Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XV (1913)
- Issue
- Heft 5 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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„Neue NationaIrZeitung^ Nr. 5 Muiter- Filialgemeinden gemeinden Orthodoxen-Partei 317 1324 Kongreß-Partei 182 342 Statusquo-Partei 64 142 563 1808 „.,„„. ttabbiner- Rabbmer s,c11vertre,cr 258 118 40 416 956 272 96 1324 In demselben Jahre wurden 7590 jüdische Ehen geschlossen, von denen 395 (5.21 Prozent) Mischehen sind, und bloß in 15 Fällen wurde bei den Mischehen bestimmt, daß die Kinder im jüdischen Glauben erzogen werden sollen. Jüdische Geburten waren 24.735. Taufen ließen sich im Laufe des Jahres 1911 473 Juden (Es treten also in Ungarn weniger Juden aus als in W ien allein. Anm. d. Red.), wogegen 113 Christen ins Judentum übertraten, so daß der absolute Verlust im Jahre 1911 360 Juden beträgt. Seit dem Jahre 1895 ließen sich 0915 Juden taufen, gegen 1509 Christen, die zum Judentum übertraten. Was die Beschäftigung der Juden anbelangt, so finden wir sie außer im Handel zumeist in den wissenschaftlichen und freien Gebieten vertreten. So nehmen sie unter den Privatgelehrte:! und Schriftstellern mit 17,9 Prozent, unter den Journalisten mit 39.6 Prozent, unter den Künstlern mit 20 Prozent und unter den Schauspielern mit 20,1 Prozent Anteil. An der Hochschule sind die Juden mit beinahe 50 Prozent vertreten. Interessant ist auch eine Statistik der Duelle, in der d;e .Inden vom Jahre 1904 an mit 32 bis 39 Prozent figurieren. Die Juden in Südafrika. Laut den Ergebnissen der letzten Volkszählung befinden sich in Südafrika insgesamt 47.000 Juden. Es entfallen demnach auf je 1000 Seelen der Gesamtbevölkerung 36 Juden. In Capetown gibt es bereits 6800 Juden, von denen die „Cape Times" schreiben, daß sie nicht so sehr durch ifore Zuhl, als durch ihre Arbeitsamkeit und Intelligenz auf dem Gebiete des Handels und der Industrie auch im öffentlichen Leben einen großen Einfluß haben, da es unleugbar ist, daß der Aufschwung der südafrikanischen Städte in erster Reihe der unerschrockenen Pionierarbeit der Juden zu danken ist. Es ist überhaupt festzustellen, daß auch in Südafrika die Juden, die ein großes Element von Einwanderern darstellen, zum größten Teile (42.487) in den Städten und nur 4280 in Landgemeinden leben. Personalnachrichten. Sonntag, den 23. d. M., hat im Israelitischen Tempel für den 9. Bezirk die Vermählung des Direktors der Zementfabrik in Brünn, Hubert W i e s n e r, mit Fräulein Jenny Ullm a n n, Tochter des Redakteurs Carl U 11 m a n n vom „Neuen Wiener Ta<gblatt", stattgefunden. Die Trauung vollzog vor einem zahlreichen, zumeist den Advokaten- und Journalisten- Kreisen angehörenden Auditorium Rabbiner Dr. Gelbhaus, der mit schwungvollen Worten, weit über den Rahmen der bei solchen Anlässen üblichen Redensarten hinaus, die Aufgaben des journalistischen Berufes, zu dessen besten Vertretern der Brautvater gehört, schilderte. Bei der Trauung war auch eine Deputation des zum i ü 'lisch nationale n Programm sich bekennenden jüdischen Turnvereines h Brünn, an dessen Spitze der Bräutigam steht, anwesend. Derselbe war ein Schüler unseres hervorragenden Mitarbeiters Professor Dr. G r ü n f e 1 d. Liste der Ausgetretenen. Vom 12. bis 25. Februar 1913. (Nr. 56—78.) Berger Klara, Schriftstellerin, geb. 23. Februar 1869. Wien VIII, Josefstädter Straße 34. Fischer Otto, Kaufmann, geb. 31. Oktober 1878 in Postubitz, Wien II. Aspernbrückenigas.sie 4—6. Fischhof geb. Ernst Rosa, k. k. Kommerzialratswitwe, Wien VIII, Längspässe 74. Grünwaid Josef, Gdldarbeiter, geb. 28. Mai 1874, Wien I, Nibelungengas.se 8. Kallis Gisela, «eb. 18. Juli 1882 in Nikolsburg, Wien II. Ybbsstraße 12. Lang Suchor, Spemglergehilfe, geb. 17. November 1884 in Suczawa, Wien VII, Burggasse 125. Neumann Isabella, geb. 26. Mai 1893 in Essek, Wien XIII, Templergias.se 49. Pick Hans, Universitätshörer, geb. 17. April 1889 in Prag, kgl. Weinberge. Wien VII, Kaiserstraße 51—53. Prochaska Franziska Maria, geb. 13. März 1888, Wien XVIII, Hildebrandgasse 8. Schlesinger Richard, Bankbeamter, geb. 28. Oktober 1872, Wien I, Schottenring 22. Schwarz Dr. Emil, geb. 23. September 1881, Wien II, Praterstraße 32. Spielmann Eugenie, geb. 6. Jiumi 1882, Wien II. Arnezhoierstraße. Taussig Marie, (geb. 2. Jänner 1880, Wien XII, Wolfganggasse 28. Jellinek Berta, igeb. 7. Jänner 1899 in Wien X, wohnhaft in Argenthal (Haugsdorf Nr. 80, vollzogen am 9. Jänner 1913, Z. 180/1 St.). Lunzer Ludwig, ledig, geb. 30. Juni 1883, Wien XVI, Lerchenfeldergürtel 55. Grün Adolf, ledig, Bäckergehilfe, geb. 15. April 1891, Wien XX, AllerheiIisenplatz 6. Oblatt Helene, ledig, Kontoristin, geb. 28. August 1892, Wien XVI, Thaliastraße 9. Pollatschek Leopold, verh., gesch., Buchbindergehilfe, geb. 26. Juni 1869, Wien XX, Dresdnerstraße 46. Schleifer Hermine, ledig, Kontoristin, geb. 9. Juni 1891, Wien V, Hamburgerstraße 15. Deutschland Olga, ledig, Opernsängerin, geb. 18. Dezember 1888, Wien I, Salzgries 19. Duschinsky Friedrike, ledig, geb. 19. Juni 1877 in Straßnitz, Wien XVH, Pezzlgas.se 68. Spruch Mayer Elias, verh., Fachlehrer, igeb. 2. Juli 1879 in Lemberg, Wien XX, Denisgasse 18. Wachtel Alfred, ledig, Geschäftsführer, geb. 2. November 1883 in Lemberg, Wien I, Wallnerstraße 17. Briefkasten der Redaktion. B—d. Sie wundern sich, daß wir als unabhängiges Blatt zu der in der Tagespresse so lebhaft erörterten Canadian- Pacific-Frage noch nicht Stellung genommen haben. Darauf erwidern wir folgendes: Durch die Neuerrtichtunig der Linie Triest—Kanada sind jüdische Interessen nicht tangiert. Unter den derzeitigen Verhältnissen in Kanada — Antisemitismus der Behörden, Klerikalismus in den Schulen — ist die jüdische Emigration nach Kanada nicht zu empfehlen. Sollten Versuche gemacht werden, galizische Juden zur Auswanderung nach Kanada zu bewegen, dann werden wir dagegen publizistisch und anderweitig auftreten. Provinz-Rabbiner. Die Verhandlung über die Berufung des Dr. J. S. Bloch gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Josefstadt, womit Dr. S. R. Landau von der Anklage wegen Ablehnung der Blochschen Berichtigungen und Reklamenotizen für Dr. Griinwald freigesprochen wurde, findet am 3. März beim Wiener Landesgerichte statt. Proletarier in Krakau. Besten Dank für Ihre Sympathiekundgebung. Die Angriffe des Handelsangestellten-Blättchens gegen Dr. S. R. Landau in seiner Eigenschaft als Massevervvalter im Konkurse Tisser & Wien beruhen auf 'ganz erlogenen Informationen. Wie Sie übrigens aus den Angriffen selbst ersehen haben, handelt es sich darum, daß drei Leute auf Kosten der Konkursmasse durch sechs Monate mit einem Gehalte von je 200 Kronen herumspazieren sollen, während Dr. Landau ihnen bloß für drei Monate dieses Vergnügen bewilligen kann. Dr. Landau kann höchstens sein eigenes Geld verschenken, aber nicht das der Gläubigerschaft, für das er dem Gerichte, verantwortlich ist.