt es doch im Talmud, daß ein Jude, der die göttliche Offenbarung auch nur eines einzigen Punktes der Bibel bestreitet, Blasphemie begehe. Was den Talmud anbelangt, so genügt es keineswegs, sein Gerippe darzustellen. Seine Seele muß offenbart werden, und da werden Sie sich überzeugen können, wie absurd es klingt, wenn man ,im Talmud auch nur die leiseste Spur eines Hinweises auf den angeblichen Blutgebrauch finden möchte. Daß ein Jude Blut zu sich nehme, und einen Mord gestatte --- Der Vorsitzende unterbricht den Gutachter: „Regen Sie sjch nicht auf, sprechen Sie ruhig, wie es einem Gutachter geziemt." Rabbiner Mase: „Ich bitte um Entschuldigung. Es kommt aufs Temperament an. Ich verteidige nicht, ich will nur den wahren Sachverhalt darlegen." Der Talmud bildet eine Interpretation der Bibel, eine Auslegung der Gesetze, die in diesem ewigen Buche des jüdischen

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