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Neue Nationalzeitung · 1913-08-01 · Heft 16 (1.8.1913) · p. Seite 126

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 16 (1.8.1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 126 (sequence 6)
Language
German
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öeite 126 „Neue National-Zeitung" Nr. 16 meine zwei Assistenten nirgends gehe und gehen kann. Die Namen meiner zw ei Assistenten sind Besregda und Wallmann, beide Juden und werden über Ihre Grenzen nicht gelassen. Besondere Gnade Tür sie will ich nicht in Anspruch nehmen und ziehe es daher vor, mit meinen Assistenten zusammen in Paris zu bleiben. — Metchnikoff." Das Angola-Projekt endlich fallen gelassen. Dieser Tage ist der Bericht der Kommission, die von der Jewish Territorial Organisation nach Angola zur Untersuchung eines geeigneten Landstrichs in dieser portugiesischen Besitzung entsandt worden war, erschienen. Führer der Kommission war Dr. G r e gor y, Professor der Geologie an der Universität Glasgow, sowie der bekannte Afrikaforscher Sir Harry H. Johnston. Derselbe hat sich ohne Umschweife g e g e n d i e Möglichkeit einer jüdischen Kolonisation in Angola ausgesprochen. Professor Gregory meint, daß gewisse Möglichkeiten nicht ganz ausgeschlossen wären, europäische Kolonien in einem gewissen Teile des Landes zu gründen. Aber Mr. Zangwill selbst erkennt die unüberwindlichen Schwierigkeiten, die einer jüdischen Großkolonisation in Angola im Wege stehen, vollständig an. Es ist nicht nur der Umstand, daß das Land keinen zusammenhängenden Gebietskomplex aufweisen kann, sondern daß die portugiesische Regierung gar keine besondere Lust zeigt, den Juden irgendwelche nationalautonome Rechte einzuräumen. Die Juden von Fez verlangen zehn Millionen Schadenersatz. Die von der Kammer eingesetzte Kommission in Angelegenheit einer Marokiko-Anleihe beriet unter anderem auch über die Forderungen, welche die Juden v o n F e z an die französische Regierung als Schadenersatz für die anläßlich des vorjährigen Aufruhrs erlittenen Verluste an Vermögen und Menschenleben stellen. Der Schadenersatz der Juden wird mit 10,000.000 Frs. beziffert. Die Kommission beschloß nun, der Kammer vorzuschlagen, daß den Juden von Fez ein e Schadenersatzsumme von 4,000.000 SFr. bewilligt werde. Der Antrag eines Kommissionsrnitgliedes, den Anspruch von 10,000.000 Fr. voll anzuerkennen, fand keine Majorität. Knoblauch als Lebensverlängerungsimttel. Dem Knoblauch, der sich besonders in den östlichen Ghettis eines großen Zuspruches erfreut, widmet Sanitätsrat Dr. G u d r u m in einer Agramer Zeitung eine sehr ausführliche Betrachtung. Dr. Gudrum hält den Knoblauch als ein Lebensverlängerungsmittel, weil er wegen seiner chemischen Beschaffenheit desinfizierend auf den gesamten Darmtrakt wirkt und dessen Erkrankungen verhütet. Dr. Gudrum schreibt es dem reichlichen Knoblauchgenuß zu, daß er während seiner fünfjährigen ärztlichen Praxis in Bulgarien beinahe gar keine Darmerkrankungen katarrhalischer und entzündlicher Form beobachtete und dispeptische Erscheinungen nur selten zu konstatieren in der Lage war. Diese günstigen Gesundheitsverhältnisse sind in allen Schichten der Bevölkerung zu verzeichnen, und der Zusammenhang zwischen dieser Tatsache und dem Knoblauchgenuß liegt um so näher, als der Knoblauch in allen Kreisen mit Vorliebe verwendet wird. Der Knoblauch (Allium sativum) w ar schon in uralter Zeit bekannt. Die Israeliten aßen ihn in Aegypten, und die Aegypter betrachten ihn als Leckerbissen. Als Volksheilmittel wird er noch heute demjenigen gegeben, welcher von giftigen Schlangen gebissen wurde. Mit Honig zu einer Salbe vermengt, heilt er Blutunterlaufungen, Husten, mit Weihrauch zerrieben, lindert er Zahnschmerzen usw. Celsus betrachtet den Knoblauch als ein scharf wirkendes, Wärme erzeugendes und den Stoffwechsel beförderndes Mittel. All dies deutet auf eine besondere Wirksamkeit des Knoblauchs hin, dessen chemische Zusammensetzung die günstige Meinung über dieses populäre Mittel nur bestätigt. Dr. Gudrum empfiehlt daher den Knoblauch als vorzügliches Genuß- und Lebensverlängerungsmittel. Personalnachrichten. Dem Herrn Regierungsrat Moriz S t u k a r t, Chef des Sicherheitsbureaus der Wiener Polizeidirektiou, wurde vom Kaiser der Titel eines Hofrates verliehen. Damit wurden neuerlich die großen Verdienste dieses hervorragenden Kriminalisten auf einem ungemein verantwortlichen Posten in außerordentlicher Weise anerkannt. Bemerkenswert ist es, daß selbst die antisemitische Tagespresse widerspruchslos die Verdienste des hohen jüdischen Polizeibeamten hervorhebt. Unser Redaktionsmitglied, Advokaturskandidat Moriz Hacke, wurde am 22. Juli an der Wiener Universität zum Doktor der Rechte promoviert. Liste der Ausgetretenen. Vom 16. bis 29. Juli 1913. (Nr. 232—257.) Bellak Emma, Private, geb. 27. Dezember 1882 in Wien, IX, Porzellangasse 44. Blahofsky Louise, geb. 20. Oktober 1884 in Lipnik, XX, Klosterneuburgerstraße 100. Borskowitz Frieda, Weißnäherin, geb. 7. Jänner 1893 in Wien, XVII, Hormayergasse 24. Frankfurt Eduard, Ingenieur, geb. 15. April 1889 in Wien, III, Obere Weißgärberstraße 11. Frankfurt Adolf, III, Obere Weißgärberstraße 11. Kaufmann Richard, Beamter, geb. 13. Juni 1879 in Wien, I, Schottenring 9. Mautner Erwin. Bankbeamter, geb. 7. Februar 1886 in Wien, VII, Burggasse 51. Mediansky Lothar, Kaufmann, geb 5. März 1883 in Wien, IX, Schwarzspanierstraße 9. Mittler Therese, Privatlehrerin, geb. 16. Februar 1875 in Wien, VI, Gumpendorferstraße 76. Pollak Otto, Fabrikant, geb. 19. März 1888 in Wien, XIX, Karl Ludwigstraße 84. Schatz Regina, geb. 2. Februar 1872 in Lemberg, VI, Linke Wienzeile 94. Schatz Markus, geb. 8. Juni 1874 in Lemberg, VI, Linke Wienzeile 94. Schatz Maximilian, geb. 6. Mai 1880 in Lemberg, VI, Linke Wienzeile 94. Schwarzstein Stephanie, Private, geb. 2. Juli 1889 in Wien, XX, Kluckgasse 12. Skamperl Betty (Berta), geb. 24. März 1862 in Nikolsburg, XV, Löhrgasse 6. Weiner Anna, Kleidermacherin, geb. 5. Dezember 18S9 in Jungworitz (Böhmen), XVI, Grundsteingasse 8. Häutler Eduard, Agent, geb. 24. Juli 1869 in Nedwieditz, XVI. Thaliastraße 85. Frischmann Emanuel, Schneider, geb. 15. Jänner 18S1 in Wilhelmsburg, XVI, Ottakr'ugerstraße 61. Neumann Richard, Ingenieur, geb. 27. März 1885 in Wien, XV, Sechshauserstraße 4. Gefäll Fritz, geb. 15. Februar 1909 in Wien. Schiffmann Benjamin, Agent, geb. 3. Dezember 1878 in Odessa, II, Hotel Guth. Pollitzer Adolf, Kaufmann, geb. 6. Juli 18/2 in Baja, I, Lothringerstraße 14. Pollatschek Rosa, Verkäuferin, geb. 23. Jänner 1887 in Srlin, X, Kolumbusgasse 94. Hausner Adolf, Friseur, geb. 10. Jänner 1874 in Nagystäd, II, Rueppgasse 38. Weiner Rosa, Verkäuferin, geb. 2. Oktober 1885 in Klosterneuburg. II, Schiffamtsgasse 10. Zubok Josef, Jurist, geb. 9. März 1886 in Radomysl, II, Hotel Moskau Die nächste Nummer der „Neuen National-Zeitung" erscheint wegen der Ferien am 22. August 1913. «■■■■BMBBaHBBBr

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