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Neue Nationalzeitung · 1913-09-19 · Heft 19 (19.9.1913) · p. Seite 150

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 19 (19.9.1913)
Date
1913-09-19
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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Seite 150 „Neue National-Zeitung" Nr. 19 Arbeit in einem Mißverhältnis steht (Fettsucht, Zuckerkrankheit), und zur UeberanstrenguMg (Arterienvenkalkwig). Ja, die bei Juden so häufig gefundienen Verdauungsstörungen liassen sich zum Teil daraus ableiten. Gebärniaitterkrebs findet sich bei Jüdinnen selten. Selten ist auch Tuberkulose, was Baneth einerseits auf die Rassenauslese zurückführt, da 'das Ohettoleben aläe untüchtigen Elemente dahinsterben ließ und so ein Geschlecht schuf, das dein Verhältnissen gewachsen ist, andererseits auf die Mäßigkeit im Alkoholgenuß. Eher ist zu glauben, daß der größere Wohlstand und das Fennbleiben von Berufen, welche zur Tuberkulose disponieren, die Ursache der geringen Sterblichkeit an Tuberkulose ist. Immun sollen die Juden auch gegen Malaria sein. /WS ALLEN WELTTEILEN Jüdische Tagungen in Deutschland. Zwei wichtige Tagungen, von denen die eine nicht ahne recht lebhafte Debatten verlaufen wird, stehen uns in den nächsten Monaten bevor. Der „Verband der deutschen J <a d e n" hält "um Noveimber in Ham b.u rg seine große Heeresscbau ab, der Deutsch- Israeli tische Gemein debund im Dezember den Gemeindetag. Daneben geht eine Reihe weiterer Einzelveranstaltungen, die das jüdische Interesse berühren. In Bresiläu wird der „Verband der jüdischen L e h r e r v e r e i m e" seinen vielleicht folgenschweren 'Lehrertag haben, in Hamburg im Anschluß an die Taigmng des „Verbandes der deutschen Juden" eine Reihe weiterer jüdischer Vereine, so der Verband jüdischer Krankenpfleger im neu, vielleicht auch der Verband der Literatur v e r e i n e Sitzungen abhalten. Auf dem Gemeimdetage wird es vor allem >zwei bedeutsame Punkte geben. Zunächst die Frage der jüdischen Volksschule, sodann die Frage der Einführung des Proportionalwiahl rechtes .für den Gemeindetag. Da wind es allem Anscheine nach wiederum lebhafte Diskussionen geben. Der „Ritualmord-Prozeß" in Kiew wird also endgültig am 8. Oktober beginnen. Die Anklage lautet ausdrücklich auf — Ritualraord. Allerdings gebraucht man die Einschränkung und der Vorsitzende hat bereits in einem Interview — ganz amerikanisch — darauf hingewiesen, daß es e;ne Barbarei wäre, alle Juden zu beschuldigen: nur eine Sekte betreibe diesen Mord. Der Vorsitzende gab zu, daß die Anklage gegen Bejlis selbst sehr schwach sei, diie Belastungszeugen seien nicht ganz verläßlich. Wo bleibt also die Sekte und wo der Beweis für deren Existenz? Die auswärtige Presse wird über den Prozeß sehr ausführlich berichten. Die Wiener Presse wird sich wahrscheinlich mit kurzen Notizen begnügen. So glaübt sie am besten den „Ritualmord" umzubringen. . Die Kriminalität der Juden in New York. Dieser Tage erschien der Bericht , über die Gefängnisse des Staates New York für das Jahr 1912. Aus den statistischen Daten geht hervor, daß die luden, welche einerseits ein verhältnismäßig großes Kontingent von Einwanderern stellen, in Bezug auf diie Kriminalität weit unter dem Prozentsatze zurückbleiben, der dem Verhältnisse entsprechen würde, in welchem sie zur Gesammtbevölkerung in Newyork stehen. Diese Konstatierung wird gerade bei der bevorstehenden Debatte über die verschiedenen Anträge betreffend eine neue Einwanderungsbill von großer Bedeutung sein. Liste der Ausgetretenen. Vom 3. bis 16. September 1913. (Nr. 298—327.) Aspis Ludwig, Ober-Revident der k. k. österr. Staatsbahnen, VI, Esterhazygasse 18 a. Bayer Gertrude, Private, geb. 6. Juni 1884 in Czernowitz, VI, Mariahilferstraße 91. Grossmann Elsa, Private, geb. 10. März 1880 in Wien, II, Praterstraße 27. Grünfeld Alfred, Direktor der Wiener Eisenindustrie-Gesellschaft, geb. 8. Jänner 1883 in Wien, X, Fernkorngasse Nr. 58. Klinger Salomea, Schneiderin, geb. 30. September 1882 in Krakau, VI, Brückengasse 9. Oesterreich Anton, Privatbeamter, geb. 12. Februar 1875 in Preßburg, II, Kurzbauergasse 1. Oesterreich Kurt, geb. 28. Oktober 1906 in Wien, II, Kurzbauergasse 1. Oesterreich Rosa, PrivatbeamtensgattJi, geb. 23. Mai 1875 in Lemberg, II, Kurzbauergasse 1. Rasch Anna, Hilfsarbeiterin, geb. 28. Februar 1880 in Wien, XVIII, Schumanngasse 16. Scheu Rosa, Private, geb. 16. Juni 1880 in Baden bei Wien, IX, Seegasse 4. Schiller Anna, Buchbrndergehilfin, geb. 24. Oktober 1882 in Wien, IX, Fuchsthallergasse 11. , Schönthai Karl, Bürgerschüler, geb. 20. Juni 1899 in Wien, X, Sikkardsburggasse 58. Vajda Julie, Opernsängerin, geb. 21. Februar 1888 in Wien, VI, Gumpendorferstraße 34. Wolkowiski Nikolaus, Journalist, geb. 6. August 1881 in Kowna, I, Hotel „Erzherzog Karl". Hecht Else Rosalie, geb. 17. Oktober 1880 in Wien, VIII, Kochgasse 7. Friedland Hans, Ingenieur, geb. 19. März 1887 in Wien, II, Stephaniestraße 2. Dr. Winterstein Philipp, Generalstabsarzt i. P., geb. 17. Dezember 1837 in Chwalla, IV, Starhemberggasse 7. Kovacs Adolf Ephraim, Bürstenerzeuger, geb. 24. Dezember 1876 in Vieszka, XIX, Döblinger Hauptstraße 33. Kominik Frieda, geb. 23. Mai 1873 ,;n Debreczin, III, Parkgasse 3. Dr. Kaufler Felix, Chemiker, geb. 4. August 1878 in Wien, Brückl. Hütt er Wilhelmine, geb. 12. Jänner 1892 in Wien, Pöggstall. Dr. Freund Paula, geb. 15. Juni 1879 in Schidrowitz, Znaim. Dr. Freund Wilhelm, geb. 16. Juli 1907 in Wien, Znaim. Dr. Freund Marianne, geb. 4. Februar 1911 in Schönwald, Znaim. Strakosch Hermance Hermine, laut Zuschrift der Gemeinde Siebleben (Gotha). Zum römf.sch-katholischen Glauben sind übergetreten: Chinkes Hilda, geb. 11. Mai 1889 in Wien, Chrzanow. Ortmann Anna, geb. 22. Juni 1899 in Wien, Chrzanow. Steckel Rudolf, geb. 3. Juni 1889 in Wien, Chrzanow. Taubmann Ignaz, geb. 26. Juni 1899 iin Wien, Chrzanow. Wolfenhaut, Nathan, geb. 12. Mai 1899 in Wien, Chrzanow. Jüdische Findelkinder — preisgegeben! Wieder finden wir in der Liste 5 getaufte Kinder aus der Waisenanstalt der Fürstin Oginska bei Chrzanow: fünf gekapperte jüdische Seelen! Der jüdische Gemeindebund und die Wiener „Union", die für ihre Rechtsschutzzwecke von allen Gemeinden Geld nimmt, haben noch immer nicht die nötige Energie aufgebracht, um dem sj'stematischen Seelenfang ein Ende zu machen. Würde sich irgendeine andere Konfession so etwas gefallen lassen? Sind denn die jüdischen Vereine und Verbände nur dazu da, um Präsidenten zu nominieren und Sekretäre zu sontinieren? Herr Dr. Stern, machen Sie endlich Ordnung! Wozu sind Sie denn Präsident der Wiener Kultusgemeinde, des israelitischen Gemeindebundes und der Israelitischen Allianz? Oder trauen Sie sich n.'cht? . . . Dann machen Sie Anderen Platz!

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