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Neue Nationalzeitung · 1913-09-19 · Heft 19 (19.9.1913) · p. Seite 149

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 19 (19.9.1913)
Date
1913-09-19
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19__„Neuj^atjonal-Zeitung* bensjahre starb. Diese Altersangabe dürfte kaum richtig sein. Värrrbery selbst kannte nicht seinen Geburtstag und nach seinen eigenen Angaben war er älter. Im Jahre 1910 erzählte er mir einmal, er wisse von seinem Alter nur soviel, daß sein Vater, an den er sich nicht mehr erinnere, vor 79 Jahren gestorben sei. Er kann also nicht im Jahre 1832 geboren sein, da sein Vater damals nicht mehr lebte. Und trotz dieses hohen Alters war er von einer seltenen Geistesfrische, einem unersättlichen Arbeitsdrang und einer unverwischten Schärfe des Gedächtnisses — die bedeutend Jüngeren beneidenswert erschienen. Und nun der Tod, plötzlich, ohne Kampf, ohne Siechtum. Ein solches Leben war des Lebens wert. Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. (Pr. Religionsschule der Aclass J i s - r o c h.) Der Unterricht an unserer Lehranstalt für Knaben und Mädchen beginnt am Sonntag, den 21. September, 8 Uhr früh. Die Einschreibungen finden statt: Sonntag von 8 Uhr früh bis 1 Uhr, Mittwoch von 2 bis 6 Uhr nachmittags. Die Schule befindet sich im Gebäude der Talmud Thora, II, Malzgasse 16. Im Interesse der Schüler und des Unterrichtes ersucht der Vorstand um rechtzeitige Anmeldung, Seite 149 Statistik und Sozialpolitik. Die Mischehen in Preußen. Durch die obligatorische Zivilehe nehmen die Mischehen in Preußen «und 'die Beteiligung der Juden daran im:nur mehr z:;. Bei der letzten Volkszählung 3-:n 1. Dezember 1910 besta:i- Jen in Preußen 5516 Mischehen, bei .Jenen J u d e u beteiligt waren. In 3712 Ehen war Oer Manu, in 2476 die iFruu j Ii J i s c h. 300!) jüdische Männer hatten evangelische Frauen, 564 katholische und 168 Frauen sonstigen oder ainbestiimmien Rekerutnisses; 1997 evangelische Männer, 478 kathoiisjhe, 1 sonst christlicher u'iid 328 sonstiger oder unbestimmten Bekenntnisses hatten jüdische .Frauen. Unter den jüdischen Mischehen waren 3758 mit Kindern im tlaushalt, wobei die amtHohe Statistik allerdings die Ehen von Vätern unbestimmten oder sonstigen 'Bekenntnisses mit Jüdinnen außer Betracht läßt, deren Zahl man auf etwa 200 schätzen kann. Yen diesen jüdischen Mischeheu mit Kin- Jern im Haushalt hatten 1254 einen evangelischen Vater und 1752 eine evangelische Mutter, sowie 313 einen kithnlischen Vater und 331 eine k:it!iol. Mutter, ferner 98 eine Mi tter sonstigen oder unbestimmten Bekenntnisses. Im Haushalte der jüdischen Mischeheu befanden sich 7785 K i n d e r. Von ihnen waren 4686 evangelisch, 1802 jüdisch, 845 katholisch, 1 sonst christlich und 451 sonstigen oder unbestimmten Bekenntnisses. Au; einen evangelischen Elternteil kommen 1.50 evangelische Ki'.ler. auf einen katholischen 1,31, 'auf einen jüdischen etwa (',45. Sehr zahlreich sind auch die Kinder sonstigen und ra'bestimmten Bekenntnisses (Dissidenten, Religionslose usw.), Jeren Z::hlenverhältnis zu den Ehen mit Kindern sich nicht genau feststellen läßt, da, wie bemerkt, die Zahl der Ehen von jüdischen Frauen mit Männern sonstigen usw. Bekenntnisses, so we't in ihnen Kinder sind, nicht bekannt ist. Es läßt sich aber schätzen, daß auf jeden derartigen Elternteil etwa 1,50 Kinder, also so viel wie bei .dem evangelischen Elterntell, entfallen. Eine sehr bemerkenswerte Feststeilung ist die geringe Zahl der Geburten i n d e n j ü d i s c h e n Mischehen: auf die 5516 Ehen entfielen nur 7785 Kinder, also auf jede durchschnittlich noch nicht 1,5 Kinder. Von den 7785 Kindern wurden nur 1802, also noch nicht der vierte Teil, in der jüdischen Religion erzogen; fast 4700 folgten dem evangelischen Bekenntnis. Danach erweist auch die Statistik d e n Verlust der Kinder ans Mischehen für das Judentum. * Zur Krankheitsstatistik der Juden. Da die Sterblichkeit bei de»n Juden gering ist -tund sie durchschnittlich ein höheres Alter erreichen, wie die christliche Bevölkerung, so sterben die Juden — wie Dr. Banetto in der Zeitschrift für Demographie und Statistik der J>aden mitteilt — mehr am Alterskra/nkheiten als ihre Mitfbürger. Ein ziemlich hoher Proizensatz stirbt an Altersschwäche, Kröbs, Ateriertverkalkung, Erkrankungen der Geschlechtsorgane und Zuckerkrankheit. Von Herzkrankheiten erliegen die Juden besonders dem Fettherz neben den Herziehlern. Fettsucht und Gicht führt Bneth auf Unmüßigkeit, namentlich im Fleiscbgenuß, zurück. Die Geistes- und Nervenkrankheiten haben ihre Ursache vor allem in der einseitigen geistigen Beschäftigung, der Bevorzugung des Handels und der gelehrten Berufe, sowie in dem Umstand, daß die Juden meist Städtebewohner sind, die Großstadt aber dien besten Boden für die Entstehung der Nervenkrankheiten abgibt. Nerven- und Stoffwechselkrankheiten zerschmelzen zu einem Ganzen. Derselbe Beruf, der den Geist aufreibt, ■zwingt zum Stillsitzen und bietet gute Gelegenheit zu einer reichlichen Ernährung, die zur geleisteten körperlichen Prof. Armin Vambery

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