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Neue Nationalzeitung · 1913-04-11 · Heft 8 (11.4.1913) · p. Seite 61

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 8 (11.4.1913)
Date
1913-04-11
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 „Neue National-Zeitung** Seite 6t welche ohne Rücksicht au! die vom ihnen geleisteten Beiträge aus der Mitte derjenigen Persönlichkeiten ernannt werden soll, ■die die Zwecke des Vereines zu fördern geeignet erscheinen. Wien. (Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien.) Sonatag, den 13. <d. M., genau um 10 Uhr vormittags, findet in den Räumlichkeiten der Isr. Humanitätsvereine „B'nai B'rith", IX. Universitätsstraße 4, die ordentliche Generalversammlung statt. Wien. (Jüdischer Wanderbund „Blau Weiß".) Mittwoch, den 16. April, 8 Uhr abends, findet Ln den Souterrainlokalitäten des Cafe Prückl, I., Stubenring 24, die Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnung. 2. Referat des Herrn cand. med. Otto Gersuny: Ziel, Zweck mnd Organisation des Jüdischen Wanderbundes „Blau Weiß". 3. Verlesimg der Statuten. 4. Konstituierung des Vereines. 5. Wahlen. 6. Eventuelles. Gäste willkommen! Berlin. Der dritte Delegierten tag des Verbandes der jüdischen Jugend vereine Deutschlands findet am 11. und 12. Mai (Pfingsten) in Frankfurt a. M. statt. Programm: Sonntag, den 11. Mai: Vormittags halb 9 Uhr (pünktlich): Zusammentreffen der bereits anwesenden Delegierten im Vereinslokale. Von hier aus 10 Uhr: Führung durch Alt-Frankfurt, ganz besonders durch den alten Judenfriedhof am Börneplatz, eine der in kulturhistorischer und künstlerischer Beziehung bedeutsamsten Stätten des heutigen Frankfurt. Die Leitung und einen erläuternden Vortrag hat in liebenswürdiger Weise Herr Professor Dr. Julius Hülsen, Privatdozent für Kunstgeschichte, der bestreuommierte Kenner von Alt-Frankfurter Denkmälern, übernommen. Nachmittags 3 Uhr: Geschlossene Sitzung des Verbandsvorstandes. Nachmittags halb 4 Uhr: Besprechung der Bezirksverbände. Nachmittags halb 6 Uhr: Zusammenkunft der weiblichen Delegierten. Abends halb 9 Uhr: Begrüßungsfeier in der Frankfurt- Loge. Nach der Feier: Gemütliches Beisammensein. Montag, den 12 Mai: Plenarsitzung der Delegierten. Tagesordnung: Vormittags halb 10 Uhr: 1. Geschäfts- und Kassenbericht, Beratung der eingegangenen Anträge, Generaldebatte. 2. Bericht der Kassenrevisoren, Entlastung des Vorstandes. 3. Wahlen. Nachmittags 3 Uhr: 1. Die Berufswahl der jüdischen Jugend (Referent Herr Rechtsanwalt Dr. Ludwig Holländer). 2. Mädchenorganisation (Referentin Fräulein Cora Berliner). In der Mittagspause ist ein Büffett aufgestellt. Abends S Uhr: Gemeinsames Souper in den Räumen der Frankfurt- Loge. Dienstag, den 13. Mai: Vormittags halb 11 Uhr: Ausflug nach dem Taunus. Mittagsrast in Homburg. Endziel: Saalburg. (Führung durch das Römerkastell.) AUS ALLEN WELTTEILEN Allerhöchste Auszeichnung. Herr Joschua S a 1 o m, Vize- Präsident der Handels- und Gewerbekammer in Sarajewo, wurde durch Verleihung des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse ausgezeichnet. Herr Salom war kurze Zeit Landtagsabgeordneter, hat aber das Mandat niedergelegt. In Wiener Kreisen ist ist die ungemein sympatische Persönlichkeit des Herrn Salom aus der Zeit bekannt, da er als Führer der jüdischen Deputation aus Bosnien und Herzegowina in der Hofburg fungierte. Oberlandesgerichtsrat Dr. Bernhard Barber — gestorben. In Czernowitz ist vorige Woche Oberlandesgerichtsrat Dr. Barber nach längerem Leiden im 67. Lebensjahre verschieden. Er war einer der ältesten jüdischen Richter in Oesterreich und der erste jüdische Landesgerichtsrat in der Bukowina. Vor 8 Jahren ging er in Pension und übersiedelte nach Wien. Wenn auch Dr. Barber sehr zurückgezogen lebte, so verfolgte er doch mit großem Interesse alle jüdischen Vorgänge und war stets bereit, jüdisch-soziale Organisationen und Veranstaltungen zu unterstützen. Die ..Neue National-Zeitung" hat den schmerzlichen Verlust eines langjährigen Freundes und Anhängers zu verzeichnen. Ein Zionist Professor an der Prager deutschen Universität? Das antisemitische „Deutsche Volksblatt" läßt sich aus Prag folgendes 'berichten: Der Oberfinanzrat der Finanzprokuratur in Prag Franz M e i s e 1 ist vom Professorenkollegium der juridischen Fakultät an der Prager deutschen Universität dem Unterrichtsministerium zum Ordinarius für Fiuanzwissenschaften vorgeschlagen worden. Nun wird eine Reihe von Stimmen laut, die sich mit vollster Berechtigung gegen die Ernennung Meiseis aussprechen. Oberfinanzrat Meisel weist nämlich durchaus nicht die Voraussetzungen auf, die man von einem Hochschullehrer, noch dazu auf der deutschen Universität in Prag, aus Gründen des wissenschaftlichen Betriebes und aus nationalen Gründen verlangen kann. Oberfinanzrat Meisel ist 65 Jahre alt, hat bei der Finanzprokuratur ausgedient und hat sich nie an der Universität habilitiert. Seine Beziehungen zur Prager deutschen Universität bestanden lediglich in seiner Zugehörigkeit zur juridischen Staatsprüfungskommission, was doch gewiß nicht das Recht, ein Ordinariat zu erlangen in sich schließt. Seine wissenschaftliche Tätigkeit bestand bisher nur in einer Arbeit über die preußische Einkommensteuer und in der Uebersetzung eines Werkes von Kaizl. Daß dies für ein Ordinariat genügt, ist wohl zweifelhaft. Nun ist aber Oberfinanzrat Meisel auch in nationaler Hinsicht für eine Professur an der Prager Universität ungeeignet. Er gilt als Zionist, hat sich nie in deutschen Vereinen betätigt, ja ist nicht einmal Mitglied des deutschen Staatsbeamtenvereines gewesen. Es ist deshalb begreiflich, daß der Vorschlag der juridischen Fakultät in der deutschen Studentenschaft die größte Erbitterung auslöste. Die „Germania" hat bereits gegen die Ernennung Meiseis Stellung genommen und die Deutschböhmische Vereinigung des Abgeordnetenhauses davon verständigt. Geplant ist außerdem eine Protestversammlung. Dienstfreie Tage für jüdische Soldaten in Oesterreich. Die Militärische Korrespondenz meldet: Gemäß den Bestimmungen des Dienstreglements sind die jüdischen Soldaten im Jahre 1913 an den nachbenannten Feiertagen dienstfrei zu belassen: Pessach (Ostern), vom 21. April 5 Uhr nachmittags bis 23. April 8 Uhr abends und vom 27. April 5 Uhr nachmittags bis 29. April 8 Uhr abends. Schewouth (Pfingsten) vom 10. Juni 7 Uhr abends bis 12. Juni 9 Uhr abends. Rosch Haschono (religiöses Neujahr) vom 1. Oktober 5 Uhr nachmittags bis 4. Oktober 8 Uhr abends, Jomkippur (Versöhnungsfeiertag vom 10. Oktober 5 Uhr nachmittags bis 11. Oktober 7 Uhr abends, Sukkoth (Laubhüttenfest) vom 15. Oktober 5 Uhr nachmittags bis 18. Oktober 6 Uhr abends'und vom 22. Oktober 5 Uhr nachmittags bis 26. Oktober 6 Uhr abends. Den Soldaten jüdischer Konfession ist während der Pessachfeiertage die Teilnahme an rituellen Mahlzeiten außerhalb der Kaserne in der Zeit vom 21. April 9 Uhr früh bis 29. April 8 Uhr abends gestattet. Es ist erfreulich, daß der sreug religiöse Geist, der seit jüngster Zeit in der österreichischen Armee obwaltet, nicht nur die katholischen Mitglieder der Armee ins Auge faßt, sondern auch anderen Konfessionen die Einhaltung ihrer Vorschriften ermöglicht. Von der galizischen Selbsthilfe. „Dr. Blochs Wochenschrift" berichtet in ihrer letzten Nummer: „Mit Rücksicht auf die letzten traurigen Erfahrungen anläßlich der verheerenden Geldkrise im verflossenen Winter haben die Lemberger jüdischen kaufmännischen Genossenschaften beschlossen, zur Verhütung von ähnlichen Katastrophen in der Zukunit eine große jüdische Kreditbank zu

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