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Neue Nationalzeitung · 1913-04-11 · Heft 8 (11.4.1913) · p. Seite 60

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 8 (11.4.1913)
Date
1913-04-11
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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Seite 60 .Neue National-Zeitung" Nr. 8 IV. Der Kongreß wählt aus seiner Mitte ein mehrgliedriges Exekutivkomitee, welchem die Aufgabe zufällt, die vom Kongreß gefaßten Beschlüsse auszuführen. V. Allfällige Zuschriften und Anregungen, die sich auf meinen Vorschlag beziehen, wolle man ehebaldigst an mich richten. Stammesgenossen! Treten wir zu gemeinsamer Beratung zusammen, versuchen wir, unseren Brüdern in Rumänien die Rechte zu erringen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Erfolg. Die Sache ist wahrlich des Schweißes der Edlen aller Kulturvölker wert!" Der Plan des Dr. Straucher verdient die weiteste Unterstützung der maßgebendsten jüdischen Kreise und insbesondere der großen* Hilfsorganisationen, die durch ihre jüngst erfolgte Verbindung vielleicht doch in der Lage wären, dem Martyrium der rumänischen Juden ein Ende zu machen. KORRESPONDENZEN. Oesterreich-Ungarn. Vom Wiener Rabbinat. Wien. Die Lösung der Rabbinatsfrage in der Leopoldstadt steht unmittelbar bevor. Bei den desolaten Verhältnissen im Kultusvorstande wird sie so ausfallen, wie es der gesunde Menschenverstand — nicht erwarten läßt. Von den vier Qemeinderabbinern. die auf diese Stelle aspirieren, wird sie keiner bekommen. Das ist der Fluch der Protektionswirtschaft in der Seitenstettengasse. Um niemanden zu verletzen, wird keiner angestellt. Man greift zu einem Outsider. Von den auswärtigen Rabbinern, die im Laufe des Winters zur Abhaltung von Vorträgen eingeladen waren, werden zwei Probepredigten abhalten: Dr. Schweiger und Dr. Venef ianer. Auch das ist nur Protektion und die Stelle wird derjenige erhalten, der mehr Protektion aufweisen wird. Werden sich die Wiener Gemeinderabbiner diese Zurücksetzung gefallen lassen? Dürfen sie es? Und wo bleibt der Herr Oberrabbiner? Will er seine Autorität nicht geltend machen? Oder hat er keine mehr? Rabbiner Mayersohn hat den Kultusvorsteher Karl Lemberger wegen Ehrenbeleidigung beim Bezirksgerichte geklagt. Er hat sich hiezu entschlossen, nachdem Herr Lemberger ein Schiedsgericht abgelehnt hat. Der Schritt des Rabbiners Mayersohn ist begreiflich; er ist der einzige Ausweg gegenüber einer Hetze, die ihm seit Monaten das Leben verbittert und ihn um die Existenz bringen will. Ueber die Verhandlung werden wir berichten. Die jüdischen Soldaten in Bosnien und Herzegowina. Sarajevo, Anfangs April. Anläßlich der bevorstehenden Osterfeiertage, erfüllt es uns mit banger Sorge, wie wir die große Anzähl der hier jetzt über den normalen Friedensstand hinaus aktiv dienenden jüdischen Soldaten rituell verpflegen werden. Während sonst 80 bis 90 Juden in der hiesigen Garnison dienen, ist gegenwärtig durch die gespannte internationale Lage eine Erhöhung des Friedensstandes eingetreten, wodurch sich auch die Zähl der Juden auf zirka 400 vermehrt hat. Diese müßten wir nun zu Pessach verpflegen. Allerdings ist das noch ungewiß Wenn die Skutarifrage vor Pessach erledigt wird, dann gehen wohl sämtliche Reservisten nach Hause. Wir erhoffen es, schon im Interesse der Reservisten, die zumeist Familienväter sind. Allein, da möglicherweise die Situation bis dahin noch nicht geklärt sein könnte, so müssen wir bei Zeiten für die Aufbringung der Mittel zur 8tägigen Verpflegung der jüdischen Soldaten Vorsorge treffen. Und gesorgt muß dafür werden, denn die Soldaten sind zum großen Teil strenggläubig, sie würden eher fasten, als am Pesach chomez essen. So zählt beispielsweise das Infanterieregiment Nr. 90 aus J a r o s 1 a u allein 85 strenggläubige Juden. Angesichts dieser Sachlage hat das über Anregung des Herrn Ch. W e i t z n e r noch im Annexionsjahre entstandene Komitee sich an vier Großgemeinden (Wien, Prag, Brünn und Budapest) mit der Bitte um mehrere Zentner Mazzes gewendet, welcher Bitte hoffentlich baldigst entsprochen wird, da der Transport hierher per Bahn 10—12 Tage dauert. Bezüglich der noch erforderlichen Geldspenden hat das Komitee beschlossen, zuzuwarten. Sollte sich die Lage in den nächsten Tagen nicht bessern, dann wird das Komitee telegraphisch an obige Gemeinden um Geldzuwendungen appellieren. Eine große Anzahl von Soldaten hat um Feiertagsurlaube gebeten und hat sich Herr Oberrabbiner Dr. W e s z e 1 sehr warm bei den Militärbehörden hiefür eingesetzt. Allein die Gewährung der Urlaube hängt ja auch mit den kommenden Ereignissen zusammen, Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. (Kundmachung der israelitischen Kultusgemeinde.) Der Kultus vorstand bringt hiemit' zur Kenntnis, daß in Gemäßheit des § 91 des Statutes der israelitischen Kultusgemeinde Wien die Rechnungsabschlüsse über die Einnähmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten für das Jahr 1912 vom 7. April 1913 ab durch 14 Tage im Sekretariate der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I. Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zur Einsicht der Gemeindemitgrieder aufliegen. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen. Wien. Die 40. ordentliche Generalversammlung der Israelitischen Allianz zu Wien findet Mittwoch den 16. April 1913, abends 6 Uhr im Saale der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I. Seitenstettengasse Nr. 4, a 1 s J u b i 1 ä u m s v e r s a m m 1 u n g mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereines im Jahre 1912 (nebst einem Rückblick auf die 40jährige Tätigkeit des Vereines). 2. Bericht über die finanzielle Gebarung im Jahre 1912. 3. Wahl von fünf Vorstandsmitgliedern mit vierjähriger Funktionsdauer, ferner Genehmigung der Kooptation von zwei Vorstandsmitgliedern. 4. Aenderung des § 6, al. 2 und 3, sowie § 8 der Statuten. Der Jahresbericht wird in den nächsten Tagen an die Mitglieder in Wien direkt, an die auswärtigen Mitglieder durch Vermittlung der Leitung der Filialen und Vertrauensmänner übersandt. Die vorgeschlagene Statutenänderung, die schon im vorigen Jahre projektiert war, betrifft die Zusammensetzung und Ernennung des Beirates. Es wird vorgeschlagen, daß derselbe in Zukunft aus einer größeren Anzahl von Mitgliedern bestehe,

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