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Neue Nationalzeitung · 1913-05-23 · Heft 11 (23.5.1913) · p. Seite 86

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 11 (23.5.1913)
Date
1913-05-23
Page
Seite 86 (sequence 11)
Language
German
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Seite 86 „Neue Nationai-Zeitung' Nr. 11 ihre Ehre und Würde beeinträchtigenden Unterschiede, welche seitens eines löblichen Vorstandes zwischen ihnen -und anderen Kollegen in moralischer und materieller Beziehung gemacht werden, aufheben zu wollen." Die Herren fühlen sich insbesondere mit Recht deshalb zurückgesetzt, da sie anläßlich der bevorstehenden Besetzung des Rabbinerpostens in der Leopoldstadt nicht einmal zur Bewerbung aufgefordert wurden. Das Memorandum schließt mit -der Bitte, ihre Wirksamkeit als Gemeinderabbiner, welche sie seit Jahrzehnten in facto ausüben, durch den von dem Statut der Israelitischen Kultusgemeinde vorgesehenen Wahlmodus als vollgültig anzuerkennen; präziser ausgedrückt: sie in den Status der Gemeinde in aller Form rechtens zu übernehmen. mS ALLEN WELTTEILEN Dr. Max Nordau und der nächste Zionistenkongreß. In der Ankündigungen über den nächsten, 'in Wien stattfindenden Zionistenkongreß ist auch die Mitteilung enthalten, daß Doktor Max Nordau wie bisher den Bericht über die Lage der Juden erstatten wird. Um so auffälliger ist es daher, daß das zionistische Tagblatt „Hazefirah" in Warschau soeben die Nachricht veröffentlicht, daß Dr. Nordau sein Mandat als Mitglied des zionistischen Aktionskomitees niedergelegt hat und beim Zionistenkongreß in Wien nicht erscheinen wird. Sollte da nicht die „Neue Freie Presse", deren Pariser Korrespondent Dr. Nordau ist, dahinterstecken? Wiederwahl von Sir Stuart Samuel. Am 29. April fand im Bezirke Whitechapel die Ersatzwahl fürs Parlament statt, da das Mandat des früheren Abgeordneten Sir Stuart Samuel vom Staatsrate wegen der Silberlieferungsgeschäfte seines Geschäftshauses an die indische Regierung kassiert wurde. In der Ersatzwahl wurde nun Sir Stuart Samuel, der der liberalen Partei abgehört, gegen den Unionisten Kapitän Browne mit der knappen Majorität von 166 Stimmen wiedergewählt. Sir Samuel äußerte sich nach der Wahl, die Antisemiten hätten es verstanden, die einflußreichsten Kreise, insbesondere die führenden Männer der englischen Kirche, gegen seine Wiederwahl mobil zu machen. Die ganze Organisation der Kirche habe gegen ihn gearbeitet. Von unionistischer Seite wird dagegen entschieden bestritten, daß der Wahlkampi gegen Samuel judenfeindlichen Charakter gehabt hätte. Der Antisemitismus kommt trotzdem in England offenbar immer mehr zum Ausdrucke. Persöflaliiachrichten. Der bekannte Publizist Josef Rares in Wien wurde von Kaiser mit dem Titel eines kaiserlichen Rates ausgezeichnet. Herr Rabbiner M. May er söhn und Frau beehren sich, Freunde und Bekannte zu dem am Samstag, den 24. d. M., in der Synagoge Beth-Israel, II, Leopoldgasse 29, 10 Uhr vormittag, anläßlich seiner Bar-Mizwa-Feier stattfindenden Halacha-Vortrages ihres jüngsten. Sohnes höflichtst einzuladen. Fräulein Miriam B r a i n i n, die Tochter unseres bekannten Mitarbeiters und Chefredakteurs Rüben Braiuin in Montreal (Kanada), vermählt sich am 25. d. M. in Montreal mit Herrn Dr. Samuel Ortenberg. Liste der Ausgetretenen. Vorn 7. bis 20. Mai 1913. (Nr. 183—203.) Fhrmann Julius, Sattler, geb. 6. Dezember 1882 in Dobesie, XX, Rafaelgasse 28. Eisner Moritz Ludwig, Kabarettier, I, Bäckerstraße 6. Faludi Therese, geb. 2. August 1886, XIX, Heiiligenstätiterstraße 27. Feigel Marie, geb. 25. April 1869 in Wien, XVII, iNattergasse 16. Grossmann Rosa, geb. 18. September 1889 in Kratouchin, III, Rennweg 18. Heitier Anna, geb. 28. Mai 1882 in Wien, H, Taborstraße 81. Kohn Bertha, geb. 24. Jänner 1895 in Wien, VI, Brückengasse 16. Korten Angela, früher Kohn, Opernsängerin, geb. 14. August 1886 in Wien—Klagenfurt. Libow Chaim Züdik, Kaufmann, geb. 6. Sept. 1865 in Bratzlow, II, Kleine Stadtgutgasse 4. Neumann Ernst, Edler v. Heil wärt, geb. 2. Dezember 1885 in Wien, VIII, Alserstraße 21. Neumann Hans, Edler v. Heilwart, Bankbeamter, geb. 24. Dezember 1881 in Wien, VIII, Alserstraße 21. Poilatschek Helene, geb. 8. Mai 1894 in Wien, VII, Bernardgasse 37. Sehnek Julius, Seidenfärber, geb. 14. August 1868 in Wien, XX, Forsthausgasse 20. Schulz Leopold, Mechanikergehilfe, geb. 8. Februar 1895 in Wien, II-, Ausstellungsstraße 15. Wolfsohn Julius, Buchhalter, geb. 3. Oktober 1885 in Brasso, II, Praterstraße 41. Götz Emma, geb. 18. April 1893 in Wien, XIV, Goldschlagstraße 110. Klein Paul, Zahntechniker, geb. 16. Februar 1889 in Wien, XX, Klosterneuburgerstraße 40. Dr. Schifiler Hugo, Advokat, geb. 8. November 1860 in Komotau, VII, Westbahnstraße 58. Deutsch Melitta, Opernsängerin, geb. 16. Jänner 1895 in Wien, IX, Rögergasse 13. Deutsch Viktor, geb. 23. April 1887 in Wien, III, Hauptstraße 28. Hilfskomitee der Wiener Chewra Kadischa (Verein für fromme und wohltätige Werke — Gegründet 1764) für die Opfer der Brandkatastrophe in Preßburg. Das furchtbare Unheil, das am 17. d. J. die PreßbuVger Judenstadt heimgesucht hat, greift jedem Juden ans Herz. Die Aermsten der Armen, die Bewohner der Judengasse, Taüsende Väter mit Frauen und Kindern, haben kaum däs nackte Leben gerettet; Geschäft und Erwerb stehen stille; Not und Elend haben sich in den Trümmern eingenistet. Und was uns nicht minder mit Wehmut erfüllt: das Lehrhaus, an dem unsere Weisen gewirkt, Jünger unserer Lehre herangebildet und unser Schrifttum gehegt haben, ist zur Wüstenei geworden. Dieser alte, vom Alten der Geschichte ähgehauchte Boden ist ein Stück Judenschicksal. Da er dem verheerenden Elemente zum Opfer gefallen, gilt es; der Zerstörung und des Unglückes Herr zu werden. Der Notschrei dringt zu uns. Unsere „heilige Brüderschaft", die ihr Liebeswerk unermüdlich übt, macht sich unter dem Eindrucke der Schreckenskunde zum Dolmetsch des Hilferufes. Wir fordern unsere Glaubensgenossen auf: Oeffnet mildtätig und freigebig eure Hand! Helfet, damit aus den Ruinen, die zahllose Existenzen begraben haben, jüdisches Leben neu erblühe! Rettet, damit nach dem grellen Rot des Flammenmeeres auch diesen Unglücklichen die Sonne des Glückes wieder leuchte! Wien, am 18. Mai 1913. Für das Hilfskomitee: Der Präsident der Wiener israel. Kultusgemeinde: Dr. Alfred Stern. Der Präsident der Chewra Kadischa: S a 1 o K o h n. Spenden werden entgegengenommen: Im Wege der Postsparkasse auf Konto Nr. 30.963 oder in der Kanzlei der Chewra Kadischa, Wien I, Seitenstettengasse 2, 1. Stock. Telephon Nr. 19.438. Auch unsere Administration ist bereit, Spenden anzunehmen und auszuweisen.

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